Pinus thunbergii sayonara #renfra

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renfra
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Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von renfra » 14.02.2017, 06:21

Hallo Zusammen,

im Jahr 2015 ist diese Kiefer in meinen Besitz geraten. Ursprünglich war diese ca: 1m hoch und besaß die typischen Wagenräder.
Im ersten Schritt habe ich die Kiefer bis auf 60cm eingekürzt, die "Wagenräder" enschärft und das Grün der starken Äste zurück genommen.
Ausgenommen die neue Spitze, die habe ich so gelassen, damit der Saftfluss in ihr geleitet wird, sodass die Schnittstelle besser verheilt.
In der letzten Saison habe ich den Baum ausschließlich gedüngt und gewässert und keine weiteren Eingriffe getätigt.
Jetzt in meine Frage, ob ich jetzt schon in diesem Stadium bei den starken Trieben die Spitzen zurück nehmen soll, sodass ich eine bessere Rückknospung bekomme. Die schwächeren Triebe so lasse, oder nur die alten Nadeln die noch dran sind zupfe...

Ich freue mich auf eure Antworten.

Lg René
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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von Köhler Rudolf » 14.02.2017, 07:20

Hallo René,

wenn es mein Baum wäre, würde ich nur Nadeln schneiden.
Sowohl in der Länge als auch in der Dichte.

Dann weiter fett düngen.

Viele Grüße
Grüße
Rudi K.

renfra
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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von renfra » 14.02.2017, 12:58

Hallo Rolf,

Dankeschön für deine Antwort.

Um wieviel meinst du sollte ich die Nadeln kürzen bzw. wie viele Nadelpaare soll ich stehen lassen?
Oder meintest du den Trieb von vorne bis auf eine gewisse Zentimeterangabe einkürzen (inkl. Terminalknospe)?

Lg René

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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von ChristianB » 14.02.2017, 15:03

Vorrausgesetzt der Baum ist gesund:
4 Nadelpaare pro Trieb, max. zwei Knospen.
Wenn die Länge der Nadeln nicht deutlich unterschiedlich ist, brauchst Du sie nicht kürzen.
Wenn Du im Sommer auf Rückknospung gehen möchtest lass zwei Nadelpaare mehr stehen. (Es kommt halt immer ein wenig darauf an, welches Ziel man sich für die Wachstumssaison vorgenommen hat.)
Viele Grüße

Christian

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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von renfra » 14.02.2017, 15:36

Hallo Christian Dankeschön für den Tipp. Mein Ziel ist eine Rückknospung und ein Aufbau der Feinverzweigung. Also an den starken Trieben von hinten an die Nadeln weg zupfen und vier bis sechs Paare stehen lassen?

LG René

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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von ChristianB » 15.02.2017, 15:16

Nein.
Lass an allen(!) Trieben 6 Nadelpaare stehen.
Dünge den Baum das ganze Jahr über so stark wie möglich.
Lass den neuen Austrieb bis Ende August/ Mitte September wachsen und schneide ihn dann komplett ab.
Anschließend wird der Baum viele neue Knospen auch im alten Holz bilden, aus denen Du im nächsten Jahr die neue Verzweigung aufbauen kannst.
Viele Grüße

Christian

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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von renfra » 15.02.2017, 19:25

Dankeschön Christian.

Werde dann mal später wenn die Arbeiten getan sind bessere Fotos rein stellen.

Grüße René

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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von Martin_S » 15.02.2017, 22:40

ChristianB hat geschrieben:Nein.
Lass an allen(!) Trieben 6 Nadelpaare stehen.
Dünge den Baum das ganze Jahr über so stark wie möglich.
Lass den neuen Austrieb bis Ende August/ Mitte September wachsen und schneide ihn dann komplett ab.
Anschließend wird der Baum viele neue Knospen auch im alten Holz bilden, aus denen Du im nächsten Jahr die neue Verzweigung aufbauen kannst.

Hey Chris!
Willkommen daheim :)

Was machst du mit dem Austrieb im Frühjahr? Und wieviele nadelpaare lässt du nach august September dran? Wieder nur 4-6?
Beste Grüße
Martin

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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von Chri » 16.02.2017, 12:00

Den Austrieb vom Frühjahr normalerweise durchtreiben lassen und dann komplett einkürzen, also die gesamte neue Kerze aus dem diesjährigen Austrieb.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph

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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von ChristianB » 16.02.2017, 14:54

Martin_S hat geschrieben:
ChristianB hat geschrieben:Nein.
Lass an allen(!) Trieben 6 Nadelpaare stehen.
Dünge den Baum das ganze Jahr über so stark wie möglich.
Lass den neuen Austrieb bis Ende August/ Mitte September wachsen und schneide ihn dann komplett ab.
Anschließend wird der Baum viele neue Knospen auch im alten Holz bilden, aus denen Du im nächsten Jahr die neue Verzweigung aufbauen kannst.

