finnische Waldkiefer

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mohan
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finnische Waldkiefer

Beitrag von mohan »

Hallo,

zu dem Workshop mit Jörg Derlien habe ich auch eine finnische P. sylvestris mitgenommen, die ich 2006 von einem lieben Menschen bekam.

Die Waldkiefer hat einen langen, eleganten, Stamm mit einer charaktervollen Borke.
Die Verzweigung entspringt nahe einem Punkt weit in der oberen Hälfte, weshalb ich den Baum schwierig fand.
Nachdem sich der Baum recht schnell in dem TPK stabilsiert hatte, erlaubte ich mir letzten Herbst eine leichte Formung.
Ich versuchte den geeignetsten Ast zurück zur Basis zu bringen um den Baum kompakter zu machen und ihn zu strukturieren.
Der Funke wollte allerdings auf Dauer nicht richtig zu mir überspringen, der Stamm war für die Idee einer frei aufrechten Form, einfach etwas dünn.

Irgendwann in diesem Jahr fand ich die Kiefer mit dem TPK umgekippt auf ihrem Platz vor.
Es wird der Wind gewesen sein nehme ich an, wie auch immer, was ich sah sprach mich plötzlich als Kaskade an. :)
So hatte ich den Baum aus irgendeinem Grund nicht sehen können.
Lange Rede- da ich bisher weder mit Kiefern noch Kaskaden praktische Erfahrungen sammeln konnte und ich den Baum sehr ungern vergestalten wollte, nahm ich ihn mit zu Jörg um mit seiner Hilfe etwas mehr Klarheit über das Ziel und den Weg zu bekommen.


Kaum das wir unsere Bäume ausluden, hatte Jörg die Kiefer schon erblickt und nahm sie unverzüglich in seine Obhut.
Viele Worte waren da nicht nötig, wie sich herausstellte. :wink:

Und in 2 Tagen
Mit viel Bedacht,
Hat er eine Kaskade raus gemacht!
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. Immer wenn Holger und ich Jörg ein wenig Zeit ließen und ihn nicht mit Fragen oder Unsicherheiten in Beschlag nahmen, kümmerte er sich rührend um die kleine Kiefer.
. Immer wenn Holger und ich Jörg ein wenig Zeit ließen und ihn nicht mit Fragen oder Unsicherheiten in Beschlag nahmen, kümmerte er sich rührend um die kleine Kiefer.
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direkte Vor-Sicht
direkte Vor-Sicht
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umgekippt ;-)
umgekippt ;-)
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Jörg war mit dem Gesundheitszustand und Knospenbildung zufrieden, so entfernet ich den alten Draht für einen neuen Gestaltungsanlauf.
Jörg war mit dem Gesundheitszustand und Knospenbildung zufrieden, so entfernet ich den alten Draht für einen neuen Gestaltungsanlauf.
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erste Formrichtung im Herbst 2007.
<br />Ein, zwei Äste wurden entfernt.
erste Formrichtung im Herbst 2007.
Ein, zwei Äste wurden entfernt.
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Die Kiefer im Herbst 2006
Die Kiefer im Herbst 2006
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Viele Grüße
monika
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der1
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Beitrag von der1 »

Hallo Monika,

deine kleine Kiefer spricht mich sehr an. Ich hätte da auch einen kleinen Vorschlag: Könntest du dir vorstellen, daraus eine Kaskade auf Stein zu gestalten? So könntest du eventuell die erste Stammhälfte ein wenig kaschieren (den Stein auf dem ersten Bild hatte ich auf den ersten etwas müden und schmerzmittelbetäubten Blick gar nicht als solchen identifiziert :oops:).

Liebe Grüße

Christian
Und wenn wir jetz so zusammen liegen / Ich wollt es sagen, aber hab mich nie getraut
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut.
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mohan
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Beitrag von mohan »

Hi Christian,
interessante Idee, doch kann ich mir eine "Wurzel über Stein"-Gestaltung nicht so gut vorstellen.
Wo genau siehst du den Vorteil?

Der Stein auf dem ersten Bild, liegt da nicht aus gestalterischen Zwecken, sondern zur Stabilistaion des Stammes, der zu Anfang doch sehr locker und wackelig im TPK saß.
Viele Grüße
monika
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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Bild


Watt für'n Leuchtkeks! :D


Die Kiefer ist echt schnuckelig geworden, die hätte glatt auch in meinen Kofferraum gepasst :mrgreen: .

Zum Umtopfen:

Ich würde sie dann so eintopfen, daß sie leicht nach vorne auf einen zu kommt. Ich denke, daß wirkt dann etwas plastischer als das komplette Profil von der Seite.l
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
marius
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Beitrag von marius »

hm. dieser türklingenartige stammansatz stört mich irgendwie gewaltig. gibt es da keinerlei möglichkeiten mehr in irgendeiner form (abspannen, bandagieren usw. usf.) gestaltungstechnisch einzugreifen?

auf dem allerersten foto (im noch ungestalteten zustand) gefiel sie recht gut. ich wäre da nie auf eine kaskadengestaltung gekommen, sondern wäre wohl eher in richtung "klippenkiefer", also eher kriechend oder gebückt, geneigt statt aufrecht wachsend, gegangen. (wenn zu umständlich ausgedrückt, dann nachfragen. ich weiß, daß es momentan eher 'ne kaskade ist. :wink: )

aber dazu hätte man eben diesen knick entsprechend entschärfen müßen. später hätte man sie dann in eine rechteckige flache schale, auf eine steinplatte oder, wenn es der wurzelballen erlaubt, auf einen geeigneten fels setzen können, um den eindruck einer steilküste oder eines relativ steilen abhangs zu unterstützen.

ist und bleibt aber alles spekulation und geschmackssache. :roll:

gruß marius
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