Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Lioth
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Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Lioth » 08.11.2013, 20:39

Ich habe auf die Schnelle einige Handyfotos von den Nadeln meiner Mugo gemacht. Ich denke, dass Problem ist zu erkennen!?
Es sind nicht alle Äste betroffen. Irgendwelche Schädlinge konnte ich nicht entdecken.
Hat jemand eine Idee was das sein könnte?
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Foto-1-1.jpg
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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Herbert A » 08.11.2013, 21:41

Servus Gerd,

zunächst einmal scheint die Mugo geschwächt. Das sieht man an den schwachen Knospen. Entweder die Mugo wurde heuer erst ausgegraben oder das Substrat ist zu nass für eine Mugo.

Die gelben Nadeln kommen von einem Pilz, der aufgrund der Schwäche der Mugo überhand nehmen konnte. Fast alle Nadeln sind davon betroffen. Ich habe nur ein paar markiert.
Foto-1-1.jpg
Ein guter Wirkstoff gegen diesen Pilz ist Myclobutaniol. Schau einfach in ein Gartencenter bei den Pilzmitteln danach oder frag den Verkäufer ob er Pilzmittel auf dieser Wirkstoffbasis führt.

An und für sich kann die Mugo mit einem leichten Befall dieses Pilzes gut leben, aber an deiner Mugo ist der Befall derart stark, dass ich ein Spritzmittel anwenden würde.

Vor allem aber musst du die Basisbedingungen (Substrat, Standort, Düngung etc) in den Griff bekommen.

lg
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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Lioth » 09.11.2013, 07:14

Danke für die Info, Herbert!
Ich werde mal im "Giftschrank" nachschauen ob ich ein Mittel mit dem Wirkstoff finde.

Umgetopft wurde im Frühjahr 2012 in Kiryu/Bims. Der Baum hat die gleiche Pflege bekommen wie die anderen Mugos und Schwarzkiefern, denen geht es aber gut!
Macht es Sinn den Baum, zur Wurzelkontrolle, mal aus der Schale zu nehmen? Frostfreie Überwinterung im Gewächshaus wäre gegeben. Oder soll ich bis zum Früjahr 2014 warten?
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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Herbert A » 09.11.2013, 18:50

Servus Gerd,

zum umtopfen wäre es mir jetzt aufgrund der Jahreszeit schon zu spät.
Wenn es mein Baum wäre, würde ich alle befallenen Nadeln bis unterhalb der Infektionsstelle zurückschneiden.
Das schadet dem Baum nicht.

Ich nehme an dass der Pilz jetzt um diese Jahreszeit zwar nicht mehr aktiv ist, aber ich würde trotzdem noch vor dem Winter eine Spritzung machen. Die zweite Spritzung dann im zeitigen Frühjahr.

lg
Herbert
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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Lioth » 10.11.2013, 01:11

Hallo Herbert,
Spritzmittel ist unterwegs.
Die befallenen Nadeln werden in der nächsten Woche entfernt.
Und dann, ....abwarten.
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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von klauso » 10.11.2013, 08:12

Hallo gerd,

Ich weiß zwar nicht mehr wie dieser Pilz heißt, er wurde aus Amerika eingeschleppt und es sind bereits viele Mugos auch in der Natur davon befallen. Der Pilz ist sehr schwer zu bekämpfen. Ich würde alle befallenen Nadeln komplett entfernen und verbrennen. Auch Kupfer Spritzmittel könnten in Kombination mit dem Vorschlag von Herbert helfen. Ich drücke dir die Daumen!

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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Niko » 11.11.2013, 13:49

Hallo Gerd, könnetst du bitte mal einzelne Nadeln (3-4) in Großansicht posten, am besten Nadeln, die sich in unterschiedlichen Stadien befinden?
Sind die Nadeln gleichzeitig gelb/braun geworden oder wurden zuerst die älteren Nadeln befallen?
Danke.
gruß

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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Lioth » 11.11.2013, 17:49

Niko hat geschrieben:Hallo Gerd, könnetst du bitte mal einzelne Nadeln (3-4) in Großansicht posten, am besten Nadeln, die sich in unterschiedlichen Stadien befinden?
Sind die Nadeln gleichzeitig gelb/braun geworden oder wurden zuerst die älteren Nadeln befallen?
Danke.
Befallen sich eigentlich nur die neuen Nadeln.
Bilder kann ich noch machen.
Im Moment ist aber äußerst wenig Zeit, man kommt zu nichts. Auch ein Telefongespräch steht noch aus (ich hab Dich nicht vergessen Ulf!)
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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Niko » 12.11.2013, 11:05

