Mädchenkiefer von Frank (#B19)

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Andreas R.
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Re: Mädchenkiefer von Frank

Beitrag von Andreas R. » 16.12.2014, 16:35

abardo hat geschrieben:
Andreas R. hat geschrieben:Diese Luftwurzeln müssen weg, die sind die Ursache der inversen Verjüngung. Bei Wurzeln ist das genau andersrum wie bei Ästen. Sie bewirken eine Verdickung oberhalb der Ansatzstelle, während der Stamm darunter dünn bleibt.
Ah, ich geh davon aus, dass du da aus Erfahrung sprichst, wär ja der Knaller und eine wirklich wichtige Info.
Ja, das ist wirklich so.
Wenn man sich die Physiologie der Bäume anschaut wird auch klar warum:

In dieser Zeichnung ist links eine hoch ansetzende Wurzel. Das Wasser, dass diese Wurzel dem Baum zuführt wird oberhalb der Ansatzstelle der Wurzel nach oben transportiert, deshalb ist der Stamm oberhalb dicker.
Bei dem Ast auf der rechten Seite ist es genau anders herum. Er zieht Wasser aus dem Stamm ab, deshalb wird der Stamm oberhalb dünner.
verjuengung.jpg
verjuengung.jpg (115.1 KiB) 1388 mal betrachtet
abardo hat geschrieben:[…] Und drahte die restlichen, dünnen Äste schonmal richtig hin.
Ich drahte um diese Jahreszeit keine Kiefern, aber da gibt es unterschiedliche Ansichten.

Eine Mädchenkiefer wächst nicht so stark wie eine Schwarzkiefer und erst recht nicht so wie ein Apfel.
Aber in vier Jahren kann man da schon was erreichen, vor Allem was die Verzweigung angeht.
Versuch doch nächstes Jahr mal die Kerzen nicht im Frühjahr zu pinzieren sondern warte bis Juli und kürze sie dann mit der Schere. Darauf reagieren Kiefern normalerweise mit guter Rückverknospung, auch an nicht mehr ganz neuen Zweigen.

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abardo
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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von abardo » 25.07.2016, 18:32

Hi,

letztes Jahr habe ich zum Test (ala: mal gucken, was passiert) an meiner Mädchenkiefer etwas ungewöhnliches gemacht.
  • als es im August Zeit war, die alten Nadeln zu entfernen, hab ich ihr in den inneren Bereichen normal die alten Nadeln entfernt
  • an den Triebenden jedoch überall die diesjährigen Nadeln (also die in 2015 gekommen waren) abgezupft
  • und bis heute auch nichts abgeschnitten
Die Grundidee war ein "was solls, die Triebe waren sowieso lang genug, schlimmstenfalls kommt dann da gar nichts mehr, dann schneide ich den Trieb am Ende halt ab".

Und was ist passiert ? Nicht nur die Knospen am Ende des Triebes haben in 2016 normal ausgetrieben, sondern die Rückknospung kurz vor dem Triebende war enorm. Alle äusseren Puschel sind momentan so dicht, dass ich kaum ein Foto machen kann (hab extra ein Stück Draht eingefädelt und den Puschel auseinandergebogen, um überhaupt etwas zeigen zu können).
DSC02693.jpg
  • gelb waren die Endknospen 2015
  • rot sind die vorjährigen Nadeln gewesen (also von 2014), die nun fast von alleine austrocknen und abfallen
  • blau sind die neuen Mini-Verzweigungen, die gleichzeitig mit den Endknospen dieses Jahr aufgegangen sind und genau so lange Nadeln haben wie die an den Endknospen
Die Rückknospung ist so enorm, dass ich in diesem August die Triebenden alle komplett wegschneiden kann, übrig bleibt dann nur noch eine echte Verzweigung mit superkurzen Internodien.

