Mädchenkiefer aufpäppeln

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Benutzeravatar
Kränzle S.
Mentor
Beiträge: 1274
Registriert: 27.02.2004, 11:10
Wohnort: Lichtenfels/Ofr
Kontaktdaten:

Mädchenkiefer aufpäppeln

Beitrag von Kränzle S. » 31.03.2006, 09:01

Hallo Leute,
seit gestern, bin ich Besitzer einer Mädchenkiefer.
Meiner ersten :wink:
Da ich auch sonst noch nicht viel mit Nadelbäumen zu tun hatte,
hätte ich nun einige Fragen, und bitte euch mir ein wenig zu helfen.
Zwar sind bei uns im AK auch Leute die sich auskennen aber ihr wißt ja wie das ist, man fragt halt lieber einen mehr. :wink:

Zum Baum:
Die Kiefer ist 20 Jahre alt (oder besser jung? :D ),
Sie ist 60 cm hoch (edit:ab Schalenrand), wurde vor 5 oder 6 Jahren zuletzt umgetopft und
in dieser Zeit auch selten bis gar nicht gedüngt.

Ich sehe das Problem darin, dass das Grün viel zu weit aussen ist, was sicher ein Grund der Pflegemängel ist.

Nun Möchte ich aber nicht unbedingt die Äste drahten um dann in diesen Schlangenlinien das Grün näher an den Baum zu bringen.
Viel mehr wäre es mein Anliegen, dass der Baum durch gute Pflege zurück treibt und man ihn eines Tages richtig gestalten kann.
Wie der Baum in dieser Zeit aussieht ist mir relativ egal, Hauptsache es würde ihm gut gehen und Erfolg bringen.

Ich denke Umtopfen wäre zuerst angesagt, vielleicht mit Kiryu in eine Holzkiste oder ein Sieb?

Bin euch für Tips sehr dankbar.

Edit: Habe gerade die Bilder von den anderen Ansichten
wieder rausgenommen, weil sie hier nicht gebraucht werden. :wink:
Zuletzt geändert von Kränzle S. am 01.07.2009, 11:16, insgesamt 4-mal geändert.

olli.w.
Beiträge: 2188
Registriert: 08.12.2005, 17:58
Wohnort: Mittelmosel

Beitrag von olli.w. » 31.03.2006, 09:20

Hallo,
ich würde den Baum komplett durcharbeiten,sprich durchdrahten und hier und da einkürzen( das muß du entscheiden). Durch die bessere Positionierung der Äste gelangt auf diesem Weg auch mehr Licht ins Innere des Baumes. Dann natürlich umtopfen, der darf dann ruhig 3 mal so groß sein wie der bisherige.Als Substrat verwende ich immer die "Fertigmischung" für Nadelbäume aus Enger ( Schleichwerbung?).
Als Standort immer volle Sonne.Gruß Olli
Mosel-Riesling !

Yami
Beiträge: 829
Registriert: 30.09.2005, 22:29
Wohnort: Dudenhofen
Kontaktdaten:

Beitrag von Yami » 31.03.2006, 11:10

Hallo Kränzle

da hast du ja geradezu ein prädestiniertes Material um daran die Gestaltung von Kiefern zu üben.

Es wäre hier wirklich fehl am Platz hier irgendwelche Äste zu entfernen um den Baum kompakter zu machen. Den ein oder anderen Ast, der auch durch einen kompakteren Wuchs nicht besser in die Form passt, kann man schon entfernen, aber eben nur offensichtliche Sachen.Man macht es ja gerade auf die andere Art.

Zunächst mal ist die Drahtung von solchen Kiefern, gerade bei der Mädchenkiefer, etwas anders. Man braucht hier nämlich, wenn man es richtig macht nur wenig Draht. Indem man nämlich viele Äste einfach nur durch mitbewegen stellt,dadurch dass man einfach kleine Äste durch von größeren in ihrer Lage verändert. Auch sollte man hier mit relativ dünnem Draht arbeiten um das Knospenwachstum nicht zu behindern ( am besten mit Kupferdraht).

Nun zupft man an den vorderen Spiten die 2-3 jährigen Nadeln weg, d.h. es ist besser man schneidet sie ganz kurz ab, um so einen Wachstumsimpuls zu geben.

