Substrat: Schlamm in der Schale

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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bock
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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von bock » 04.09.2019, 14:36

hwolf hat geschrieben:
04.09.2019, 13:18
Solche Trockenheitsprobleme löst man besser mit Kiesbetten, wassergefüllten Untersetzern im Sommer oder einer klugen Standortwahl. Vielleicht stellt man auch mal ein Zaunelement oder einen Busch als Windbrecher vor die Bonsauecke.
...
LG
Heinrich
8)
Meine Bäumchen sind über den ganzen (kleinen) Garten und die Terrasse verteilt, aber das Grundstück ist schon relativ gut geschützt. Ringsum 2 m hoch umwachsen, im Westen sogar 3m, Terrasse nach Westen.
Wassergefüllte Untersetzer verwende ich bei den üblichen Verdächtigen auch (trotz Blumenerde bzw. Mischung mit Torf oder Pinienrinde), und trotzdem...
Mit der Wärme an den Wurzeln ist das so eine Sache. Manche Bäume sagen so, die anderen so... ;)
Bei der Roßkastanie (halbschattig an der Westseite) habe ich endlich begriffen, dass die übergroße Schale nicht der Weisheit letzter Schluß war, bei Apfel und Weide können die Pötte hingegen garnicht groß genug sein.
Im Sommer stelle ich auch meine mobilen Bäumchenbänke gern unter die große Kirschblutpflaume, da werden sie auch nicht so schnell gegart.
:-D
liebe Grüße Andreas
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zopf
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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von zopf » 05.09.2019, 12:21

Hallo Andreas
Festen Dünger benutze ich ungern, da ich dann keinerlei Kontrolle
über die Nährstoffabgabe habe.
Kalium-Magnesium Düngung soll gut als Abschlussdüngung sein,
aber da ich keine Ahnung von der Dosierung habe
und die Auswirkungen nicht überprüfen kann,
fahre ich lieber die Düngung jetzt runter
und lasse sich die Bäumchen langsam auf die kühlen Tage vorbereiten.
Die Japaner kommen über Winter in´s Gewächshaus,
Nadler und europ. Laubbäume überwintern draussen, teilweise Regengeschützt
und ansonsten müssen die Bäumchen mit der Natur klar kommen.
Hätte ich weniger Bäume, oder würde ich auf Ausstellungen wert legen,
müsste und würde ich selektiver arbeiten.
mfG Dieter
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bock
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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von bock » 05.09.2019, 12:59

Hallo Dieter,

ich habe zwar keine Japaner, die im Gewächshaus überwintern, aber sonst mache ich es eigentlich seit Jahren genau so.
Seit einiger Zeit verwende ich Patent-Kali als Herbstdünger, aber ob es wirklich was bringt weiß ich auch nicht.
Regengeschützt dürfen bei mir vor allem die Bäume in den wertigeren Schalen überwintern. Die Ecke muss unbedingt etwas erweitert werden...
Vielen Dank für die Information!

In den letzten 24 Stunden haben wir 30 l Regen abbekommen... :roll:
liebe Grüße Andreas
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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von Sanne » 05.09.2019, 15:44

Hallo Andreas,

ich verwende auch Kali-Magnesia als Herbstdüngung.
Die Bonsaischule Enger schreibt in ihrem aktuellen Newsletter:

Herbstdüngung
Der Düngezeitpunkt mit Kali-Magnesia (Bestellnr. 1167) richtet sich nach dem Voranschreiten der Jahreszeit und dem Einsetzen der Herbstfärbung. Gedüngt wird auf jeden Fall vor dem Laubabwurf, damit der Baum den Dünger vollständig in sein System aufnehmen und dieser wirken kann. Der Dünger bietet der Pflanze eine optimale Unterstützung, um die Nährstoffe aus den Blättern gut einzulagern. Kali-Magnesia fördert die stärkere Bildung von Zucker und Glykolstoffen, wodurch die Triebe der Pflanzen schneller und besser ausreifen. Die Widerstandsfähigkeit wird deutlich gesteigert, der Wasserhaushalt ausgeglichen und die Festigkeit der Triebe erhöht. Hieraus folgt eine höhere Frostwiderstandsfähigkeit. Der Dünger wird einmalig als Granulat in einer entsprechenden Menge auf das Substrat gestreut, durch Wässern oder Regen gelöst und von der Pflanze aufgenommen. Tun Sie Ihren Bonsai also etwas Gutes und stärken Sie die Bäume für den kommenden Winter.“

LG, Sanne

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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von bock » 05.09.2019, 16:19

