Wann Opferäste schneiden?
Wann Opferäste schneiden?
Guten Abend,
ich habe mal eine ganz banale Frage: wann nimmt man denn am besten Opferäste zurück?
Wenn man sie im Spätsommer (bzw. jetzt so langsam) schneiden würde, könnte die Wunde ev. besser verheilen, außerdem würden sich eventuell neue Knospen ausbilden. Andererseits war dann das "Opfer" vielleicht noch nicht wirklich sinnvoll, und der eigentliche Verdickungseffekt stellt sich erst später ein?
Schneidet man sie im Herbst, bleibt die Wunde im Winter quasi offen, schneidet man sie im Frühjahr, hat der Baum schon wieder Säfte in den Ast hineingepumpt, und man schwächt ihn dann mit dem Schnitt, es müssen sich erst wieder neue Knospen bilden etc..
Eure Erfahrungen würden mich sehr interessieren,
Gruß,
Stefan
ich habe mal eine ganz banale Frage: wann nimmt man denn am besten Opferäste zurück?
Wenn man sie im Spätsommer (bzw. jetzt so langsam) schneiden würde, könnte die Wunde ev. besser verheilen, außerdem würden sich eventuell neue Knospen ausbilden. Andererseits war dann das "Opfer" vielleicht noch nicht wirklich sinnvoll, und der eigentliche Verdickungseffekt stellt sich erst später ein?
Schneidet man sie im Herbst, bleibt die Wunde im Winter quasi offen, schneidet man sie im Frühjahr, hat der Baum schon wieder Säfte in den Ast hineingepumpt, und man schwächt ihn dann mit dem Schnitt, es müssen sich erst wieder neue Knospen bilden etc..
Eure Erfahrungen würden mich sehr interessieren,
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Re: Wann Opferäste schneiden?
Ich glaube, das kannst du auf den Rückschnitt im Allgemeinen beziehen und dazu gab es ja schon mehrere Diskussionen mit vielen verschiedenen Meinungen.
Abschneiden solltest du ihn, wenn das Ergebnis entsprechend zufriedenstellend ist und die Schnittwunde danach möglichst nicht zu groß (und damit später sichtbar) wird.
Ein Beispiel für den Zeitpunkt: Wenn ich meine Weinrebe zwischen Jahresanfang und Mai/Juni schneide, blutet sie Tagelang wie verrückt. Dieses Jahr habe ich die langen Opferranken Anfang/Mitte Juli zurückgeschnitten. Aus den Schnittwunden ist kein einziger Tropfen Saft gekommen. Daher scheint mir dies in guter Zeitpunkt zu sein.
Ebenfalls finde ich es okay im Herbst zu schneiden, wenn der Baum die Energie aus den Blättern bereits in Stamm und Wurzeln eingelagert hat, aber dann bleibt, wie du selbst schreibst, die Schnittwunde bis zum nächsten Jahr offen. Ein Tipp dabei: immer noch ein Aststückchen stehen lassen. Das schottet den Baum ab und trocknet bis zum Frühjahr zurück, sodass du den Aststummel im Frühjahr ohne Energieverlust einfach nachschneiden kannst.
Ich hoffe, ich konnte dir behilflich sein.

Abschneiden solltest du ihn, wenn das Ergebnis entsprechend zufriedenstellend ist und die Schnittwunde danach möglichst nicht zu groß (und damit später sichtbar) wird.
Ein Beispiel für den Zeitpunkt: Wenn ich meine Weinrebe zwischen Jahresanfang und Mai/Juni schneide, blutet sie Tagelang wie verrückt. Dieses Jahr habe ich die langen Opferranken Anfang/Mitte Juli zurückgeschnitten. Aus den Schnittwunden ist kein einziger Tropfen Saft gekommen. Daher scheint mir dies in guter Zeitpunkt zu sein.
Ebenfalls finde ich es okay im Herbst zu schneiden, wenn der Baum die Energie aus den Blättern bereits in Stamm und Wurzeln eingelagert hat, aber dann bleibt, wie du selbst schreibst, die Schnittwunde bis zum nächsten Jahr offen. Ein Tipp dabei: immer noch ein Aststückchen stehen lassen. Das schottet den Baum ab und trocknet bis zum Frühjahr zurück, sodass du den Aststummel im Frühjahr ohne Energieverlust einfach nachschneiden kannst.
Ich hoffe, ich konnte dir behilflich sein.
Du musst den Asphalt deiner Annehmlichkeiten verlassen
und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
ist etwas Wunderbares - nämlich dich selbst.
und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
ist etwas Wunderbares - nämlich dich selbst.