Beim Stellen achtet man darauf,dass man die Äste nicht nur in der Vertikale sondern auch in der Horizontale bewegt, was auch gut zu diesem eleganten Stamm passt. Der eigenliche Grund aber ist, dass man den Saftfluss beständig umlenkt um dadurch auch ein Knospenwachstum zu erzeugen.Außerdem bewegt man die Äste dabei leicht nach unten, wobei aber darauch geachtet werden sollte, dass die Spitze wieder dem Licht entgegengestellt werden sollten, wodurch wieder ein Außtrieb von hinten gefördert wird.

Das Grün verteilt man nun sehr gleichmäßig über den gesammten Baum, dass du auch einen gleichmäßigen Lichteinfall bekommst. Man will einen gleichmäßigen Außtrieb und nicht einen punktuellen. Es sollte so aussehen, dass wenn du von oben schaust, das Grün in gleichmäßigen Abständen erscheint.

Das Alles ist garnicht so einfach, wie es sich anhört, aber mit ein bischen Übung geht es schon.

Hast du nun binnen 2-3 Jahren einen kompakteren Baum, dann kannst du über das Entfernen von weiteren Ästen nachdenken, um die Gestaltung zu verfeinern und klarer in ihrer Aussage zu machen.

Gruß

Martin
Frühlingstage am 06./07.04.13 - bringt eure Bäume mit!
Infos unter: http://www.bonsai-sturm.de

Benutzeravatar
Kränzle S.
Mentor
Beiträge: 1274
Registriert: 27.02.2004, 11:10
Wohnort: Lichtenfels/Ofr
Kontaktdaten:

Beitrag von Kränzle S. » 31.03.2006, 13:18

Yami hat geschrieben: Zunächst mal ist die Drahtung von solchen Kiefern, gerade bei der Mädchenkiefer, etwas anders. Man braucht hier nämlich, wenn man es richtig macht nur wenig Draht. Indem man nämlich viele Äste einfach nur durch mitbewegen stellt,dadurch dass man einfach kleine Äste durch von größeren in ihrer Lage verändert. Auch sollte man hier mit relativ dünnem Draht arbeiten um das Knospenwachstum nicht zu behindern ( am besten mit Kupferdraht).
Ohje, das hört sich kompliziert an, aber ich denke so einigermaßen hab ich schon verstanden was du meinst.
Ich denke wnn man das schon einmal selber gesehen hätte wäre es einfacher :roll:
Übrigens, du kannst super erklären, finde ich. *daumen_new*
Nun zupft man an den vorderen Spiten die 2-3 jährigen Nadeln weg, d.h. es ist besser man schneidet sie ganz kurz ab, um so einen Wachstumsimpuls zu geben.
Die 2-3 Jährigen hm, ich hab da mal ein Bild gemacht um sicher zu sein dass es so richtig ist.
Mir wurde auch schon geraten, die neuen Kerzen ganz zu entfernen oder zumindest an der Spitze.
Was hälst du davon?
Beim Stellen achtet man darauf,dass man die Äste nicht nur in der Vertikale sondern auch in der Horizontale bewegt, was auch gut zu diesem eleganten Stamm passt. Der eigenliche Grund aber ist, dass man den Saftfluss beständig umlenkt um dadurch auch ein Knospenwachstum zu erzeugen.Außerdem bewegt man die Äste dabei leicht nach unten, wobei aber darauch geachtet werden sollte, dass die Spitze wieder dem Licht entgegengestellt werden sollten, wodurch wieder ein Außtrieb von hinten gefördert wird.

Das Grün verteilt man nun sehr gleichmäßig über den gesammten Baum, dass du auch einen gleichmäßigen Lichteinfall bekommst. Man will einen gleichmäßigen Außtrieb und nicht einen punktuellen. Es sollte so aussehen, dass wenn du von oben schaust, das Grün in gleichmäßigen Abständen erscheint.
Mal sehen ob ich das schaffe, werde das Ergebnis hier zeigen.
Das Alles ist garnicht so einfach, wie es sich anhört, aber mit ein bischen Übung geht es schon.
Das glaub ich dir, her mit den Kiefern zum Üben :lol:
Hast du nun binnen 2-3 Jahren einen kompakteren Baum, dann kannst du über das Entfernen von weiteren Ästen nachdenken, um die Gestaltung zu verfeinern und klarer in ihrer Aussage zu machen.
Meinst du wirklich so bald schon :shock:
Das wäre ja geil, ups, darf man das hier schreiben :lol:
Dateianhänge
Nadeln.jpg
Nadeln.jpg (20.5 KiB) 7183 mal betrachtet

