Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Odoridori
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Odoridori »

"
Dirk K. aus L."

Ich würde auch NIEMALS mit einer 4-fachen Dosis düngen, egal was Walter Pall schreibt. Die Anwendungshinweise haben sicherlich ihren Grund
*daumen_new*
Andererseits: Wie düngen die Kollegen im Mittelmeerraum, wo das ja normale Sommertemperaturen sind?!
Die verwenden bei Dreispitzahorn + Co. Schattierungsnetze und oft auch Nebelanlagen übern Sommer.

Viele Grüße
Holger
Nichts kann den Menschen mehr stärken,
als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.
Paul Claudel


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zopf
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von zopf »

Hallo
Schon längere Zeit pflege ich Dreispitze, Fächerahorne (verschiedene Sorten)
in recht flachen Schalen, sogar durchaus zufriedenstellend.
Da wird nichts schattiert, oder 3-4 mal am Tag gewässert,
wenn´s nicht zu heiß ist, wird alle 2-3 Tage mineralisch gedüngt, auch den Sommer durch.
Im Frühjahr kommen Sie auf Ihren Platz und gut ist.
Blattschäden gibt es dabei kaum,
und wenn ein Bäum mal zu trocken steht, wird er gegossen
und alles ist wieder in Ordnung.

So mal pauschal in die Runde geschmissen
Facebook, Internet, Smartphone - alles schöne neue Welt und teilweise auch sinnvoll,
Aber wir spielen mit lebenden Wesen, da braucht man ein bisschen Verständnis wie so ein Pflänzchen funktioniert,
man muss seine Zöglinge auch genauer betrachten (später reicht ein kurzer Blick).
Warum nicht erst mal konventionellen Wegen folgen,
sich mit der Materie vertraut machen
und dann Stück für Stück an den Schräub´chen drehen.
mfG Dieter
cogito ergo pups

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Georg
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Georg »

zopf hat geschrieben:Hallo Georg
Es gibt Sonnen- und Schattenblätter, die sich in Ihrem Gewebeaufbau unterscheiden.
Werden Schattenblätter der starken Sonne ausgesetzt, bekommen Sie ein Problem.
Sonnen- und Schattenblätter gibt es aber nur bei den Bäumen älterer Bonsaifreunde.
mfG Dieter
Das ist mir schon klar.
Der Ficus ist auch bewußt dort hingestellt worden. Es geht ihm gut. Er treibt kräftig.
Es ging mir nur um diese absolutistischen Aussagen von Frank.
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

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achim73
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von achim73 »

https://de.wikipedia.org/wiki/Schattenblatt
wenn die nicht glatt lügen, ist das hier
Nochmal für alle zum mitschreiben, auswendig lernen und täglichem Rezitieren:

ES GIBT KEINEN SONNENBRAND BEI PFLANZEN

UV-A-Strahlung ist NIE schädlich für Pflanzen. Pflanzen haben keine Haut wie wir Menschen. Sonnenbrand ist einfach der falsche Begriff. Zu "sonnig" heisst für eine Pflanze nur, dass es eben noch heisser werden kann als im Schatten.

schon arg weit aus dem fenster gelehnt. würdest du das bitte mal mit belastbaren quellen belegen, frank ?
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
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Waya
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Waya »

achim73 hat geschrieben:https://de.wikipedia.org/wiki/Schattenblatt
wenn die nicht glatt lügen, ist das hier
Nochmal für alle zum mitschreiben, auswendig lernen und täglichem Rezitieren:

ES GIBT KEINEN SONNENBRAND BEI PFLANZEN

UV-A-Strahlung ist NIE schädlich für Pflanzen. Pflanzen haben keine Haut wie wir Menschen. Sonnenbrand ist einfach der falsche Begriff. Zu "sonnig" heisst für eine Pflanze nur, dass es eben noch heisser werden kann als im Schatten.

