Totholz Übung

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zopf
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Totholz Übung

Beitrag von zopf » 25.10.2009, 14:25

Hallo
Für die nächsten 2 Jahre steht als Totholz-Übung
mal eine Eibe mit senkrechten Schnitten an.
Wenn ich was halbwegs ansehnlich aus den Schnitten machen kann,
kümmere ich mich auch um das Grün.
Letztes Jahr habe ich mal porbegefräst um einen Eindruck vom Holz zu bekommen.
mfG Dieter
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Re: Totholz Übung

Beitrag von mohan » 25.10.2009, 19:44

Das ist dir ja schonmal gut gelungen! :o
Viele Grüße
monika

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Re: Totholz Übung

Beitrag von schmieda » 25.10.2009, 20:25

Find ich auch. ;)
Beim letzten Bild der rechte untere Bereich könnte noch irgendwie anders gemacht werden, aber wie weiß ich jetzt auch nicht. Aber der Obere Bereich in dem Bild ist top.
Gruß
Frank :)

++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++

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zopf
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Re: Totholz Übung

Beitrag von zopf » 26.10.2009, 09:44

Hallo
Das waren die ersten 10 Stunden von noch ....
Grobfräsen (3mm), Feinfräsen (1,5mm), Bürsten
Staubmaske und Augenschutz ab, Zigarette drehen,
Arbeit betrachten, grobe Fehler in den Proportionen finden,
nächste Runde.
Das ist erst der Beginn einer grösseren Baustelle,
die Seite auf dem unteren Bild sind 20cm Kettensägeschnitt.

Nach Wochenenden wo es weitergeht, kommen neue Bilder
mfG Dieter
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Robert S.
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Robert S. » 26.10.2009, 11:27

Hallo Dieter,

das sieht nach einer interessanten Doku aus.
Frage. Wirst Du "nur" fräsen / brüsten oder auch noch im Anschluß Fasern reissen?
Ich theoretisiere für mich in letzter Zeit viel das Thema Totholz. Ein Punkt an dem ich mir unsicher bin ist, wie genau man bei größeren Partien ins Detail gehen sollte.

Servus,
Robert

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Re: Totholz Übung

Beitrag von zopf » 26.10.2009, 11:53

Hallo Robert
Das Holz ist schon so trocken das Reissen eher brechen bedeuten würde.
Der obere Teil wo es in Frage kommen würde,
ist mir im Moment allerdings vollkommen egal.
Wenn ich den unteren Teil halbwegs glaubhaft hinbekomme,
möchte ich das Bäumchen noch flacher stellen und in eine kleinere Schale topfen,
damit das Totholz über den Schalenrand ragt.

Wie detailiert Du arbeiten möchtest/solltest hängt von Deiner Sehkraft
und Deinen Vorstellungen ab. Bei hartem Holz arbeite ich auch ab und zu mit
einem Gravierstichel.
Viele Details die keine Rolle zu spielen scheinen,
werden unbemerkt wahrgenommen und wirken im Endeffekt
bei der Schlüssigkeit/Gefälligkeit des Endprodukts.
Bei vielen Wacholdern ist zu sehen, das das Grün eine kompakte Wolke ist,
die sich aus längeren, gelegten Trieben ergibt.
Diese Wolke lässt sich allerdings auch aus feinstrukturierten Triebspitzen erzeugen,
die auch bei näherer Betrachtung differenziert ist.
mfG Dieter
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Robert S.
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Robert S. » 26.10.2009, 12:55

zopf hat geschrieben:Viele Details die keine Rolle zu spielen scheinen,
werden unbemerkt wahrgenommen und wirken im Endeffekt
bei der Schlüssigkeit/Gefälligkeit des Endprodukts.
So denke ich es mir auch. Allerdings ist mir beim Studium größerer chin. Wacholder (meist von jap. Gestaltern) aufgefallen das diese häufig nicht sehr viel Details aufweisen.
Wenn es Dich bzw. Deinen Thread hier nicht stört würde ich gerne mal ein Bild meines aktuellen Kandidaten posten. Ich kann aber gerne auch einen separaten Thread hierzu eröffnen.

Servus,
Robert

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Re: Totholz Übung

Beitrag von zopf » 26.10.2009, 13:10

Hallo Robert
Stell Deinen Baum hier rein, mit Dir teile ich doch gerne.
mfG Dieter

Nicht alles was aus Japan kommt, muss auch unbedingt das Maß aller Bonsai sein.
Die italienische Schule bei Großformatwacholdern steht auch regelmässig
bei Ausstellungen in vorderster Front, sind es für mich aber auch nicht.
Irgendwo wird es den Robertweg geben, Deine eigene Art Bonsai zu machen,
zu sehen, solange der Weg noch unklar ist schaut man halt eben
überall über den Gartenzaun und versucht zu ergründen,
was einem gefällt und vielleicht einfacher, was einem nicht gefällt.
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Robert S. » 26.10.2009, 14:33

zopf hat geschrieben:Hallo Robert
Stell Deinen Baum hier rein, mit Dir teile ich doch gerne.
Fein :lol:
Ab Morgen soll sich hier die Sonne wieder zeigen. Ich versuch dann in der Mittagspause ein paar aussagekräftige Bilder zu schiessen.

