Haibuche: Austrieb stagniert.

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Denjel
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Haibuche: Austrieb stagniert.

Beitrag von Denjel » 03.05.2018, 14:36

Hallo zusammen! Ich bräuchte mal eure Hilfe.

Ich habe vor ca. einem Monat meine Hainbuche das erste Mal umgetopft. Da ich sie immer im Gewächshaus überwintere, habe ich leider die letzten 2 Jahre den Zeitpunkt fürs umtopfen im Frühjahr verpasst. Somit stand sie jetzt vier jahre im selben Substrat, das mittlerweile sehr verdichtet war.

Dieses Jahr nun habe ich es endlich geschafft habe mir vom Bonsaihändler meines Vertrauens Substrat anmischen lassen und kurz vor dem Aufplatzen der Knospen in eine neue Schale umgetopft. Ich habe ca. 30% des alten Substrates entfernt und einen Wurzelschnitt vorgenommen. Danach stellte ich sie ruhig. Also etwas dunkler für ca. zwei Wochen in die Waschküche.

Jetzt steht sie halbschattig auf meiner Dachterrasse.

Nun habe ich das Problem das der Neuaustrieb stagniert und Knospen ausfallen. Woran könnte des liegen? Sie war seit dem umtopfen keinem Frost ausgesetzt. Ist die Wurzelregeneration noch nicht genügend fortgeschritten? Und was kann ich tun um dem entgegen zu wirken! Soll sie ihn in ein kleines Foliengewächshaus warm und feucht stellen? Habe echt Angst Äste zu verlieren!

Denjel
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Re: Haibuche: Austrieb stagniert.

Beitrag von Denjel » 03.05.2018, 14:38

Fotos folgen.... hoffentlich gleich😕

Denjel
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Re: Haibuche: Austrieb stagniert.

Beitrag von Denjel » 03.05.2018, 15:22

So hier ein Paar Fotos.
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Andreas Ludwig
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Re: Haibuche: Austrieb stagniert.

Beitrag von Andreas Ludwig » 03.05.2018, 18:29

Denjel hat geschrieben:
03.05.2018, 14:36
[…] und einen Wurzelschnitt vorgenommen.
Erzähl mal mehr darüber. Und ja – ein Treibhäuschen kann in der Zwischenzeit schon mal helfen.
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Re: Haibuche: Austrieb stagniert.

Beitrag von bock » 03.05.2018, 19:56

Denjel hat geschrieben:
03.05.2018, 14:36
... Also etwas dunkler für ca. zwei Wochen in die Waschküche.

...
Moin Denjel,

auch hier könnte der Hase im Pfeffer liegen. Wenn das Substrat verdichtet ist, sollte man es komplett austauschen. Bei Laubbäumen kein Problem. Ist der Kernballen noch verdichtet und dauerfeucht, weil der Baum noch nicht aktiv ist kann hier Wurzelfäule beginnen. Im lockeren, neuen Substrat könnte bei Zimmertemperatur und niedriger Luftfeuchtigkeit vorübergehend Trockenheit auftreten, was die Wurzelneubildung verhindert. Gleichzeitig könnte "indoor" ein Spinnmilbenbefall auftreten....
Könnte, hätte, wäre,... ist natürlich alles Spekulation, aber Ferndiagnosen sind generell etwas schwierig.
Ansonsten siehe Antwort von Andreas Ludwig.
liebe Grüße Andreas
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Re: Haibuche: Austrieb stagniert.

Beitrag von Gmundner Bonsaifreund » 03.05.2018, 20:02

Das selbe Problem habe ich auch bei einer Hainbuche und einem Feldahorn.
Wahrscheinlich ist der der Grund der das die Bäume schlechtes Wurzelwachstum haben und in einer
sehr schlechten Erde waren.
Habe heuer die alte Erde ausgewaschen und sie in ein durchlässiges Substrat gesetzt.
Was hättest ich sonst machen sollen denn in der alten Erde wären sie auch nicht alt geworden.
Hoffe jetzt das sich die Bäume wieder erholen.

Hannes

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Re: Haibuche: Austrieb stagniert.

Beitrag von Sigrid » 04.05.2018, 00:08

bock hat geschrieben:
03.05.2018, 19:56
Könnte, hätte, wäre,... ist natürlich alles Spekulation, aber Ferndiagnosen sind generell etwas schwierig.
Ansonsten siehe Antwort von Andreas Ludwig.
Oh, spekulieren kann ich auch:
Nach Umtopfen und Wurzelschnitt sind zwar pralle Sonne und große Hitze nicht unbedingt angesagt. Aber: Wurzelwachstum und oberirdisches Pflanzenwachstum gehen Hand in Hand und dafür braucht es Licht und Wärme. Ein Standort in der Waschküche war dann vielleicht nicht optimal...
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Re: Haibuche: Austrieb stagniert.

Beitrag von Denjel » 04.05.2018, 12:16

Vielen Dank für die schnellen Antworten und die tollen Spekulationen😊! Nun zum Wurzelschnitt: Nachdem ich das alte Substrat entfernt und die Wurzeln etwas entflochten hatte habe ich die Wurzeln, die unten in der Schale schon im Kreis gewachsen waren, abgeschnitten. Die Schnittfläche zeigte dabei nach unten. Ansonsten habe ich noch ein paar Wurzeln des Ballens entspitzt. Ich werde sie heute ersteinmal mit viel Luft in einen transparenten Müllbeutel setzen bis ich mir ein kleines Foliengewächshaus gebastelt habe. Naja die Idee mit der Waschküche Hatte ich aus folgenden Gründen Warm und etwas feucht, Wenig Licht (da die Knospen eh noch nicht offen waren) und kein Wind. Naja war im Nachhinein vielleicht doch nicht so gut. Wo könnte ich sie das nächste Mal hinstellen, oder wie handhabt ihr das so?

