Vernachlässigter Fächerahorn

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Josef Knieke
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Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von Josef Knieke »

Hallo liebe Gemeinde

hab günstig einen alten Fächerahron erstanden. Er wurde vermtl. über Jahre nicht umgetopft und ist über die Zeit aus der Schalen (Jürgen Hilken) herausgewachsen.
Er wurde wenn überhaupt, nur gob geschnitten und sporadisch gedüngt.

Der Besitzer hat ihn geerbt und konnte sich wahrscheinlich aufgrund von Zeitmangel nie richtig kümmern.

Nun hab ich ihn und will ihn natürlich wieder aufpäppeln.

Da ich nicht weiss wie es in der Schale aussieht wird er im Frühjahr umgetopft. - Das ist ja noch ein wenig hin, was kann ich ihm denn jetzt nocht Gutes tun, damit er schadlos über den Winter kommt?


Gruß

Josef
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bonsaiheiner
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Josef,

wenn der günstig war, hätte ich ihn auch genommen!
Aber mal ganz im Ernst: Wie man den Baum überwintert, kann doch wohl kein Thema sein. Ganz normal draußen unter gelochter Milchglasfolie oder ebenfalls draußen,vielleicht etwas eingraben und mit Torf etwas anhäufeln oder im Kalthaus, dabei aber aufpassen, daß es nicht zu warm wird.
Ich würde den Baum aber gern nochmal blattlos sehen. Feine Triebe kann man unmittelbar nach dem Blattfall schneiden.
Bei jahrelang vernachlässigten Bäumen muß aber damit gerechnet werden, dass auch stärkere Äste weichen müssen.
Damit würde ich aber warten bis Februar.

Beste Grüsse,
Heiner
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Josef Knieke
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von Josef Knieke »

Hallo Heiner

erstmal danke für deine Antwort!

Nein, die Überwinterung spilet bei mir absolut keine Rolle. Hab so ziemich jede Möglichkeit, vom Beet bis zum Gewächshaus (Kalthaus) ist alles vorhanden.

Allerdings sind deine Aussagen zum Scheiden für mich von Interesse. Diesbezüglich hab ich noch so meine Bedenken.
Soll ich im Herbst tätig werden? - Soll ich ihn aus der Schale nehmen ?? Hab meine Sorge mit dem Substrat? und dem stark durchwurzelten Ballen. Nehm ich ihn schadlos asu der bauchigen Schale, oder lass ich ihn lieber drin?


LG

Josef
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Honey
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von Honey »

Warum willst du ihn über den Winter aus der Schale nehmen? Wenn du ihn im Frühjahr umtopfst, musst du ihn vielleicht aus der bauchigen Schale heraussägen (Walter hat mal irgendwo den Vorgang fotografiert). Wenn er aber schon so lange in der Schale steht, musst du allerdings aufpassen, dass er genügend Wasser aufnimmt, da das Substrat wahrscheinlich schon sehr verdichtet ist.
Schneiden würde ich wie Heiner geschrieben hat. Die dünnen Äste im Herbst, die dickeren im Frühjahr.
Du musst den Asphalt deiner Annehmlichkeiten verlassen
und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
ist etwas Wunderbares - nämlich dich selbst.

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Carmen_G.
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von Carmen_G. »

Hallo,

ein schöner Baum, der hat es verdient wieder gut gepflegt zu werden!

Wenn im Frühjahr sowieso eine Überarbeitung ansteht und auch dickere Äste fallen werden, wieso dann im Herbst noch dünne Äste schneiden?
Einige davon werden sowieso mit den dicken Ästen fallen und dann sieht das Gesamtbild sowieso anders aus und evtl. bräuchte man dann gerade den im Herbst geschnittenen dünnen Zweig entweder zum Loch füllen oder zum durchtreiben lassen wieder.

Falls der Baum im Beet oder sonstwie im Freien überwintern soll sind die auch eher nützlich. Je mehr und feinere Zweige der Baum hat umso schöner bleibt eine schützende und Feuchtigkeit spendende Schneehaube darauf liegen.
Falls Äste vertrocknen (erfrieren) sollten ist dann im Frühjahr auch die Auswahl noch größer.

