Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Bonsai-Bene
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Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von Bonsai-Bene » 05.05.2019, 12:55

Hallo Forum,

da ich dies Bezüglich einige Informationen suche habe ich dieses Thema erstellt.

Als Fachmann kann ich Walter Pall in den meisten Punkten was Pflanzenkultivierung angeht nur zustimmen. Mir geht es hier speziell ums Umtopfen von Laubbäumen in belaubten Zustand während des Sommers.

Ich bin mir vor allem nicht 100% Sicher, was die Bestimmung des geeignetsten Zeitpunktes angeht. Desweiteren frage ich mich welche Arbeiten an den Wurzeln möglich sind. Ich gehe davon aus, dass entwirren und ein leichter Schnitt kein Thema sind. Was ist aber mit einer Kompletten Kernballensanierung z.B.?

Ich freu mich auf eure Erfahrungen, evtl. wenn du dass liest Walter könntest du uns/mir dazu einige Informationen zukommen lassen.

Vielen Dank im Voraus
MfG Benedict

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AlexDuerr
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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von AlexDuerr » 05.05.2019, 14:56

Hallo,
Ich topfe die meisten Pflanzen im Spätsommer um und habe nur gute Erfahrungen damit gemacht. Selbst eine große Yamadorikiefer habe ich beim ersten umtopfen im Spätsommer massivst an den Wurzeln zurückgenommen. Da ging mir dann doch ein wenig die Düse :?
Sie hat sich aber super weiter entwickelt.
Dieses Jahr werde ich erstmals versuchen, Beetpflanzen zu der Zeit zu entnehmen. Ich konnte bisher nur Vorteile feststellen, sei es die Zeitentzerrung im Frühling oder, dass die Pflanzen sehr kraftvoll im Frühling durchstarten.
Viele Grüße Alex

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AlexDuerr
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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von AlexDuerr » 05.05.2019, 15:07

Das habe ich jetzt nicht explizit geschrieben, ich mache überhaupt keinen Unterschied zum Frühjahrsumtopfen. Ob ich jetzt einen teuren Importbaum in der Lehmpampe im August sanieren würde, kann ich aber auch nicht 100% sagen. Bäume die bei mir schon an den Wurzeln bearbeitet wurden und auch in gängigem Substrat stehen werden ohne Rücksicht im Sommer an den Wurzeln bearbeitet.
Deshalb auch meine Bedenken und Versuche dieses Jahr mal im Spätsommer Beetpflanzen zu entnehmen, denn da ist der Wurzelverlust natürlich enorm.
Viele Grüße Alex

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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von mydear » 05.05.2019, 15:15

AlexDuerr hat geschrieben:
05.05.2019, 15:07
Deshalb auch meine Bedenken und Versuche dieses Jahr mal im Spätsommer Beetpflanzen zu entnehmen, denn da ist der Wurzelverlust natürlich enorm.
Ich habe ähnliche Erfahrungen wie Alex. Pflanzen in Schale mit bereits gut entwickeltem Wurzelballen verkraften es Ende August bis Mitte September problemlos - frostfreie Überwinterung vorausgesetzt. Sie treiben im Frühjahr auch kräftiger aus als solche mit Frühjahrsumtopfen.

Anders sieht es mit Feldpflanzen ohne entwickelten Wurzelballen nach drastischem Wurzelschnitt aus: da sind mir zwei Zelkoven nicht mehr ausgetrieben und ich bin vorsichtiger geworden.

Grüße
Rainer

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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von Sanne » 05.05.2019, 16:12

Hallo Benedict,

ich hatte mal eine Azalee nach der Blüte Anfang Juli umgetopft. Ansonsten habe ich keine weiteren Erfahrung damit gemacht. Im „Hochsommer“ bei großer Hitze würde ich es nicht empfehlen, sondern der Zeitraum wäre, wie schon von Rainer geschrieben, von ca. Mitte August bis Mitte September.

Hier wurde auch schon ausführlich darüber geschrieben.
viewtopic.php?f=8&t=36842&hilit=Herbstumtopfen

Grüße, Sanne

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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von espanna » 05.05.2019, 19:44

Hallo Benedict,

es hängt alles vom Wetter ab.
20 Grad und bedeckt in der Wettervorhersage-> kannst den Ballen komplett sanieren.
Hochsommerliche Temperaturen von 30 Grad und mehr -> keine gute Idee.
Ich habe schon fast alle Laubbäume im Spätsommer umgetopft, auch im Kleingarten umgeschult mit bestem Ergebnissen.
Der Zeitpunkt ist ab ca. mitte August beim Shitwetter in der Vorhersage.
Gruß!