schon arg weit aus dem fenster gelehnt. würdest du das bitte mal mit belastbaren quellen belegen, frank ?
Achim, da hat Frank schon recht. Den Begriff Sonnenbrand kann man eigentlich nicht 1:1 auf Pflanzen übertragen. Da wird ein völlig anderes Gewebe mittels UV Strahlung "verbrannt" (beim Menschen), wenn es zu lange der Sonne ausgesetzt ist.
Bei Bäumen/Pflanzen kommen Schäden auf, weil die Pflanze z.B. die Wasserversorgung nicht aufrecht erhalten kann (weil plötzlich zu warm=mehr Wasserbedarf und ggf. Wurzeln abgerissen sind o.ä.) oder es werden angepasste Sonnenblätter entfernt und Schattenblätter sind nicht passend für die stärkere Sonnenstrahlung angepasst (dickere Epidermis und/oder Cuticula).

Da geht es nur um den Begriff. Das Schädigungen durch die Sonne/Wärme unter bestimmten Bedingungen eintreten können, steht glaub ich außer Frage.
Gruß, Claudia

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achim73
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von achim73 »

nein. leider nicht .
UV-A-Strahlung ist NIE schädlich für Pflanzen. Pflanzen haben keine Haut wie wir Menschen.

natürlich nicht wie menschen. hat auch nie jemand behauptet. aber nach dem, was ich auf biologie-seiten so lese, unterscheidet sich der blattaufbau eben deutlich:
Die Blätter sind dünner als die von Sonnenblättern: Das Palisadenparenchym ist zumeist nur einschichtig (die Zellen wirken insgesamt rundlicher und unregelmäßiger, was im Übrigen eine klare Untergliederung des Mesophylls in Palisadenparenchym und Schwammparenchym insgesamt erschwert).
Die Kutikula von Schattenblättern ist schwächer bzw. dünner ausgebildet.
Spaltöffnungen sind bei Schattenblättern in geringerer Zahl vorhanden.


also geht es nicht nur um hitze. ich habe eine plecthrantus im april nach draussen gestellt. da waren die temperaturen niedriger als in der wohnung. alle alten blätter sind innerhalb von 2 monaten vertrocknet und durch neue ersetzt worden.
Gruss, Achim
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Kathrin
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Kathrin »

..und was fehlt denn dem Goldahorn, warum hat der 'Verbrennungen' an der Sonne, im Halbschatten schönes gelbes Laub und im Schatten grünliches?
Was sagen die Gärtner unter euch? Biologen?
Frank, woher nimmst du deine Behauptungen?

Gruss Kathrin

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abardo
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von abardo »

Sonnenbrand ist das hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenbrand
Der Begriff gehört einfach zur menschlichen Haut. "Brand" nennt man das nur, weil die Hautprobleme ähnlich einer Verbrennung sind (also z.B. mit heissem Wasser).

Bei Pflanzen führen andere Probleme zu einem Austrocknen der Blätter, auch alles oben geschilderte. Egal ob Schattenblatt, ob verschiedene Färbung, ob plötzlich kühler oder was auch immer. Aber eben nicht UV-A.

http://www.gesundheitsamt.de/alle/umwel ... flanze.htm

Ein Schädigung durch UV-B ist möglich, führt aber nicht zum Rücktrocknen an den Blatträndern (das hat einfach nur mit Problemen mit der Wasserversorgung zu tun). Zu viel UV-B führt meines Wissens eher zu weniger Chlorophyl (zu viel Sonne führt bei Pflanzen also gerne zur Blässe, bei Menschen zu krebsrot oder dunkelbraun. Alleine deshalb ist der Begriff "Sonnenbrand" schon unpassend). Ich hab z.B. eine Hainbuche, deren obere Blätter gerne bei zu viel Sonne ins Gelbliche wechseln. Das ist aber eben auch keine "Verbrennung".