Danke!
Robert

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Wolfram K.
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Wolfram K. » 26.10.2009, 21:34

Dieter,
ich finde deine Arbeit sehr gelungen *daumen_new* und würde bei der Gelegenheit gerne etwas fragen, ohne deinen Thread zu missbrauchen: Wie schütze ich eigentlich einen Totholzbereich der in das Substrat hineinragt vor dem verwittern? Bienenwachs?

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Robert S.
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Robert S. » 26.10.2009, 22:09

Hallo Wolfram,

ich habe mit Tungöl, pur oder gemischt mit Jinmittel recht gute Erfahrungen gemacht. Wichtig dabei ist, daß der zu konservierende Teil gut durchgetrocknet ist. Damit hab ich z.B. schon sehr angemoderte Teile einer Forsythie gut stabilisieren können. Weiterhin achte ich darauf das in dem Bereich in dem das Totholz ins Substrat reicht, nur von groben mineralischem Substrat umgeben ist.

Ich hab zwar auch schon ein paar Versuche mit sehr dünnflüssigem 2-Komponentenharz gemacht. Die Variante mit Tungöl ist mir aber sympathischer weil nicht so viel Panscherei nötig ist.

Servus,
Robert

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Re: Totholz Übung

Beitrag von sulrich » 26.10.2009, 22:12

Hallo,

mal anders herum gefragt: Hat eigentlich jemand schonmal getestet, bei solchen relativ großen Bereichen statt mit mechanischen Mitteln mit gezieltem Weg-faulen-Lassen zu arbeiten? Also mit einem "feuchtigkeitsspeicherndem Medium" (AKA Erde ;-) ) abdecken und ein paar Jahre warten ... könnte man dadurch vielleicht 'zufällige', natürlich wirkende Strukturen bekommen?
Viele Grüße,
Stefan

Whenever there is any doubt, there is no doubt. - Sam in 'Ronin'

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Re: Totholz Übung

Beitrag von Wolfram K. » 26.10.2009, 23:19

Danke Robert!
Hast mir sehr geholfen! *kiss*

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Re: Totholz Übung

Beitrag von Robert S. » 27.10.2009, 06:45

sulrich hat geschrieben:Hat eigentlich jemand schonmal getestet, bei solchen relativ großen Bereichen statt mit mechanischen Mitteln mit gezieltem Weg-faulen-Lassen zu arbeiten?
unfreiwillig ja, Stefan. An einer Forsythie und an einer Fichte. Das Resultat war nicht immer schlecht, meist aber ein fasriger Matsch. Hinzu kommt das man keinen Einfluß darauf hat wie tief sich das ganze ins Kernholz entwickelt. Bei Hartholzbäumen könnte ich mir vorstellen das es evtl. besser geht.

@Wolfram: Gern geschehn :D

Servus,
Robert

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Re: Totholz Übung

Beitrag von zopf » 27.10.2009, 09:51

Hallo
Ob totes Holz unter der Erde sich mehr oder weniger schnell zersetzt,
ist abhängig von der Art des Baumes und der Wachstumsgeschwindigkeit.
Fichte und Kiefern modern recht schnell weg,
Lärche weniger, Eibe noch weniger, Olive ist auch recht robust, nur Beispiele.
Bäume die sehr langsam gewachsen sind, modern auch nur langsam weg.
Prinzipiell ist nur der "Ölweg" im langfristigen Bereich sinnvoll,
wenn das Holz soweit getränkt ist, das keine Feuchtigkeit mehr im Holz ist,
ist auch ein längerer Schutz möglich.
Mittel die auf der Oberfläche verfestigend wirken,
verhindern keine aufsteigende Feuchtigkeit im Holz,
gemäss dem Motto aussen hui, Innen pfui.
Allerdings geht das morcheln meist nur bis zu einer gewissen Grenze,
da die Abschottungszonen im Baum stabilisierende Funktion haben.
Wenn diese bei den Arbeiten unberührt bleiben, hilft sich der Baum
selbst.
Bei Laubbäumen z.B. ist es durchaus sinnvoll Stammsharis über einen längeren Zeitraum
zu bearbeiten um den Baum zu zwingen immer neue Abschottungen zu bilden.
Ist zwar nicht im Sinne Shigo´s aber die jeweils gebildeten Abschottungen
bleiben als verfestigteres Holz stehen.
mfG Dieter
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