Urikawa hat geschrieben:Hallo Thierry,
Allererst möchte ich dir danke sagen für die mühe denen du dir gemachst hast um mir zu schreiben.
Ob ich dir weiterhelfen kann werde ich niemalls sagen können den ich darf hier nur das schreiben was ich zu diesen Baum empfinde.
Du hast verstanden was mit Wabi und Shabi gemeint ist, sehr gute gestaltung. Leider "lebt" der Shari bereich nicht. Ich móchte damit sagen das sie auf mich wie "geknetet" wirkt. Wenn ich das Laub betrachte sehe ich das sie nicht zu vergleichen ist mit das von einem Jun. Chinensis. Das Laub wirkt robust ja etwas rauer (ohne das dies den Baum schadet) Aber durch diese struktur ist es sache dies auch auf den ganzen Shari bereich rüber zu bringen. Das Totholz erscheint wie polliert zu sein. Versuche mehr rillen mehr vertiefungen rein zu bringen. Dieses Holz läste sehr gut das das bearbeiten mit der Jinzange zu. Versuch teile des Holz zu zerreizen. Die damit entstanden Faser einfach den hari entlang ziehen.
Die länge des Tenjin ist zu viel des gutem. Auch wirkt sie auf mich zu "schwer" Ihre Holzemasse ist zu viel. Bringe etwas mehr Spannung rein. An der Rückseite kannst du sie Holze entnemen damit bekommt dieses Teil des Jins mehr aussagekraft.
Der Shari bereich wirkt sehr sehr "jungfraulich". Wodruch ist dieser bereich entstanden? Was hat der Baum durchmachen mússen um solch einem bereich zu bekommen? Also was ist die Geschichte hinter diesem Shari?
Lass sie die Geschichte von einem Kampf gegen die Elemente erzählen und nicht die Geschichte dienes Willens. Arbeite mit den Holz, und sie wird dir sagen was zu tun ist. Versuche das Holz nicht als eines Channel 5 Model dahin schreiten zu lassen.
Betrachte Treibholz bilder eines alten Wachholders (keinen Chinensis) und du wirst den Weg entdecken denen du zu gehen hast. Was bedeutet das wort Schlichtheit für dich?
Auf jedenfall eine sehr gute arbeit denen nur noch die punkt auf eine gewisses i braucht.
Versuche nicht den Fall eines Wasserfalls zu bendigen. Tust du es doch wirkt sie nur noch als Wasser das herunter fällt ohne das sie einen Dunst von Wassertröpfchen hinterlässt.
Hallo Urikawa,
Zuerst einmal danke für deine sehr ausführliche, tiefgründige und (für mich) sehr "zum Nachdenken auffordernde" Antwort.
Wie du weiß, habe ich sehr viel Respekt vor deiner Art u. Weise Bonsai zu machen.
Vor allem weil ich seit Jahren den Eindruck habe, daß wir eine ähnliche Art haben, Bonsai zu "empfinden".
Leider sind die Bilder vom ganzen Baum etwas unscharf u. man erkennt z.B. die Rillen im Totholz nicht. Ich vermute, daß du deshalb den Eindruck hast, es erscheint wie polliert.
Hier siehst du ein paar andere Bilder, in Nahaufnahme, vom Totholz :
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 15#p236757
Was das Totholzbearbeiten angeht ("
Dieses Holz läste sehr gut das das bearbeiten mit der Jinzange zu. Versuch teile des Holz zu zerreizen. Die damit entstanden Faser einfach den hari entlang ziehen."), da muß ich sagen, daß das leider nicht so einfach geht. Das Holz ist extrem hart. Es ist ein Holz aus Korsika (Südfrankreich), irgendeine Art Oxycedrus glaube ich. Also SEHR hart. D.h. es lässt sich mit den Jinzange leider gar nicht bearbeiten, glaub mir (ich habe es schon mehrmals probiert). D.h. ich muß irgend ein Trick finden, wie ich das Holz zuerst "aufweichen" kann (wenn das überhaupt mehr als nur ein o. zwei millimeter geht...). Da muß ich auch mein Meister diese Woche fragen.
"Leider "lebt" der Shari bereich nicht. Ich móchte damit sagen das sie auf mich wie "geknetet" wirkt." :
Was meinst du damit (verknetet) ?
"Wenn ich das Laub betrachte sehe ich das sie nicht zu vergleichen ist mit das von einem Jun. Chinensis. Das Laub wirkt robust ja etwas rauer (ohne das dies den Baum schadet) Aber durch diese struktur ist es sache dies auch auf den ganzen Shari bereich rüber zu bringen." :
Ja ja, es ist kein Sinensis, das Laub des Squamata ist wie du sagst viel "rauer" und nicht so fein wie ein Sinensis oder ein Itoigawa. Aber das ist genau was mir an diesem Baum gefällt (dieser Kontrast).
Meinst du, ich sollte zB den Uke Eda nicht zu weit vor dem Shari bringen ?
"Der Shari bereich wirkt sehr sehr "jungfraulich". Wodruch ist dieser bereich entstanden? Was hat der Baum durchmachen mússen um solch einem bereich zu bekommen? Also was ist die Geschichte hinter diesem Shari?"
Der Shari (zumindest überall da wo noch nicht dran gearbeitet/gestaltet/verändert wurde) ist einfach in der Natur entstanden.
Es ist ein sehr altes Holz, daß die Witterungsbedingungen in Korsika durchlebt hat.
"Lass sie die Geschichte von einem Kampf gegen die Elemente erzählen und nicht die Geschichte dienes Willens."
Das werde ich versuchen... soweit ich dazu fähig bin...
Arbeite mit den Holz, und sie wird dir sagen was zu tun ist.
Diesen Rat muß ich mir erst noch beherzigen. Ich bin noch nicht so weit wie du.
Versuche das Holz nicht als eines Channel 5 Model dahin schreiten zu lassen."
Das fand ich gestern ein bisschen lustig (deshalb der Titel). :D
Scherz beiseite : Ehrlich gesagt, am Anfang, als ich den Baum bekam, wollte ich den "tanzende Shari" noch weicher gestalten, so wie wenn eine Art Seide darauf schwebt.
Was bedeutet das wort Schlichtheit für dich? :
Ich weiß nicht ob ich deine Frage richtig verstanden habe.
Auf jedenfall eine sehr gute arbeit denen nur noch die punkt auf eine gewisses i braucht. :
Ich danke dir. Aber ich bin "nur" der derzeitige Besitzer/Gestalter. Auch wenn ich schon einiges am Baum verändert habe (und noch vieles vor habe). Aber dem ersten Gestalter gebührt dein Lob. Ich mache nur die Weiterverfeinerungsarbeiten und versuche mit dem Baum gemeinsam einen neuen Weg zu gehen.
Liebe Grüße,
Thierry