Austrieb stagniert

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Kanna
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Austrieb stagniert

Beitrag von Kanna » 20.04.2018, 18:24

Hallo

Bei 4 meiner Hainbuchen stagniert der Austrieb. Mal schlimmer mal etwas besser. Die eine hat nur die Knospen dick werden lassen und das war´s und andere haben zwar einige Blätter geschoben, allerdings bleiben die mini klein.

Kann ich die alle gleich wegschmeißen oder besteht noch Hoffnung?

Das sind/waren alles Yamadoris. 2 bis 4 Jahre in der Schale. Die letzten Jahre hatte ich keine Probleme.
Ich muss vielleicht noch dazu sagen das ich sie diesen Winter nicht wie die letzten unter einer dicken Laubschicht verbuddelt habe.
Da mir die Pflanzen zu schwer sind ließ ich sie auf dem Regal stehen.
Das Regal bekommt im Winter allerdings kein einzigen Sonnenstrahl ab.

Grüße

Stefan72
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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von Stefan72 » 20.04.2018, 20:33

Hallo Kanna,
das Wetter heute mag verführerisch sein, ist aber letztlich zu warm für April. Schau Dir mal die Wetterdaten der letzten Jahre für Ende April an: Eher kühl bis winterlich (Wobei das Durchschnittswerte sind). Im Nordschwarzwald hatten wir am 20.04.2017 10° C am Tag und -5° C in der Nacht. Meine Rotbuchen treiben vor Mitte Mai gar nicht. Bis dahin mache ich mir gar keine Sorgen. Die Hainbuchen kommen auch schon etwas, aber eher verhalten. Bei der Fahrt durch den Wald jeden Morgen sehe ich Hainbuchen zuhauf: Ein grüner Flaum, kleine Blätter, ein erster Anfang. Ich denke, es besteht kein Grund zur Sorge - geht man von der Natur aus; Wurzelschäden und erfrorene Knospen an Bonsai mal bei Seite.

You remember? viewtopic.php?f=8&t=45427&p=496614#p496450. Da war erst Mitte Mai von Frühling die Rede... Wegwerfen, nur weil sie nicht so recht Leistung bringen wollen, würde ich sie nicht. Vielleicht wird 2018 einfach nicht ihr Jahr?

Zeig' doch mal Bilder von den Patienten.
Stefan

Wenn es regnet, dann freu' ich mich immer. Denn wenn ich mich nicht freu', regnet's ja trotzdem. Karl Valentin

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Heike_vG
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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von Heike_vG » 22.04.2018, 18:52

Auch ich würde die Hoffnung noch längst nicht aufgeben. Allerdings ist es bekannt, dass Hainbuchen und andere heimische Baumarten, die in der Natur tief wurzeln (auch Buchen, Eichen etc.), in Schalen sehr empfindlich reagieren, wenn ihre Wurzelballen starkem Frost ausgesetzt werden. Insofern kann eine Nachlässigkeit beim Winterschutz leider tatsächlich fatale Folgen haben. Ich drücke die Daumen, dass die Hainbuchen noch wieder gut in Fahrt kommen.

Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Kanna
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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von Kanna » 05.05.2018, 23:58

Hallo

Bisher hat sich leider nichts weiter getan. Die Zweige sind zwar innen noch alle grün, aber Blätter werden bisher keine geschoben.
Ich dünge trotzdem weiter und beobachte mal. Ein Gutes hat es allerdings, ich bin wieder um eine Erfahrung reicher :O

Um die dicken Brummer ist es dennoch schade :(...Aus denen wäre in 10 bis 15 Jahren bestimmt mal was gutes geworden.

Grüße

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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von raga » 06.05.2018, 07:08

Aufs Düngen würde ich verzichten. Die Ursache liegt, wie auch Heike schreibt, vermutlich an den Wurzeln. Dadurch kann der Baum den Dünger nicht aufnehmen und die wechselnde Salzkonzentration sorgt für zusätzlichen Stress.

Meine dicke Hainbuche will diese Jahr auch nicht so richtig. Der Stamm ist noch grün aber die kleineren Zweige sind fast alle zurück getrocknet.
Der Baum steht zurzeit auf einem meiner wenigen Schattenplätze. Die Substratfeuchtigkeit wird vor jedem Gießen sorgfältig kontrolliert. Gestern habe ich am Stamm und an zwei dickeren Ästen vereinzelte, lebende, allmählich schwellende Knospen entdeckt. Die Schonkur scheint Wirkung zu zeigen. :-D

Gruß Ralf
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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von Kanna » 06.05.2018, 14:03

Danke für den Tipp. Dann stell ich das auch mal ein.