Manchmal werden auch Schäden an Früchten als "Sonnenbrand" bezeichnet, sind aber auch nur Trockenschäden.
Kathrin hat geschrieben:..und was fehlt denn dem Goldahorn
Zeig mal bitte von dessen Blättern ein Bild.
Grüße, Frank
___________
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raga
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von raga »

abardo hat geschrieben: Zu viel UV-B führt meines Wissens eher zu weniger Chlorophyl ...
ok das ist bekannt.
Aber ...
abardo hat geschrieben: (zu viel Sonne führt bei Pflanzen also gerne zur Blässe, ...
... das ist mir neu. Bei mir werden die Blätter eher dunkler da die Pflanzen Farbstoffe zum Schutz einlagern. Die "Sonnenbräune" meiner Ulmen ist z.B. rot.
Blasse Blätter sind in der Regel ein Zeichen für Mangelerscheinungen und Krankheiten.

Gruß Ralf
Mors est quies viatoris
Fines est omnis laboris

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zopf
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von zopf »

Hallo

Das Blatt, die Blätter haben einen Schaden.
Was kann das für Ursachen haben ?
- Trockenschaden
- "Sonnenbrand" - fühlt Ihr Euch gestört, erfindet einen Namen
- Überdüngung
- Insektenbefall
- Pilzbefall
- Mangelerscheinung
Wie erkennt man welche vorrangige Ursache wesentlich ist ?

mfG Dieter
Zuletzt geändert von zopf am 05.08.2016, 06:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Ferry
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Ferry »

Hallo liebe BFF-Mitglieder,

Ferndiagnosen zu einem Schadbild sind schwierig und manchmal unmöglich. Aber gute Indizien und die richtige Interpretation helfen, die Ursache bestimmen und Wiederholungen im Auftreten der Symptome verhindern zu können.

Trotzdem finde ich die Antworten, die Menge an Diskussionsteilnehmern und die unterschiedlichen Meinungen wahnsinnig interessant; und selbst nach langen Diskussionen, und selbst wenn die Ursache ziemlich klar oder zumindest stark eingegrenzt ist, muß in dem vielfältigen Forum keine einstimmig gefällte Diagnose herauskommen.
LG,
F.

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Kathrin
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Kathrin »

Hi Ferry
Da bin ich ganz deiner Meinung. Trotzdem würde es mich sehr interessieren, ob es Blattverbrennungen (oder wie man es auch immer nennen mag) nur durch reines Sonnenlicht überhaupt geben kann (NICHT verursacht durch Wassermangel, Ueberdüngung etc). Ich würde mal sagen ja, so aus dem Bauch heraus. Da ich aber keine Fachperson, nur Hobbygärtner bin, ist dies natürlich nur eine Vermutung.

Lg Kathrin

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Ferry
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Ferry »

Hallo Kathrin und liebe BFF-Freunde,

Ich habe mich etwas informiert.

Vorab meine Quellen:
http://plantsinaction.science.uq.edu.au ... nt-biology
http://www.plantcell.org/content/4/11/1353.full.pdf
http://www.uv4plants.org/wp-content/upl ... eb-opt.pdf
https://www.researchgate.net/publicatio ... siol_Plant
http://www.zobodat.at/pdf/PHY_39_3_0035-0039.pdf

UV-Schäden können auftreten
Erstaunlicherweise können Blattschäden aufgrund von UV-Strahlung durch das Sonnenlicht bei Pflanzen auftreten. Dazu gibt es viele Studien. Auch das Erbgut der Pflanze in der DNA kann unter Einwirkung von UV-Strahlung geschädigt werden; da verhält sich die DNA der Pflanze anscheinend nicht anders als die DNA in unserer Haut. Die Pflanze verfügt wie wir ebenfalls über die gleichen Reparaturmechanismen (http://www.plantcell.org/content/4/11/1353.full.pdf) , falls eine DNA beschädigt worden ist, so dass es anscheinend selten zu Mutationen aufgrund von DNA-Schäden kommt. Leichtere Schäden, die zu Oxidationen führen, sind unter dem Begriff Photooxidativer Stress bekannt (https://www.researchgate.net/publicatio ... siol_Plant)

