Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Abadon
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Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von Abadon » 12.05.2019, 08:46

Liebe Bonsaigemeinde,

Seit etwa fünf Jahren pflege ich vier Hainbuchen.

Bisher gab es nie Probleme. Drei von den vier Hainbuchen machen Probleme. Es ist eine ganz komische Geschichte. Eine ca 50 cm hohe Buche ist zu zwei Drittel normal ausgetrieben. Ein Drittel kam ein Austrieb welcher noch in halber Knospen Öffnung oder nach kurzem frischen Austrieb plötzlich verwelkte. Keine trockenen Blätter oder Knospen. Sondern eher ein vermodertes feuchtes absterben. Teilweise sind die geschwollenen Knospen einfach nicht ausgetrieben. Der Baum wurde letztes Jahr umgetopft und die Winter lediglich ausgeputzt.
Alle Hainbuchen wurden in meiner Überwinterung frostfrei bei 3 Grad überwintert. Einziger Fehler könnte sein, dass ich zu viel gegossen habe. Habe aber gestern mal besagten Baum aus der Schale gehoben, aber keinerlei Hinweis auf Fäule. Frischer Geruch.

Der zweite Baum ist ein ca 5 cm hohes kleines Exemplar. Dieser wurde ebenfalls im letzten Jahr umgetopft und im Winter nur stark gedrahtet. Bei dieser buche tritt das oben genannte Phänomen an allen Ästen auf und es sie hat keinerlei gesunden Austrieb.

Das dritte Exemplar wurde dieses Jahr umgetopft. Hier zeigt sich lediglich ein fehlender Austrieb am untersten Ast, was ich auch nicht verstehe. Ohne das oben genannte Phänomen.

Meine vierte hainbuche ist ganz normale ausgetrieben.

Habt ihr ein ähnliches Phänomen schon einmal beobachtet? Ich habe die Kranken Bäume separiert und gegen Pilz gespritzt. Hat aber auch nichts gebracht.

Bilder kommen gleich.

Euch allen einen schönen Muttertag.
Insbesondere den Müttern die ich für die Mühen Schmerzen und Sorgen bewundere.

Euer Max


Abadon
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Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von Abadon » 12.05.2019, 08:48

Baum 1
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Abadon
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Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von Abadon » 12.05.2019, 08:49

Baum 2
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Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von Abadon » 12.05.2019, 08:50

Baum 3
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Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von grüner_hesse » 12.05.2019, 09:21

Ich habe ein ziemlich ähnliches Schadbild an einer kleinen Hainbuche. Die äußeren Knospen sind teils angeschwollen und dann nicht wirklich ausgetrieben. Die Spitzen scheinen abgestorben und sie versucht nun von weiter hinten auszutreiben. Überwinterung ohne Frost wie in den Jahren zuvor. Ich schieb das ganze auf sehr konsequentes Beschneiden und die Pflege in einer sehr kleinen Schale im letzten, leider schwierigen, Sommer. Eine zweite Hainbuche, die letztes Jahr nur einmal grob gestutzt wurde und entsprechend kräftig wuchs kam ganz normal aus dem Winterschlaf, die kann ich heute eigentlich schon zurückschneiden. Sind deine Hainbuchen letztes Jahr eher an der kurzen Leine gehalten worden? Das war, wie gesagt, für mich die Erklärung bis jetzt.

Interessant, bin gespannt, welche Meinungen es noch zu dem Thema gibt...

viele Grüße
Benny

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Thorsten1504
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Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von Thorsten1504 » 12.05.2019, 09:35

Hallo,

bin mir nicht ganz sicher, aber ich meine das Jürg Stäheli in diesem Zusammenhang mal was von irgendwelchen Milben bei Hainbuchen geschrieben hat.
Weiß aber nicht ob das 100% tig zu diesem Schadbild passt.
Vielleicht fragt ihr ihn einfach mal per PN.
Würde mich dann aber natürlich trotzdem interessieren was dabei rumgekommen ist.

Gruß

Thorsten *wink*

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Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von Thorsten1504 » 12.05.2019, 09:38

Hab da was gefunden. :-D
Scheint aber doch n anderes Schadbild zu sein.

viewtopic.php?f=8&t=47166&p=524313&hilit=milben#p524313

Kircherl

Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von Kircherl » 12.05.2019, 09:47

Ich habe das gleiche Schadbild an einer Rotbuche und einer Goldahorn.
Vermutlich war bei meinen Bäumen der Spätfrost die Ursache.
Aber deine standen ja frostfrei.....
Bin auch neugierig was die Experten meinen.

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Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von Michael 86 » 13.05.2019, 04:40

Hallo

Da Baum 3 bis auf den Ast keine Schäden zeigt, könnte es doch am umtopfen liegen. Evtl. an den Wurzeln zu viel geschnitten, die diesen Ast versorgen?