Hallo Sanne,

danke für die Info!
Ich hatte Dieter eigentlich auch nur gefragt, weil er mit der Substratmischung und dem Hakaphos-Dünger ja doch etwas anders vorgeht als ich bisher - aber du verwendest (glaube ich) auch rein mineralisches Substrat? Düngung aber mit Biogold, oder?
Die Anwendungsgründe waren mir ja bekannt, doch habe ich keinen eklatanten Unterschied feststellen können zwischen Herbstdüngung und ohne. Dass es hilft will ich wohl glauben... ;)
liebe Grüße Andreas
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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von achim73 » 05.09.2019, 17:01

das"schlammproblem" habe ich auch unterschätzt und dadurch herbe verluste gehabt. bei mir lag es daran, dass ich substrat für dachbegrünungen (ist im wesentlichen, was wir verwenden, bloss eine größere korngrößenvarianz) und andere substrate nicht gesiebt habe. ich dachte mir "wird so schlimm nicht sein, ausserdem wird der staub ja beim gießen rausgespült". jahaha, denkste. *nono*
wie bei dir gezeigt, bildet er diese schlammschicht am schalenboden. die immer nass bleibt, auch wenn das grobe substrat oben schon knochentrocken ist.
bei solchen heterogenen mischungen bidet sich mit der zeit genau die umgekehrte schichtung, die wir haben wollen: unten fein und nach oben immer gröber.

das hat für mich zu der konsequenz geführt, immer alles zu sieben (torfhaltige blumenerde wird da meist komplett mit ausgesiebt, also verwende ich als organischen bestandteil jetzt kokossubstrat) und eine einheitlich korngöße von 2-5 mmm anzustreben.

leider unterschätzt man immer die hydrostatischen effekte unserer schalengeometrien...
Gruss, Achim
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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von mydear » 05.09.2019, 17:12

achim73 hat geschrieben:
05.09.2019, 17:01
das hat für mich zu der konsequenz geführt, immer alles zu sieben (torfhaltige blumenerde wird da meist komplett mit ausgesiebt, also verwende ich als organischen bestandteil jetzt kokossubstrat) und eine einheitlich korngöße von 2-5 mmm anzustreben.

Hallo Achim,

genau so mache ich es auch. Ist zwar mehr Aufwand, doch für "Vielgießer" lohnt sich die Mühe. Wurzelfäulnis ist seitdem nicht mehr aufgetreten.

Grüße
Rainer

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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von bock » 05.09.2019, 18:24

Hallo Achim und Rainer,

ihr verwendet also (bei Laubbäumen) auch Substratmischungen mit organischem Anteil. Düngt ihr auch mit organischem Festdünger?
Letztes Jahr bin ich beim Umtopfen wie Norbert_S vorgegangen (Fibotherm und Pinienrinde), muss ich nächstes Jahr mal schauen,ob sich dort auch Schlamm in der Schale sammelt.
Das mit dem Sieben ist sicherlich ein wesentlicher Punkt, auch die Korngröße spielt eine bedeutende Rolle. Früher hiess es ja: grobes Substrat in der Materialentwicklung, feines Substrat bei der Verfeinerung. Macht ihr diese Unterschiede auch und topft ihr auch die Jungpflanzen in das gleiche Substrat?
Mit Wurzelfäule habe ich nur sporadisch Probleme, aber Chlorosen durch Staunässe treten doch immer wieder auf.
Dunnemals, als ich noch im Frühling umgetopft habe, habe ich das Lavastreugut in einer Bütt gewaschen und anschliessend gesiebt. Das war vielleicht eine Schlammschlacht - nicht rückenfreundlich und bitterkalt bei gefühlten 1,5°C...
Ich denke, mit Akadama und Kiryu (gesiebt) sollte es klappen. Fukushima ist ja auch längst vergessen, die Japaner bauen in der Gegend sogar wieder Gemüse an (Atompilze?)... :lol:
liebe Grüße Andreas
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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von achim73 » 05.09.2019, 20:09

ich dünge eigentlich nur noch mit hakaphos. pinienrinde ist mir zu uneinheitlich, deshalb probiere ich jetzt kokosfasern.
beim alter mache ich keine unterschiede, habe mich allerdings aus zeitmangel von der entwicklung von jungpflanzen verabschiedet.
Gruss, Achim
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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von mydear » 05.09.2019, 20:19

bock hat geschrieben:
05.09.2019, 18:24
ihr verwendet also (bei Laubbäumen) auch Substratmischungen mit organischem Anteil. Düngt ihr auch mit organischem Festdünger?

bei mir immer zu wenig, weil die Körner beim Gießen wieder runterfallen. Heuer hat sich an der Nordseite viel Moos auf dem Substrat entwickelt. Pellets unter das Moos geschoben hat perfekt geklappt. Die Pflanzen haben sich gut entwickelt

Letztes Jahr bin ich beim Umtopfen wie Norbert_S vorgegangen (Fibotherm und Pinienrinde), muss ich nächstes Jahr mal schauen,ob sich dort auch Schlamm in der Schale sammelt.

10-15% gesiebte Pinienrinde habe ich für den anstehenden Umpflanz-Marathon heuer erstmals vorgesehen. Mal sehen ob das klappt.