UV-Schäden sind selten und die Auswirkungen gering
Allerdings sind die Pflanzen viel besser dem Ausgesetztsein an die UV-Strahlung angepasst als Tiere oder Menschen, da die Pflanzen sich nicht von ihrem Standort wegbewegen kann und somit auf ihre Schutzmechanismen, wie z.B. kleinere Blätter, Wachsschichten oder feine Behaarung auf den Blättern, die den Blättern oft ein silbriges Aussehen verleihen, angewiesen ist. 99% der UV-Strahlung wird in den oberen Blattzellen absorbiert und nur 1% dringt typischerweise in die tieferliegenden Blattzellen ein (Caldwell et al. 1983). Auch die Rotfärbung des Neuaustriebs z.B. beim Fächerahorn ist ein Sonnenschutzmechanismus. Dabei gibt es unter den Pflanzen einige Arten, die auf UV-Strahlung empfindlicher als andere Arten reagieren. Pflanzen, die sich im Hochgebirge wohlfühlen, gehören eher zu den unempfindlicheren Arten.

UV-Schäden sind oft eine Kombination von Einflüssen
UV-Strahlung kann Schadpilze, schädliche Mikroorganismen und Bakterien schädigen und in der Ausbreitung hindern, wovon die Pflanze profitieren kann (http://www.uv4plants.org). Die UV-Strahlung kann aber nützliche Symbiosepartner zum Nachteil der Pflanze schädigen.
Pflanzen, die durch Pilzinfektion oder Schädlingsbefall vorgeschädigt sind, können leichter geschädigt werden. Zum Beispiel wurde in einer Studie an den Blättern einer mit dem Blattfleckenpilz 'Cercospora beticula' befallenen Zuckerrübe eine Verschlimmerung der Laubschädigung festgestellt (http://www.plantcell.org/content/4/11/1353.full.pdf), wenn die Pflanze zusätzlich UV-Strahlung ausgesetzt wurde.

Wassermangel, Überdüngung, Hitze oder Kälte können die Pflanze vorschädigen und empfindlich für UV-Strahlung machen. Eine Pflanze kann nach einem Standortwechsel eine erhöhte Empfindlichkeit aufweisen wenn sie am neuen Standort einer höheren UV-Strahlung ausgesetzt ist, da sie etwas Zeit braucht, um sich anzupassen.


Meiner Meinung nach spielen UV-Strahlung und damit verbundene Verbrennungserscheinungen keine grosse Rolle als primärer Verursacher. Die Pflanzen sind bestens auf das ganzjährige Leben unter voller Sonne angepasst, aber geringe Schäden besonders in Kombination mit einer vorangegangenen Schwächung der Pflanze oder einem Standortwechsel sind möglich.
LG,
F.

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Georg
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Georg »

Vielen Dank, Ferry.
Meinst Du, Du könntest auch mal da drauf schauen? Vorab schon mal vielen Dank!
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =8&t=44010
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

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Andreas R.
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Re: Schadbild an Dreispitz - Bitte um Hilfe

Beitrag von Andreas R. »

Also, ich erkenne auf den Bildern im ersten Post insgesamt 4 verschiedene Schadbilder:

1. Trockenschaden
2. Pilzerkrankung
3. Fraßschaden
4. Chlorose


Zu 1.:
Ein Trockenschaden hat als Ursache IMMER zu wenig Gießen.
Da kommen dann immer welche die schreiben, das käme von zu viel Düngen.
Ganz Unrecht haben die nicht, aber so schürt man die Angst vor zu viel Düngen, und die allermeisten Leute düngen viel zu wenig.
Wichtig ist zu verstehen: Je mehr man (mineralisch) düngt, umso öfter muss man gießen.
Bekommt also ein Baum viel Dünger, dann muss ich ihn vielleicht schon mittags gießen und kann nicht bis zum Abend warten.