Ich habe eine Rotbuche letztes Jahr an einen anderen Standort gestellt. Der ist eher schattig. Die Buche ist noch immer nicht ausgetrieben. Kann das mit dem fehlendem Licht zusammenhängen? Oder benötigen die Wurzeln eine bestimmte Temperatur? Der Topf z. B. bekommt fast keine Sonne ab. Die Temperatur der Wurzeln richtet sich demnach nur an die der Lufttemperatur.

Grüße

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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von Norbert_S » 06.05.2018, 16:25

Hainbuchen auf dem Regal stehen lassen geht nicht ohne Gefahr des Totalverlustes.

Zwei meiner Buchen im Garten sind auch noch ohne Blatt. Die "Mercedes" schiebt gerade grüne Spitzen und die 'Laciniata' verdickt und streckt gerade die Knospen.
Der Frosteinbruch im April nach eineer warmen Woche hat so manchen Baum verschnupft.
Norbert

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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von Kanna » 06.05.2018, 18:15

Dachte das der geschützte Standort ausreichen würde. Leider ist dem nicht so :O

Grüße

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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von migo » 06.05.2018, 23:01

Auch bei mir gibts Probleme. Linde, Eiche, Rotbuche und jap. Ulme... alle zicken rum. (Nadelbäume stehen wie 'ne Eins)

Bei allen Bäumen gibts einige Zweige, die zwar angeschwollene Knospen haben, bzw. auch schon Miniblättchen getrieben haben, aber so richtig kommen die nicht aus dem Quark.

Trotz gutem Winterschutz sind die max. nur 80% ausgetrieben.

Hoffe auf den Johannistrieb.
Tschüüss, Michael

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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von Raphael123 » 07.05.2018, 09:15

@migo

Genau das selbe Problem habe ich dieses Jahr auch (bei allen Laubbäumen)
Der austrieb ist dieses Jahr irgendwie erbärmlich schwach und ich habe keine Ahnung wieso.
Evtl lag es am letzten Herbst oder Winter ....

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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von abardo » 07.05.2018, 11:08

Das ist schon merkwürdig, dass es vielen mit ihren Bäumchen so geht. Ich sehe das auch bei meinen.

Bei einer Viererhainbuchengruppe in einem Topf kommt ein Baum nicht richtig in Fahrt, den anderen Dreien im gleichen Topf gehts prima. Eine Korkulme ist auch mickrig dabei, zwei Eichen ziemlich "lahm", andere schön kräftig, eine Poti ist lahm, eine andere ist prima, bei einer Rose ist immer noch nichts los.
Bei drei Bäumchen (eine Poti, eine Weigelie, eine Eiche) ist wohl auch etwas Feinverzweigung eingegangen, obwohl in den Zweigen noch Saft ist. An einer Lärche ist wohl ein alter Ast fast bis zur Hälfte tot. Interressanterweise sind die Knospen an dem Teilast noch gut angeschwollen und dann hat haben die plötzlich gestoppt, obwohl wir hier keinen Nachfrost mehr hatten.

Alle Immergrünen sind aber gut drauf und ca. 80% der Laubbäume laufen auch völlig normal.
Und bei Eschen, Äpfeln, Ahornen und Pfaffen ist längst der erste Rückschnitt durch und die treiben weiter wie verrückt ...

Interressant finde ich dabei eine 4er-Gruppe Eichen bei mir. So, wie die in den letzten Monaten mit Laub in 2017 (August bis Anfang Oktober) gestanden hatten (links die meiste Sonne, rechts die wenigste), so treiben die dieses Jahr auch aus, links schon vor Wochen, die rechte ist noch nichts ganz fertig). Vielleicht muss ich die Bäumchen alle echt mehr drehen und noch häufiger die Kronen auslichten, um die innere Verzweigung zu erhalten.

Das gleiche Bild sehe ich aber auch im Garten. Manche Bäume haben kaum losgelegt und haben insbesondere unten viele tote Äste, die gleiche Art ein paar Meter weiter ist fix-fertig-saftig-grün. So wirklich eindeutig ist das alles nicht.

Gefühlt finde ich die Temperaturen nachts für Mai noch viel zu kalt (5 Grad) und tagsüber viel zu heiss (25 Grad), vielleicht ist das ein Grund. Wenn ich mir da die üblichen Statistiken der letzten 20 Jahre so ansehe, wird der April und Juli immer heisser, Mai und Juni aber immer kälter, ist vielleicht für den Austrieb nicht so wirklich ideal.