Ich würde das jetzt nur wieder machen, wenn ich wieder diesjährige und vorjährige Nadeln hätte. Wenn jetzt jedoch die Nadeln von 2014 abfallen, habe ich an den Enden nur noch Nadeln aus 2016 und die werde ich dann bestimmt auch 2017 dranlassen müssen. Wiederholen kann ich das dieses Jahr auch nicht an den inneren Trieben, an denen ich letztes Jahr normal die alten Nadeln entfernt hatte, an denen ist nämlich so gut wie gar nichts passiert (links unten sind z.B. zwei davon zu sehen, die haben halt lange grüne Nadeln aus 2016 und ganz spärliche Nadeln aus 2015).

Da ich nur eine Mädchenkiefer habe, kann ich das also frühestens 2017 wiederholen und das Resultat 2018 begucken.

Kennt jemand diesen Effekt ? Oder kann sich das jemand erklären ?
Hab ich die Kiefer so unter Stress gesetzt, dass die alles mobilisiert hat ?


... der ganze Baum sieht mittlerweile übrigens so aus.
DSC02694.jpg
Mädchen 2016
Haupsächlich habe ich in 2015/2016 den Auslegerast schonmal annähernd in die von Hans vorgeschlagene Position gebracht und die Luftwurzeln entfernt (die Verdickung am ersten Ast wirkt nur auf dem Foto so). Fehlt noch eine Etage mit einem Kronenpuschel, der Ast ist dafür schon ausgesucht, aber noch zu kurz.
Zuletzt geändert von abardo am 20.02.2017, 10:02, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von abardo » 25.09.2016, 17:51

Der unterste Auslegerast ist gefallen, ich geh hier mal den ganz klassischen Weg. Jeder Baum, wie er's braucht.
DSC02895.jpg
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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von abardo » 19.06.2017, 12:13

Hi,

mein oben beschriebener "Trick" mit dem Entfernen der diesjährigen Nadeln hat zu einem unglaublich dichten Wuchs und nur knapp 2cm langen Nadeln geführt. Idealerweise hab ich das gemacht, als klar war, das alle Äste und Zweige die gewünschte Länge hatten und der Baum absolut fit und eingewöhnt war.

IMG_3145.jpg
IMG_3146.jpg
IMG_3147.jpg
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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von Fabiansan » 19.06.2017, 20:27

Und wie sieht der ganze Baum aus?
Ich probiere das mal nächstes Jahr an einer Schwarzkiefer. Bin mal gespannt.
Lieben Gruß
Fabian

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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von abardo » 19.06.2017, 20:33

Hi Fabian,
den ganzen Baum siehst du oben. Ein aktuelles Bild stell ich ein, wenn ich im August die alten Nadeln entfernt habe.

Bitte probier das NICHT an einer Schwarzkiefer. Bei einer Schwarzkiefer bleiben die alten Nadeln zumeist nicht länger als zwei Jahre dran. Wenn du einer Schwarzkiefer die diesjährigen Nadeln entfernst, könntest du einen Baum ohne Nadeln erhalten, was wahrscheinlich den Tot des Baumes bedeuten würde.
Grüße, Frank
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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von abardo » 06.12.2017, 11:18

Hi,

das Mädchen wurde nun auch für den WInter fertig gemacht, einige Puschel entfernt (war wirklich zu dicht) ...

IMG_3582.jpg
eine Seite
IMG_3583.jpg
andere Seite

Nur gefällt mir mittlerweile eine Ansicht viel besser. Die hier:

IMG_3584.jpg
neue Seite ?

Ok, der Pflanzwinkel passt dann nicht ganz, die Krone müsste ein wenig nach vorne bewegt werden und die Äste bräuchten noch etwas mehr Bewegung.

Nur: was nehm ich bei der Position für eine Schale ?
Hatte mal virtuell eine fast würfelige Schale genommen, eine runde, eine achteckige und natürlich auch ein "normale" rechteckige, selbst eine flache Mondschale. Sah alles irgendwie doof aus, weil der Stamm dann doch recht hochbeinig wird.