Genau das schreibt ja Walter auch, er nimmt die DOPPELTE (nicht die vierfache) Menge wie auf der Flasche empfohlen und gießt dann mehrmals täglich.

Übrigens sind die Mengenangaben der Hersteller sehr unterschiedlich, obwohl aber eigentlich überall das Selbe drin ist.
Als Richtlinie verwende ich einen Dünger mit NPK 8-5-8, davon 15ml pro Liter Gießwasser. Das aber dann nicht mehr verdoppeln!
Für jeden anderen Dünger kann man das einfach umrechnen.

Jetzt sagen viele Betroffene: "Ja aber ich gieße ja öfters am Tag."
Die Frage ist nur wann?
Am Wochenende, wenn man mal Zeit dazu hat oder wirklich immer wenn es nötig ist?
Und unter der Woche einmal um 07.00 bevor man in die Arbeit fährt und einmal zwischen 19.00 und 20.00 Uhr? Das ist als würde man nur 1x gießen, weil in der Nacht nichts verdunstet.
Es gibt den Aberglauben, man darf um die Mittagszeit nicht gießen. Das ist ein völliger Schmarrn. Ein sinnvolles Intervall wäre z.B. 10.00, 13.00, 16.00 Uhr.
Dabei kommt es natürlich auf die Größe des Baumes und der Schale an, bei sehr großen Bäumen reicht auch an heißen Tagen 1x, die Temperatur und die Tageslänge.
Bei 15°C reicht auch 1x gießen.
Obwohl jetzt die heißeste Zeit des Jahres ist, sind Juni und Juli gefährlicher, weil die Tage länger sind.
Selbst wenn man gar nicht mineralisch düngt muss man sehr kleine Bäume an heißen Tagen mehrmals gießen.

Beispiel zur Veranschaulichung:
Du fährst früh morgens zum Badesee und legst dich den ganzen Tag bei 30°C in die Sonne.
Zu trinken nimmst du nichts mit, weil du bist ja zwischen 19.00 und 20.00 Uhr wieder zu Hause, da willst du dann die empfohlenen 3 Liter trinken. Warum also mitschleppen.
Du wirst spätestens am Nachmittag Probleme bekommen.
Noch schneller geht es wenn du zum Frühstück ein Kilo Salzkräcker hattest.

Zu 2.:
Die kleinen, dunkelbraunen Punkte sind eine Pilzerkrankung.
Sind ja nur ganz wenige, das kann man um diese Jahreszeit tolerieren, vor allem wenn es so feucht ist.
Sollte es schlimmer werden, dann am besten im nächsten Frühjahr unmittelbar vor und mit dem Austreib 2-3x spritzen.

Zu 3.:
Irgend ein Tier frisst an dem Baum. Erkennt man auf den Löchern am unteren Bild.
Du solltest mal auf die Suche gehen was das sein könnte.
Wenn es Raupen sind, dann werden die schnell größer und es wird schlimmer.

Zu 4.:
Man erkennt eine leichte Chlorose auf den Bildern. Du schreibst ja auch, dass die Blätter hellgrün werden.
Chlorose ist ein Eisenmangel.
Da schreiben dann wieder viele, das käme vom Kalk im Gießwasser und zu hohem pH-Wert im Substrat.
Aber da gibt man halt mehr Eisen, dann passt das auch wieder.


Übrigens gibt es sehr wohl Schaden durch Sonneneinstrahlung bzw. UV-Strahlung an Bäumen.
Habe nur leider noch kein Bild davon.
Zur Unterscheidung:
Ein Trockenschaden betrifft den Rand des Blattes, vor allem zur Spitze hin. Blätter an den Triebspitzen sind stärker betroffen.
Ein UV-Schaden ist mehr auf der Blattmitte ausgeprägt. Meistens auch mehr auf einer Seite des Baumes oder auch bei manchen Blättern nur auf einer Seite, je nachdem wo die Sonne hin scheint.

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