Ein ungewöhnliches Projekt - Korkenzieher-Hasel

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Julez
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Ein ungewöhnliches Projekt - Korkenzieher-Hasel

Beitrag von Julez » 18.11.2007, 15:36

Tach zusammen :)

Da es ziemlich ungewöhnlich ist diese Baumart in die Richtung Bonsai zu bringen habe ich es trotzdem mal versucht ;) einziges Manko bis jetzt waren die wirklich grossen Blätter ansonsten...schaut selber ;) Hat jemand Erfahrungen oder schon gar einen Baum dieser Sorte? BITTE posten oder schreiben :) Im Frühjahr werde ich mal anfangen mir eine Strategie zurechtzulegen wie ich die Blätter kleiner bekomme...Zudem wird der Lange kahle Ast eingekürzt...Trotzdem habe ich jetzt schon Freude an dem Bäumchen,vielleicht auch weils mein erster ist der alle Blätter lässt :)

Liebe Grüsse Julian
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achim73
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Beitrag von achim73 » 18.11.2007, 18:40

ich denke, beispiele wirst du nicht so leicht finden. die art wird eigentlich gemieden, weil die triebe halt immer in dieser korkenzieherform wachsen und sich rel. schlecht verzweigen. man könnte höchstens versuchen, was in richtung penjing draus zu machen. dafür müsste er aber noch ein paar jahre frei wachsen.
Gruss, Achim
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Beitrag von Honey » 18.11.2007, 20:03

ich kann mich da spontan nur an eine Korkenzieherhasel aus dem (Bonsai-) Garten eines Bekannten erinnern, die ein wirklich gewaltiges und wunderschönes Nebari hatte - diese war aber auch mind. 1,5 Meter hoch :wink:.
Mein Opa hat mir für nächstes Frühjahr schon einen Steckling seiner Korkenzieherhasel aufgedrängt - ich gestalte dann gerne mit dir um die Wette :lol: auch wenn die absolute mehrheit von dieser sorte abrät, finde ich sie doch ein hübsches pflänzchen.
mit drahten ist da definitiv wenig zu erreichen, die zweige müssen so kurz wie möglich gehalten werden und aufgrund der relativ großen blätter sollte das bäumchen von vornherein schon nicht allzu klein sein.
Du musst den Asphalt deiner Annehmlichkeiten verlassen
und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
ist etwas Wunderbares - nämlich dich selbst.

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Beitrag von Dr. Greenthump » 19.11.2007, 13:56

Also ich hab mir in meinem jugendl. Leichtsinn auch solch ein Pflänzchen zugelegt...aber bereits nach einem Jahr Wachstum hab ich mich schon vom Gdanken entfernt, daraus einen Bonsai zu machen...hab das Teil jetzt erstmal ins Beet gepflanzt, als Langzeitprojekt...werd nächst Jahr mal updaten...Probieren geht über studieren...

MfG
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Es ist von großem Vorteil, die Fehler, aus denen man lernen kann, recht früh zu machen.

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Beitrag von weeijk » 19.11.2007, 17:42

achim73 hat geschrieben:ich denke, beispiele wirst du nicht so leicht finden. die art wird eigentlich gemieden, weil die triebe halt immer in dieser korkenzieherform wachsen und sich rel. schlecht verzweigen. man könnte höchstens versuchen, was in richtung penjing draus zu machen. dafür müsste er aber noch ein paar jahre frei wachsen.

Ich habe dieses Bild gefunden, ist gemacht auf der Ausstellung die jedes Jahr in märz bei Lodder in Holland stattfindet, während der Frühjahrssale von 2006. Das ist dann auch die Beste die ich jemals gesehen habe.
So könnte deine auch aussehen, wenn du Zeit hast und viel geduld.....

Viel glück,

Wessel
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Jeder Baum könnte ein Bonsai sein, aber nur einige werden es.

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Beitrag von Alien66 » 19.11.2007, 18:46

Julian, Achim,

also ich finde die Korkenzieherhasel ja auch irgendwie spannend, alleine aus dem Grund, da sich eben kaum jemand mit dieser Art auseinandersetzt! In diesem Frühjahr fand ich eine Korkenzieherhasel im Topf in einer Baumschule. Der Stammansatz war ca. 4cm stark, die art ihrer Stammbewegung gefiel. Doch als ich sie aus dem Topf nahm, kam das böse Erwachsen: Ein dicker Pfopf-Gnubbel - von einem Nebari keine Spur! Man bin ich froh, daß ich sie an meine Mutter als Gartenpflanze verschenken konnte... Leider habe ich vorher nicht gewußt, wie diese Art veredelt wird, sonst hätte ich in der Baumschule natürlich ersteinmal im Substrat gekratzt - das war mir eine Lehre!

Trotzdem muß es ja Möglichkeiten geben, Korkenzieherhaselnüsse vernünftig aufzubauen, wie meine nachfolgenden Bilder zeigen. Das erste Bild stellt die von Wessel gezeigte Korkenzieheerhasel in einer anderen Perspektive dar (nur zur Ansicht), das zweite Bild zeigt eine Mehrfachstammgestaltung, die für mich schon sehr gelungen ausschaut! Leider kann ich nicht sagen, von welchem Gestalter dieser Baum stammt. Anhand von beiden Bäume ist es offensichtlich, daß die Gestalter das Problem der Pfropfung irgendwie gelöst haben.
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Viele Grüße, Chris.

