1 plus 1 ergibt Larixtanuki

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avicenna
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1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von avicenna » 06.07.2010, 19:32

Eine ältere Lärche der ich vor Jahren einmal einen großen Sharibereich zukommen lassen wollte und in Ermangelung von entsprechenden Carvingwerkzeugen und der entsprechenden Kenntnis einfach einen Stechbeitel benutzte und ... ohhhh ... da ist aber jetzt zu viel abgerissen worden.... :) , sah dann wirklich nicht mehr gut aus. In meinem damaligen Übermut setzte ich einen Stechbeitel so an, dass ich durch Reißen fast den gesamtem Stamm in zwei Teile geteilt hab. So verunstaltet überließ ich den Baum sich selbst und beachtete ihn kaum mehr. Sein Stamm schien von der Seite betrachtet viel zu dünn und trotz Kallusbildung und Vernarbung konnte er den Mangel nicht mehrt kompensieren ...
Nach diesem strengen Winter ist mir nun zusätzlich noch eine sehr schöne, große , alte Lärche gehimmelt worden mit wunderbarem , natürlichen Totholz.
Was tun ?
Ich entschied mich, aus einer nicht brauchbaren Lärche und einem abgestorbenen Stammgerüst einen Lärchentanuki zu gestalten. Ich fräste die Anheftstelle am toten Stamm entsprechend dem Verlauf der "halben Lärche" aus und setzte beide dann in eine Trainingsschale. Mal sehen was daraus wird.
Ich hoffe, dass mit den Jahren die "Wallzone" der Lärche mit dem Totholz des Tanuki zusammenwächst und beide eine nette Einheit bilden.
Ach ... es sei noch erwähnt, dass der Baum und auch der Tanuki noch nicht gestaltet und bearbeitet sind ... wenns eingewachsen ist, wird endgültig am Totholz und an der Aufteilung der Astpartien gearbeitet ... dann siehts sicher besser aus ...Aber seht selbst ...

saludos
avicenna
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Heike_vG
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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von Heike_vG » 06.07.2010, 20:11

Hallo Dietmar,

das sieht ja sehr vielversprechend aus und es ist schön, wenn man aus zwei verlorenen Fällen wieder eine tolle Sache machen kann. *daumen_new*

Lediglich glaube ich, dass die Kabelbinder nicht so eine gute Methode sind, weil sie sich bald eindrücken werden. Ich habe solche Sachen auch versucht und das hat sich nicht bewährt. Sie schnüren schon ein, wenn die beiden Parteien noch lange keine feste Verbindung miteinander haben.
Auch wenn es brutal klingt, mit ein paar rostfreien Schrauben anschrauben klappt viel besser und sieht von Anfang an dezenter aus. Die Schraubköpfe werden entweder überwallt und bleiben drin oder werden andernfalls nach ein paar Jahren wieder herausgedreht. :wink:

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Timbo
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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von Timbo » 06.07.2010, 20:45

Hab das selbe schreiben wollen wie Heike aber sie war schneller :) Die Kabelbinder würd ich auch nicht nehmen.
Sieht jedenfalls schon gut aus, bin gespannt was drauß wird bitte schön Updaten.

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avicenna
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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von avicenna » 06.07.2010, 21:04

Ihr habt recht ... das mit den Kabelbindern war eigentlich nur eine Schnelllösung. Das Problem besteht darin, dass der ganze Totholzstamm total ausgehöhlt ist weil er innen faulig war und wenn ich durch den lebenden Stamm eine Schraube drehe, muss sie verdammt lang sein um an der gegenüberliegenden Seite das andere Holz zu erreichen. Ich suche noch nach langen Schrauben und dann mach ich die Kabelbinder wieder ab :D .
Danke für den Hinweis :D .

saludos
avicenna

Backyard
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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von Backyard » 07.07.2010, 08:05

Dietmar, Ich bin mir sicher das dein tanuki mit einer deiner tollen Spezialanfertigungen
im Fussbereich mal ganz klasse aussehen könnte!
Was ist eigentlich aus deinem Wacholder geworden? Läuschen beseitigt?

