Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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fliegenwippi
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Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von fliegenwippi »

Liebes Forumsmitglieder,

ich beobachte nun schon seit längerem ein Schadbild an den Blättern meines Dreispitz, letztes Jahr hatte ich dasselbe. Es beginnt erst im Laufe der Wachstumssaison, vorzugsweise an älteren Blättern, der Neuaustrieb ist völlig gesund. Meist fängt es an den Blatträndern an, bis das Blatt schließlich vertrocknet und abfällt. Manchmal werden diese auch zuerst hellgrün, man erkennt auch kleine schwarze punktförmige Flecken in den Blattadern.

Was könnte das sein, ich bitte euch um Hilfe !?

Der Baum steht in Substrat und wird regelmäßig gedüngt und gegossen. Einen Wurzelschaden kann ich ausschließen.

Lg

Markus
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Ferry
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Ferry »

Hallo Markus,

für mich sieht das Schadbild sehr nach Blattverbrennung aus. Die Blätter auf Deinem Foto sehen sehr typisch verbrannt aus.

Ob die schwarzen Pünktchen vorher oder danach entstanden sind, könntest Du uns noch schreiben.
LG,
F.

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fliegenwippi
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von fliegenwippi »

Lieber ferry,

Danke für die schnelle Antwort! Also ob die Punkte vorher schon da waren weiss ich ehrlich gesagt nicht, ich hab sie nur auf dem Blatt jetzt bemerkt!
Das heisst ich sollte den Standort wechseln ? Stellst du deine Bäume halbschattig auf , also den dreispitz mein ich jetzt ?

Lg
Markus
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Dirk K. aus L.
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Markus,

ich halte den Sonnenbrand bei Bonsais ja weitgehend für einen Mythos (es sei denn, die Bäume waren nicht an die Sonne gewöhnt!). Denn dann müssten meine Gartengehölze ja erst recht einen "Sonnenbrand" haben, denn die können nicht vor der Sonne in Deckung gehen. Die "braten" den ganzen lieben Tag.

Ich habe an meiner Rotbuche ein ganz ähnliches Schadbild wie das, was du auf den Bildern zeigst. Bei mir ist das ein Trockenschaden, weil ich Trottel das Gießen vernachlässigt habe. Es könnte bei dir auch eine mineralische Überdüngung die Ursache sein.

Sehen die Blätter an deinem Baum überall so aus?


Grüße

Dirk
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fliegenwippi
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von fliegenwippi »

Lieber Dirk,

die Blätter sehen nicht überall so aus, es betrifft eher die unteren Astetagen, der BAum wächst fröhlich weiter.
Dasselbe was du beschreibst habe ich jedes Jahr bei meiner Rotbuche, egal wie ich dünge und wässere, d.h. ich dünge nach Walter PAll und wässere nach Walter Pall, irgendwie dürfte ich es aber dann, wenn es wärmer wird mit der mineralischen Düngung übertreiben.

Wie machst du das mit mineralischer Düngung der 4-fachen Menge, ab welchen Temperaturen setzt du diese aus ?

Lg
Markus
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Dirk K. aus L.
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Hallo, Markus!
fliegenwippi hat geschrieben: Wie machst du das mit mineralischer Düngung der 4-fachen Menge, ab welchen Temperaturen setzt du diese aus ?
Ich dünge nach der "Tomaten-Methode", d.h. täglich, aber mit einer wesentlich geringeren Dosis.

Ich würde auch NIEMALS mit einer 4-fachen Dosis düngen, egal was Walter Pall schreibt. Die Anwendungshinweise haben sicherlich ihren Grund. Ich würde ab 30 Grad Celsius die Düngung runterfahren bzw. aussetzen.

Andererseits: Wie düngen die Kollegen im Mittelmeerraum, wo das ja normale Sommertemperaturen sind?!


Grüße

Dirk
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Georg
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Georg »

Ich tippe auch auf Verbrennung.
Dieses und letztes Jahr hatten wir sehr plötzlich 2 mal extreme Temperaturen, dieses Jahr erstmals im Juni nach Lippstadt.
Bäume, die ich vorher im ersten Austrieb nicht volle Sonnenexposition gegeben hatte, hatten seitlich gemäß Sonneneinstrahlung Brennschäden.
Es könnte eine Frage des Standortes sein und der Sonnenausrichtung sein bei diesen Wetterbedingungen.
Gruß
Rüdiger
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holgerb
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von holgerb »

Hallo zusammen,

sieht recht klassisch nach einem Dünge-/Salzschaden aus.

