Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
float
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Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von float » 02.04.2016, 21:20

Servus miteinander,
habe heute mit einem Freund eine Lärche geborgen. Für meine Verhältnisse ein "ziemliches Gerät". Stammdurchmesser ca. 13 cm, Höhe ca. 55 cm. Wir hatten zu zweit ca. 1,5 Std Freude beim ausgraben, waren wirklich vorsichtig, konnten aber nur eine begrenzte Anzahl von Wurzeln retten. Zuhause angekommen habe ich den Baum erstmal in den Garten gepflanzt, wo er sich jetzt erstmal 1 -2 Jahre "ausruhen" darf. Nun meine Frage: Wie stark kann, bzw. muss ich den Baum auch "obenrum" schneiden? Ich habe zwar schon einiges abgenommen, bin mir aber nicht sicher, ob das auf Grund der wenigen Wurzeln ausreicht. Blöd, dass ich kein Bild von en verbleibenden Wurzeln gemacht habe, sorry :(
Was meint ihr?

Frühlingsgrüße aus der Rhön
Jürgen
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Kanna
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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von Kanna » 03.04.2016, 10:24

Hi

Schöner Fund.

Die Frage ist, ob Du dir mit dem Aussetzen in deinen Garten einen Gefallen getan hast. Da die Pflanze jetzt im puren Stress ist und alles was sie sich noch mit den Wurzeln holen kann auch unbedingt braucht, ist es ratsam die Pflanze in eine größere Kiste oder Schale zu setzen mit durchlässigem Substrat.
Hier kannst Du die Nährstoffzufuhr besser steuern. Abgesehen davon wird alles überschüssige aus der Schale gespült. Wenn Du pech hast, bekommen die Wurzeln in deiner Gartenerde durch das Düngen noch einen Salzschaden - und das gibt ihr dann den Rest.

Ich kann bei der Bergung von Lärchen (sehr wahrscheinlich alles Hybrid-Lärchen) nur auf meine eigenen Beobachtungen zurückgreifen.
Hier konnte ich feststellen das die Lärchen ein erstes Bergen fast zu 100% alle überleben - auch wenn wenig Wurzeln dran waren - solange der Rückschnitt oberirdisch passt. Probleme haben Sie meist beim ersten umtopfen - da sind mir schon einige Kandidaten gestorben.

Was das Düngen angeht: Ich handhabe es immer so:
- Walter Substrat-Mischung (Blähton und Weißtorf)
- Wässern, wässern und noch mal wässern
- In das Substrat gleich einen organischen Langezitdünger mit einem betonten P-K-Verhältnis
- Kräftig mit mineralischen Dünger düngen - so wie in Walters Beitrag (Wässern hierbei wichtig)
- Zusätzlich noch eine Blattdüngung mittels einem organischem Blattdünger. Mir fällt blöderweise der Name jetzt nicht ein. Ich schaue später mal. Das ist jedenfalls eine braune zähflüssige Brühe die gerne beim zuwässern aufschäumt ^^
- Schattig stellen (Ganzjährig)
- Ab Juni gebe ich auch noch einen mineralisch-organischen Festdünger zum Aufstreuen dazu.

Kurz um. Viel düngen und viel gießen. Hat bei mir zumindest bisher immer geklappt.

Je nach Lärche kamen dann im selben Jahr noch ein paar Langtriebe oder aber gar keine. Was Dir aber nicht zu denken geben soll. Wenn die Pflanze normal in den Herbst geht, dann ist das schon mal ein erstes gutes Zeichen.

Viel Spass und Freude mit dem schönen Stück.

Hab es eben noch gefunden: Aminosol (der Blattdünger). Den sprühe ich immer mit einem Drucksprüher über und vor allem unter die Nadeln.