Re: Wann Opferäste schneiden?
kleiner zusatz : generell ist das dickenwachstum im frühsommer am stärksten. also ist jetzt, denke ich, ein ganz guter zeitpunkt.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Re: Wann Opferäste schneiden?
Vielen Dank für die Antworten,
ich hatte bei meinen paar Kandidaten den Eindruck, dass das Dickenwachstums-Plus des Restbaums - trotz gewaltigen Opferastwachstums - jetzt im Juli eher noch nicht so berauschend ist, und dachte daher, dass ich vielleicht noch ein wenig warten müsste.
Wenn Achim das jetzt so sagt, brauche ich mir allerdings ja keine großen Hoffnungen auf enorme Verfettungen im Herbst machen und kann dann genausogut jetzt schon schneiden...
Gibt's da noch ein paar andere Erfahrungen "Sommer versus Herbst" ?
Gruß,
Stefan
ich hatte bei meinen paar Kandidaten den Eindruck, dass das Dickenwachstums-Plus des Restbaums - trotz gewaltigen Opferastwachstums - jetzt im Juli eher noch nicht so berauschend ist, und dachte daher, dass ich vielleicht noch ein wenig warten müsste.
Wenn Achim das jetzt so sagt, brauche ich mir allerdings ja keine großen Hoffnungen auf enorme Verfettungen im Herbst machen und kann dann genausogut jetzt schon schneiden...
Gibt's da noch ein paar andere Erfahrungen "Sommer versus Herbst" ?
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
- Stefan K.
- Beiträge: 1696
- Registriert: 07.01.2004, 13:34
- Wohnort: Österreich, Tirol südl. von Innsbruck
Re: Wann Opferäste schneiden?
Ich hab eher das Gefühl, dass die Verdickung im Herbst am stärksten ist, Ist aber ein rein subjektives Gefühl, ohne Hintergrund.
Ich hab Spass !
grüsse aus tirol stefan
grüsse aus tirol stefan
Re: Wann Opferäste schneiden?
Auch ich hatte das Gefühl, daß der zweite Austrieb mehr "reinhaut" als der erste. Kann allerdings jetzt auch am letzten Sommer liegen... soo lang reicht meine Erfahrung nicht zurück.
Rein gefühlsmäßig würde ich die Opfertriebe bis zum Ende der Wachstumsphase mitarbeiten lassen, dann stark (aber mit einem Rest für den Frostschutz) einkürzen und bei den Pflegemaßnahmen im Frühjahr sauber ausschneiden.
Damit vom Winter bis zu den Pflegearbeiten nicht noch die Stummel mit den übriggelassenen Knospen angefüttert werden, kann man die Knospen ja ein paar Wochen vorher noch entfernen. Das sind verhältnismäßig winzige Wunden und zurückfrieren kann dann auch nicht mehr viel.
Rein gefühlsmäßig würde ich die Opfertriebe bis zum Ende der Wachstumsphase mitarbeiten lassen, dann stark (aber mit einem Rest für den Frostschutz) einkürzen und bei den Pflegemaßnahmen im Frühjahr sauber ausschneiden.
Damit vom Winter bis zu den Pflegearbeiten nicht noch die Stummel mit den übriggelassenen Knospen angefüttert werden, kann man die Knospen ja ein paar Wochen vorher noch entfernen. Das sind verhältnismäßig winzige Wunden und zurückfrieren kann dann auch nicht mehr viel.
Gruß,
MarionS
Liebhaber des Raumübergreifenden Großgrüns
MarionS
Liebhaber des Raumübergreifenden Großgrüns
Re: Wann Opferäste schneiden?
letzten endes ist das eine diskussion über den richtigen zeitpunkt von schnittmassnahmen , wundverschluss usw. im allgemeinen.
wenn du das gefühl hast, der stamm ist jetzt dick genug, schneid ab. ist es zufällig gerade herbst und du bist der meinung, du schneidest nicht gern im herbst, dann warte eben bis zum nächsten frühjahr. ich sehe ehrlich gesagt das problem nicht so ganz.
wenn du das gefühl hast, der stamm ist jetzt dick genug, schneid ab. ist es zufällig gerade herbst und du bist der meinung, du schneidest nicht gern im herbst, dann warte eben bis zum nächsten frühjahr. ich sehe ehrlich gesagt das problem nicht so ganz.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Re: Wann Opferäste schneiden?
Noch mal vielen Dank - da sind sehr gute Tipps drunter, sehr hilfreich.
