Apfel

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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A.Muenz
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Apfel

Beitrag von A.Muenz » 03.10.2004, 14:19

Hallo,

diesen Apfelbaum habe ich vor 2 Jahren von einem grossen Baum abgemoost. Der Stamm hat an der Basis ca. 10 cm Durchmesser. Ich habe ihn dieses Jahr frei wachsen lassen, damit die Wurzeln möglichst viel zulegen. Es kommt mir noch nicht auf Gestaltung an, sondern auf die Entwicklung; hauptsächlich des Wurzelansatzes. Wie würdet ihr weiter vorgehen? Weiter frei wachsen lassen, oder einmal radikal zurückschneiden und dann wieder wachsen lassen? Nur den Neuaustrieb zurückschneiden?

Andreas
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holli
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Beitrag von holli » 03.10.2004, 20:51

Hi!

Frage zum Abmoosen: Wann fängt man damit an? Wie lange muss ich warten?
Konkret: Kann ich JETZT in Mutters Obstgarten gehen, mir ein paar feiste Äste raussuchen und die einfach nächstes Frühjahr "ernten"?
Oder ist es jetzt schon zu spät dafür?

Gruß, Holli 8)

Lindwurm
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Beitrag von Lindwurm » 03.10.2004, 21:40

den wurzelansatz entwickelt man auch nicht anders als bei anderen laubbaum arten..
die direkt nach unten wachsenden wurzeln entfernen so gut es geht.
vielleicht ein brett unterlegen damit die wurzeln stärker zur seit als nach unten wachsen.

was für ne sorte apfel ist das wo du abgemoost hast?

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A.Muenz
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Beitrag von A.Muenz » 04.10.2004, 20:19

@Holli: also jetzt würde ich nicht mit dem Abmoosen beginnen. In der Ruhephase werden sich wohl kaum Wurzeln bilden. Ich fange damit meist im Mai an. Bis auf eine Ausnahme konnte ich die abgemoosten Stämme immer im selben Jahr noch abtrennen. Im August/September hatten sie genug Wurzeln gebildet und haben den anschließenden Winter immer gut überstanden. Bei unserem Apfelbaum geht das besonders leicht. Mit Fächerahornen habe ich auch sehr gute Erfahrungen gemacht.

@Lindwurm: wie ich die Wurzeln selbst behandeln muss ist mir klar. Der Baum steht ja schon in einer Holzkiste, da wachsen die Wurzeln schon zur Seite. Meine Frage war, wie man die Äste behandeln soll. Wachsen lassen oder alles wegschneiden und dann wieder wachsen lassen.
Welche Sorte Apfel das ist kann ich dir leider nicht sagen. Irgend eine Zuchtform. Die Äpfel schmecken übrigens ausgezeichnet, nur an den Bonsais kann ich sie nicht reifen lassen, die wären viel zu groß.

Andreas

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Sebastian
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Beitrag von Sebastian » 04.10.2004, 22:38

Wenn man im zeitigen Frühjahr mit der Prozedur begonnen hat, sollte im Herbst der Topf voller neuer Wurzeln sein. Die anfänglich weißen Wurzeln sollten am Ballenrand sichtbar und deutlich braun werden. Falls noch nicht genügen Wurzeln vorhanden sind, kann man den Topf auch über den Winter belassen. Natürlich ist es besser, wenn er vor Frost geschützt werden kann, weil die neuen Wurzeln besonders frostempfindlich sind. Manche Baumarten, besonders Nadelbäume brauchen ev. mehrere Jahre, bis sie genügend Wurzeln bilden.
Hier Holli, wenn Du noch weitere Infos brauchst:

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... t=abmoosen
Grüße,
Sebastian
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Beitrag von michael hohner » 06.10.2004, 20:29

hallo andreas,

ein herziges bäumchen hast du dir da "gemacht" :D
wäre froh wenn ich sowas auch mal schaffe !!

ich war bei meinem ersten abmosversuch zu zaghaft ....... hab den baum mehr "stranguliert" :( ,
aber wenn ich in deiner situation wäre, würde ich das bäumchen noch eine komplette vegetationsperiode einfach wachsen lassen ....... die zweige, di du später haben möchtest natürlich für eine bessere verzweigung zurückschneiden ...... und alle anderen zur seite biegen und einfach wachsen lassen ...... denn zur bildung von wurzeln ist eine entsprechende blattmasse notwendig .....
und im übernächsten jahr ist das bäumchen bestimmt stabil genug für eine grundgestaltung .....

was meinst du ??
gruss micha

"damit das mögliche entsteht muss immer wieder das unmögliche versucht werden" hermann hesse

Lindwurm
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Beitrag von Lindwurm » 07.10.2004, 00:17

natürlich sollte der baum erstmal frei wachsen.
wenn man da jetzt mit ner konkav zange ran gehen würde um die äste zu schneiden würde man eventuell wurzeln abreissen dabei!

holli
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Beitrag von holli » 07.10.2004, 12:40

Danke für die Infos! Also warten bis nächstes Frühjar.

