Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

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mydear
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von mydear » 05.06.2018, 09:46

bonsaiheiner hat geschrieben:
04.06.2018, 15:02
Weiter geht´s mit einer Variante zu diesem Thema:

Der makellose kerzengerade Stamm (zigarrenstark) ohne Schnittstellen und ohne Drahtnarben wurde an 2 Stellen radikal gekappt. Es resultieren unterschiedlich starke Stummel, die seit einigen Jahren neue Triebe hervorbringen wollen.
Ich liebäugele mit einem ungefähren Gestaltungsziel á la Murata-Zelkove (links dazu gibt´s mehrere).
Ob ich größenwahnsinnig geworden bin? Wohl eher nicht. Soll ja nur eine Inspirationshilfe sein.
Stammlänge: 15 cm, Gesamthöhe z.Zt. 30 cm, Endhöhe geplant bei 45-50 cm.
Hallo Heiner,

schön, dass du einen weiteren Grundaufbau zeigst. Ich kann sehen wo dein Fokus am Anfang der Entwicklung liegt: der idealisierte Stamm und das bereits vorbereitete Nebari.
Bei den Schnittstellen und dem Übergang wirst du die nächsten Jahre noch gut zu tun haben. Dein Vorteil ist, dass mit dicker werdendem Stamm kein Zusammenwachsen der Primäräste stattfinden wird. Und es könnte wirklich die kleine Schwester der Murata-Zelkove sein. Die scheinen ja fast geklont zu sein *daumen_new*
https://aidobonsai.files.wordpress.com/ ... ata-26.jpg

Grüße
Rainer

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bonsaiheiner
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von bonsaiheiner » 05.06.2018, 22:02

Danke an Ferry und Rainer, dass Ihr diesen Rohling bis hierher so positiv seht
und hallo an die Forengemeinde,
berühmte Meisterwerke, ob von Gestalters Hand bereits existent oder einzigartige Parkbäume in der Landschaft, sie können immer nur Inspirationshilfen sein.
Niemals soll der Nachempfinder seinem Vorbild bis ins Detail nacheifern und sich nur mit der perfekten Kopie seines Ideals zufrieden geben.

Das klappt nämlich nicht.

Hier habe ich es mit einem makellosen Stamm zu tun, der z.Zt. noch an einen Telefonmast erinnert. Borke und Oberfläche müssen fehlerfrei bleiben. Man stelle sich vor: Drahtnarben oder überwallte Schnittstellen würden jetzt schon stören. Soch ein Makel würde später niemals mehr auszubügeln sein.

Soweit so gut.

Die Narben an den 2 Substamm-Stummeln sind zwar (jetzt) nicht schön, aber die Zeit wird es richten, dauert aber 15-20 Jahre.
Aufpassen muss ich in Zukunft bei der weiteren Gestaltung des Nebari. Die Verteilung ist zwar ideal, aber die geforderte Verjüngung der sichtbaren (Oberflächen-)Wurzeln mit einer gefälligen Abwechslung in der Höhe wird sich nicht von selbst einstellen. Da wird gestalterisch resolutes Vorgehen im Dreijahres-Umtopf-Abstand erforderlich werden.
Dieses zu erreichen, wird die Hauptaufgabe werden.
Da ist der Aufbau der Krone ein Klacks, pea nuts auf neudeutsch.
Na, ganz so vielleicht nicht, aber doch deutlich leichter als die bereits angesprochenen Punkte. In etwa werde ich mich an der Empfehlung orientieren, die besagt, dass freiwachsende Bäume sich am wohlsten fühlen, wenn ihr Kronenaufbau und dessen Volumen sein Spiegelbild findet in dem was sich unter der Erde abspielt. Einschränkungen durch die später flache Schale sind da allerdings vorprogrammiert.
Der Übergang Nebari/unterer Stammabschnitt (Tachiagari) ist zur Zeit, so wie gefordert, nicht vorhanden. Aber mit der Zeit wird das durch die Entwicklung des Nebari geändert werden, dauert 8-10 Jahre, braucht aber keine besondere Zuwendung. Das Gleiche erhoffe ich mir vom bei Abmoosungen immer vorhandenen kleinen Wulst im untersten Stammabschnitt.
Man wird sehen...
Beste Grüße,
Heiner
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von mydear » 06.02.2019, 12:24

Hallo Heiner,

Ich wäre neugierig auf ein Winterupdate deiner „Besenfamilie“ *dance*

Grüße
Rainer

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bonsaiheiner
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von bonsaiheiner » 07.02.2019, 16:38

Hallo Rainer,
die NT steht vor der Tür!