Hey Chris!
Willkommen daheim :)

Was machst du mit dem Austrieb im Frühjahr? Und wieviele nadelpaare lässt du nach august September dran? Wieder nur 4-6?
Im Moment bin ich noch in Tokyo. Morgen geht es nach Hause...

Mit dem Austrieb im Frühjahr macht man gar nichts, einfach wachsen lassen.
Der Baum tankt dann viel Kraft. Der komplette Austrieb des Jahres wird abgeschnitten und das so spät, dass der Baum keinen zweiten Austrieb mehr macht. Dann bekommt man unendlich viele neue Knospen, mit denen man im nächsten Jahr arbeiten kann.
Voraussetzung ist aber immer, dass der Baum gesund ist und er voll gedüngt wird!
Viele Grüße

Christian

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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von Chri » 16.02.2017, 17:14

Ich würd des aber nur bei thunbergis machen, sylvestris und mugos solln mit dem mekiri zwar auch klar kommen, aber da wärs für mich zu riskant ob wirklich nochmal Knospen kommen oder nicht.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph

renfra
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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von renfra » 18.02.2017, 22:59

Hallo Zusammen,

Ich werde dann mal die Kiefer bearbeiten und dann ein paar bessere Bilder online stellen.

Gruß René

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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von ChristianB » 20.02.2017, 09:05

Chri hat geschrieben:Ich würd des aber nur bei thunbergis machen, sylvestris und mugos solln mit dem mekiri zwar auch klar kommen, aber da wärs für mich zu riskant ob wirklich nochmal Knospen kommen oder nicht.
Vielleicht noch ganz kurz zur Klarstellung: Mekiri ist das Schneiden des Wachstums bei zweinadeligen Kiefern (die einen zweiten Austrieb machen) im Juni, um den zweiten Austrieb zu erzwingen. Ziel ist hauptsächlich, mit dem zweiten Austrieb kürzere Nadeln zum Ende der Wachstumsperiode zu erhalten. Das funktioniert verlässlich nur bei Bäumen, die sicher einen zweiten Austrieb machen (jap. Schwarz- und Rotkiefer). Diese Technik wird auch nur bei reifen Bäumen angewendet.

Bei der von mir beschrieben Technik zur Rückknospung soll der zweite Austrieb eben vermieden werden. Daher wird viel später im Jahr geschnitten und der Baum bildet dann verstärkt Knospen für das nächste Jahr, auch im alten Holz.

Und diese Technik funktioniert auch sehr gut bei unseren einheimischen Kiefern. Ich persönlich habe damit sehr gute Ergebnisse bei P. sylvestris und P. nigra erzielt. Von Freunden weiß ich das es auch mit P. mugo funktioniert.
Da die Arten nur ganz selten einen zweiten Austrieb schaffen, kann man den Rückschnitt irgendwann zwischen Mitte Juli und Ende August machen (am besten sogar noch etwas vom vorjährigen Austrieb wegschneiden). Im Oktober sind die Bäume dann voll mit neuen Knospen für das nächste Jahr.
Immer vorausgesetzt, dass die Bäume wirklich gut gedüngt werden.
Viele Grüße

Christian

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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von abardo » 20.02.2017, 09:22

Hallo Christian,
verstehe ich das richtig, dass deine Kiefern dann nach dem Rückschnit ab Juli/August komplett ohne Nadeln dastehen ?

Ich hab das ja mal ähnlich mit einer Mädchenkiefer gemacht (allerdings hab ich eben die letztjährigen Nadeln drangelassen, damit der Baum überhaupt noch Nadeln hatte). Die Knospenbildung war enorm.
Siehe viewtopic.php?f=9&t=40566&start=15#p477185
Grüße, Frank
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Re: Pinus thunbergii sayonara #renfra

Beitrag von Chri » 20.02.2017, 11:44

@Christian:
Ja ich weis auf was du raus wolltest, ich hab das selber mit verwechselt bei den zwei Techniken.^^

@Frank:
Es bleiben 4-6 Nadelpaare dran bis ins nächste Jahr.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph

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