Sternmoos? und Moos generell

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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TimeZs
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Sternmoos? und Moos generell

Beitrag von TimeZs »

LIebe Bonsaianer,

hab ja gelesen, dass Sternmoos nicht wirklich erwünscht ist auf dem Substrat, da es vor allem eine Konkurrenz bei den Wurzeln darstellt.

Ich habe letztens in eine größere Schale umgetopft, Moos oben habe ich belassen, nun glaube ich jedoch, dass hier Sternmoos dass bestehende Moos verdrängt..

Ist das ein Problem?

Und eine weitere Frage: würde sich das bestehende Moos (nicht Sternmoos) auf die Ganze Schale ausbreiten oder muss hier etwas besonderes gemacht werden, damit dies geschieht?

fg Günther
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achim73
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Re: Sternmoos? und Moos generell

Beitrag von achim73 »

hallo günther,
sternmoos ist in wirklichkeit kein moos, sondern zählt zur familie der nelkengewächse.
generell bevorzugt es feuchte, humose erde und ist in der schale ein zeichen dafür, dass das substrat verdichtet ist. meist sitzt es rund um den stammansatz, wo das oft der fall ist.
die etablierung von normalem moos hängt von anderen faktoren ab. da gibt es ja auch extrem viele verschiedene sorten, dia an unterschiedliche verhältnise angepasst sind.
ich schaffe es bei meinen bäumen gar nicht, vermutlich weil ich fast rein mineralisches substrat benutze und die bäume auf meinem balkon keinen regen abbekommen, so dass die oberfläche zu schnell abtrocknet.
Gruss, Achim
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Andreas Ludwig
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Re: Sternmoos? und Moos generell

Beitrag von Andreas Ludwig »

Günther – ja,das Sternmoos verdrängt das echte Moos. Weil es «kompetitiver» ist, schneller relevante Fläche bildet zur Photosynthese und damit das echte Moos erstens abschattet und ihm zweitens Feuchtigkeit wegnimmt.

Ein Problem ist das aber nicht, weder das eine noch das andere bedrohen deine Bäumchen direkt. Die Sache mit der Wurzelkokurrenz ist ein Stück weit Legende, es braucht einen enormen, völlig vedichteten Belag mit Sternmoos, bis dieser Effekt auftritt. Man kann dem sehr einfach vorbeugen, indem man wucherndes Sternmoos mit langsamen Bewegungen einfach rauszieht, fertig.

Die Schädigung durch Grünbeläge auf der Substratoberfläche wird massiv überschätzt. Wirklich kritisch ist das bei Mame bis kleinen Shohin, aber nicht wegen Konkurrenz, sondern rein physikalisch bedingt durch ein verändertes Wasseraufnahmevermögen des Substrats: Ist da ein trockener Moosdeckel drauf, perlt das Wasser ab.

Umgekehrt kann man sowas durchaus mögen und befördern. Hier eine Detailaufnahme einer Komposition, in der sich echte Moose, Sternmoos, auch Mauerpfeffer und ein Nelkengewächs so tummeln.
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Geht ihnen allen gut, seit Jahren. Wir sehen die Frühlingserscheinung mit angetrocknetem Moos, später wird es wieder etwas grüner sein. Gelegentlich tauchen Grasarten auf, etwa Sauergräser oder ich setze ein paar Fundstücke einer winzigen Minze hinein, die man angelegentlich findet hier.

Eine bepflanzte Schale ist kein Zustand, sondern ein andauernder Prozess. Du kannst ihn ganz «auf der Seite des Baumes» halten, was die meisten aus Vorsicht oder Unkenntnis tun. Du kannst ihn auch ausdehnen auf viele Arten – es geht. Das zeigt das zweite Bild, eine Alpenjohannisbeere, die in diesem Unkrauthaufen seit zehn Jahren munter gedeiht.
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It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
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TimeZs
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Re: Sternmoos? und Moos generell

Beitrag von TimeZs »

Danke für die Infos. Substrat unter dem Sternmoos scheint mir tatsächlich sehr verdichtet. Hab mit einem Stäbchen ein paar Löcher gebohrt und das war viel schwerer als was es sein sollte^^ :0

lg Günther
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