Danach und demnächst müssen einige Bäume, von denen Du hier ein Update wünschst, umgetopft werden.
Wenn das erledigt wein wird, werde ich hier eine kleine "Besenschau" einstellen.

Gruß,
Heiner
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von bock » 07.02.2019, 17:01

Ich freu mich darauf!

:-D
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:

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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von hwolf » 08.02.2019, 00:11

Dito!
Soft skills for hard woods.

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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von bonsaiheiner » 29.04.2019, 13:55

Hallo,
bei dem gekappten Steckling wachsen die Triebe, wie sollte es auch anders sein, zum Teil wie Kraut und Rüben durcheinander.
Hier ist eine ordnende Hand vonnöten, von der man später möglichst nichts mehr sehen sollte.
Meines Erachtens geht das am besten mit an der Basis verklemmten Korkstückchen.
Zelkowe Steckling 29.4.19.jpg
Zelkowe Steckling 29.4.19.jpg (206.9 KiB) 342 mal betrachtet
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Zelkowe Steckling Substammverteilung 4 19.jpg (182.97 KiB) 342 mal betrachtet
Beste Grüße,
Heiner
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von MichaelL » 29.04.2019, 16:37

Hallo Hainer,
Der Steckling hat sich ja toll entwickelt. Die Sache mit den Korken mache ich auch... hat den Vorteil, dass man manchen Flasche Wein öffnen muss... 😉

Gruß Michael

P.s.: wird denn der Knubbel von der Bandage verschwnden.

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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von bonsaiheiner » 29.04.2019, 17:54

MichaelL hat geschrieben:
29.04.2019, 16:37


P.s.: wird denn der Knubbel von der Bandage verschwnden.
In den nächsten 10-15 Jahren nicht
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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von Der Maddin » 29.04.2019, 21:21

Hallo Heiner,
bzgl. des Knubbel.
Ich überlege bei meiner Besenzelkove,
wenn ich denn die Abmoosung bald mal trennen kann,
5 mm breite senkrechte Rindenstreifen am Stamm zu entfernen um den Knubbel loszuwerden.
Auf 3, 6, 9 und 12 Uhr und nach dem zuwachsen jeweils ein Stück versetzt wieder.
Ich denke das könnte eine interessante Rindenstruktur ergeben und die Makel beheben.

Was meinst Du, könnte das was werden?

Gruß Martin
Bonsai benötigt einen Plan und Geduld.

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Re: Besenzelkowe durch drastischen Rückschnitt

Beitrag von bonsaiheiner » 01.05.2019, 10:58

Der Maddin hat geschrieben:
29.04.2019, 21:21
Hallo Heiner,
bzgl. des Knubbel.
Ich überlege bei meiner Besenzelkove,
wenn ich denn die Abmoosung bald mal trennen kann,
5 mm breite senkrechte Rindenstreifen am Stamm zu entfernen um den Knubbel loszuwerden.
Auf 3, 6, 9 und 12 Uhr und nach dem zuwachsen jeweils ein Stück versetzt wieder.
Ich denke das könnte eine interessante Rindenstruktur ergeben und die Makel beheben.

Was meinst Du, könnte das was werden?

Gruß Martin
Nach meiner Einschätzung kann das nichts werden.

Dieser Bonsaikandidat darf in den nächsten Jahren sich ohne Eingriff an den Michelin-Wülsten weiter entwickeln. Die sind für mich eine Mahnung.
Ein Zuviel an gestalterischer Aktivität ist sehr oft abträglich für das zu erreichende Ziel!
Die Natur hat mit ihren Reparatur-Mechanismen viel mehr auf der Pfanne als wir uns vorstellen können. Sie braucht allerdings Jahre dafür.
Heiner
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