Yami
Beiträge: 829
Registriert: 30.09.2005, 22:29
Wohnort: Dudenhofen
Kontaktdaten:

Beitrag von Yami » 31.03.2006, 13:29

Vorne zurückschneiden kannst du dann machen, wenn du hinten genug Knospenzuwachs hast.Wenn er mal richtig dicht ist, dann kann man sowas machen.Aber auch dann solltest du immer noch von innen her ausdünnen. Ich bessere Erfahrungen damitgemacht, wenn man relativ weite Bäume nach dem Austrieb pinziert.

Das Bild is super. Es is nämlich immer ein bischen anders.Kommt halt auf den Zustand des Baumes an. Hier würde ich die 3 jährigen Nadeln zurückschneiden, ganz kurz. Die fallen dann eh ab und so ist das wie wenn du pinzierst, nur verlierst du so keine Knospen, durch ausreißen.

Dann mal ran!

Gruß

Martin
Frühlingstage am 06./07.04.13 - bringt eure Bäume mit!
Infos unter: http://www.bonsai-sturm.de

Benutzeravatar
Wolfgang
Ehren-Autor
Beiträge: 9765
Registriert: 05.01.2004, 14:19
Wohnort: Oberösterreich
Kontaktdaten:

Beitrag von Wolfgang » 31.03.2006, 14:15

Stefan,
es ist immer besser, ältere Nadeln zu schneiden (die kurzen Rest-Stümmelchen vertrocknen und fallen rasch ab...) und nicht zu reißen: dabei entstehen oft große Wunden (vor allem, wenn gleich mehrere Nadeln zugleich ausgerissen werden...) und auch kleine, versteckte Knospen können dabei verloren gehen. :?

Benutzeravatar
Kränzle S.
Mentor
Beiträge: 1274
Registriert: 27.02.2004, 11:10
Wohnort: Lichtenfels/Ofr
Kontaktdaten:

Beitrag von Kränzle S. » 31.03.2006, 19:57

olli.w. hat geschrieben:Hallo,
ich würde den Baum komplett durcharbeiten,sprich durchdrahten und hier und da einkürzen( das muß du entscheiden). Durch die bessere Positionierung der Äste gelangt auf diesem Weg auch mehr Licht ins Innere des Baumes. Dann natürlich umtopfen, der darf dann ruhig 3 mal so groß sein wie der bisherige.Als Substrat verwende ich immer die "Fertigmischung" für Nadelbäume aus Enger ( Schleichwerbung?).
Als Standort immer volle Sonne.Gruß Olli
Sorry Olli, dass ich dich übergangen habe :oops:
Freilich werde ich den Baum durcharbeiten.
Das mit dem Einkürzen ist ja nicht so einfach.
Auch werde ich ihn sicherlich in eine etwas größere
Holzkiste setzen, die ich morgähn bauen will.
Bei der Erdmischung werd ich auf Kiryu zurückgreifen,
vielleicht mit etwas Organischem als Zusatz.

Benutzeravatar
Kränzle S.
Mentor
Beiträge: 1274
Registriert: 27.02.2004, 11:10
Wohnort: Lichtenfels/Ofr
Kontaktdaten:

Beitrag von Kränzle S. » 31.03.2006, 20:08

Wolfgang, Martin,
ich werde erstmal die 3 jährigen wegschneiden.
Danach mach ich mich ans Drahten.
Mensch, da brauch ich ja nen Tag für.Oder mehr!?
*huch*

Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 22449
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Beitrag von Heike_vG » 01.04.2006, 13:47

Hallo Stefan,

es freut mich, dass Du jetzt Lust auf die Nadelbäume bekommen und diese interessante Mädchenkiefer erworben hast! :wink:

Du hast hier wirklich super Tipps bekommen. *daumen_new*

Viele Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland

2.Lehrjahr
Beiträge: 41
Registriert: 04.03.2006, 13:51

Beitrag von 2.Lehrjahr » 01.04.2006, 19:08

Hallo Stefan

gutes Ausgangsmaterial und professionelle Ratschläge, KLASSE!!!
Das wird bestimmt auch 'ne schöne Fotostrecke über Maßnahmen und Entwicklung und Gestaltung deiner Kiefer über die nächsten Jahre?? Halt uns bitte auf dem laufenden.