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Beitrag von achim73 » 19.11.2007, 19:25

auf dem ersten beispiel sieht man ja recht deutlich die unterschiedliche struktur am unteren teil. die mehrfachstammgestaltung finde ich übrigigens erstaunlich ansehnlich :) aber ich sags ja - eher penjing.
Gruss, Achim
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Beitrag von Gary » 19.11.2007, 19:36

Hallo,

entgegen Achims Meinung kann ich in den beiden sehr schönen Beispielen im besten Willen keine "Penjing" erkennen. *schwitz*

Korkenzieherhasel haben sicherlich ihre natürlichen Reize, nur zur Bonsaigestaltung sind sie leider nur sehr schwer zu gebrauchen. Einige der Gründe wurden ja hier bereits genannt. Eine weitere unschöne Eigenschaft ist, ähnlich wie bei Birken, das unmotivierte plötzliche Absterben von Ästen.

Hans Kastner, Adelsried hat ein sehr schönes Exemplar gezogen. Er gewann es durch Reduktion aus einem massiven Strauch und kämpft bereits seit längerem mit ihm, doch recht erfolgreich wie ich finde.
(Das Exemplar hat warscheinlich auch Honey gemeint. Oder?)
Grüße aus dem sonnigen Baden
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achim73
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Beitrag von achim73 » 19.11.2007, 19:41

ich meinte damit, dass eher der gesamteindruck als fein ausgearbeitete astetagen etc. im vordergrund stehen. wie würdest du denn den unterschied beschreiben ? :)
Gruss, Achim
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Beitrag von Schanananinchen » 20.11.2007, 17:03

Ich find die vorgestellten Bäume sehr schön. Wieder mal ein Beispiel, dass sich alles lohnen kann.
Leute lasst einfach die Vorurteile beiseite "ist die Art jetzt typisch oder geeignet...?". Ich schau mir gerne Bonsai an (nebenbei würde ich genauso versuchen aus einer Passionsblume einen Baum zu gestalten und seis nur zur Gaudi), deren Art nicht so weit verbreitet ist, desshalb Julian, nur zu! Du kriegst sicher was feines hin :wink:
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Beitrag von M_e_r_l_i_n » 20.11.2007, 18:31

:lol: :lol:

Zum Glück sind die Geschmäcker unterschiedlich.

Die Bilder der gezeigten Bäume sind alle ohne Laub gemacht........da sehen sie
ja nicht schlecht oder ganz witzig aus.

Da aber die Blattstruktur und Form der Blätter dieser Sorte, aus meiner
Sicht mehr als hässlich ist, und natürlich auch wegen der bereits anderen genannten Gründen, würde ich mir diese Arbeit der Aufzucht oder Gestaltung nicht machen.

Aber wie schon gesagt.....toll das die Geschmäcker verschieden sind.. :wink:

Gruß Uwe

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Schanananinchen
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Beitrag von Schanananinchen » 21.11.2007, 09:07

Die großen Blätter sind, nun ja... eben groß :?
Aber der Anblick im Winter ist was für sich und es wäre nicht die erste Baumart, die wegen ihrer Schönheit im Winter gezogen wird. Ich persönlich finde Kastanien auch wegen ihrer großen Blätter etwas unpassend von der Sicht aus. Aber wozu gibt es Bonsai in größeren Dimensionen. Dann mach' ma halt keinen Mame oder Shohin draus :wink:
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Beitrag von Barbara » 22.11.2007, 18:25

Aber bei der Korkenzieherhasel kommt zur überdimensionalen Größe der Blätter auch noch deren welkes Erscheinungsbild.
Also im Sommer kann man den Baum wirklich ins hinterste Eck stellen. :wink:

Gruß, Barbara

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Honey
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Beitrag von Honey » 22.11.2007, 18:32

Gary hat geschrieben: Hans Kastner, Adelsried hat ein sehr schönes Exemplar gezogen. Er gewann es durch Reduktion aus einem massiven Strauch und kämpft bereits seit längerem mit ihm, doch recht erfolgreich wie ich finde.
(Das Exemplar hat warscheinlich auch Honey gemeint. Oder?)
Leider nein, ich habe mir den Bonsaigarten von Herrn und Frau Kastner noch nie angesehen - habs mir aber fürs Frühjahr schon vorgenommen. Der Bekannte, von dem ich spreche, geht mit seinen Bäumchen nicht an die Öffentlichkeit, da es laut seiner eigenen Aussage viel zu viele Kritiker gibt und er gerne seinen eigenen Weg geht (ehrlich gesagt sind auch nur wenige seiner Bäume nach meinem Geschmack).
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Beitrag von Andreas Ludwig » 22.11.2007, 20:37

Einen Baum nicht pflegen, bloss weil er laberige Blätter hat?

Lärchen sehen im Sommer aus wie Rosenvasenputzer. Linden sind grüne Kugeln. Spitzahorne... nein, das lassen wir. Eine Korkenzieherhasel sieht sehr hübsch aus, drei Tage nachdem die Knospen aufgegangen sind. Also warum nicht.

Der Wuchs ist kaum vorhersagbar, der «Contorta-Defekt» ist genereller Natur und folgt keinen Regeln. Kann aber trotzdem was draus werden. Googelt mal nach den bekannten (auch hier schon erwähnten) Süntelbuchen - die haben das gleiche genetische Problem.

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