Aber jeder wie er will. Das ist jetzt keine Entscheidug die über Leben und Tod entscheiden wird. :wink:

Für eine Herbstdüngung dürfte es jetzt zu spät sein und soweit sieht der Baum ja recht fit aus.
Wenn Du weißt wie er die letzten Winter überwintert wurde würde ich es auch so machen. Falls das im Freien ist würde ich den am Stück (der Ballen dürfte ja sehr dicht und kompakt sein) aus der Schale nehmen und bis zum Nebari im Beet einsetzen.)
Wenn Du ihn geschützt unterbringen willst dann laß ihn noch bis zum Frühjahr in der Schale aber paß auf das er bei Frost nicht zu trocken im Ballen wird.

viel Spaß, Erfolg und liebe Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen

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Josef Knieke
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von Josef Knieke »

Hallo ihr Lieben

erstmal danke für die vielen Ratschläge!!

Der Hinweis mit dem Schnitt von Carmen ist nachvollziehbar und wird von mir vermtl. auch so gemacht. Dennoch gut zu wissen, im Herbst die dünnen und im Frühjahr die dicken Äste.

Das eigentlich Problem ist hier auch schon angesprochen worden. - Der Wurzelballen.

Über die Jahre wurde das Bäumchen immer wieder im Beet eingesenkt, überwintert.

Aber da er nie umgetopft worden ist, ist der Wurzelballen soweit verdichtet, dass er keine Feuchtigkeit mehr aufnimmt. Ich kann gießen noch und nöcher, aber das Wasser perlt von der Oberfläche ab.
Da kann ich nur versuchen ihn zu tauchen und hoffen, dass der Ballen noch Feuchtigkeit aufnimmt. Desweiteren muss das überschüssige Wasser aber auch wieder ablaufen, was aufgrund von einem großen, zugewachsenen Ablaufloch u.U. Probleme bereitet.

Nehm ich den Baum aus der Schale heraus, werden unweigerlich ein Großteil der Wurzeln beschädigt. - Dann könnte ich ihn allerdings im Kalthaus überwintern.

Wie sieht es mit Hilfsstoffen wie Superthrive und anderen aus?


Gruß

Josef
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sulrich
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von sulrich »

Hallo,
Josef Knieke hat geschrieben:Über die Jahre wurde das Bäumchen immer wieder im Beet eingesenkt, überwintert.
Dann mach' es doch wieder genauso - die umgebende Erde sollte den Wurzeln genügend Feuchtigkeit geben. Oder, wenn Du Angst hast, dass die Schale platzen könnte, im Kalthaus eingraben oder mit Torf oder Laub bedecken und leicht feucht halten.
Wie sieht es mit Hilfsstoffen wie Superthrive und anderen aus?
Im Herbst wohl eher sinnlos bzw. kontraproduktiv.
Viele Grüße,
Stefan

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Heike_vG
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Josef,

mir gefällt Deine Neuerwerbung auch sehr gut und ich denke, dass der Ahorn auch trotz Vernachlässigung noch ziemlich vital aussieht. Ein guter Kauf, denke ich.

Wenn Du ein Kalthaus hast, würde ich ihn darin überwintern. Die Feuchtigkeit über den Winter gut kontrollieren. Wenn Du jetzt einmal tauchst, um den Ballen wieder feucht zu bekommen, wirst Du über den Winter vermutlich nur wenige Male nachgießen müssen.

Im Frühjahr, wenn es Zeit zum Umtopfen wird, kannst Du einfach mit einem Sichelmesser (als ich meins gekauft und ausprobiert habe, habe ich mich geärgert, dass ich es nicht schon Jahre früher hatte) oder wenn das nicht vorhanden ist, einem alten Küchenmesser, am Schalenrand entlang schneiden. Alles was unter dem bauchigen Rand der Schale festhängt, wird bei der Wurzelbearbeitung sowieso entfernt, also keine Sorge, dass Du Schaden anrichtest!
Ein so lange Zeit nicht umgetopfter Baum ist natürlich eine gewisse Herausforderung, denn Du willst Den Wurzelballen ja flach kriegen, während er jetzt ein großer Hügel geworden ist. Bestimmt sind viele superlange, ewig im Kreis gewachsene Wurzeln zu entwirren und kurz zu schneiden und im Inneren des Ballens, von unten wirst Du einiges aufräumen müssen, da ist sicher eine Menge verdichtete, pulverisierte, alte Erde drin.
Vielleicht empfiehlt es sich, den Baum danach für eine Übergangszeit von 1 - 2 Jahren in eine etwas tiefere Trainingsschale zu pflanzen und den Hügel mit Spaghnummoos und Akadama zu bedecken, damit im oberen Bereich neue Wurzeln wachsen, um im nächsten Schritt den Ballen wieder flacher machen zu können. Dann passt der schöne Ahorn später auch wieder in eine elegante flache Schale, ohne den ganzen unerwünschten Hügel, vielleicht sogar wieder in die schöne, aus der er jetzt scheinbar heraussteigen möchte. :wink:

Liebe Grüße,

Heike
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bonsaiheiner
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Josef,

Ahorne "bluten" gerne, wenn man die Triebe im Frühjahr schneidet, d.h. die Wurzeln sind schon wieder aktiv, obwohl man oberirdisch davon noch nichts sieht, fängt bei mir schon ab Mitte Januar an. Daher schneide ich die dünnen Triebe nach oder auch schon während dem Blattfall. Der Verlust von Zweigen, die eine Schneehaube nicht mehr tragen, spielt bei mir keine Rolle, da ich unter der Bonsaibank, mit gelochter Milchglasfolie abgedeckt, oder im Kalthaus überwintere. Allerdings lege ich bei Minusgraden reichlich Schnee, wenn vorhanden, auf das Substrat, Dieser kann dann bei höher werdenden Temperaturen den Ballen befeuchten.
Dieser Wasserverlust über geschnittete Triebe/Äste reduziert sich natürlich, wenn Du sowieso umtopfst, weil ja dabei, in Deinem Fall wohl besonders intensiv, ein Wurzelschnitt und eine Bearbeitung des Ballens erforderlich wird. Insofern kannst Du die Schneiderei auch komplett auf das Frühjahr verschieben- da gebe ich Carmen recht.
Ansonsten empfehle ich Dir, den Empfehlungen von Heike v. G. zu folgen, sie bringt es mal wieder, wie so oft, auf den Punkt.

Beste Grüsse,
Heiner
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Josef Knieke
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von Josef Knieke »

....einen hab ich noch! - Hier der große Bruder!




Gruß

Josef
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Heike_vG
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von Heike_vG »

Sehr schön, klasse Farbe, Josef!
Ist es ein normaler Acer palmatum oder eine besondere Sorte?
Wer hat die Schale getöpfert - sie sieht sehr schön aus!?
Auch hier musst Du vielleicht schon mal ein Auge darauf haben, dass der Hügel eher kleiner als größer wird. :wink:

Liebe Grüße,

Heike
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Josef Knieke
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von Josef Knieke »

Hallo Heike

die Sorte kenne ich leider nicht. Es ist eine kleinblättrige Sorte, mag aber auch an der Pflege der letzten Jahre liegen. Er stammt aus dem gleichen Fundus wie der obern gezeigte.

Er wurde gerade so über die Jahre gebracht, aber weder umgetopft, noch pinziert oder geschnitten.

Daher auch der Hügel....

Nächstes Frühjahr kommt der Hügel weg.

Die Schale ist von Jürgen Hilken.


Gruß

Josef
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Chipsy
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von Chipsy »

das ist meiner!
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Heike_vG
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von Heike_vG »

Chipsy, den kennen wir jetzt schon zur Genüge. Es ist nicht nötig, den jetzt in jedem Thread immer wieder einzustellen. :?
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Georg
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Re: Vernachlässigter Fächerahorn

Beitrag von Georg »

Warum soll eigentlich das Bluten nach dem Schnitt im Frühjahr beim Ahorn so schlimm sein?
Das hört von alleine wieder auf; auch wird es nicht so stark sein, weil ja Wurzelschnitt dazu kommt.
Ich würde gerne mal wissen, ob irgendjemand mal einen Schaden vom Bluten eines Ahorns davongetragen hat.
Ich kenne es nur als harmlos. ( Außerdem kommt nichts in die Schnittstelle rein)
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

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