David macht Ernst

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Walter Pall
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David macht Ernst

Beitrag von Walter Pall » 08.09.2004, 18:54

Eine Bergkiefer steht bei mir seit vielen Jahren. Kein Mensch will sie, ich auch nicht. Der Baum ist ziemlich alt, wohl älter als 100 Jahre, hat eine sehr charaktervolle Borke und ist kerngesund,aber einen Meter hoch und recht gerade. Da wird im Leben kein vernünftiger Bonsai draus.

David denkt, dass doch. Nachdem er mir letzthin genau zugeguckt hat, habe ich ihm heute den Baum einfach in die Hand gedrückt. So einen alten und dicken Baum kann man auf keinen Fall biegen. Oder doch?

Tolle Arbeit.

mfg
Walter Pall
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WolfgangU
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Beitrag von WolfgangU » 08.09.2004, 19:08

Hallo Walter,
die Methode mit dem Ausfräsen des Kern- (=Tod-)holzes habt ihr ja offenbar inzwischen im Griff. Und die Spannvorrichtung scheint auch zu funktionieren.
Nur, wie schaut das nach etlichen Jahren aus? Wachsen die "beschädigten" Flanken (nach allen Biegungen) wieder zusammen oder nicht (denen fehlt ja das weggefräste Kambium)?
Nichts gegen die Technik, das Ergebnis schaut nur für mich zumindest nicht sehr natürlich aus. Und wie ich das verstanden habe, bist du ja eher ein Verfechter von natürlich gestalteten Bonsais.
Viele Grüße
Wolfgang
(war nur die Anmerkung eines Laien)

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uschi
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Beitrag von uschi » 08.09.2004, 19:09

Super David!!!!!!!!
Da wird was!!!!!
Zeig`s dem Walter!
An scheinbar unmöglichiches zu glauben ist das Vorrecht der Jugend!
Gut da? du das tut`s!
L.G.Uschi
Südsteiermark-der Sonne am nächsten!!!

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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall » 08.09.2004, 19:46

Wolfgang,

so sieht das zwei Jahre später aus. Die gerade Nut verbiegt sich und bekommt Charakter. Ich denke, dass das in einigen Jahren vernünftig aussehen wird.

mfg
Walter Pall
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M_e_r_l_i_n
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Beitrag von M_e_r_l_i_n » 08.09.2004, 19:51

Walter...

tolle Sache von Dir......


David.....

du machst das schon......zeigs Ihm....*schmunzel* :wink: :lol:

Viel Erfolg...

Gruß Uwe

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WolfgangU
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Beitrag von WolfgangU » 08.09.2004, 19:52

Hallo Walter,

wenn ich das richtig sehe, geht das (und die Beispiele sind toll) hauptsächlich bei Koniferen. Bei Laubbäumen hätte ich da meine Bedenken. Wegen Pilzen und Ähnlichem.

Viele Grüße

Wolfgang

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Beitrag von Wolfgang » 08.09.2004, 20:24

Das klappt bei Koniferen bestens, Wolfgang, und wenn das Totholz einige Jahre weiter verwittert, dann sieht die Sache aus, wie ein in den Bergen entstandener hohler Stamm.

David & Walter,
die Mugo hat wesentlich gewonnen ........... :o

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thomasK
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Beitrag von thomasK » 09.09.2004, 17:27

Hallo Walter,

wird bei dieser Technik der Stamm auf der ganzen Länge ausgehöhlt oder nur an einzelnen Stellen?

Danke und Grüsse,
Thomas

Lindwurm
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Beitrag von Lindwurm » 09.09.2004, 17:48

den bildern nach zu urteilen wohl nur an den stellen an denen das notwendig ist

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Beitrag von thomasK » 10.09.2004, 21:11

Lindwurm,

auf den Bildern auf denen die Gestaltung von David dokumentiert ist, sieht es so aus, als ob er den Stamm bis ganz unten ausgehöhlt hat, obwohl die Biegung wesentlich weiter oben ansetzt. Insofern stellt sich mir die Frage, warum der Stamm so weit nach unten ausgehöhlt ist.

Grüsse,
Thomas

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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall » 10.09.2004, 21:19

Thomas,

eine solche Biegung läßt sich nicht genau vorhersagen. Letztlich entscheidet der Stamm, wo er sich biegen läßt. Es stimmt, dass er oben die kräftige Biegung hat. Aber unten wurde er auch ein wenig gebogen. Kann sogar sein, dass die Nut dort gar nicht notwendig war. Ist aber jetzt auch egal. Es ist auch denkbar, dass der Baum in zwei Jahren noch einmal kräftig nachgebogen wird. Dann wird ev. die Zwinge anders angelegt und er biegt sich unten. Dann war die Nut da doch für was gut.

mfg
Walter Pall

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Beitrag von thomasK » 10.09.2004, 23:15

Walter,

vielen Dank für die Erklärung.

Viele Grüsse,
Thomas

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Beitrag von Walter Pall » 06.09.2005, 22:00

Heute wurde der Baum wieder ausgegraben. Nach kurzer Diskussion hat David dann den oberen Teil der Krone abgeschnitten. Dann die Beugung mit Klammer und Draht noch verschärft. Danach die Seite, auf der die Lebenslinie des abgeschnittenen Kronenteils lag entrindet und geflämmt.Jetzt ist wieder ein Jahr Ruhe. Fortsetzung folgt.
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Thomas Sch.
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Beitrag von Thomas Sch. » 06.09.2005, 22:08

Sieht doch schon sehr vielversprechend aus :!:

*up*

Bitte lob an David weitergeben.
MfG,
-Thomas

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AndiO
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Beitrag von AndiO » 06.09.2005, 22:11

ein starker baum, auf dessen weitere entwicklung ich natürlich gespannt bin.

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