Dickenwachstum Fächerahorn
Dickenwachstum Fächerahorn
Hallo zusammen,
ich bin derzeit dabei, mehrere Fächerahorne neu aufzubauen. D. h. starker Rückschnitt im Winter und wachsen lassen im Frühjahr ohne zu pinzieren. Wie erreiche ich nun das stärkste Dickenwachstum der Triebe und Äste?? Allmählich verlangsamt sich das Wachstum und wird demnächst wohl stoppen. Es ist nur noch der Johannistrieb zu erwarten. Erhalte ich ein stärkeres Dickenwachstum der vorhandenen Aststruktur wenn ich ohne zu schneiden den Johannistrieb abwarte oder wenn ich Ende Mai wiederum stark zurückschneide und einen stärkeren Austrieb fördere?
Wie sehen Eure Erfahrungen aus??
ich bin derzeit dabei, mehrere Fächerahorne neu aufzubauen. D. h. starker Rückschnitt im Winter und wachsen lassen im Frühjahr ohne zu pinzieren. Wie erreiche ich nun das stärkste Dickenwachstum der Triebe und Äste?? Allmählich verlangsamt sich das Wachstum und wird demnächst wohl stoppen. Es ist nur noch der Johannistrieb zu erwarten. Erhalte ich ein stärkeres Dickenwachstum der vorhandenen Aststruktur wenn ich ohne zu schneiden den Johannistrieb abwarte oder wenn ich Ende Mai wiederum stark zurückschneide und einen stärkeren Austrieb fördere?
Wie sehen Eure Erfahrungen aus??
Gruß, Joachim
Hallo Joachim
Vielleicht können dir ja die Leute der Esveld-Baumschule aus Holland Tipps geben; die sind ja sehr gut , wenn es um Acer geht!
Anbei mal der Link dorthin.
http://www.esveld.nl/duits.htm
Nette Grüße
Martin
Vielleicht können dir ja die Leute der Esveld-Baumschule aus Holland Tipps geben; die sind ja sehr gut , wenn es um Acer geht!
Anbei mal der Link dorthin.
http://www.esveld.nl/duits.htm
Nette Grüße
Martin
Hallo Heike,Heike_vG hat geschrieben: meine Erfahrung lautet ganz einfach: je weniger man schneidet, desto stärker das Dickenwachstum....
das verstehe ich auch so, aber damit der Baum nicht völlig aus der Form gerät, sollte doch zumindest einmal im Jahr geschnitten werden, oder? Man läuft doch sonst auch Gefahr, daß die Internodien an wichtigen Ästen/Zweigen zu lang werden. Wann würdest Du Ahorne grundsätzlich in Bezug auf die Jahreszeit schneiden, wenn, wie bei Joachim, das Dickenwachstum im Vordergrund steht?
Ergänzung:
Außerdem habe ich in dem Thread "Acer palmatum Arakawa" Deine sehr interessante Ausführung zum Thema Düngen gelesen. Dort schreibst Du, daß man Fächerahorne grundsätzlich nicht stark-stickstoffhaltig düngen sollte. Deine Begründung hierzu ist klar und logisch. Doch wenn man das Dickenwachstum beschleunigen möchte, mit welchem Dünger soll man Deiner Meinung nach Fächerahorne düngen? Also ich habe ehrlich gesagt auch schon an Hornspäne und Nitrophoska gedacht...?
Danke, Chris.
Hallo zusammen.
Ich kann Heike nur beipflichten, starker Rückschnitt fördert das Längenwachstum, wachsen lassen ohne Schnitt lässt ein stärkeres Dickenwachstum zu. Deshalb: Einmal im Jahr schneiden und zwar im Frühjahr während der Blattentwicklung, der Schnitt wird dann vom Baum am besten vertragen.
Außerdem würde ich niemals und keine Pflanze mit viel Nitratstickstoff düngen. Dieser ist sofort pflanzenverfügbar, die Pflanze schießt unheimlich, hat aber weiche Triebe, ein gefundenes Fressen für Schädlinge a la Blattlaus. Also: entweder organisch düngen mit Hornspäne o. ä., dise müssen erst zersetzt werden, der Stickstoff wird nicht auf einmal pflanzenverfügbar oder mineralisch mit einem Depotdünger mit wenig Nitrat und hauptsächlich Stickstoff in anderen Verbindungen (entweder NH3 oder harzumhüllt oder noch anders (z.B.: Isobutyldiendiharnstoff))
Gruß
Holger
Ich kann Heike nur beipflichten, starker Rückschnitt fördert das Längenwachstum, wachsen lassen ohne Schnitt lässt ein stärkeres Dickenwachstum zu. Deshalb: Einmal im Jahr schneiden und zwar im Frühjahr während der Blattentwicklung, der Schnitt wird dann vom Baum am besten vertragen.