ok. Befall von neuen Nadeln, mit der von dir gezeigten Verfärbungen (braune Flecken mit gelben Rand - wenn ich es auf den Fotos richtig erkannt habe) deuten auf Lecanosticta-Nadelbräune.
Dothistroma-Nadelbräune kannst du ausschließen, da eine rote Verfärbung nicht zu erkennen ist.
Die beiden Pilzarten - bis auf die Verfärbung - sind leicht zu verwecheln.
Sehr gut sollen die im Link angegebenen Pilzmittel helfen (http://www.arbofux.de/bekaempfung.php?i ... =ja&EGB=ja).
Wichtig (wurde hier schon erwähnt), die befallenen Nadeln auszupfen oder besser schneiden und den gesunden Teil belassen.
Das Schneiden oder Zupfen hängt mehr davon ab, ob alles oder nur ein kleiner Teil befallen ist (dann die Nadeln ganz auszupfen).
Anschließend wird wieder teilweise das Grün befallen werden, hier müssen die Nadeln dann ebenfalls bearbeitet werden.

Viel Erfolg, wobei der Befall in der von dir gezeigten Größenordnung (neue Nadeln noch frei von Pilzen) der Baum locker wegstecken sollte.
gruß

Niko

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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Lioth » 17.11.2013, 12:13

Hier nochmal Bilder der Nadeln. Die befallenen Nadeln sind alle entfernt!
Gespritzt wurde auch, mal schauen wie es weitergeht?!
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RIMG0447.jpg
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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Ulf San » 17.11.2013, 17:24

Hallo Nico,
sollte es tatsächlich Lecanosticta-Nadelbräune sein, ist das nicht ein meldepflichtiger Pilz?

Hoffen wir dass es was anderes ist.


Lg.
Ulf

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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Niko » 20.11.2013, 11:36

Hallo Gerd,
nach den neuesten Bildern tippe ich auf Dothistroma-Nadelbräune, jetzt sehen die Nadeln eher rötlich aus, der Bildschirm oder die Kamera können leider die Bilder leicht verfälschen, die Vorgehensweise bei der Bekämpfung ist aber gleich.
In den Bergen ist dieser Pilz in Massen zu beobachten, sogar Einheimische haben uns darauf angesprochen, ob wir ein Mittel dagegen kennen würden, die Bauern sind teilweise sehr verzweifelt. So einfach wie bei den handlichen Bonsai ist die Bekämpfung leider nicht.
Womit hast du die Kiefer behandelt?
Ulf San hat geschrieben:Hallo Nico,
sollte es tatsächlich Lecanosticta-Nadelbräune sein, ist das nicht ein meldepflichtiger Pilz?

Hoffen wir dass es was anderes ist.


Lg.
Ulf
Hallo Ulv,
hierzu möchte ich nicht "direkt" antworten, aber was rechtlich oder moralisch hier richtig ist, muss jeder selbst entscheiden.
gruß

Niko

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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Lioth » 20.11.2013, 16:43

Nico,
gespritzt habe ich "Ectivo".
Ich hab auch noch ein Kupfer-Spritzmittel, vielleicht gehe ich damit auch noch drüber?!
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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Herbert A » 20.11.2013, 20:21

Hi Gerd,

Pilze sind um diese Zeit nicht aktiv. Ideal sind Spritzungen in der Phase bei der der Pilz seine Sporen auswirft und die neuen Nadeln befällt. Also würde ich jetzt die Kiefer nicht mehr durch eine weitere Spritzung belasten.

Die entscheidende Phase ist erst wenn sich die neuen Nadeln aus der Knospe schieben.
Wenn die neuen Nadeln 1 cm lang sind, würde ich konsequent alle befallenen alten Nadeln wegschneiden. Auch wenn nur mehr der Neuaustrieb übrig bleibt.

Den Neuaustrieb dann alle 3 Wochen bis Juli/August behandeln.

Dann sollte der Pilz weg sein.

Ich denke die Art des Pilzes ist nicht so entscheidend, sondern die konsequente Behandlung. Ectivo wirkt lt. Hersteller auch gegen Kiefernbräune.

Ich hatte bei einer Rotkiefer einen lästigen Pilz. Mit dieser Methode ist die Kiefer heute wieder völlig pilzfrei.

lg
Herbert
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Re: Seltsame Nadeln an Pinus mugo

Beitrag von Ulf San » 21.11.2013, 10:08

Niko hat geschrieben: In den Bergen ist dieser Pilz in Massen zu beobachten,
Das habe ich leider auch beobachtet. Ob nun das Sammeln in den Bergen nachlässt? Jeder wird sich diesen Pilz mit nach Hause bringen.

Niko hat geschrieben: So einfach wie bei den handlichen Bonsai ist die Bekämpfung leider nicht.
Kannst du uns bitte erläutern wie du das genau meinst, einfache Bekämpfung?

Lieben Dank.

Ulf

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