Kurz erklärt:
Würde das Blatt verbrennen, dann wären willkürlich auf dem Blatt, ungeordnet Verbrennungen zu beobachten, je nachdem wo es gerade trifft. Vergleichbar mit dem Sonnenbrand beim Menschen, der ja eben da auftritt, wo die Sonnenstrahlen auf die Haut getroffen sind. D.h.: schattierte Flächen müssten einen geringeren Sonnenbrand zeigen als nicht-schattierte.
Auf den Bildern (und vermutlich auch bei den Erfahrungen der anderen) ist deutlich ein geordneter Farbunterschied von aussen nach innen zu sehen (relativ!, vereinzelt weiter vorangeschrittene Buchten).

Kurz erklärt:

Bei Wassermangel würde sich Welke einstellen, da der Zelltugor (Zelldruck) abnimmt. Das kennt jeder wenn die Bäume bei großer Hitze die Ohren hängen lassen. Diese Blätter sehen jedoch stabil aus, zeigen aber eine Verfärbung.

Mögliche Ursache:

Boden durch Überdüngung und/ oder zu hartem Wasser versalzt:

Wird zu stark gedüngt, so reichern sich die Salze (vor allem in nicht-völlig-durchlässigem-Substrat) im Substrat an. In Folge dessen muss die Pflanze mehr Salze aufnehmen, um überhaupt ein so hohes osmotisches Potenzial aufzubauen, damit Wasser in die Pflanze strömt. Das überschüssige Salz muss nun irgendwo hin, wird also mit den alten Blättern entsorgt (-> Blattfall). Natürlich zunächst in der Peripherie der alten Blätter. Neue Blätter sind zunächst nicht betroffen.
-> Abhilfe: Wässern bis der Arzt kommt, jedoch keine Staunässe produzieren, ggf. Wasserhärte kontrollieren und bei hartem Wasser weniger düngen.

Walter erzählt, mit vierfacher Menge zu düngen? Hier sollte man genauestens darauf achten, welche Dünger man dazu benutzt!!!

Zum Schluß einfach ein paar Reaktionen auf die Reaktionen:

Brennschäden sind es nicht, denn es gibt keinen Brennglaseffekt an Blättern, dieser müsste außerdem punktuell sein.
Ich würde bei 30°C niemals kaltes Wasser benutzen, eher bis zum nächsten Morgen mit der Wässerung warten. Oder handwarmes Wasser benutzen und dann auch in knaller Sonne, das hilft richtig (Stichwort: RGT-Regel).
Die Kollegen am Mittelmeer düngen so wie wir, die Pflanzen funktionieren dort genauso wie hier (im Wesentlichen, Stichwort C3-, C4-, CAM-Pflanzen)
Der Sonnenbrand ist in der Tat weitestgehend ein Mythos bei Pflanzen.
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -

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florianhoessel
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von florianhoessel »

Die Stichworte C3-, C4- und CAM- Pflanzen werfen bei mir eine alte Frage auf. Gibt es eine Liste, in der steht, welche Familien welchen Kohlenstoffzyclus nutzen. Ich wüsste zwar nicht, was das an der Kulturführung ändern würde, aber es wäre mal interessant zu wissen. Vielen Dank im Vorraus!
Liebe Grüße
Florian

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abardo
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von abardo »

Sonnenbrand bei Pflanzen gibt es wohl nicht.
Das ist ein normaler Trockenschaden.

Einige Ahorne bei mir im Garten sehen jetzt genau so aus. Alle Jahre wieder bei extremer Hitze und gnadenloser Trockenheit. Die stehen einfach in normaler Erde (manche offensichtlich zu sandig) und werden vielleicht 1x pro Jahr gedüngt. Und eben nicht so genau gegossen wie meine Bonsai. Bei meinen Pflanzen im Garten gibt es keine "Versalzung".

Je nach Standort seh ich mehr oder weniger solche Ränder an den Blättern. Manche Blätter fallen dann auch final ab. Das macht dem Baum aber nichts.

Jetzt aber bitte nicht übermässig giessen, der Baum hat ja absichtlich die aktive Grünmasse reduziert, weil es ihm zu trocken war (er hat sich deinem Giessverhalten angepasst). Normal weitergiessen, bei den Temperaturen eher schattig stellen und bei der Hitze sollte man generell nicht düngen.

