Tach zusammen!
Zum Workshop in Linda/Thüringen (Sep. 2011; Leitung: Walter Pall) brachte ich u.a. diese Hainbuche mit. Es handelt sich hierbei um Feldkultur. Ursprünglich hatte der Baum eine Höhe von etwa 80 cm. Die Krone wurde wohl stets auf eine pilzförmige Silhouette zurückgeschnitten, wodurch der Blick auf das Astwerk völlig versperrt war. Der stammnahe Bereich war durch den Lichtmangel verkahlt.
In Linda wurde der Stamm dann massiv gekürzt; eine Alternative sah ich letztendlich nicht. Dennoch war mir als Anfänger unwohl bei der "Amputation". Das Ergebnis überzeugte mich aber sofort. Einige Äste im rechten Bereich fielen außerdem, weil sie sich für meinen Geschmack unschön kreuzten und z.T. auch ineinander verwachsen waren. Zum Neuaufaubau ließ ich auf Anraten Walters die Stumpen stehen.
Um zu verdeutlichen, wie ich mir den Baum in Zukunft grob vorstelle, habe ich -- mein erstes -- Virtual erstellt. Darauf soll die weitere Gestaltung ausgerichtet sein. An den Stumpen sind, wie erwartet, bereits die Knospen zu sehen. Optimal! Ich werde die Triebe, welche die neuen Substämme hervorbringen sollen (rot hervorgehoben), im nächsten Jahr voll durchwachsen lassen und das Grün unangetastet lassen, damit sie sich rasch verdicken.
Da der Baum noch überwiegend in Lehmerde steht, wird er im Frühling umgetopft. Soll der Topf für die weitere Entwicklung so groß bleiben? Wie erreicht man eine schnellstmögliche Verdickung der neuen Substämme? Ich werde ihn reichlich mit organischem Dünger "mästen". Was ist sonst noch hilfreich? Ich nehme an, eine Bonsaischale ist erst dann interessant, wenn die Substämme entwickelt sind und die Feinverzweigung ansteht. Richtig?
Schönen Gruß, Dirk
Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?
- Dirk K. aus L.
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Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?
Hallo Dirk,
auch wenn es jetzt (noch) nicht danach aussieht, wird das bestimmt mal ein ansehnlicher Bonsai.
Um schnell dicke Äste zu erreichen, ist - wie Du schon selbst schreibst - ein großer Topf oder Teichpflanzenkorb auf jeden Fall am besten. Ob Schale oder Korb würde ich von den Wurzeln abhängig machen. Sind viele Feinwurzeln nah am Stamm, dann Schale - sind die Feinwurzeln erst am Ende langer, kahler Wurzeln, dann Teichpfanzenkorb.
Freiland würde ich nicht empfehlen.
auch wenn es jetzt (noch) nicht danach aussieht, wird das bestimmt mal ein ansehnlicher Bonsai.
Um schnell dicke Äste zu erreichen, ist - wie Du schon selbst schreibst - ein großer Topf oder Teichpflanzenkorb auf jeden Fall am besten. Ob Schale oder Korb würde ich von den Wurzeln abhängig machen. Sind viele Feinwurzeln nah am Stamm, dann Schale - sind die Feinwurzeln erst am Ende langer, kahler Wurzeln, dann Teichpfanzenkorb.
Freiland würde ich nicht empfehlen.
Tschüüss, Michael
Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
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Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?
Hallo Dirk
Jedes Stück des Baumes, von dem du dich schweren Herzens getrennt hast, war richtig.
Jedes Stück des Baumes, von dem du dich schweren Herzens getrennt hast, war richtig.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
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- Dirk K. aus L.
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Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?
Moin, Norbert!
Nachdem ein Großteil des Astwerks erst einmal gefallen war, wollte ich ja sogar noch mehr wegschneiden. Da musste mich Walter aber bremsen! Gut so!
Die Japaner scheinen übrigens im Rahmen ihrer hochspezialisierten Feldkultur das Material grundsätzlich noch sehr viel drastischer zurückzuschneiden, bevor es in die Strukturierungsphase geht (vgl. "Bonsai ART" 25 (Sep./Okt. 1997), S. 43ff.)
