Azaleen in modernem Substrat

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tobx
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Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von tobx » 02.04.2019, 11:40

Hey zusammen,

ich lese hier schon seit einiger Zeit mit und bin schon einige Jahre dem Hobby verfallen. 8) Nun mein erster Post, da ich auch nach intensiver Recherche keine detaillierten Infos gefunden habe.

Ich habe alle meine Bonsai in modernem Substrat und was soll ich sagen - sie gedeihen bestens! Ich nutze Blähtonbruch mit Kokos. Nun zu meinem eigentlichen Problem bzw. Frage. Am Wochenende ist mir eine Azalee zugekommen und ich habe mit Azaleen noch keinerlei Erfahrung mit Azaleen. Es wird ja überall davon gesprochen, dass Azaleen nur in Kanuma gesund wachsen. Herr Pall hat in seinem Blog vor Jahren ein Post gepostet in dem er erwähnt, dass es auch ohne Kanuma geht: http://walter-pall-bonsai.blogspot.com/ ... anuma.html

Seitdem ist es jedoch recht ruhig bei ihm zum Thema Azaleen geworden und auch hier im Forum gibt es keinerlei Feedback zu Kanuma Alternativen. Nutzt jemand modernes Substrat (Blähtonburch + Kokos) für seine Azaleen oder hat damit Erfahrung? Mir ist schon klar, dass reines Kanuma auch modernes Substrat ist, aber ich frage mich ob ich ggf. der Kanuma Anschaffung aus dem Weg gehen kann und vllt. auf mein bewährtes Substrat zurückgreifen kann.

Alternativ wäre noch die Idee ein Substrat aus Blähtonbruch und Rindenhumus zu nutzen. Rindenhumus hat einen pH-Wert von ca. 5,5.

Danke und viele Grüße,
Tobi

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ChristianB
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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von ChristianB » 02.04.2019, 12:28

Naja, Azaleen gedeihen besser in etwas saurem Milieu.
Das kann man auf viele Arten erreichen, ganz sicher auch in Blähtonbruch und Kokos.
Ich möchte auch bezweifeln, dass das saure Bodenmilieu über den ganzen Zeitraum, in dem die Pflanze darin steht, allein dadurch erreicht wird, dass sie in Kanuma kultiviert wird.

Die Frage ist ja eher, ob du mit dem Baum, den du jetzt hast, experimentieren möchtest?

Wenn ich keine Erfahrung mit Azaleen hätte, würde ich auf die sowohl in Japan als auch in Europa vielfach ausprobierte, in vielen Publikationen beschriebenen, und gut funktionierende Erdmischung mit Kanuma setzten. Da weiß ich dann genau, dass es funktioniert.

Wieviel Kanuma würdest Du denn für Deine Azalee pro Jahr benötigen und was würde das kosten?

Über ein alternatives Azaleensubstrat würde ich mir dann Gedanken machen, wenn ich den Garten mit Azaleen voll hätte und jedes Jahr einen halben Kubikmeter Kanuma verbrauchen würde...
Viele Grüße

Christian

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baeumchen
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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von baeumchen » 02.04.2019, 12:43

... als ergänzung zu christian´s ausführungen ...

wenn du in kanuma pflanzst, aber mit extrem harten wasser gießt,
verpufft irgendwann auch der ph-wert des kanuma-substrats

ich hab ne azalee geschenkt bekommen (indoor, sonderangebot vom discounter)
die muss jetzt als versuchsobjekt herhalten.... gepflanzt in lavabruch mit etwas kokosfaser
gegossen wird mit regenwasser plus huminsäure aus dem aquarienbedarf

(meine satsukis sitzen in kanuma - nach alter väter vorschlag)
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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von sat_01 » 03.04.2019, 06:35

Hallo tobx,

also ich habe seit mehreren Jahren eine Aza in reinem fibotherm stehen und sie wächst und blüht. Auch bei anderen habe ich überwiegend Ton im Topf und auch da keine Probleme. Also erst einmal ausprobieren. Selbst wenn das Substrat nicht "optimal" sein sollte wird sie weder eingehen, noch krank werden.

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Georg
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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von Georg » 03.04.2019, 11:52

Auch ich habe einige sehr wüchsige Stecklinge in Blähtonbruch/Kokosfasern stehen.
Meine Erfahrungen sind gut auch mit dH23 hartem Wasser. Allerdings ist unser Leitungswasser mit neutralem ph Wert gesegnet.
Die "Nichtstecklinge" stehen aber in Blähtonbruch/Kanumagemisch, da das auch sehr gut funktioniert und das wenige an Kanuma, was ich brauche, auch finanziell nicht ins Gewicht fällt. Reiner Sicherheitsaspekt meinerseits.
Gruß
Rüdiger
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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von tobx » 03.04.2019, 13:34

Hey zusammen,

danke für eure Kommentare. Das hört sich ja alles schonmal sehr interessant an. Mir geht es hier bei weitem nicht um den Preis des Kanumas - ich brauche schließlich nicht mehrere Kubikmeter. :-D

Ich möchte es so einfach wie möglich halten und da wäre mir ein gängiges einheitliches Substrat für alle meine Pflanzen am liebsten. Interessant hört sich auch die Mischung aus Blähtonbruch und Kanuma von Rüdiger an. Ggf. könnte man hier noch Kokos dazu mischen, damit die Feuchtigkeit besser gehalten wird (Mischung dann 1:1:1). Wir haben hier auch ein recht neutralen pH Wert bei unserem Wasser (7,6), jedoch auch eine relative hohe Härte von 12-15.