Nächstes Jahr dann öfter giessen bzw. mehr "Puffer" ins Substrat einbauen.
Grüße, Frank
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Georg
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Georg »

Sorry, aber Sonnenbrand gibt es sehr wohl bei Pflanzen. Ich habe eindeutige Beweise hierfür. An Gartenpflanzen und an Bonsais.
Gruß
Rüdiger
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Dirk K. aus L.
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Georg hat geschrieben:Sorry, aber Sonnenbrand gibt es sehr wohl bei Pflanzen. Ich habe eindeutige Beweise hierfür.
Ja, sicher! :twisted:

Die Frage ist hierbei jedoch, ob die UV-Strahlung einzig und allein ursächlich für diese Schäden ist, oder ob die Sonne das durch suboptimale Pflege geschwächte Zellmaterial angreift. (Holger hat das doch schlüssig dargelegt. *daumen_new*)

Das ist so, als würde man eine stark verweste Leiche im Feld finden und als Todesursache notieren: Von Maden aufgefressen.

Und was mich wirklich verzweifeln lässt: Hier schreibt jemand, dass er mit 4-facher(!!!) Dosierung düngt -- und man hält dogmatisch an seiner Sonnenbrand-Theorie fest.


Schönen Tag noch

Dirk
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von zopf »

Hallo
Vielleicht kann Holger mit seinem Fachwissen mein Halbwissen ergänzen.
Blätter oder Nadeln die im Schatten gewachsen sind
und dann plötzlich der prallen Sonne ausgesetzt werden,
bekommen einen Sonnenbrand.
Bei Fichten z.B. brauche ich 2-4 Jahre bis die Nadeln voll sonnenverträglich sind,
danach gibt es keine Nadelschäden mehr, auch bei starker Sonneneinstrahlung.
Allerdings ist dieser "Sonnenbrand" bei Laubbäumen nur ein optisches Problem,
der Dreispitz sieht, wie schon geschrieben, überdüngt aus.
mfG Dieter
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abardo
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von abardo »

Dirk K. aus L. hat geschrieben:Hier schreibt jemand, dass er mit 4-facher(!!!) Dosierung düngt
WP düngt ja auch mehr als 3x so viel, wie auf der Packung steht und dann auch 20x so oft. Solange Substrat und Giessverhalten stimmen ...

Das mit dem "an die Sonne gewöhnen" kann ich bei manchen Ahornen im Garten nachvollziehen, fängt dann aber nicht vom Blattrand an (ist aber dann auch ein Hitzeschaden und kein Sonnenbrand). Für mich heisst das weiterhin, dass dem Ahorn zu heiss wurde und Wasser zu selten zur Verfügung stand.
Überdungung sieht anders aus, z.B. wellen sich die Blätter oder zeigen grossflächige Verfärbungen.

Hier mal ein Blatt von einem Ahorn bei mir im Garten, einfach zu heiss und zu selten gewässert (steht im Halbschatten und wird fast nie gedüngt):
Trockenschaden am Ahorn
Trockenschaden am Ahorn
Grüße, Frank
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Georg
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Georg »

Dirk K. aus L. hat geschrieben:
Georg hat geschrieben:Sorry, aber Sonnenbrand gibt es sehr wohl bei Pflanzen. Ich habe eindeutige Beweise hierfür.
Ja, sicher! :twisted:
Die Frage ist hierbei jedoch, ob die UV-Strahlung einzig und allein ursächlich für diese Schäden ist, oder ob die Sonne das durch suboptimale Pflege geschwächte Zellmaterial angreift. (Holger hat das doch schlüssig dargelegt. *daumen_new*)
Das ist so, als würde man eine stark verweste Leiche im Feld finden und als Todesursache notieren: Von Maden aufgefressen.
Und was mich wirklich verzweifeln lässt: Hier schreibt jemand, dass er mit 4-facher(!!!) Dosierung düngt -- und man hält dogmatisch an seiner Sonnenbrand-Theorie fest.
Schönen Tag noch
Dirk
Bei Gartenpflanzen, die garnicht bzw. nur am Start gedüngt werden, ansonsten regelmäßig gegossen werden, halte ich ein Pflegefehler für ausgeschlossen.
Sie haben halt das Problem, daß sie nicht weggehen können. Betrifft Funkien, Calla, Himbeere und Brombeere.

Ich habe meine A.palmatum zu Beginn des Austriebes vollsonnig den ganzen Tag stehen gehabt. Diese haben gesunde Blätter bis heute.

Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

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