Bergkiefer uralt

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MerschelMarco
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Bergkiefer uralt

Beitrag von MerschelMarco » 29.09.2008, 09:05

Ein paar Jahre schwänzel ich nun schon um den Baum herum, so viele Möglichkeiten, da ist es verdammt schwer sich zu entscheiden; gestaltungsbereit wäre er nun jedenfalls.

Bild 2 und 3 wären die derzeitigen Favoriten, die Krone dann mit Rechtsbewegung, dem Totholz folgend. Auch die Rückseite ist vielversprechend mit dem gedrehten Stamm nur müßte dann zum Großteil das schöne Totholz fallen.
Oder ein Baum ohne Vorderseite?

Vielleicht hat ja wer noch die entscheidende göttliche Eingabe!

Viele Grüße,
Marco
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Lutz Marx
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Beitrag von Lutz Marx » 29.09.2008, 10:27

hallo marco,

schon wieder so ein traum-baum von dir, donnerlüttchen, den find ich wirklich super. ehrlich gesagt, für mich ist das erste bild die vorderseite, bei 2 und 3 wird man ja vom totholz fast erstochen, in der ersten ansicht kommt es dagegen am schönsten zur geltung. die krone müßte dann mittiger oder sogar leicht linksgerichtet sein, da hätte er m. e. das beste gleichgewicht. das ist auf´s erste hinschauen mein eindruck, aber bilder sind halt immer schwer interpretierbar.

falls du dich nicht enrscheiden kannst, melde dich einfach bei mir, ich kauf ihn gerne und erlöse dich damit von den schlimmen ambivalenzen, die du grade erlebst :D :D

grüße, lutz

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Peter L
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Beitrag von Peter L » 29.09.2008, 11:46

Moin, moin Marco

ich kann Dir zu diesem Material nur gratulieren.

Bilder sind, wie auch Lutz schon geschrieben hat, manchmal nicht einfach zum Gestalten zu benutzen. Die erste Frage ist hierbei ob das Nebari von einer oder mehreren Seiten gut oder weniger gut ist. Hiernach würde ich als erstes bestimmte Ansichtsseiten erstmal nach hinten stellen. Der Stammverlauf zeigt auf den Bildern 4 und 5 eine Drehung in sich, wenn ich das richtig sehe. Dies bildet doch schon ein Charakteristikum für diesen Baum.

In Bild 1 und 2 "fällt mir der Baum zu weit nach rechts und es wird schwierig ihn mit dem Grün ins Gleichgewicht zu bringen. In Bild 1, 2 und 3 ist das Totholz ein sehr dominierender Faktor, welcher auch z.B. bei Kimura zu finden ist, aber dort haben die Bäume durch ein meist mächtigeres Nebari eine größere Glaubwürdigkeit.

Für mich wäre Bild 5 als erstes überlegenswert. Hierbei würde ich den Baum mehr aufrichten um die Spitze nach rechts zu bekommen. Das Totholz würde ich dann reduzieren, damit es nicht so mächtig ausschaut.

Das sind so meine ersten Gedanken über diesen Baum. Ich bin gespannt wie Du diesen Baum gestalten wirst. Solltest Du aber garkeine Lust haben weiter zu machen, dann.......wie Lutz schon sagte, es gibt bestimmt viele die Dir diese "Bürde" abnehmen würden.

LG Peter

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Niko
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Beitrag von Niko » 29.09.2008, 12:16

Nach den Fotos zu urteilen sollte zwischen Bild 1 und Bild 3 ein Drehwinkel von ca. 90° betragen.

Somit wäre das Bild 1 als Vorderansicht sehr gut vorstellbar, wobei eine leichte Aufrichtung des Baumes zur Vorderansicht vollzogen werden sollte, damit die Spitze nicht nach hinten fällt..

Der Baum erhält nicht nur von vorne eine sehr elegante Bewegung, sondern hat auch von der Seite (was bei fertigen Bonsai nicht oft zu sehen ist) eine anspruchsvolle Tiefe.
Die Eleganz von vorne wird noch unterstrichen, wenn die Bewegung des Stammes bis zur Spitze optisch erhalten bleibt. Ein toter Stamm stört aus der Vorderansicht das Auge, welches aber vielleicht leicht nach unten gebogen werden kann, um die Stammbewegung frei zu halten und um die Dynamik nach rechts zu unterstützen. Ganz entfernen würde ich ihn nicht, da dadurch die U Bewegung des Stammes noch verstärkt wird.

Das tote Holz wäre dann für die Bewegung und der Dicke des Stammes m.E. etwas zu voluminös, aber dünner geht ja immer noch.