Außerdem würde ich niemals und keine Pflanze mit viel Nitratstickstoff düngen. Dieser ist sofort pflanzenverfügbar, die Pflanze schießt unheimlich, hat aber weiche Triebe, ein gefundenes Fressen für Schädlinge a la Blattlaus. Also: entweder organisch düngen mit Hornspäne o. ä., dise müssen erst zersetzt werden, der Stickstoff wird nicht auf einmal pflanzenverfügbar oder mineralisch mit einem Depotdünger mit wenig Nitrat und hauptsächlich Stickstoff in anderen Verbindungen (entweder NH3 oder harzumhüllt oder noch anders (z.B.: Isobutyldiendiharnstoff))
Gruß
Holger
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
- Frank Zappa -
Hallo Holger,holgerb hat geschrieben:...Außerdem würde ich niemals und keine Pflanze mit viel Nitratstickstoff düngen...
danke für Deine Stellungnahme und Erklärung. Ich nehme an, Du hast Dich informiert. Das Zeug, was ich meine, hat einen Nitrat-N-Anteil von 9,5% sowie Ammonium-N von 10,5%. Was ist schlimmer, bzw. welche Werte sollte ein mineralischer Dünger Deiner Meinung nach nicht überschreiten?
Den von Dir angesprochenen starken Wuchs kann ich komischer Weise noch nicht festellen, was mich auch wundert (vielleicht habe ich aus Angst zu gering dosiert). Ebenfalls kann ich nicht beobachten, daß die Triebe weich oder voller Läuse sind. Die Läuse besuchten meine Bäume gleich nachdem die Blätter sich öffneten, da gab's eine bilogische Dusche von Neudorff und seit dem gibt's keine Besuche mehr.
Ich habe hier noch ein Produkt aus ähnlicher Serie entdeckt, daß schwerpunktmäßig (fast) nur Stickstoff liefert, bitte schau' mal hier: LINK. Desweiteren ein Depot-Dünger: LINK. Deine Meinungen würden mich sehr interessieren!
Danke + Grüße, Chris.
Hallo Chris,
Holger und ich sind uns weitestgehend einig!
Dennoch mache ich gewisse Unterschiede zwischen Bäumen, die erst einmal nur dick werden sollen (die kriegen schon mal mehr und "fetteres" Futter) und Bäumen, die schon in der Verfeinerungsphase sind und daher kein allzu starkes Wachstum mehr machen, sondern eine schöne Verzweigung bekommen sollen.
Bei den Bäumen in der sogenannten Materialentwicklungsphase, die erst einmal dicke Stämme bekommen sollen, schneide ich auch einmal im Jahr, wegen der Form und des Wuchskraftausgleichs, damit Äste im unteren Bereich nicht absterben und die Spitze nicht unproportional immer stärker und dicker wird.
Viele Grüße,
Heike
Holger und ich sind uns weitestgehend einig!
Dennoch mache ich gewisse Unterschiede zwischen Bäumen, die erst einmal nur dick werden sollen (die kriegen schon mal mehr und "fetteres" Futter) und Bäumen, die schon in der Verfeinerungsphase sind und daher kein allzu starkes Wachstum mehr machen, sondern eine schöne Verzweigung bekommen sollen.
Bei den Bäumen in der sogenannten Materialentwicklungsphase, die erst einmal dicke Stämme bekommen sollen, schneide ich auch einmal im Jahr, wegen der Form und des Wuchskraftausgleichs, damit Äste im unteren Bereich nicht absterben und die Spitze nicht unproportional immer stärker und dicker wird.
Viele Grüße,
Heike
Danke Euch allen für die Antworten.
Ich verwende einen 2-Komponentendünger. 50% mineralisch schnell verfügbar, 50% Depotdünger für den Rest der Vegetationsperiode. Ich werde jetzt einfach mal unterschiedlich vorgehen. Einige Pflanzen lasse ich ungeschnitten bis zum Winter, einige werde ich Ende Mai beschneiden. Bin gespannt, ob ich Unterschiede feststellen werde.