Ich bin jetzt erstmal dazu übergegangen, mittags schon früh zu giessen und wenn überhaupt, dann abends nur selektiert einzelne Bäume. Die stehen mir sonst nachts viel zu nass. Obs hilft, weiss ich natürlich nicht ...
Grüße, Frank
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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von Heike_vG » 07.05.2018, 11:35

Hallo, Ihr Lieben,

wir haben hier im Hamburger Umland seit langem den besten Frühling, denn seit Anfang April ist es warm und meist sonnig, nur ein bis zweimal war leichter Nachtfrost (gegen den ich meine Bonsairegale wieder mit den Frostschutzvliesbahnen bedeckt habe) und fast alle meine Bäume treiben dieses Jahr hervorragend aus.
Die wenigen Ausnahmen sind jedoch interessant. Ein Feldahorn, eine Berberitze und ein Ginkgo kommen auffallend langsam und diese drei gehören alle zu den Bäumen, die draußen an der Hauswand überwintert haben und daher Ende Februar - Anfang März noch die extreme Frostperiode abbekommen haben (mit zweistelligen Minuswerten, die kälteste Nacht hatte -18°C). Aber alle drei Bäume sind m.E. nicht vom Eingehen bedroht.
Dann habe ich noch eine Shohin-Olive, die in der besagten eisigen Nacht im Gewächshaus, wo sie an der Nordwestecke nahe an der Scheibe stand, trotz eifrig arbeitenden Frostwächtern wohl einen Frostschaden erlitten hat. Alles Laub ist braun und trocken geworden. Die Zweige habe ich kurzgeschnitten und hoffe auf neuen Austrieb, angekratzte Zweige sind noch grün und frisch innen. Aber ich bin skeptisch bei diesem Baum, ob der sich noch erholt.

Was noch anzumerken ist, neben unzureichendem Winterschutz gibt es eine weitere mögliche Ursache für nicht oder schlecht austreibende Bonsai. Wenn sie in der vorigen Saison nicht genügend gedüngt wurden oder sonstige schlechte Bedingungen hatten, wie z.B. öfter mal zu trocken geworden, massiven Schädlingsbefall hatten, zu oft zu stark beschnitten wurden, zu wenig Sonne hatten, zu lange nicht umgetopft etc., können solche Bäume auch einfach zu wenig Vitalität haben, um gut auszutreiben.

Liebe Grüße,
Heike
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Andreas Ludwig
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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von Andreas Ludwig » 07.05.2018, 12:18

Heike_vG hat geschrieben:
07.05.2018, 11:35
[…] zu lange nicht umgetopft […]
Oder das Gegenteil. Die meisten Bäumchen werden zu oft und zu drastisch umgetopft. Man klammert sich an den positiven Effekt und vergisst, dass das ein massiver Eingriff ist.
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Nic89
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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von Nic89 » 07.05.2018, 12:27

Hallo zusammen,

ich kann ebenfalls von ungleichmäßigen Austrieb berichten. Zwei meiner Hainbuchen haben früh angefangen dafür hatte sich die Winterlinde ziemlich lange zeitgelassen. Mittlerweile hat die Linde ziemlich stark aufgeholt und steht auch schon voll im Laub die Hainbuchen dagegen wachsen jetzt nur sehr langsam.
Auch bei zwei Fächerahorne gab es einen starken Anfang und nun ist der Zuwachs deutlich geringer geworden.

Im vergleich zum Norden sind die Temperaturen hier im Südwesten deutlich milder. Beobachte jedoch ziemlich das gleiche wie ihr auch.
Ich vermute einfach das die Temperaturen zu früh zu hoch sind und in der Nacht wieder zu niedrig. Zudem spielt die Tageslänge ja auch mit rein.
Liebe Grüße Nic

*daumen_new* :-D

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Re: Austrieb stagniert

Beitrag von Andreas Ludwig » 07.05.2018, 12:44

ehm... Nic – ich erinnere mich, dass der «arctic outbreak» sich auch in der Nordwestschweiz mit bis zu minus 15 Grad Celsius bemerkbar machte. Zwar bloss ein paar Tage, aber das war doch eine Differenz von 25 Grad zu den vorherigen Temperaturen... Zudem war der Zeitpunkt Ende Februar denkbar schlecht. Kamen Prädispositionen dazu (Mängel oder eben Umtopfen), wurde es schwierig für kleine Exemplare. Wir haben hier herum auch auffällig viele neu bepflanzte Blumentöpfe, in denen vorher mehrjährige Knollenpflanzen drin waren. Die trieben im Februar aus, die Triebe froren ab und das wars.
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