Ich liebe dieses Forum; überaus lehrreich. Danke an alle!

Viel Glück
Alex
Immer freundlich, auch wenn's schwerfällt!

Benutzeravatar
Kränzle S.
Mentor
Beiträge: 1274
Registriert: 27.02.2004, 11:10
Wohnort: Lichtenfels/Ofr
Kontaktdaten:

Beitrag von Kränzle S. » 02.04.2006, 09:29

Heike_vG hat geschrieben:Hallo Stefan,

es freut mich, dass Du jetzt Lust auf die Nadelbäume bekommen und diese interessante Mädchenkiefer erworben hast! :wink:
Hallo Heike,
hätte mir ja auch ein paar Jährchen eher einfallen können :(
Aber macht nix, bin ja noch jung 8) :lol:
Und was das Erwerben angeht, das war nicht allzuviel :D ,
(wer hätte sie für 45 (ohne Schale) nicht gekauft?)
deshalb hab ich sie gerettet. *engel*

Benutzeravatar
Kränzle S.
Mentor
Beiträge: 1274
Registriert: 27.02.2004, 11:10
Wohnort: Lichtenfels/Ofr
Kontaktdaten:

Beitrag von Kränzle S. » 02.04.2006, 09:38

2.Lehrjahr hat geschrieben:Hallo Stefan

gutes Ausgangsmaterial und professionelle Ratschläge, KLASSE!!!
Das wird bestimmt auch 'ne schöne Fotostrecke über Maßnahmen und Entwicklung und Gestaltung deiner Kiefer über die nächsten Jahre?? Halt uns bitte auf dem laufenden.

Ich liebe dieses Forum; überaus lehrreich. Danke an alle!

Viel Glück
Alex
Hallo Alex,
klar werd ich euch hier mit Bildern und Erfahrungsberichten
auf dem Laufenden halten :D

Das geht schon nächsten Samstag loß,
wenn sie ihre neue Holzkiste (ala Achim) beziehen wird :wink:

Benutzeravatar
Kränzle S.
Mentor
Beiträge: 1274
Registriert: 27.02.2004, 11:10
Wohnort: Lichtenfels/Ofr
Kontaktdaten:

Beitrag von Kränzle S. » 02.04.2006, 09:46

Habe noch eine Frage an die Spezialisten,
würdet ihr mir bitte sagen ob Kiryu in Ordnung wäre,
wenn die Kiefer in die Holzkiste umzieht?
Sollte man etwas beimischen?
Oder was ganz anderes?

Dankeeeee!

Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 22449
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Beitrag von Heike_vG » 02.04.2006, 14:38

Hallo Stefan,

Spezialist bin ich zwar nicht, aber reines Kiryu würde ich vielleicht nicht benutzen. Wolfgang weist immer darauf hin, dass es viel Wasser hält und er es deswegen für Ahorne besser findet als für Nadelbäume...
Meine Kiefern stehen in ca. 30 % Adadama, 30 % Kiryu, 30 % Bimskies und 10% Humuserde. Funktioniert prima.

Andere Mischungen funktionieren aber sicherlich genauso gut.
Walter Pall benutzt ja z.B. keine japanischen Substrate (es sei denn, er kriegt sie geschenkt, nach eigener Aussage...) und über seine Bäume braucht man wirklich nichts mehr zu sagen.

Viele Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland

Benutzeravatar
zopf
Mentor
Beiträge: 6398
Registriert: 19.05.2005, 14:18
Wohnort: Bergisches Land

Beitrag von zopf » 02.04.2006, 16:24

Hallo Stefan
Ich benutze ca 60% Akadama und 40% Kyriu.
Ich habe allerdings erst ein paar Jahre Erfahrung mit Kiefern
und kann deshalb nicht beurteilen ob es keine besseren Substrate
gibt.
mfG Dieter

Antworten