Ich verwende einen 2-Komponentendünger. 50% mineralisch schnell verfügbar, 50% Depotdünger für den Rest der Vegetationsperiode. Ich werde jetzt einfach mal unterschiedlich vorgehen. Einige Pflanzen lasse ich ungeschnitten bis zum Winter, einige werde ich Ende Mai beschneiden. Bin gespannt, ob ich Unterschiede feststellen werde.
Gruß, Joachim
- Martin_S
- Beiträge: 11766
- Registriert: 05.01.2004, 20:26
- Wohnort: Linker Niederrhein, da wo et geil is'
Um wirklich schnell einen dickeren Stamm zu bekommen, solltest du den Baum im Garten einpflanzen und in der Wachstumsperiode nicht viel beschneiden. Zwei, drei Jahre und er ist erkennbar(!) dicker. Wenn du was schneidest, würde ich mich auf die Trieb im oberen Drittel beschränken, um hier die Proportion (dünnere Zweige) zu halten. Auf grund der apikalen Dominanz legen gerade die oberen Äste stärker zu. Das sieht am Ende wenig gut aus. Ich kann dir das mal anhand einiger Bilder (die ich aber erst machen muß!) zeigen. Der Werdegang eines einfach Palmatum über vier oder fünf Jahre.
Gruß
Martin S
Gruß
Martin S
Beste Grüße
Martin
Lieber Querlüften als Querdenken!
Martin
Lieber Querlüften als Querdenken!
hallo Martin,

das würde mich ja auch interessieren.Martin_S hat geschrieben:...Ich kann dir das mal anhand einiger Bilder (die ich aber erst machen muß!) zeigen. Der Werdegang eines einfach Palmatum über vier oder fünf Jahre...
Gruß
Frank
++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++
Frank
++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++
Hallo Martin,Martin_S hat geschrieben:Um wirklich schnell einen dickeren Stamm zu bekommen, solltest du den Baum im Garten einpflanzen und in der Wachstumsperiode nicht viel beschneiden. Zwei, drei Jahre und er ist erkennbar(!) dicker. Wenn du was schneidest, würde ich mich auf die Trieb im oberen Drittel beschränken, um hier die Proportion (dünnere Zweige) zu halten. Auf grund der apikalen Dominanz legen gerade die oberen Äste stärker zu. Das sieht am Ende wenig gut aus. Ich kann dir das mal anhand einiger Bilder (die ich aber erst machen muß!) zeigen. Der Werdegang eines einfach Palmatum über vier oder fünf Jahre.
Gruß
Martin S
mit dem Einpflanzen im Garten ist es aus Platzgründen schlecht bestellt. Außerdem stand einer der Fächerahorne in meinem Garten bevor ich ihn als einzigen von mehreren vor der Verticillium-Welke retten konnte. Der Boden ist ziemlich kontaminiert und nur welkeunempfindliche Pflanzenarten kommen durch.
Den Tipp, die verschiedenen Bereiche der Bäume unterschiedlich zu behandeln habe ich bereits in die Tat umgesetzt, klingt logisch.
Mal schauen, wie sie sich entwickeln.
Gruß, Joachim
Hallo Heike,Heike_vG hat geschrieben:...Dennoch mache ich gewisse Unterschiede zwischen Bäumen, die erst einmal nur dick werden sollen (die kriegen schon mal mehr und "fetteres" Futter) und Bäumen, die schon in der Verfeinerungsphase sind und daher kein allzu starkes Wachstum mehr machen, sondern eine schöne Verzweigung bekommen sollen...
ersteinmal danke für Deine Antwort! Die Vorgehensweise ist mir soweit auch klar geworden.
Ich habe da noch einen schlitzblättrigen, japanischen Ahorn in einer Baumschule gesehen, der hinsichtlich Stamm und Verzweigung wohl gutes Ausgangsmaterial bietet, aber natürlich teilw. stark vergeilt und aus der Form geraten ist. Würdest Du diesen Ahorn jetzt noch grob zurückschneiden, oder gar nicht mehr anfassen/schneiden? Desweiteren stellt sich mir die Frage, ob er in seinem Gefäß, was mit standardmäßiger Erde gefüllt ist, verbleiben soll, oder ob ich ihn in eine (große) Anzuchtschale topfen sollte, da ja die Zeit fürs Umtopfen normalerweise vorbei ist.
Grüße, Chris.


