Feige als Bonsai

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mydear
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Feige als Bonsai

Beitrag von mydear » 04.01.2018, 23:01

Hallo,

diese Feige habe ich 2016 von einem AK-Kollegen übernommen. Nach dem Winter trieb sie erst Mitte Mai aus (kommen die immer erst so spät?). Dafür konnte im Herbst die erste Ernte eingefahren werden. Natürlich habe ich gleich probiert (saubitter!!!). Die letzte Frucht hängt jetzt noch am Baum, die probiere ich erst wenn sie abfällt.

Mich stören die langen Äste, die ich stark Einkürzen möchte. Ich hoffe auf Rückknospung an den Ästen. Der Vorbesitzer meinte dies hat nicht immer geklappt, teilweise sind Äste abgestorben.

Da ich bisher keine Erfahrung mit Feigen habe wende ich mich an euch:
- wann wird zurückgeschnitten?
- kann problemlos abgesetzt werden?
- was ist sonst zu beachten?
Ich habe irgendwo gelesen man soll Ende April die Endknospen ausbrechen dass es klappt. Papier ist geduldig, ich traue dem nicht. Wer von euch kann helfen?
2017-07-14 -1.jpg
Juli 2017
2017-07-14 -2.jpg
erste Früchte
2017-07-14 -3.jpg
zu lange Äste: wie schafft man die Rückknospung?
2017-10-18 -1.jpg
Okt 2017
2017-10-18 -2.jpg
2017-10-18 -3.jpg
alles nur nicht süß....

Grüße
Rainer

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mydear
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Re: Feige als Bonsai

Beitrag von mydear » 04.01.2018, 23:02

ganz vergessen:

- überwintert wurde im Kalthaus bis -5 °C, was scheinbar problemlos vertragen wurde

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hwolf
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Re: Feige als Bonsai

Beitrag von hwolf » 06.01.2018, 11:40

Hallo Rainer,

ich pflege zwei Feigen, eine als Shohin und eine etwa 50cm große. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die eher in Ruhe gelassen werden wollen. Die Blattgröße ist sehr abhängig vom verfügbaren Wurzelraum. Im ersten Jahr nach dem Umtopfen machen sie riesige Blätter, die aber dran bleiben müssen, sonst wird die Feige zu stark geschwächt und dümpelt nur so rum.
Bei mir und nach meiner Erfahrung ist es am Besten, nur einmal im Jahr etwa Ende Juni zu schneiden. Ab Austrieb wird kräftig gedüngt bis ca. eine Woche vorm Schnitt, dann einen guten Monat nicht mehr und die Feige antwortet mit Rückknospung und angenehmen Proportionen bei Nodien und Blättern. Ich lasse eher ein paar mehr Augen stehen und schneide nach dem neuen Austrieb, wenn die Blätter da sind auf die gewünschte neue Verzweigung zurück. Wenn man rigoros von einem Ast nur einen Stumpf mit einem Auge vorne lässt, dann stirbt der einfach ab. Wahrscheinlich treibt die Feige dann aus dem Astansatz am Stamm neu aus.
Abmoosen ist überhaupt kein Problem. Ich überwintere auch im Kalthaus, wobei mein größeres Exemplar auch schon ungeschützt draußen stand.
Aufpassen muss man auch bei Spätfrösten, da verlieren sie schnell alle angelegten Knospen und brauchen dann bis Juli, um noch in die Gänge zu kommen. Dafür dann aber meist umso stärker treiben.
Soweit meine Beobachtungen.

Lieben Gruß
Heinrich
Soft skills for hard woods.

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mydear
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Re: Feige als Bonsai

Beitrag von mydear » 06.01.2018, 23:21

Danke Heinrich für deine Infos.
Im Frühjahr werde ich die Feige mit leichtem Wurzelschnitt umtopfen. Sollte bis Juni kräftiger Austrieb vorhanden sein bekommt sie einen Rückschnitt.

Ich überlege allerdings die Feige zur kräftigen Entwicklung in den Garten auszupflanzen. Es muss auch keine dauerhafte Bonsai-Karriere bleiben. Den könnte ich mir stattdessen als Kübelpflanze vorstellen.

Grüße
Rainer

ManuelaR
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Re: Feige als Bonsai

Beitrag von ManuelaR » 10.08.2018, 10:39

Hallo Rainer

Ich habe seit letztem Jahr ebenfalls eine kleine Feige.
Nachdem sie eine Frucht angesetzt hat, habe ich gegoogelt, da ich keine Blüte gesehen habe.
Herausgefunden habe ich dann, dass die Frucht ja eigentlich die Blüte ist und dass es eine Feigenwespe zur Bestäubung braucht.
Da bei der Bestäubung die Wespe meistens in der Feige eingeht, sind Feigen eigentlich nicht mehr vegetarisch.
Hoffentlich habe ich niemandem jetzt den Appetit verdorben.
Gruss Manuela
Dateianhänge
Kleine Feige.jpg
kleine Feige

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Re: Feige als Bonsai

Beitrag von Heike_vG » 10.08.2018, 11:04

Hallo, Ihr Lieben,

vor vielen Jahren, ich glaube 1994, habe ich mir mal eine echte Feige im Blumentopf gekauft, aber wegen ihrer doch recht groben Zweige und großen Blätter habe ich damals bald beschlossen, sie nicht zum Bonsai zu machen, sondern habe sie als Kübelpflanze größer wachsen lassen. Es gibt sehr wohl recht ansehnliche Feigen-Bonsai, da habe ich inzwischen einige gesehen, aber das habe ich später nicht mehr versucht.
Vor ca. 20 Jahren haben meine besagte und noch eine große, als Hochstamm im Kübel gewachsene Feige (die ich inzwischen leider nicht mehr habe), in einem sehr schönen, warmen, langen Sommer einmal reife Früchte hervorgebracht. Der Hochstamm bläuliche, der niedrige Busch gelbliche. Seither waren die Sommer hier im Hamburger Umland den Feigen nie lang, trocken und warm genug, so dass die angesetzten Früchte nicht reiften und stets noch grün faulten und abfielen. Dieses Jahr jedoch ist der Sommer wieder so, wie die Feigen ihn lieben. Zwei zuckersüße gelbe Feigen konnte ich in den letzten Tagen bereits genießen und noch weitere wollen heranreifen. Wenn sie weich werden und die Schale leicht zu glänzen beginnt, dann ist es soweit.
Werden die noch grünen Früchte vom Herbst eingeholt und das Laub fällt ab, bleiben die unreifen Feigen oft noch länger an der Pflanze, aber sie reifen nicht mehr und fallen im Laufe des Winters im Kalthaus oder spätestens im nächsten Frühjahr ab, ehe das neue Wachstum einsetzt.

Leider habe ich noch nie eine Wespe an den Feigenblüten beobachten können. Aber passiert sein muss die Befruchtung ja irgendwann... 8)

Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland

ManuelaR
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Re: Feige als Bonsai

Beitrag von ManuelaR » 10.08.2018, 12:50

Hallo Heike
Die Feigenwespen sind anscheinend nur 2-3 mm gross (oder klein)
Und zudem soll es auch noch eine durch eine Mutation entstandene Variante der Essfeige geben, der die Früchte ohne Bestäubung bildet.
Vielleicht haben wir ja solche Feigen.
Aber die Hauptsache ist ja, dass es Früchte hat :-D
Hier der Link dazu
https://www.heise.de/tp/features/Wespen ... 06477.html
Gruss Manuela

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