Findlings-Fichte

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
Michael 86
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Re: Findlings-Fichte

Beitrag von Michael 86 »

Hallo Rainer

Was mir auffällt, bei Betrachtung des Ursprungsfotos, sind die Astansätze. Die hast du von leicht aufstrebend zu nach unten hängend gestaltet, was sehr realistisch gelungen ist.
Wie dick waren diese Äste bei der Biegung? Wie hast du es geschafft, die so stark am Ansatz abzusenken? Oder waren die Äste möglicherweise nicht so dich, wie es auf den Fotos scheint...

Mir gefällt sie sehr gut so
Grüße Michael :)

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mydear
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Re: Findlings-Fichte

Beitrag von mydear »

Michael 86 hat geschrieben:
16.10.2020, 07:19
Was mir auffällt, bei Betrachtung des Ursprungsfotos, sind die Astansätze. Die hast du von leicht aufstrebend zu nach unten hängend gestaltet, was sehr realistisch gelungen ist.
Wie dick waren diese Äste bei der Biegung? Wie hast du es geschafft, die so stark am Ansatz abzusenken? Oder waren die Äste möglicherweise nicht so dich, wie es auf den Fotos scheint...
Danke Michael für deinen Zuspruch,

die Äste der Fichte waren noch recht biegsam und kamen alle aus dem oberen Kronenbereich. Die stärksten Äste wurden entfernt, es gab zum Glück genügend Auswahl. Das Herunterbiegen um mehr als 90 Grad habe ich in mehreren Schritten über 2 Tage gemacht. Neben eng anliegendem Aludraht wurde mit Zugdrähten fixiert. Dazu kamen kurzfristig auch gummiummantelte Schlaufen am Astansatz. Die Astdicke betrug geschätzt ca. 10 mm. Durch die starken Biegungen sind 3 Astansätze verdickt. Das war nicht zu vermeiden. Man sieht es beim genauen Betrachten auch, weil sie mittlerweile bis zu 20 mm dick sind.
Insgesamt also kein Hexenwerk, sondern geduldiges Entwickeln einer noch recht gut formbaren Jungpflanze über 10 Jahre. Bei dickeren, verholzten Ästen dürfte es nicht mehr so einfach funktionieren.

Grüße
Rainer
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eingewachsene Drahtspuren
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mehrere Äste aus dem gleichen Gipfelabschnitt
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bis 20 mm starke Astansätze
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Sanne
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Re: Findlings-Fichte

Beitrag von Sanne »

Hallo Rainer,

Deine Fichte sieht nach dem Drahten wieder sehr gut aus. *daumen_new*
Nur schade, dass die Rinde im unteren Stammbereich aufgerissen ist. Kannst Du nicht Borkenstücke von anderen Bäumen sammeln und auf die Stelle kleben? (Habe ich bei meiner Waldkiefer schon gemacht).

Grüße, Sanne

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mydear
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Re: Findlings-Fichte

Beitrag von mydear »

Sanne hat geschrieben:
16.10.2020, 13:27
Deine Fichte sieht nach dem Drahten wieder sehr gut aus. *daumen_new*
Nur schade, dass die Rinde im unteren Stammbereich aufgerissen ist. Kannst Du nicht Borkenstücke von anderen Bäumen sammeln und auf die Stelle kleben? (Habe ich bei meiner Waldkiefer schon gemacht).
Hallo Sanne, danke für dein Lob.
Die aufgerissene Rinde möchte ich unbedingt so belassen. Das ist Naturgewalt, das ist Leben, das zeigt den täglichen Kampf der Fichte gegen alle Widrigkeiten. Es bietet dem Blick Abwechslung und zeigt die gesunde Aktivität des Baumes.

Grüße
Rainer
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Georg
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Re: Findlings-Fichte

Beitrag von Georg »

Ich glaube, Rainer, wir müssen mal gemeinsam meine waldähnliche Ansammlung an Fichtensämlingen in gemeinsamer Schale aus dem eigenen Vorgarten angehen. Wie wär´s nächstes Jahr?
Zum Vorzeigen gibts noch nichts; sind aber nach meinem Ermessen kerngesund!
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

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mydear
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Re: Findlings-Fichte

Beitrag von mydear »

Georg hat geschrieben:
16.10.2020, 14:16
Ich glaube, Rainer, wir müssen mal gemeinsam meine waldähnliche Ansammlung an Fichtensämlingen in gemeinsamer Schale aus dem eigenen Vorgarten angehen. Wie wär´s nächstes Jahr?
Sehr gerne Rüdiger, wir müßten nur noch ausknobeln wer das Drahten übernimmt *schwitz*
Notfalls machen wir einen Wald mit überwiegend abgestorbenen Fichten...

Grüße
Rainer
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Georg
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Re: Findlings-Fichte

Beitrag von Georg »

A la Bayerischer Wald ?
Du weißt doch, wir können uns über alles unterhalten.... :lol:
Gruß
Rüdiger
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nemsi
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Re: Findlings-Fichte

Beitrag von nemsi »

Hallo Rainer,

mir gefällt diese Fichte ausgesprochen gut. Der Kallus am Stamm wird sich bei ausreichend Sonneneinstrallung (evtl. unter Mithilfe von Ginmittel) auch wieder farblich anpassen, falls Du das überhaupt willst. *daumen_new*
Liebe Grüße
Robert

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Harrybo
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Re: Findlings-Fichte

Beitrag von Harrybo »

Hallo Rainer,
da hast Du eine schöne Gestaltung mit reichlich Potential geschaffen!
Beim Anblick Deines erste Wurzelschnitts, wurde mir ganz anders!
Leider habe ich bei einer ähnlichen Maßnahme, an einer über 30jährigen Fichte,
den Weg in die Bio-Tonne eingeleitet! Im nachfolgenden Frühjahr zeigte sie mir, trotz
frostfreier Überwinterung die tote, ROTE KARTE!
Um so mehr freue ich mich, dass Deine alles gut überstanden hat.

LG.
Harrybo

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mydear
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Re: Findlings-Fichte

Beitrag von mydear »

nemsi hat geschrieben:
17.10.2020, 18:49
mir gefällt diese Fichte ausgesprochen gut. Der Kallus am Stamm wird sich bei ausreichend Sonneneinstrallung (evtl. unter Mithilfe von Ginmittel) auch wieder farblich anpassen, falls Du das überhaupt willst. *daumen_new*
Danke Robert, das wäre einen Versuch wert die Rinde farblich etwas anzupassen.

Grüße
Rainer
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mydear
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Re: Findlings-Fichte

Beitrag von mydear »

Harrybo hat geschrieben:
17.10.2020, 20:58
Beim Anblick Deines erste Wurzelschnitts, wurde mir ganz anders!
Leider habe ich bei einer ähnlichen Maßnahme, an einer über 30jährigen Fichte,
den Weg in die Bio-Tonne eingeleitet! Im nachfolgenden Frühjahr zeigte sie mir, trotz
frostfreier Überwinterung die tote, ROTE KARTE!
Um so mehr freue ich mich, dass Deine alles gut überstanden hat.
Danke für deinen Zuspruch, Harrybo. Ich denke heute genauso erstaunt darüber nach.
Im Nachhinein frage ich mich ob es Glück war, oder die zweijährige Wartezeit, die der Fichte Kraft zum Überleben gegeben hat. Sprich, den den Nadelbäumen genügend Zeit zum Regenerieren geben.

Grüße
Rainer
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