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Re: Haibuche: Austrieb stagniert.

Beitrag von kressevadder » 04.05.2018, 12:51

Einfach draußen, schattig und windgeschützt.

Generell kannst du dir das so vorstellen:

Viel Licht >> viel wärme >> Stoffwechsel ist hoch (Sommer)
Wenig Licht >> wenig Wärme >> Stoffwechsel ist unten (Winter)

Wenig Licht != viel Warme >> Argghh, der Baum bekommt ein Borderlinesyndrom. Und wir haben es doch gut gemeint.
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Re: Haibuche: Austrieb stagniert.

Beitrag von Norbert_S » 04.05.2018, 14:28

Die Hainbuche kann durchaus etwas zicken, wenn man den falschen Termin erwischt hat.

Bei Laubbäumen gibt er keinen Grund altes Substrat zu erhalten. Das ist eine Praxis, die sich vor allem bei Mugos bewährt hat. Hier schafft es nur zusätzliche Probleme. Aber so ist es nun einmal und der baum wird auch nicht eingehen.
Für mich ist die Hainbuche neben den Eichen eine der wenigen, die ich im Frühjahr umtopfe.
Sie mag es aber gar nicht so gerne, wenn sie gerade dabei ist einige Knospen zu öffnen. Einmal gestört habe ich auch durchaus ein ganzes Jahr auf vernünftiges Wurzelwachstum vergeblich gewartet. Vermutlich wird es auch bei diesem Baum so sein. Der orientiert sich neu, sammelt und behält möglichst seine Kraft.
Die Waschküche hätte max. zur Geiltriebigkeit geführt, außer sie ist komplett dunkel.

Die besten Erfahruungen beim umtopfen habe ich gemacht, wenn die ersten Blätter am Baum waren. Aber auch sehr frühes umtopfen geht, dann aber wirklich so früh, dass die Zeit der nachruhe genutzt wird bevor die Knospen schwellen.

Untermieter hat der Baum auch, aber das ist zu vernachlässigen.
An jedem Ende der zu langen Zweige ist Grün - kein Grund sich existentielle Sorgen um den Baum zu machen sondern einen guten Eimer voll Erfahrung an nur einem Baum gemacht.
Nächstes Jahr das gleiche Spiel - nur besser machen - ist Bonsai, kann man lernen.
Norbert

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Re: Haibuche: Austrieb stagniert.

Beitrag von Andreas Ludwig » 04.05.2018, 15:46

Das allermeiste ist gesagt – das Grün ernährt die Wurzeln, nicht umgekehrt; neues Substrat ist zwar richtig, trocknet aber schneller ab; ohne Licht keine Photosynthese und ohne diese kein Wurzelwachstum; hohe Luftfeuchtigkeit hilft bei Austrocknung.

Bloss noch ein Tipp: Einem Baum alle oder die meisten genau der Feinwurzeln zu nehmen, die am meisten leisten, ist nicht nett. Wird kurioserweise aber oft gemacht – da wird einfach pauschal der Bart gestutzt. Schonender ist, den Bart sorgfältig aufzudröseln und dann selektiv zu schneiden, da und dort bewusst ein Büschel weisse Spitzen belassen, auch wenn dann die eine oder andere Wurzel etwas länger bleibt. Besonders bei Hainbuchen. Die reagieren schnell verschnupft auf Unterbruch der Wasserversorgung.
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Re: Haibuche: Austrieb stagniert.

Beitrag von Jürg Stäheli » 04.05.2018, 19:35

Hallo Denjel

Das Problem deiner Hainbuche, das du hier sehr gut dokumentiert hast, hat nix mit Umtopfen, Kälte, Wärme oder Ähnlichem zu tun.

Es handelt sich hier um einen Milbenbefall. Die Milbe verändert die Knospen, so dass sie zuerst sehr gross werden, dann entstehen viel zu grosse, fleischige Blätter oder nur ein krüppeliger Austrieb. Die allermeisten Knospen treiben jedoch gar nicht aus, sie verfilzen und fallen ab.

Auch eine meiner besten Hainbuche leidet zur Zeit massiv an demselben Problem und das schon das zweite Mal.

Als es das erste Mal passierte, im Frühjahr 2012, war ich sehr beunruhigt. Ich habe an allen zu grossen Blätter bis 80% weggeschnitten und kranke Teile entfernt. Der Baum hat dann sehr gut reagiert und viel neuer gesunder Austrieb gemacht, so dass ich im Laufe des Sommers noch ein recht gutes Resultat bekam.

Also, ich empfehle dir das auch so zu machen und den Baum ganz normal weiterzupflegen.
Milben sind leider sehr schwer zu bekämpfen, am besten ist eine Winterölbehandlung.

LG Jürg

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mydear
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Re: Haibuche: Austrieb stagniert.

Beitrag von mydear » 04.05.2018, 21:45

Das ist ja interessant Jürg, danke für den Hinweis. Ich hatte mich schon über die eingerollten Blätter gewundert.
Hatte ich vor einigen Jahren auch an einer Hainbuche, die dann immer schwächer wurde und schließlich eingegangen ist.

Grüße
Rainer

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