Schönen Gruß aus Kölle!
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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von Robert S. » 07.07.2010, 08:18

Hallo avicenna,

da Lärchen gut und schnell überwallen wird das in ein paar Jahren sicher richtig gut aussehen. Anstatt die Kabelbinder direkt am lebenden Stamm einzusetzen könntest Du größere Stücke aus weichem Blech formen und unterlegen damit sich der Druck verteilt.

Servus,
Robert

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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von avicenna » 07.07.2010, 09:36

Hallo Backyard,
ich hab die Läuse mit einer Lösung aus 'nem Granulat gegen Läuse gespritzt und ihn einmal ganz durchgestaltet. Dann zeigte sich nach einigen Tagen ... vielleicht stand er zu sehr in der Sonne oder sowas ... dass ganz viele Triebe sich braun verfärbten und wie verbrannt aussahen. Möglicherweise lag es an der Spritzung,, der anschließenden Sopnnenexposition, der gleichzeitigen Gestaltung oder an der Fahrt und dem Transport bei der er im Auto hinten zu sehr beschienen wurde ... keine Ahnung. Er ist aber noch nicht gehimmelt , er zeigt an ganz vielen Stellen zarte , neue Knospen ... Dann war es eben eine Rundumgestaltung mit kombinierter Nadelreduktion :D . Mal sehen wie es sich entwickelt. Ein pic möchte ich jetzt noch nicht zeigen ... sieht noch zu schlimm aus ;-).
Bei meinem Larixtanuki such ich immer noch nach genügend langen Schrauben ... Das Stammholz ist vollkommen hohl und der gegenüberliegende Holzteil ist nur ca. 1 cm dick ... Ich hoffe dass das ganze Arrangement mit den Jahren genügend miteinander verwächst und das Ganze stimmig ausschaut. Wie gesagt will ich die Grünanteile passend einem Hochgebirgsveteranen gestalten und da passt es nicht, wenn liebliche Nadeletagen entstehen ... Er muss irgendwann eine riesig spannende Geschichte zu erzählen haben ;-). Aber das braucht Zeit.

Ich hab ganz vergessen, dir pics auf deine Seite zu senden ... hols aber in den nächsten Tagen nach ...

hasta luego compagnero
saludos
dietmar

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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von avicenna » 07.07.2010, 09:38

Das wäre asuch eine gute Idee Robert ... also wenn ich keine genügend langen Schrauben finde nehme ich deine Variante ;-)
saludos
avicenna

Eva Warthemann
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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von Eva Warthemann » 07.07.2010, 11:13

Hallo Avicenna!
Hast Du vor dem Zusammenbinden die Kallusschicht der Lärche noch angeschnitten, damit sie zu erneuter Kallusbildung angeregt wird?
Eva Warthemann
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avicenna
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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von avicenna » 07.07.2010, 16:05

Hallo Eva,
...nein hab ich nicht. Durch mein Fräsen mit einer Makita hab ich ehh die Stoßzonen nicht soooo passend hinbekommen, dass ein schnelleres Verwachsen möglich gewesen wäre. Ich hab die Kontaktstellen aneinander gelegt und mit Kreide angezeichnet. Dann mit der Makita so mehr recht als schlecht gefräst und immer wieder nachgearbeitet. Das alles allein und immer wieder anhalten, zusammenstellen und und und ... war dann froh, dass es so einigermaßen passte und vertraue auf die Wüchsigkeit der angesetzten Lärche. Da sie ehh nur noch im halben Stamm aktiv ist, hoffe ich, dass sie an diesen Stoßkanten in ein paar Jahren soweit die kleinen Lücken geschlossen hat.
Ich hab jetzt 4 Riesenschrauben eingedreht ... jede einzelne so 18 cm lang. Sieht jetzt besser aus ( danke für den Hinweis an Alle :D ). Jetzt steht sie erst einmal in der Morgensonne, wird gedüngt mit "Pferdedungsud" und ist noch turgeszent ...also es scheint ihr noch gut zu gehen. Jetzt soll erst einmal die Zeit vergehen ... Als nächsten Schritt werd ich viele Eindrücke sammeln von zerzausten Hochgebirgslärchen und einen ausgiebigen Carvingplan entwickeln ...
Wenn einer von Euch ein Virtualkünstler ist , wäre ich für tolle Virtuals sehr dankbar und würde mich riesig freuen. Ich gebe zu, wenn der Tanuki im Wintergerüst ist, sind die Vorraussetzungen für ein Virtual sicher besser. Aber ich habe ja Zeit und der Baum auch ... :D