Gruß, Holli 8)

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Beitrag von Anja M. » 07.10.2004, 15:20

Hallo Lindwurm,

kann es sein, daß deine Zangen schon etwas stumpf geworden sind, wenn du gleich befürchtest, daß sich der Baum aus der Schale hebt, wenn man ihm an die Äste geht? :roll: *floet* Der steht nun über eine Saison in der Kiste und hat gut durchgetrieben, welche Kräfte meinst du zu brauchen, um ihn beim Beschneiden gleich zu entwurzeln? :shock: :wink: :wink:

Holli, nicht irritieren lassen, ich denke das ist ok, wenn du im Frühling an den Baum gehst.
73 Anja

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Beitrag von Heike_vG » 26.02.2008, 19:38

Hallo, Ihr Lieben,

den Apfelbaum von Andreas habe ich letztes Jahr Anfang September von ihm übernommen, denn ehe er nach Berlin gezogen ist (schöne Grüße, Andreas, falls Du hier noch liest!), hat er seine Bonsai-Sammlung deutlich verkleinert und mir gefiel das knubbelige Kerlchen.

Gestern habe ich den Baum umgetopft, da mir das Handling der wasserdurchtränkten bleischweren Kiste samt Substrat mit vielen schweren Steinchen drin einfach zu lästig wurde.
Auch wollte ich sehen, wie es mit den Wurzeln stand, immerhin war das Abmoosen ja schon ein paar Jahre her.

Man hätte sich die große Kiste getrost sparen können, stellte sich heraus, denn mit ihren überdimensionalen Ausmaßen hat sie wohl das Wachstum der Wurzeln eher gehemmt als beschleunigt.
Jedenfalls waren die Wurzeln eher dürftig entwickelt, aber nicht hoffnungslos.

So ist der Baum jetzt in durchlässiges Substrat in eine recht große Schale gepflanzt worden, wird sich hoffentlich jetzt flott entwickeln und belastet meinen Rücken nicht mehr.

Als ich beim Umtopfen bemerkte, dass der Apfelbaum dicht an dicht mit Kommaschildläusen besiedelt war (die sehr gut getarnt sind und daher vorher nicht aufgefallen sind), habe ich fast einen Anfall bekommen und die Pflanze schwebte schon über der Schubkarre mit dem Abfall...
Dann habe ich mir einen Ruck gegeben, den Baum doch eingetopft, gleich noch einmal mit Weißöl und Jinmittel gespritzt, Kombistäbchen gesteckt und heute mit einem Holzstäbchen alle Komma-Schilde abgeschabt, die ich entdeckten konnte.
Bis zum Austrieb werde ich noch mehrmals spritzen und kratzen, denn es ist ein sehr hartnäckiger und ziemlich leicht tödlicher Schädling.

Viele Grüße,

Heike
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Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Martin_S
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Beitrag von Martin_S » 26.02.2008, 19:44

Toll!
Schade das er unten etwas dünner scheint als darüber. Dennoch glaube ich fest daran, dass der Kollege Andreas diesen Baum in beste Hände abgegeben hat! :wink:
M[/u]
Beste Grüße
Martin

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Alien66
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Beitrag von Alien66 » 26.02.2008, 19:52

Heike_vG hat geschrieben:... Kommaschildläusen ...
Heike,

gibt es dazu hier irgendwo mehr Infos? Ich kenne diese Art der Plage nicht und habe bis dato auch nichts darüber gefunden.
Viele Grüße, Chris.

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Beitrag von Raketenbux » 26.02.2008, 20:06

Grüß dich Chris
Hier ein kleiner Tipp über Gartenschädlinge

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Beitrag von Raketenbux » 26.02.2008, 20:07


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Beitrag von Lindwurm » 26.02.2008, 20:07

Heike_vG hat geschrieben: Man hätte sich die große Kiste getrost sparen können, stellte sich heraus, denn mit ihren überdimensionalen Ausmaßen hat sie wohl das Wachstum der Wurzeln eher gehemmt als beschleunigt.

ich habe langsam die vermutung das apfelbäume einfach generell schwachwüchsig sind im wurzelbereich.

hab vor 2 tagen einen umgetopft und er hatte praktisch null wurzelentwicklung trotz freiem wachstum in einer angemessenen schale.

ein anderer apfel steht bei mir in reinem bims mit ca. 8-12mm körnung und war immer sehr gesund, trotzdem ist er nicht wirklich gewachsen...der astaufbau dauert ohnehin EWIG bei dieser art....

naja trotzdem eine meiner lieblingsarten !

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