Sanierung eines Fächerahorns

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Marco_H
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Marco_H »

Danke dir, liebe Heike, für diese Tipps!
Ich versuche, sie nächstes Jahr bei meinen Palmatums mehr zu beherzigen.
Gruß aus dem Westerwald

Marco

Bonsai ist die Kunst der Zeit!
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Thorschti
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Thorschti »

Dieser Thread ist ja eine wahre Goldgrube an interessanten Infos! Ich möchte dem ein großes Lob zufügen, damit wir auch in Zukunft weiter mitgenießen dürfen und würde mich noch einmal über einen Bild des Wurzelballens beim Umtopfen freuen um hier zu sehen wie sich die Entwicklung unterirdisch entwickelt hat.
Gruß
Thorsten
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Heike_vG
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Thorsten,
danke für das Lob, wie schön, dass dieser Thread interessant für Dich ist. :-D

Den Wurzelballen werde ich dann gerne beim nächsten Umtopfen mal wieder fotografieren. Gute Anregung! *daumen_new*

Liebe Grüße,
Heike
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Ferry
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Ferry »

Die Schale harmoniert in Form, Größe und Glasur ideal. Sehr schön.
LG,
F.
Lutz Marx
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Lutz Marx »

...wow, eine tolle Entwicklung, Heike. Ich fände auch, dass dem Baum an der rechten Seite ein weiterer Ast gut zu Gesicht stünde.

LG, Lutz
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Heike_vG
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Heike_vG »

Danke Euch! Ja, ich werde mal schauen, wie sich ein neuer Ast rechts herbeizaubern lässt. *z*

Liebe Grüße,
Heike
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Heike_vG
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Heike_vG »

Hallo, Ihr Lieben,

auch von diesem Baum gibt es heute mal ein neues Foto. Die rötliche Austriebsfarbe ist noch nicht ganz vergangen.

Liebe Grüße,
Heike
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IMG_1546b.JPG
IMG_1546b.JPG (279.91 KiB) 935 mal betrachtet
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Norbert_S
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Norbert_S »

Eine schöne Tiefe und Transparenz selbst mit Laub.
Ein Baum für Größeres.
Norbert

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Heike_vG
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Heike_vG »

Danke Dir, Norbert! Mal sehen, wie weit dieser Baum über die Jahre kommt, jedenfalls entwickelt er sich kontinuierlich gut und macht mir viel Freude. :-D

Liebe Grüße,
Heike
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Heike_vG
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Heike_vG »

*updated*
Hallo, Ihr Lieben,

von diesem Fächerahorn gibt es auch mal wieder ein Update. Als erstes kommen zwei Fotos aus dem November 2019.

November 2019, nach dem Laubfall
November 2019, nach dem Laubfall
IMG_3715b.JPG (249.78 KiB) 301 mal betrachtet

Wenn man vom obigen Foto zum nächsten genau hinschaut, erahnt man, dass ich am linken Stamm, etwa auf Höhe des zweiten Astes auf der rechten Seite eine verdickt zugewachsene Schnittstelle abgetragen und nachgeschnitten habe. Mit einem sehr scharfen Messer habe ich die Schnittstelle bestmöglich geglättet und mit Wundknete bedeckt.


November 2019, nach dem Beschneiden und dem Abtragen der alten Schnittstelle am linken Stamm
November 2019, nach dem Beschneiden und dem Abtragen der alten Schnittstelle am linken Stamm
IMG_3716b.JPG (242.4 KiB) 301 mal betrachtet


So war der Baum bei der BonsaiKunst Hamburg zu sehen:

Mai 2020
Mai 2020
2be25864-bb8c-42ba-866b-c6b5ae334bd3.jpg (507.44 KiB) 301 mal betrachtet


Im Herbst ein Schnappschuss der Laubfarbe:

Oktober 2020
Oktober 2020
IMG_2872b.JPG (517.93 KiB) 301 mal betrachtet


Und jetzt die aktuellen Bilder. Der Baum hat sich dieses Jahr gut weiterentwickelt. Auffällig ist, dass die Rindenentwicklung deutlich vorangegangen ist, an den Ästen sind einige Stellen von grün zu grau-beige übergegangen. Auch die Verzweigung hat zugenommen, wobei allerdings unmäßig viele Knospen dicht beieinander und am Holz, an den Astansätzen und Verzweigungen entstanden sind. Positiv zu vermerken ist, dass der neue kleine Ast am rechten Stamm unterhalb des dicken Astansatzes, der sich in den letzten Jahren aus einer Knospe am Holz entwickelt hat, sich gut weiterentwickelt hat. Natürlich braucht er weiterhin noch Zeit, um kräftig zu werden.