saludos
avicenna
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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von avicenna » 10.12.2011, 16:00

Nu hat er einen Platz in einer Felsenschale verdient :) ... ( das nur an Igor wenn er es liest :) ) ...
Bislang ist alles ganz gut verlaufen nur man merkt, dass sich die Borken vom Tanuki so langsam natürlich verabschieden. Vielleicht sollte ich jetzt mal langsam beginnen mit Holzhärter dem Prozeß einhalt zu gebieten ...
Der Tanuki wurde jetzt einfach nur, ohner Wurzelschnitt etc., in eine Felsenschale gesetzt und kann jetzt seinen weiteren Weg machen...

saludos
avicenna
p.s. die bilder sind nicht so prallig aber allein den ganzen Kram so zu wuchten, dass ich ihn dort hinten aus dem Haus hole und irgendwie schön fotographiere ... dazu wars doch zu kalt und zu viel Gedöne :) ... ich hoffe man sieht dennoch genug.

Wenn das jetzt alles gut geht fällt mir bei der Betrachtung der Bilder auf, dass ich im unteren Scharibereich des Tanukiholzes wohl noch einmal carven werde und zwar so, dass ich in das innere hohle Stammholz vordringe und Schattenbereiche einfräsen werde. So sieht es mir doch ein wenig zu langweilig aus, zu flächig in der Frontalansicht.
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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von avicenna » 10.12.2011, 16:12

Etwa so ...
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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von Eva Warthemann » 11.12.2011, 13:17

Hallo Dietmar!
Ich finde, Du solltest zuerst mal die alte Rinde komplett vom Totholz entfernen, erst dann gewinnt man den richtigen Gesamteindruck.
Momentan lenken die alten Rindenstreifen zu sehr ab.
Liebe Grüße Eva Warthemann
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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von avicenna » 11.12.2011, 22:34

Hallo Eva,
ich bin genau anderer Meinung :)
Die Rindenstreifen geben dem Ganzen Kontrast und Linie .. ansonsten steht dort ein weißer geleckter Stamm, wenig einladend für meine Sicht, sowas kann man überall finden ...Ich bin der Meinung dass gerade diese verbleibenden Rindenteile in ihrer Entsprechung zur ähnlich entwickelten Borke des lebenden Baumes ein stimmigeres Bild machen.
Vielen Dank für deine Bemerkung !
saludos
avicenna

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Re: 1 plus 1 ergibt Larixtanuki

Beitrag von Herbert A » 12.12.2011, 23:27

Servus Dietmar,

das Probleim bei Tanukis mit Rinde am toten Stamm ist ganz einfach dass sich unter der Rinde innerhalb weniger Jahre Fäulnis bildet und sich das Holz dann wenn dieser Prozess einmal angefangen hat sehr schnell zersetzt.

Mir hätte ein Tanuki mit Rinde auf dem abgestorbenen Stamm auch gut gefallen. Aber es funktioniert leider nicht.

So sah das ganze 2008 aus.
036 10.12.08.jpg
Gestern habe ich die ganze Rinde entfernen müssen.
046 10.12.11.jpg
3 Jahre später
ciao
Herbert Aigner
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