Eine wirklich sehr schöne Rohware, die auch noch dicht gewachsen ist.

PS: Bild 2 geht auch als Vorderansicht, bis auf den Jin, der aber entfernt werden könnte.
gruß

Niko

Das Auge findet was es sucht.

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Marco Manig
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Beitrag von Marco Manig » 29.09.2008, 13:44

Hallo Marco!

Hast du schon den kleinen Drachen entdeckt, der sich in deinem Baum versteckt???

Ein bemerkenswerter Baum, hat schon sehr viel Reife. Ich hab mir da auch mal Gedanken gemacht. Ich hoffe nicht zu abgehoben. Also ich leg mal los:
1. ein windgepeitschte Form nach rechts, bringt zwar die Standfestigkeit des Baumes mitsamt der Schale aus dem Ruder, ich sehe es aber als eine Möglichkeit, wenn man das gesamte Grün in die rechte Richtung positioniert
2. Etwas krass, aber könntest du dir den Baum als Kaskade vorstellen, stell ihn mal auf den Kopf, Problem dabei ist nur die Position der Wurzeln

So!

Gruß Marco!
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Gruß, Marco

"Eines ist sicher! Nichts ist sicher! Nicht einmal das ist sicher!" Ringelnatz (bin mir aber nicht sicher)

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zopf
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Beitrag von zopf » 29.09.2008, 14:18

Hallo Marco
In meinen Augen ist das Totholz der dominierende Aspekt
und das Grün nur "Beiwerk".
Daher stellt sich mir die Frage auf welche Jin´s Du verzichten könntest.
Durch den Stamm bedingt könnte ich mir eine
schlanke, lichte Form vorstellen.
Das Totholz unter dem Stamm ist recht stark,
aber der Stamm mit Verlauf wirkt eher zarter.
mfG Dieter
cogito ergo pups

MerschelMarco
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Beitrag von MerschelMarco » 29.09.2008, 18:51

Hallo zusammen,

noch ein paar Gedanken zu dem Baum.
Foto 6 zeigt den Baum dirket nach dem Eintopfen. Wie man sieht ist es ein Mehrfachstamm, nur einer blieb übrig. Die Stellung damals entspricht (nur etwas liegender) Foto1. Das war damals die von mir bevorzugte Vorderseite und ich habe damals auch mal ein grobes Virtual gebastelt, mit einer Krone die linkslastig und doch relativ schwer dem Baum Ruhe gibt.
Nachdem das Totholz grob behandelt war Foto 7, zeigt sich eine anderes Bild. Der Kontrast des Totholzes gibt dem Baum eine extreme Rechtsbewegung, eine Linkslastige Krone wäre unlogisch. Der Baum wirkt nun auch graziler, eine so schwere Krone ist also auch unpassend. Daraufhin habe ich den ersten linken Ast abgeschnitten, auf die Rechtsbewegung bin ich nun fixiert.
Die Vorderseite auf Foto 1 gefällt mir deshalb nicht mehr so gut, weil der Stamm einen 90° Winkel macht und danach ein Stück gerade erscheint. Das fällt auf dem Foto auf genauso in Wirklichkeit. Alles was mit Symmetrie zu tun hat stört bei diesem Baum einfach gewaltig, weils nicht zum Rest passt. Auf den anderen Fotos kommt, finde ich, auch die Drehbewegung besser rüber.

In meinen Augen ist das Totholz der dominierende Aspekt
und das Grün nur "Beiwerk".
Daher stellt sich mir die Frage auf welche Jin´s Du verzichten könntest.
Durch den Stamm bedingt könnte ich mir eine
schlanke, lichte Form vorstellen.
Das Totholz wird in welcher Form auch immer sehr präsent bleiben. Generell will ich auch eine lichte Gestaltung, das wirkt glaube ich auch nicht unglaubwürdig. Je nach Vorderseite stört immer ein anderer Totholzbereich, d.h. die Katze beißt sich in den Schwanz. Solange ich mich nicht auf eine Vorderseite festlegen kann, kann ich auch das Totholz nicht anpassen.
Hast du schon den kleinen Drachen entdeckt, der sich in deinem Baum versteckt???
Nein, netter Hinweis :D
2. Etwas krass, aber könntest du dir den Baum als Kaskade vorstellen, stell ihn mal auf den Kopf, Problem dabei ist nur die Position der Wurzeln
Gar nicht krass, zwar nicht direkt als Kaskade aber schräg in eine Mondschale gepflanzt wäre sicher auch eine schöne Option, da gäbs auch keine Probleme mit den Wurzeln.
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Totholz grob bearbeitet
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Baum frisch nach dem Ausgraben
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Beitrag von zopf » 29.09.2008, 19:20