László

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Bonsai-Bene
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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von Bonsai-Bene » 05.05.2019, 19:48

Hi Leute,

vielen Dank schonmal für eure zahlreichen Antworten. Danke auch Espanna damit kann ich schon richtig was anfangen. Ich denke die Triebe sollten wohl auch schon zu einem gewissen Grad ausgereift sein?
MfG Benedict

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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von Georg » 06.05.2019, 10:43

mydear hat geschrieben:
05.05.2019, 15:15
Ich habe ähnliche Erfahrungen wie Alex. Pflanzen in Schale mit bereits gut entwickeltem Wurzelballen verkraften es Ende August bis Mitte September problemlos - frostfreie Überwinterung vorausgesetzt. Sie treiben im Frühjahr auch kräftiger aus als solche mit Frühjahrsumtopfen.
Grüße
Rainer
Ist das ein Muss?
im September sind doch die Wurzeln recht aktiv im Wachstum. Ich wollte es eigentlich dieses Jahr so machen, aber ohne frostfreie Überwinterung hier in der schönen Kurpfalz.
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

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ania
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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von ania » 06.05.2019, 11:35

Ich habe am 8.8.2018 bei günstigem Wetterbericht eine junge Lärche kräftig an den Wurzeln beschnitten, bei einer Birke wenige dicke Wurzeln zurückgeschnitten. Oben nichts geschnitten.

Der Wetterbericht hat sich nicht bewahrheitet, es war danach doch gleich wieder sonnig und heiß statt Regen. Die Birke hat daraufhin ein paar kleine Triebe rücktrocknen lassen, und über den Winter zwei Äste aufgegeben (aber letzteres führe ich eigentlich auf etwas anderes zurück). Die Lärche hat Nadeln vom Frühjahr abtrocknen lassen, die im Sommer gewachsenen Langtriebe blieben unbeschadet.

Beide Pflanzen stehen im TPK. Im September waren bei beiden außen am TPK neue Wurzelspitzen zu sehen (der TPK ist bei mir nochmal mit einem Tuch gegen Austrocknung abgedeckt).
Überwinterung war im Carport, kein Frostschutz, nur schattig und windgeschützt. Temperaturen waren so bis minus 10 Grad.
Bei beiden Bäumen gab es gesunden und kräftigen Austrieb im Frühjahr.

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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von bock » 06.05.2019, 13:11

Auch ich habe seit zwei Jahren nach Umtopfen mit Wurzelschnitt Ende August/Mitte September keine Einbußen bei der Frostfestigkeit der Pflanzen festgestellt. 2016 war hier der September der heisseste Monat des Jahres, daraufhin leichte Trockenschäden bei den frisch umgetopften, aber nichts ernstes. Letztes Jahr gleich nach dem Umtopfen sehr stürmisch - da ich nicht darauf gefasst war (ein paar Bäume zu nachlässig in der Schale befestigt) musste ich etwas nacharbeiten. Aber auch dieses Jahr Austrieb ohne Probleme, Aufstellung in diesem eher milden Winter wie zuvor nicht frostgeschützt.
Eher frostemfindliche Arten wie diverse Sorten des Fächerahorns, China-Ulme, Zelkove etc. habe ich aber nicht im Bestand.
Zuletzt geändert von bock am 06.05.2019, 13:42, insgesamt 1-mal geändert.
liebe Grüße Andreas
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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von abardo » 06.05.2019, 13:32

Hi,

ein guter Austrieb im nächsten Frühling hat m.M.n. nichts mit dem späten Umtopfen an sich, sondern damit zu tun, dass die Bäume dann anschliessend frostgeschützt überwintert werden.

Ich sehe das Umtopfen mittlerweile immer pauschaler. Du kannst einen Baum immer umtopfen, wenn er wächst, egal ob erster, zweiter oder was-weiss-ich-wievielter Austrieb. Das Wetter muss halt stimmen, damit die Nachsorge insbesondere bei der Feuchtigkeitsaufnahme stimmt. Die Grösse des Eingriffs bei den Wurzeln hängt dann wieder von der generellen Fitness des Baums, der aktuellen Wachstumsstärke und eben auch wieder dem Wetter der Folgewochen ab. Je besser die Bedingungen der nächsten Wochen, umso mehr kann man im Ballen schneiden.

Das zu frühe Umtopfen im Frühling und das zu späte Umtopfen zum Herbst hin halte ich mittlerweile für wirklich falsch und schädlich. Wenn der Baum nicht wächst, werde ich nicht mehr umtopfen.
Grüße, Frank
___________
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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von mydear » 06.05.2019, 18:14

