Chin. Wacholder und "Nadelaustrieb"

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Daniel74
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Chin. Wacholder und "Nadelaustrieb"

Beitrag von Daniel74 »

Hallo,

bei meinem 15 Jahre alten chin. Wacholder, welchen ich nun erst seit ca. drei Wochen habe habe, sieht man vermehrt an den hellgrünen Triebspitzen einen nadelartigen Austrieb. Das trifft derzeit auf ca. 20% der Laubmasse zu. In diesem Beitrag (http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?t=6503) hier steht, dass es eventuell daran liegen könnte, dass der Baum zu viel gegossen wird....

Wie "trocken" darf ein Wacholder denn werden :?:

Ich muss dazu sagen, dass der Wacholder im Garten steht und eigentlich von morgens bis zum späten Nachmittag in der vollen Sonne steht. Dementsprechend trocken ist dann abends auch die Erde und der Baum wird gegossen (wenn es regnet steht er auch draussen....).

Die Erde besteht vornehmlich aus Akadama, muss aber schon älter sein, da die Erde schon eher "lehmartig" ist. Das Wasser selbst fliesst nach dem Giessen eigentlich auch recht gut ab, so dass sich nicht zuviel Staunässe vorhanden sein sollte. Gedüngt wird mit Düngebrocken, welche ausreichend vorhanden sind.....

Nun weiss ich auch nicht mehr, was ich machen soll. Wirklich die Triebe nadelartig wachsen lassen, ohne zu schneiden? Wird durch das Schneiden die Nadelbildung noch verstärkt? Wasser reduzieren (nur alle zwei Tage giessen)? Diesen Monat noch umtopfen?

Vielen Dank.

Grüsse,
Daniel
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Reiner
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Beitrag von Reiner »

Hallo Daniel,
der nadelige Austrieb ist Juvenillaub. Also eigentlich junges Laub. Bei einigen Wacholdersorten ist es so, dass sie bei Veränderungen mit juvenilem Austrieb reagieren. Das wird sich mit der Zeit wieder verlieren. Bis normales Laub wächst, kannst Du aber nicht viel tun, außer es zu ignorieren. Wenn Du nämlich jetzt alles zurückschneidest, wird der Baum umso mehr nadeliges Laub bringen. Du kannst ihn nun weiter ganz normal behandeln. Soll heißen, dass Du dieses Laub zupfst, um den Baum in Form zu bringen. Irgendwann treibt dann wieder das schuppige Laub. Nach ein paar Jahren fallen diese Nadeln dann aus und Dein Wacholder sieht wieder "normal" aus.
Reiner
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Daniel,

genau, Reiner sagt es.
Dass das von zuviel Wasser kommt ist blanker Unsinn - ein Bonsaimythos.
Wacholder brauchen bei sehr durchlässigem Substrat sehr viel und oft Wasser plus regelmässige Düngung, plus volle Sonne. Dann wird das ganz von selbst.
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Ich würde sogar behaupten, dass Chinawacholder (Shinpakus) von den üblichen Koniferen, die zum Bonsai gestaltet werden (Ausnahme: Taxodium) das meiste Gießwasser benötigen!
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zopf
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Beitrag von zopf »

Der Behauptung von Wolfgang möchte ich mich anschliessen.
mfG Dieter
Daniel74
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Beitrag von Daniel74 »

Dann bin ich ja beruhigt :D

Vielen Dank für die Antworten. Dann werde ich ihn mal so weiterpflegen, wie bisher.

Grüsse,
Daniel
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