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camaju
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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von camaju » 03.04.2016, 10:32

Kanna hat geschrieben: - Zusätzlich noch eine Blattdüngung mittels einem organischem Blattdünger. Mir fällt blöderweise der Name jetzt nicht ein. Ich schaue später mal. Das ist jedenfalls eine braune zähflüssige Brühe die gerne beim zuwässern aufschäumt
Du meinst bestimmt Aminosol. Und offensichtlich funktioniert es bei dir ;-)
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von float » 03.04.2016, 10:54

Hi Kanna,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Dann werde ich die Lärche heute noch wieder vorsichtig ausgraben, bei der Gelegenheit die Wurzeln fotografieren und anschließend in eine Kiste pflanzen.
Bilder folgen.
Is schon ein super Service hier im Forum *dance*
Grüße
Jürgen

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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von float » 03.04.2016, 11:25

Hi,
hätte noch eine Frage.
Habe in meinem "Lager" noch "Wurzel-Power" entdeckt. 38% SiO2 (Silikatkollid), 20% P2O5 (Phosphat).

Kann ich sicherlich doch auch noch in das Substrat einmischen. Oder?
Grüße

Kanna
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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von Kanna » 03.04.2016, 12:12

Hi

Wenn es organisch ist sollte das kein Problem sein. Dann hast Du gleich einen "Wurzel-Dünger" im Substrat. Das ist immer gut.

Ich gieße den ersten Monat auch bei den frisch ausgegrabenen zusätzlich mit dem Wurzelaktivator von Neudorff.

Was am Ende von dem ganzen Kram hilft weiß ich nat. nicht. Ich weiß nur das es funktioniert und so lange der Geldbeutel es erlaubt - wieso nicht :D


Grüße und ich drück Dir die Daumen.

Kannst uns ja auf dem Laufenden halten.
Du meinst bestimmt Aminosol. Und offensichtlich funktioniert es bei dir ;-)
Zumindest schadet es nicht :D...

Ich habe allerdings Probleme das Zeug aus der Flasche zu bekommen. Zeitweise ging es mit einer Spritze, aber jetzt ist die Flasche nur noch zu einem viertel voll und ich komme nicht mehr an das Zeug ran...:P

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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von migo » 03.04.2016, 13:48

Kanna hat geschrieben: - auch wenn wenig Wurzeln dran waren - solange der Rückschnitt oberirdisch passt -
Das ist ganz wichtig! ...wie bei Laubbäumen!

Ansonsten hat die Kiste noch den Vorteil, dass sie beweglich und drehbar ist - im Bezug auf Licht und Schatten, Wind und Regen...

Ansonsten sage ich auch: Schöner Rohling! *daumen_new*
Tschüüss, Michael

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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von float » 03.04.2016, 16:54

Also, Arbeitsauftrag am "heiligen Sonntag" ausgeführt.
Der Rohling steht jetzt in einer Kiste (Innenmaße 55 x55 cm). Mein lieber Herr Gesangsverein, da gingen schon ein paar Liter Substrat rein :shock:
So ,und nun heißts Daumen drücken, dass der Kamerad durchkommt *daumen_new*

Bei der Gelegenheit habe ich auch nochmal ein Wurzelbild gemacht.

Grüße aus der Rhön
Jürgen
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Is nicht grad die Welt an Wurzeln:-(
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In der neuen Kiste

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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von Bonsai-Bene » 03.04.2016, 17:50

Hoffentlich ersäuft er in der rießen Kiste nicht. Kann auch in dem Substrat passieren wenn es ganz lange nicht abtrocknet.
MfG Benedict

Versuche nicht wie der Meister zu sein, sondern suche nachdem was der Meister sucht!

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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von float » 03.04.2016, 18:29

Da hast du wohl recht. Das habe ich mir beim einpflanzen auch gedacht. Ich wollte aber keinesfalls noch mehr Wurzeln abschneiden. Habe zwar ausreichend viele Löcher (10mm) in den Boden gebohrt, glaube aber ich sollte mit dem täglichen "aggressiven" wässern vorsichtig sein. Habe dieses Frühjahr erst alle meine Bäume auf "modernes Substrat" umgestellt und so noch keine Erfahrung im Umgang mit gießen und düngen. Es schadet wahrscheinlich nicht, mit den Fingern immer mal vorsichtig in die Erde zu bohren und dann nach Gefühl zu wässern. Oder liege ich da falsch?