Georg hat geschrieben:
06.05.2019, 10:43
mydear hat geschrieben:
05.05.2019, 15:15
Ich habe ähnliche Erfahrungen wie Alex. Pflanzen in Schale mit bereits gut entwickeltem Wurzelballen verkraften es Ende August bis Mitte September problemlos - frostfreie Überwinterung vorausgesetzt. Sie treiben im Frühjahr auch kräftiger aus als solche mit Frühjahrsumtopfen.
Ist das ein Muss?
im September sind doch die Wurzeln recht aktiv im Wachstum. Ich wollte es eigentlich dieses Jahr so machen, aber ohne frostfreie Überwinterung hier in der schönen Kurpfalz.
Hallo Rüdiger,

eine gute Frage. Ich habe deshalb meine Erfahrungen vorsichtig formuliert, dass es nachher nicht von einem „Schwarz-Weiß-Maler-Besserwisser“ heißt „.... du hattest doch geschrieben, dass das kein Problem sei... und jetzt ist mein Baum hinüber !?!....“.
Ich habe auch schon mal unvernünftig spät am 28. September mit Wurzelschnitt umgepflanzt und draußen ungeschützt überwintert. Ich hatte Glück und alles ist gut ausgegangen. Doch es sollte sich niemand bei ähnlichem Vorgehen wundern, wenn es die Pflanze NICHT überlebt. Also nur unverbindliche, individuelle Einzelberichte, die keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben.
viewtopic.php?f=9&t=45904&start=30#p508374

Also Rüdiger, normal bei dem harmlosen 2018er-Winter wäre unter gleichen Umständen sicher nichts eingegangen. Doch wie der Winter 2019 wird? Glaskugel? *z*

Liebe Grüße
Rainer

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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von mydear » 06.05.2019, 18:23

abardo hat geschrieben:
06.05.2019, 13:32
Ich sehe das Umtopfen mittlerweile immer pauschaler. Du kannst einen Baum immer umtopfen, wenn er wächst, egal ob erster, zweiter oder was-weiss-ich-wievielter Austrieb. Das Wetter muss halt stimmen, damit die Nachsorge insbesondere bei der Feuchtigkeitsaufnahme stimmt. Die Grösse des Eingriffs bei den Wurzeln hängt dann wieder von der generellen Fitness des Baums, der aktuellen Wachstumsstärke und eben auch wieder dem Wetter der Folgewochen ab. Je besser die Bedingungen der nächsten Wochen, umso mehr kann man im Ballen schneiden.
Genau so sehe ich es auch Frank.
Wenn nach dem Herbst-Umtopfen im Kalthaus noch 6-8 Wochen Wachstum möglich ist, die Wurzeln sich in der Zeit in der Schale bestens entwickeln ist schon viel gewonnen. Die Pflanze fängt stabilisiert im Frühjahr an, kann schon auf anderem Level austreiben.
viewtopic.php?f=8&t=44164&p=509549&hili ... en#p509549


Grüße
Rainer

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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von Norbert_S » 07.05.2019, 16:54

Eiche und Hainbuche topfe ich im späten Frühjahr, der Rest im Herbst, wie mehrfach beschrieben.
Spätester Zeitpunkt war vor 2 Jahren der 27.9., weil der September noch bis 30°C geliefert hatte. Nicht streng nach dem Kalender arbeiten, macht man doch im Frühjahr auch nicht.
Wieso ich die im Herbst getopfen besonders schützen sollte, hat mir noch nie eingeleuchtet. Einen Monat nach dem Wurzelschnitt ist doch alles wieder ok und der erste Frost kommt frühestens Ende November.
Die Angst vor Spätfrösten im Frühjahr kann man mit dieser Methode vergessen.
Friert es dann einmal im Mai wie heuer, gehen ein paar Blätter oder evtl. ein paar neue Triebe hops. Das merkt man im August nicht mehr.
Norbert

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Re: Umtopfen im Sommer wie WP, Erfahrungen, Anhaltspunkte

Beitrag von Georg » 08.05.2019, 12:12

Norbert_S hat geschrieben:
07.05.2019, 16:54
Eiche und Hainbuche topfe ich im späten Frühjahr, der Rest im Herbst, wie mehrfach beschrieben.
Spätester Zeitpunkt war vor 2 Jahren der 27.9., weil der September noch bis 30°C geliefert hatte. Nicht streng nach dem Kalender arbeiten, macht man doch im Frühjahr auch nicht.
Wieso ich die im Herbst getopfen besonders schützen sollte, hat mir noch nie eingeleuchtet. Einen Monat nach dem Wurzelschnitt ist doch alles wieder ok und der erste Frost kommt frühestens Ende November.
Die Angst vor Spätfrösten im Frühjahr kann man mit dieser Methode vergessen.
Friert es dann einmal im Mai wie heuer, gehen ein paar Blätter oder evtl. ein paar neue Triebe hops. Das merkt man im August nicht mehr.
Dann gehe ich das im Herbst ganz beruhigt an.
Ich schütze immer meine Bonsais im Winter gegen Sonne und Wind. Aber Glasüberdachung gibt´s bei mir nicht, wozu auch in den "Subtropen".
Wo ihr im Norden Spätfröste habt, stehen meine Fici schon draußen. 4 C halten meine aus.
Gruß
Rüdiger
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