Schönen Gruß, Dirk
Der Workshop war mir dabei eine enorme Hilfe! Auch bei dir – du warst ja ebenfalls in Linda dabei – möchte ich mich für die Tipps herzlich bedanken. Aber ich glaube, du hättest den Baum lieber mit einem Hauptstamm gesehen, oder?Norbert_S hat geschrieben: Jedes Stück des Baumes, von dem du dich schweren Herzens getrennt hast, war richtig.
Nachdem ein Großteil des Astwerks erst einmal gefallen war, wollte ich ja sogar noch mehr wegschneiden. Da musste mich Walter aber bremsen! Gut so!
Schönen Gruß, Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?
wenn er sich in die vorgestelte richtung weiterentwickelt, eine super schöne buche und bonsai. kann man nicht meckern.
gruß marius
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- Dirk K. aus L.
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Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?
Marius,
ich bin auch guter Dinge, was die weitere Entwicklung der Hainbuche betrifft. Ganz wichtig scheint mir aber, dass man im Vorfeld ein klares Ziel definiert und konsequent versucht, dieses gestalterisch zu erreichen.
Ich habe schon jetzt viel mehr Knospen, als ich bräuchte. Man könnte nun sagen, ich hätte ein Luxusproblem. Mag sein. Aber man hat dann auch die Qual der Wahl.
Schönen Gruß, Dirk
ich bin auch guter Dinge, was die weitere Entwicklung der Hainbuche betrifft. Ganz wichtig scheint mir aber, dass man im Vorfeld ein klares Ziel definiert und konsequent versucht, dieses gestalterisch zu erreichen.
Ich habe schon jetzt viel mehr Knospen, als ich bräuchte. Man könnte nun sagen, ich hätte ein Luxusproblem. Mag sein. Aber man hat dann auch die Qual der Wahl.
Schönen Gruß, Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
- Dirk K. aus L.
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Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?
Hallo, Jürgen!

Wie man auf dem ersten Foto erkennen kann, hatte die Hainbuche aber schon viele feine Zweige aufgebaut. Demnach sollten auch viele Feinwurzeln vorhanden sein.
Munter bleiben!
Dirk
Dein Wort in Gottes Ohr!migo hat geschrieben: auch wenn es jetzt (noch) nicht danach aussieht, wird das bestimmt mal ein ansehnlicher Bonsai.
Danke für den Hinweis. Ich werde das berücksichtigen.migo hat geschrieben: Um schnell dicke Äste zu erreichen, ist - wie Du schon selbst schreibst - ein großer Topf oder Teichpflanzenkorb auf jeden Fall am besten. Ob Schale oder Korb würde ich von den Wurzeln abhängig machen. Sind viele Feinwurzeln nah am Stamm, dann Schale - sind die Feinwurzeln erst am Ende langer, kahler Wurzeln, dann Teichpfanzenkorb.
Freiland würde ich nicht empfehlen.
Wie man auf dem ersten Foto erkennen kann, hatte die Hainbuche aber schon viele feine Zweige aufgebaut. Demnach sollten auch viele Feinwurzeln vorhanden sein.
Munter bleiben!
Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?
Moin Dirk,
ääääh, meintest Du Michael?Lempira hat geschrieben:Hallo, Jürgen!
Das kann schon gut möglich sein, jetzt komt es nur auf die Entfernung vom Hauptstamm an. Wie gesagt, wenn die Feinwurzeln erst am Ende recht langer ansonsten nackter Wurzeln wachsen, heißt es entsprechend einkürzen und ab in einen TPK.Lempira hat geschrieben:Wie man auf dem ersten Foto erkennen kann, hatte die Hainbuche aber schon viele feine Zweige aufgebaut. Demnach sollten auch viele Feinwurzeln vorhanden sein.
Tschüüss, Michael
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- Dirk K. aus L.
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Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?
Ups, sorry!migo hat geschrieben:ääääh, meintest Du Michael?
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)