@achim: nö, ist nicht wirklich ein Problem. Es ging mir vor allem um die Frage, ob es Sinn macht, mit dem Schneiden der Opferäste "bis zuletzt" vor dem Winter zu warten (auch wenn dann Wundverschluss etc. nicht ganz so optimal sind), um das Potential der OÄ voll auszunutzen --- ich tendiere da ein wenig zu Marions Sicht/Erfahrung und werde wohl in dieser Richtung vorgehen.
Gruß,
Stefan
@achim: nö, ist nicht wirklich ein Problem. Es ging mir vor allem um die Frage, ob es Sinn macht, mit dem Schneiden der Opferäste "bis zuletzt" vor dem Winter zu warten (auch wenn dann Wundverschluss etc. nicht ganz so optimal sind), um das Potential der OÄ voll auszunutzen --- ich tendiere da ein wenig zu Marions Sicht/Erfahrung und werde wohl in dieser Richtung vorgehen.
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Re: Wann Opferäste schneiden?
das tust du auch, wenn du bis zum nächsten frühjahr wartestum das Potential der OÄ voll auszunutzen
es sei denn, du hast mit den langen ruten probleme bei den überwinterungsplätzen.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Re: Wann Opferäste schneiden?
Achim,
bezüglich Dickenwachstum guckst Du hier:
Dickenwachstum
Also, ich würde im Sommer abschneiden, wenn das gewünschte Ziel erreicht ist...
bezüglich Dickenwachstum guckst Du hier:
Dickenwachstum
Also, ich würde im Sommer abschneiden, wenn das gewünschte Ziel erreicht ist...
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
- Frank Zappa -
Re: Wann Opferäste schneiden?
Vielleicht war ich ein bisschen undeutlich: ich bin bisher vor allem von einjährigen Opferästen ausgegangen, aber klar, man kann sie ja auch länger wachsen lassen, dann stellt sich die Frage "Sommer oder Herbst" nicht so sehr.
Frühjahr als Schnitttermin für OÄ finde ich ein bisschen unlogisch, weil man dann den Baum erst in den Ast "investieren" lässt, um ihn dann zu kappen (abgesehen vom Überwinterungsplatz).
Gruß,
Stefan
Frühjahr als Schnitttermin für OÄ finde ich ein bisschen unlogisch, weil man dann den Baum erst in den Ast "investieren" lässt, um ihn dann zu kappen (abgesehen vom Überwinterungsplatz).
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
-
Andreas Ludwig
- Freundeskreis
- Beiträge: 5641
- Registriert: 29.03.2005, 16:50
- Wohnort: Schweiz
Re: Wann Opferäste schneiden?
Jetzt muss ich mal fragen: Das wird immer so betont. Haben die Bäume eine Energiekrise..? Mir wäre Erreichen des Ziels und gute Schnittstellenüberwallung wichtiger.Bergi hat geschrieben:weil man dann den Baum erst in den Ast "investieren" lässt, um ihn dann zu kappen (abgesehen vom Überwinterungsplatz).
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
(Thoreau)
Re: Wann Opferäste schneiden?
Hm, stimmt schon auch - Opferäste einfach mit dem normalen Frühjahrsschnitt abnehmen (oder eben weiter wachsen lassen). Der bessere Winterschutz bzw. die bessere Verheilung im Frühjahr ist wohl wichtiger als die "Schwächung" des Baums durch drastischen Schnitt am austreibenden OA. Für mich persönlich stellt die Überwinterung etwas langtriebiger Bäume kein besonderes Problem dar.
Das klare Gegenmodell wäre nur gewesen: jetzt schneiden (die OÄ sind jetzt ja schon sehr lang geworden), damit sich bis zum Herbst noch neuer Austrieb bildet, was dann - verzweigungstechnisch - den Start im nächsten Frühjahr erleichtert, weil man eben schon besser erkennt, mit welchen Knospen man rechnen kann. Aber da verschenkt man dann wohl doch zu viel an Dickenwachstum.
Noch mal vielen Dank für eure Antworten,
Gruß,
Stefan
Das klare Gegenmodell wäre nur gewesen: jetzt schneiden (die OÄ sind jetzt ja schon sehr lang geworden), damit sich bis zum Herbst noch neuer Austrieb bildet, was dann - verzweigungstechnisch - den Start im nächsten Frühjahr erleichtert, weil man eben schon besser erkennt, mit welchen Knospen man rechnen kann. Aber da verschenkt man dann wohl doch zu viel an Dickenwachstum.
Noch mal vielen Dank für eure Antworten,
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)