Das mit dem Sieben ist sicherlich ein wesentlicher Punkt, auch die Korngröße spielt eine bedeutende Rolle. Früher hiess es ja: grobes Substrat in der Materialentwicklung, feines Substrat bei der Verfeinerung. Macht ihr diese Unterschiede auch und topft ihr auch die Jungpflanzen in das gleiche Substrat?

nein, ich recycle + siebe altes Substrat, mische ca. 30% Aka/Bims/etc nach Gutdünken bei. Die Shohin bekommen natürlich feinere Mischungen, auch die Drainage ist unterschiedlich

Mit Wurzelfäule habe ich nur sporadisch Probleme, aber Chlorosen durch Staunässe treten doch immer wieder auf.
Dunnemals, als ich noch im Frühling umgetopft habe, habe ich das Lavastreugut in einer Bütt gewaschen und anschliessend gesiebt. Das war vielleicht eine Schlammschlacht - nicht rückenfreundlich und bitterkalt bei gefühlten 1,5°C...

kann ich bestens nachvollziehen...

Ich denke, mit Akadama und Kiryu (gesiebt) sollte es klappen. Fukushima ist ja auch längst vergessen, die Japaner bauen in der Gegend sogar wieder Gemüse an (Atompilze?)... :lol:

da bin ich zwar kritischer, doch fehlt mir der Geiger-Müller-Zähler um es zu prüfen zu können. Und... als Ü50er ist es bei mir ohnehin nicht mehr so wichtig :roll:
Mit besten Wünschen
Rainer

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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von Erwin » 05.09.2019, 20:41

Hab´ noch nie was gesiebt....hab´noch nie Wurzelfäule gehabt...

Was mach´ ich bloß falsch????????? *kopfkratz*

Erwin

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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von achim73 » 05.09.2019, 21:00

du verwendest im wesentlichen fibotherm, oder ? das ist glaube ich von haus aus ziemlich staubfrei.
Gruss, Achim
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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von mydear » 05.09.2019, 21:23

Erwin hat geschrieben:
05.09.2019, 20:41
Hab´ noch nie was gesiebt....hab´noch nie Wurzelfäule gehabt...

Was mach´ ich bloß falsch????????? *kopfkratz*

Erwin
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Den gedachten Rest erspare ich mir

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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von espanna » 05.09.2019, 21:54

achim73 hat geschrieben:
05.09.2019, 21:00
du verwendest im wesentlichen fibotherm, oder ? das ist glaube ich von haus aus ziemlich staubfrei.
Fibotherm, vor allem im unteren bereich des Sackes ist sehr staubbelastet.
Viele, große Löcher, Drainage und viel Wasser (bis es sauber rausrinnt) beim Eintopfen in großen Pötten -> klappt sehr gut.

Grobes Substrat (2-5 mm), mit wenig Organisches drin, beim eintopfen in eine Schale, kräftig wässern, bis es klar rausläuft -> passt auch in kleinen Schalen. Wenn es zu schnell trocken wird, kann man als Deckschicht (max 5 mm) eine feinere Körnung, rein mineralisches Zeug nehmen.

Die Wurzeln wachhsen und entwickeln sich sehr gut.

Aber da sind wir wieder beim Thema Substrat, düngen, wässern.... da muss jeder seins finden.
Gruß!

László

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Re: Substrat: Schlamm in der Schale

Beitrag von bock » 05.09.2019, 22:10

Hallo Erwin,

ich wollte hier eigentlich nicht wieder zur Grundsatzdiskussion zurüch, was ist das "Richtige" oder "Falsche" Substrat. Ich habe nur beobachtet, dass bei meinen Bäumen in der Pflege noch Luft nach oben ist und der Schlammanteil im Substrat hat mich erschreckt. Wenn bei deinen Bäumen alles im Lot ist, dann bleibe doch bei deinem System. Never change a winning team, wie der Franzose sagt!
:-D

Hallo Achim und Rainer,

danke für eure Erläuterungen!
Ich habe für die Anzucht meist Blumenerde-Mischungen mit etwas Perlite oder recycled Substrat, die dreijährigen sind dann aber auch schon meist in der Mischung für die Großen getopft. Da ich ja hauptsächlich Rohmaterial aus Jungpflanzen erziehe, kam es mir auch sinnvoll vor, die Mischungen mit Torf oder Erde zu verwenden. Die oben erwähnten typischen Wetterphänomene haben diese Entscheidung natürlich auch begründet.
Doch da mir inzwischen Zweifel an der Sinnhaftigkeit meines bisherigen Tuns gekommen sind, will ich Dieters Empfehlung nun gern austesten.
Mein 20-cm-Sieb werde ich dann wohl etwas vergrößern müssen. (Mist, wo hab ich denn jetzt die Lupe versteckt?) :lol:

Hallo László,

ja, genau!
;)
liebe Grüße Andreas
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