Wer hat Ideen ?
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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von zopf » 06.12.2017, 11:54

Hallo
Beim mittleren Bild ist der unterste Stammteil am wenigsten störend.
mfG Dieter
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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von Sebastian O » 07.12.2017, 11:03

Hi Frank,

Dieters Meinung schließe ich mich an, ich find die bisherige Vorderseite auch besser. Bei dieser (also der bisherigen) Ansicht fänd ich es aber besser, wenn mehr vom Stammverlauf zu sehen wäre. Bei der Schale wär ich für eine unglasierte, ovale mit spitzen Füßen, die das "zehenspitzenhafte" vom Stammansatz aufgreifen.
LG
Sebastian

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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von Heike_vG » 07.12.2017, 13:50

Hallo Frank,
ich würde die Mädchenkiefer so viel tiefer einpflanzen, dass der viel zu dünne Stammansatz unter der Erde verschwindet. Wurzelhormon drauf, ein wenig Sphagnummoos vielleicht noch drüber und dann bedecken. Vielleicht bilden sich dann sogar ein paar neue Wurzeln weiter oben.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland

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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von abardo » 07.12.2017, 14:24

Hi Leute,

erstmal danke für eure Ideen.

Das Problem mit dem Baum war leider schon immer, dass es mal Luftwurzeln gab, die den oberen Stamm verdickt haben. Das fällt bei den Fotos deutlicher auf als "live" und seit ich den habe, hat sich das auch kaum geändert, die Verdickung wird wohl noch sehr lange bleiben, falls sich das überhaupt je komplett verwächst.

Also "verstecken" = mittlere Ansichtseite oder Heikes Idee folgen ... hm.

Da ich Bäume nur ungerne auf einer Seite entwickel und hier auch die Krone rundherum schon recht nett ist, werd ich die dann wohl, wie Heike vorgeschlagen, tiefer einpflanzen. Dann wäre die Schale bis auf die richtige Grösse ja erstmal egal.

Hab jetzt nicht gross gesucht ... kann man bei einer Mädchenkiefer auch Wurzeln ablaktieren ?
Vielleicht probier ich das einfach mal ...
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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von Chri » 07.12.2017, 15:49

Frank hast du schonmal versucht nur in dem Bereich öfter mal kleine Verletzungen zu verursachen das sich das schneller verdickt?
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph

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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von abardo » 07.12.2017, 15:59

Hi Christoph,
bei dem Baum noch nicht, aber schon bei anderen Kiefern, hat kaum bis gar nicht geklappt.
(bei Äpfeln klappt das prima)
Grüße, Frank
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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von mydear » 07.12.2017, 18:16

abardo hat geschrieben:
07.12.2017, 15:59
bei dem Baum noch nicht, aber schon bei anderen Kiefern, hat kaum bis gar nicht geklappt.
(bei Äpfeln klappt das prima)
Hallo Frank,

kannst du das auch mit Bildern des Apfels zeigen? Und /oder deinen erfolgreichen Weg beschreiben?
Falls es hier stört gerne in einem eigenen Thread.

Grüße
Rainer

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Re: Mädchenkiefer von Frank (#B19)

Beitrag von Sebastian O » 07.12.2017, 18:29

Hi Frank,

Bilder täuschen ja bekanntlich, aber vielleicht könntest Du sie auch so ungefähr einpflanzen, dann wäre das Problem am Stammansatz gleich gelöst. Die Krone müsstest Du dann halt entsprechen neu ausrichten. Wenn sich Wurzeln an der Mädchenkiefer gut ablaktieren lassen (weiß ich auch nicht...) ist so auf Dauer vielleicht sogar ein richtig gutes Nebari drin. Nur so ein Gedanke...
MK-_Frank.jpg
LG
Sebastian

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