Alternativ spiele ich mit dem Gedanken bei meinem Gießwasser künstlich den pH Wert zu senken. Hier ist dann aber die ständige Kontrolle vom pH Wert sehr umfangreich und ich müsste mein Gießverhalten anpassen. Ich schließe dies aber eigentlich schon aus...

Liebe Grüße
Tobi

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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von sat_01 » 03.04.2019, 18:43

Hallo,
also ich finde dann die Mischung Ton und Kokos und andere Mineralien besser. Ich habe auch Mischungen Ton/Kanuma. Problem ist, dass das Kanuma nach und nach zerfällt. Das ist das mineralische Substrat doch besser, weil Strukturstabil. Wegen des ph-Wertes kann man ja mit sauer wirkenden Düngern arbeiten.

Liebe Grüße
Bernd (sorry hatte ich vorhin vergessen :lol: )

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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von tobx » 05.04.2019, 13:17

Ja das war auch mein Gedanke. Ich suche ja auf Dauer etwas strukturstabiles. Ich denke, dass ich dann den Weg mit sauer-wirkenden Dünger gehen werde. Ich hatte letztens noch einen Fächerahorn in Akadama bekommen, welcher länger nicht umgetopft wurde. Es war eine Heidenarbeit den ganzen Dreck aus den Wurzeln zukratzen - dazu noch ein paar faulige Wurzeln. :?

Ich werde hier dann nach und nach berichten, wie sich meine Azalee entwickelt.

Soweit, danke für euren Input!

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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von Freder » 10.04.2019, 17:47

Walter benützt als organsischen Zusatz kein Kokos sondern Torf was einen sauren PH hat.
Obs mit Kokos auch funktioniert kann ich nicht sagen wollte dies nur kurz anmerken.

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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von tobx » 10.04.2019, 21:05

@Freder, das hab ich auch gelesen. Ich teste ab kommender Woche in gebrochenem Blähton + Kokos und habe mir nun einen Azaleen Dünger von Manna besorgt, welcher den pH-Wert senkt. Ich hoffe, dass ich damit einigermaßen ausgleichen kann. Ich bin gespannt.

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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von Deniz » 10.04.2019, 23:43

Von einem Gärtnerkollegen hab ich den Tipp bekommen - allerdings bei Rhododenron im Beet - mit Kaffesatz zu mulchen bzw. Kaffesatzwasser zu gießen. Als Geheimtip von seiner Oma früher meinte er sauer gewordene Milch sei super....
Von so Sachen wie Essig oder Zitronensäure ins Gießwasser zu tun wird ja abgeraten.

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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von baeumchen » 11.04.2019, 08:54

Deniz hat geschrieben:
10.04.2019, 23:43
Von einem Gärtnerkollegen hab ich den Tipp bekommen - allerdings bei Rhododenron im Beet - mit Kaffesatz zu mulchen bzw. Kaffesatzwasser zu gießen. Als Geheimtip von seiner Oma früher meinte er sauer gewordene Milch sei super....
Von so Sachen wie Essig oder Zitronensäure ins Gießwasser zu tun wird ja abgeraten.
das ding mit dem kaffeesatz und der sauren milch ist interessant ... die milch aber wohl bitte nur outdoor
oder steht jemand auf den feinen geruch einer käserei fürs wohnzimmer? :oops:

das ding mit essig (essenz) und zitronensäure funktioniert schon auch, aber eben nur im richtigen verhältnis
also so ein oder zwei tropfen essig auf einen liter gießwasser ...
und dabei immer schön den erreichten härtegrad prüfen - ist also eher sehr aufwendig im handling
Zuletzt geändert von baeumchen am 11.04.2019, 12:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von Marco_H » 11.04.2019, 10:17

Deniz hat geschrieben:
10.04.2019, 23:43
Von so Sachen wie Essig oder Zitronensäure ins Gießwasser zu tun wird ja abgeraten.
Hallo Deniz, darf ich fragen wer davon und warum abrät?
Gruß aus dem Westerwald

Marco

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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von Deniz » 11.04.2019, 12:15

Marco_H hat geschrieben:
11.04.2019, 10:17
Deniz hat geschrieben:
10.04.2019, 23:43
Von so Sachen wie Essig oder Zitronensäure ins Gießwasser zu tun wird ja abgeraten.
Hallo Deniz, darf ich fragen wer davon und warum abrät?

Hi,
also direkt ne Quelle hab ich jetzt nicht parat, da müsste ich wieder nach suchen.
Ich hab halt mal vor längerer Zeit recherchiert wie man ein Rhododendronbeet am Besten saurer macht.
Und da hab ich sowohl auf diversen Internetseiten als auch in ein paar Büchern gelesen, dass man mit Essig oder Zitronensäure etc. sehr vorsichtig sein muss bzw. besser drauf verzichten soll.
Weil es wohl eher schädlich für die Bodenorganismen sein und diese dann ggf. davon sterben.

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Marco_H
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Re: Azaleen in modernem Substrat

Beitrag von Marco_H » 12.04.2019, 07:45

Danke für deine Antwort, Deniz. In der Tat sollte man mit Säuren sehr vorsichtig sein, das stimmt.

Ich benutze Essig, um den ph-Wert meines Leitungswassers zu senken, wenn ich kein Regenwasser mehr zum Gießen habe. Das mache ich allerdings in der großen 300 Liter Tonne und da brauche ich nur 2-3 Esslöffel Essig. Getestet wird mit ph-Teststreifen. Das senkt dann den ph-Wert von etwa 7 auf 6,5. Ein Wert von 7,6 - wie Tobi schreibt - wäre mir generell zu alkalisch.
Gruß aus dem Westerwald

Marco

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