Haben die ersten beiden Hainbuchen im Schatten (überwinterungsplatz) ausgetrieben und wurden dann in die Sonne (Sommerplatz) gestellt?
Grüße Michael :)

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Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von achim73 » 13.05.2019, 13:33

ichb tippe auch auf zuviel wasser im winter bzw. spätwinter. dadurch hatte ich auch in einem jahr massive schäden, vor allem wenn es - wie dieses jahr - nach einer frühen wärmephase nochmal kalt wird. muss dann gar kein frost sein, ein nasser ballen bei unter 10 grad reicht. offenbar sind die neu gebildeten wurzeln da sehr empfindlich. durch die allgemeine schwächung können natürlich dann als folgeerscheinungen vermehrt schädlinge und pilze auftreten. das problem ist aber meist die vorherige schwächung im wurzelbereich.
Gruss, Achim
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Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von Abadon » 14.05.2019, 19:18

Vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten.

Die ganze Sache bleibt komisch und mich hat v.a. gewundert, dass ausgerechnet die „unzerstörbaren“ und robusten Hainbuchen schwächeln.
Baum 1 war nur leicht im März noch in der Überwinterung ausgeputzt und letztes Jahr bis auf einen Blattschnitt und gewisse Festigung der Gestaltung mit Spreizhölzern nicht stark belästigt.
Baum 2 lediglich etwas geschnitten und gedrahtet. Letztes Jahr nur wenig Schnitt, allerdings starke Probleme mit dem Wetter. Ich denke davon können wir alle ein Lidchen singen.
Die beiden wurden dann im April rausgestellt und haben vielleicht nochmal -1 abbekommen. Hab mir aber bei nichtgetopften einheimischen Bäumen nichts dabei gedacht.
Ich denke, wie achim sagt, die Feuchtigkeit in Kombi mit Temperaturschwankungen könnte den Ausschlag geben. Außerdem habe ich sie zu feucht gehabt im Quartier und das ganze Quartiert ist ein unbelüfteter Raum und daher immer feucht. Dachte eigentlich dass das eher förderlich ist.
Ein guter Freund von mir und erfahrener Bonsaianer denkt, dass es auch eine Übersalzung des Substrats sein könnte. Ich gieße immer mit Leitungswasser. Hier in Franken mit kiloweise Kalk. Ergießt Hainbuchen nur noch mit Regenwasser.
Es bleibt spannend und ich bin gespannt wohin die Reise geht.

Gruß
Euer Max

PS: Baum 3 wurde getopft, aber ohne starken Wurzelschnitt und sicher frostfrei gehalten. Der problematische Ast wurde allerdings stark gedrahtet.

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Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von Heike_vG » 14.05.2019, 19:36

Hallo Max,

hast Du Deine Bäume vor den Spätfrösten geschützt? Diese weichen braunen Blätter sehen mir ganz nach Frostschäden aus. Bei uns hat es dieses Frühjahr schon eine ganze Menge Nächte mit Frost gegeben, ich musste sehr oft die Bäume wieder reinstellen oder abdecken. In ein paar Nächten war es so kalt, dass ein paar Bäume trotz der Abdeckung mit Frostschutzvlies ein paar derartige Blattschäden bekommen haben.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von Abadon » 15.05.2019, 09:55

Hab Sie ein/zweimal reingetragen. Dann aber nichts mehr gemacht. Hab echt nicht mit Problemen bei -1 oder -2 gerechnet.

Wären denn solche Frostschäden reversibel? Oder würden auch dickerer Äste absterben?

Und -> Unglaublich: Heute Nacht in Nürnberg schon wieder Forst!!! (Auto gekratzt)

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Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von Bonsai-Abbing » 15.05.2019, 12:31

Schau dich um im Strassenbegleitgrün, da findest du viele Bäume mit ähnlichen Problemen. Das sind Nachschäden von trockenen Sommer 2018. Offensichtlich sind die Bäume öftersmal fast ausgetrocknet gewesen.
Liebe Grüße
Frank *up*

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Re: Kranke Hainbuchen Austriebsproblem

Beitrag von grüner_hesse » 16.05.2019, 13:40

Die brauen Blätter könnten in der Tat Frost sein, sehe ich wie Heike.

Nach weiterem grübeln ist Frank glaube ich mit seiner Einschätzung am nähesten dran. So in die Richtung hab ich es ja in meinem ersten Post auch vermutet. Meine betroffene Hainbuche stand in einer sehr kleinen Schale. Fast unmöglich, das letztes Jahr ohne Trockenstress überstanden zu haben. Unterstützend zu der Vermutung habe ich einen weiteren Baum, der einseitig leichten Schaden zeigt. Auf der nicht betroffenen Seite waren die Wurzeln mit Moos und Fahrradschlauch abgedeckt. Ergibt für mich ein schlüssiges Bild und entsprechende Konsequenzen...

Viele Grüße
Benny

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