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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von Kanna » 03.04.2016, 20:46

Die Gefahr bei großen Kisten, dass das Substrat lange feucht bleibt, bzw. nicht abtrocknen kann liegt - finde ich - eher dann an der alten Erde die noch am Wurzelballen bleibt. Bei uns in der Gegend ist meistens eine Menge Lehm an den Wurzeln die man nur nach ewigen Auswaschen vollständig entfernen kann.

Durch das ständige Wässern bleibt der Lehmbatzen dann eben ständig nass worin der Rest eher feucht bleibt. Was unter Umständen zur Wurzelfäule führen kann.
Da bei dir aber so gut wie keine alte Erde mehr vorhanden ist sehe ich da keine bedenken. Durch den geringen organischen Anteil im Substrat sehe ich da keine Probleme, das sich da irgend etwas "sumpfähnliches" aufbauen kann.

Das Substrat bleibt durchgehend durchfeuchtet, ist aber nie nass. Ein "ersaufen" bei dem Substrat in Kombination mit vielen und großzügigen Abzugslöchern halte ich um ehrlich zu sein für ausgeschlossen.

Ich habe schon Lärchen aus sumpfigen Gebieten geborgen, die dort fast ganzjährig im ständigen Nass standen und trotzdem überlebten. Das ständige Wässern bei dem Modernen Substrat sollte denen daher wohl wenig bis gar nichts ausmachen.

Aggressiv wässern ist auch nicht unbedingt erforderlich beim normalen Umgang mit Dünger. Ist aber unvermeidlich wenn man nach der Walter-Methode düngt.

Wurzeln sind natürlich nicht viele dran. Da kann man jetzt eh nur abwarten - wie bei allen ausgegrabenen Pflanzen.

Grüße

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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von Günter Maier » 04.04.2016, 11:48

hallo float,

die Kiste in den Abmessungen 55/55 cm ist nach meiner Meinung viel zu groß und viel zu hoch.
Nach dem Wurzelbild zu urteilen schätze ich höchstens 20-25 cm Durchmesser,
diesen Baum käme auch noch sehr gut in einen Kunststoffeimer oder Topf unter.

Ich hoffe du hast den Baum gut befestigt, daß er bei den wenigen Wurzeln
und der großen Höhe einen sicheren Stand hat!

Du könntest auch jetzt noch, wenn er nicht in der Kiste verkeilt oder sonstwie festgebunden wurde,
mit zwei diagonalen Spanndrähten über die Krone an den Rändern befestigen.

Ich hoffe für dich, daß du ihn durchkriegst und die Mühe nicht umsonst war.
In Zukunft mehr Zeit beim Ausgraben nehmen und wenn man vor Ort feststellt,
dass keine nennenswerten Saugwurzel vorhanden sind, den Baum lieber stehen lassen!
liebe Grüße
Günter

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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von migo » 28.05.2016, 21:33

Hallo Jürgen,
wollte mal nachhören, ob sie grün geworden ist.
Tschüüss, Michael

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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von float » 29.05.2016, 13:30

Hallo Michael,
hier mal aktuelle Bilder der Lärche. Ich finde, es sieht gar nicht so übel aus. Sie steht ziemlich schattig, wird täglich gut gewässert und regelmäßig gedüngt. An einigen Ästen bilden sich schon Langtriebe. Bin mal gespannt wies weitergeht.
Grüße aus der Rhön
Jürgen
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Re: Lärche frisch ausgegraben-Rückschnitt???

Beitrag von migo » 29.05.2016, 18:38

Ja das ist doch mal was. So wie die mitmacht, kannst du ihr jetzt ruhig mehr Sonne gönnen.
Tschüüss, Michael

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