Im Bereich von Bild 2 wirst Du wohl am wenigsten
Totholz "opfern" müssen. Wenn die Wurzeln mitmachen
könnte der Baum nah an den Rand gepflanzt werden das
zumindest der vordere Jin und vielleicht noch der rechte
untere Jin etwas unterhalb des Schalenrandes liegen.
Der gegenläufige Jin (nach links) könnte je nach gewünschter
Wirkung von einer kleinen Krone aus dem darüber liegenden
Ast geformt werden und den Bereich betonen oder abschwächen.
Bei Ansicht 3 wird es schwer werden eine passende Krone
(wenn überhaupt Krone) zu gestalten, da einen das Totholz
geradezu anspringt und eher explosiv wirkt.
So ein Baum kann richtig Spass machen
Dieter
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Artur
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Beitrag von Artur » 02.10.2008, 22:02

Hallo Marco

Nur mal so eine Idee.



Viele Grüße Artur
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Kiefer

Beitrag von bonsaifoerster » 02.10.2008, 22:16

Hi Marko

...nun schau sich doch mal einer die Totholzarbeit an......
Das muss doch Wochen gedauert haben. Das ist echt super geworden.
Für die Gestaltung hast Du ja schon einen Schritt getan! Die Schale!
Sicher weist Du ganz genau, wie es weitergehen soll.
Ich bin mir aber immer noch nicht sicher und halte die Klappe :lol:
...würde aber nicht zu viel Grün wegnehmen soviel steht fest!

....hätte da noch viel an ´ner Eibe zufräsen......

Ich melde mich mal.

P.S. Habe den Baum erst gar nicht erkannt.. Totholz geht nicht besser!

Schönen Feiertag und ich mach mir auch mal Gedanken..


Grüße aus Nürnberg


Silvio
Bewerte Deine Erfolge daran, was Du aufgeben musstest, um sie zu erzielen.

Nicht wer wenig hat, sondern wer viel wünscht, ist arm.

MerschelMarco
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Beitrag von MerschelMarco » 03.10.2008, 13:28

Hallo Arthur,
danke für den Vorschlag. Wenn es denn diese Seite werden würde, dann wohl so in deine Richtung. Aber du siehst ja selber, dass dann eben viel Totholz weg müßte.
Unten mal ein Gegenvorschlag... noch ohne passende Schale.

Und Silvio,
die Totgestalterei, das war so insgesamt vielleicht ein voller Tag Arbeit. Das Holz sah keine Fräse, sondern wurde mit einem Drahtbürstenaufsatz für Bohrmaschinen, Schnitzmesser und Konkavzange malträtiert. Dannach abgeflammt und nochmal nachgebürstet. Ich schmiere das Totholz danach nicht mit Jinmittel ein.
Ich höre immer wieder bei Totholzgestaltungen, im Laufe der Jahre wird das Ergebniss durch Verwitterung immer besser. Mit Jin-Mittel verhindere ich ja genau diese Verwitterung (bis auf etl. auftretende Rissbildung). Eine gezielte Verwitterung finde ich eben gerade erwünscht. Es bilden sich Flechten, die die Oberfläche angreifen. Bürstet man diese Oberfläche von Zeit zu Zeit ab, entsteht eine wunderbare Oberflächentextur. Im Bereich, wo das Holz schwer abtrocknet, z. B. am Übergang zur Erde, oder in schattigen Winkeln behandle ich das Holz dagegen schon.

Viele Grüße,
Marco
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Beitrag von Heike_vG » 03.10.2008, 14:12

Hallo Marco,

das Bild gefällt mir so schon sehr gut, aber ich finde, dass der Baum zu stark zur Seite geneigt ist.
15° aufgerichtet sieht er stabiler, aber nicht weniger dynamisch aus, finde ich.

Liebe Grüße,

Heike
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Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Beitrag von zopf » 03.10.2008, 14:39

Fräserbruch und Regenschauer
da mal ich lieber was
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Beitrag von MerschelMarco » 03.10.2008, 21:20

Hallo Heike,

jetzt habe ich den Baum extra um 15 ° geneigt, dass du ihn mir wieder aufrichtest! :x

Aber ich glaube du hast recht, etwas aufrechter sieht er besser aus, gar nicht schlecht wenn mein Hang zum überdramatischen etwas eingebremst wird :D

Grüße,
Marco

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Beitrag von Heike_vG » 04.10.2008, 12:58

:lol: *daumen_new*
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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