Dezember 2020, nach dem Laubfall
Dezember 2020, nach dem Laubfall
IMG_5866b.JPG (241.91 KiB) 301 mal betrachtet
Dezember 2020, Rindenstruktur am Stamm
Dezember 2020, Rindenstruktur am Stamm
IMG_5891k.JPG (290.36 KiB) 301 mal betrachtet

Interessant ist die Entwicklung der Schnittstellen. Die vor einem Jahr entstandene Stelle, an der ich einen unbefriedigenden dicken Kallusknubbel weggeschnitten hatte, ist 3 cm lang und 2,5 cm breit. Sie ist innerhalb eines Jahres schon weitgehend zugewachsen, ohne Einsatz von Opferästen o.ä. Sie lag sicherlich gut im Saftfluss, das hat das Überwallen stark begünstigt. Bemerkenswert ist, dass diesmal der Kallus richtig schön dünn ist. Das ist der Vorteil des Schneidens im Herbst! Außerdem bringt es enorm viel, die Schnittstelle super glatt zu machen und sofort Wundknete aufzubringen. Anders sind solche Ergebnisse kaum möglich.

Dezember 2020, Schnittstelle von 2019
Dezember 2020, Schnittstelle von 2019
IMG_5892k.JPG (157.02 KiB) 301 mal betrachtet


Eine Schnittstelle von November 2015, die sich am rechten Stamm befindet und 2 cm Durchmesser hat, hat sich inzwischen auch schön glatt geschlossen. Sie wird von Jahr zu Jahr unauffälliger werden. Sie hat schon eine grauere Rinde als die andere Stelle vom letzten Jahr.

Dezember 2020, Schnittstelle von 2015
Dezember 2020, Schnittstelle von 2015
IMG_5896k.JPG (191.28 KiB) 301 mal betrachtet

Man denkt es vielleicht gar nicht, aber ich musste beim Beschneiden viel Zeit aufwenden, um alle unbrauchbaren, in unerwünschte Richtungen oder nach unten zeigenden, an den Astansätzen oder in Gabelungen entstandene Knospen und die vielen überzähligen und zu dicht sitzenden zu entfernen.

Dezember 2020, beschnitten und gesäubert
Dezember 2020, beschnitten und gesäubert
IMG_5900b.JPG (235 KiB) 301 mal betrachtet


Insgesamt ist der Baum m.E. auf einem wirklich guten Weg. Ärgerlich ist weiterhin die große Lücke vorne im ansonsten recht gut entwickelten Nebari. Ich habe drei Jungpflanzen parat stehen und überlege, im Frühling Wurzelablaktionen damit vorzunehmen. Wenn, dann muss das natürlich super gut gelingen, um den Baum zu verbessern und nicht zu entstellen. Schauen wir mal.

Liebe Grüße,
Heike
Zuletzt geändert von Heike_vG am 10.12.2020, 14:13, insgesamt 1-mal geändert.
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hwolf
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von hwolf »

Joa, doch doch, das sieht man schon, dass da viel Arbeit drin steckte. Saubere Arbeit und tolles Bäumchen, liebe Heike!
Vielen Dank fürs Zeigen und lieben Gruß

Heinrich
Soft skills for hard woods.

Guckt mal rein: https://markt.bonsai-fachforum.de/shop/wilder-heinrich/
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bock
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von bock »

Klasse, Heike!

Als Sanierungsfall jedenfalls nicht mehr zu erkennen. *up*
Mir gefällt die etwas knorrige Stammstruktur, erinnert an einen alten Bergahorn. Bei dieser Assoziation stört die Nebari-Lücke auch weniger...

Danke für die tolle Dokumentation!

:-D
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
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Norbert_S
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Norbert_S »

Die Wurzelablaktion von unten machen und den Trieb unter die Wurzel führen. Dann kann er nach hinten durchtreiben und du hast an der ja schönen Struktur der Wurzel nicht jahrelang die sichtbare Wunde.
Norbert

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Heike_vG
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Heike_vG »

Darüber habe ich auch schon nachgedacht, Norbert! Das ist wahrscheinlich wirklich die beste Variante, um ein gutes Ergebnis zu erreichen. *daumen_new*

Liebe Grüße,
Heike
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Lutz Marx
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Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Lutz Marx »

Liebe Heike,

unabhängig davon, wie man mit dem Nebari weitermacht, ist das dank toller pflegender Gestaltungsarbeit ein ganz toller Baum geworden. Besonders gefällt mir der gelungene Spagat zwischen einem echten Ahornbonsai und einem natürlichen Baum. Super aus meiner Sicht!

LG, Lutz
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