Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
Antworten
Benutzeravatar
Dirk K. aus L.
Beiträge: 1058
Registriert: 31.05.2009, 09:11
Wohnort: Südoldenburg (Norddeutsche Tiefebene)

Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Tach zusammen!

Zum Workshop in Linda/Thüringen (Sep. 2011; Leitung: Walter Pall) brachte ich u.a. diese Hainbuche mit. Es handelt sich hierbei um Feldkultur. Ursprünglich hatte der Baum eine Höhe von etwa 80 cm. Die Krone wurde wohl stets auf eine pilzförmige Silhouette zurückgeschnitten, wodurch der Blick auf das Astwerk völlig versperrt war. Der stammnahe Bereich war durch den Lichtmangel verkahlt.

In Linda wurde der Stamm dann massiv gekürzt; eine Alternative sah ich letztendlich nicht. Dennoch war mir als Anfänger unwohl bei der "Amputation". Das Ergebnis überzeugte mich aber sofort. Einige Äste im rechten Bereich fielen außerdem, weil sie sich für meinen Geschmack unschön kreuzten und z.T. auch ineinander verwachsen waren. Zum Neuaufaubau ließ ich auf Anraten Walters die Stumpen stehen.

Um zu verdeutlichen, wie ich mir den Baum in Zukunft grob vorstelle, habe ich -- mein erstes -- Virtual erstellt. Darauf soll die weitere Gestaltung ausgerichtet sein. An den Stumpen sind, wie erwartet, bereits die Knospen zu sehen. Optimal! Ich werde die Triebe, welche die neuen Substämme hervorbringen sollen (rot hervorgehoben), im nächsten Jahr voll durchwachsen lassen und das Grün unangetastet lassen, damit sie sich rasch verdicken.

Da der Baum noch überwiegend in Lehmerde steht, wird er im Frühling umgetopft. Soll der Topf für die weitere Entwicklung so groß bleiben? Wie erreicht man eine schnellstmögliche Verdickung der neuen Substämme? Ich werde ihn reichlich mit organischem Dünger "mästen". Was ist sonst noch hilfreich? Ich nehme an, eine Bonsaischale ist erst dann interessant, wenn die Substämme entwickelt sind und die Feinverzweigung ansteht. Richtig?
Hainbuche_Linda_vorher_WEB.jpg
Hainbuche_Linda_vorher_WEB.jpg (100.43 KiB) 1842 mal betrachtet
Hainbuche_Linda_Saegen_WEB.jpg
Hainbuche_Linda_Saegen_WEB.jpg (118.26 KiB) 1842 mal betrachtet
Hainbuche_Linda_Fraesen_WEB.jpg
Hainbuche_Linda_Fraesen_WEB.jpg (89.27 KiB) 1842 mal betrachtet
Hainbuche_Linda_nachher_WEB.jpg
Hainbuche_Linda_nachher_WEB.jpg (89.44 KiB) 1842 mal betrachtet
Brummer-Hainbuche_markiert_WEB.jpg
Brummer-Hainbuche_markiert_WEB.jpg (95.69 KiB) 1842 mal betrachtet
Brummer_Hainbuche_Virtual_WEB.jpg
Brummer_Hainbuche_Virtual_WEB.jpg (105.14 KiB) 1842 mal betrachtet

Schönen Gruß, Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
Benutzeravatar
migo
Freundeskreis
Beiträge: 4818
Registriert: 04.02.2006, 21:49
Wohnort: östl. Ruhrgebiet

Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?

Beitrag von migo »

Hallo Dirk,

auch wenn es jetzt (noch) nicht danach aussieht, wird das bestimmt mal ein ansehnlicher Bonsai.
Um schnell dicke Äste zu erreichen, ist - wie Du schon selbst schreibst - ein großer Topf oder Teichpflanzenkorb auf jeden Fall am besten. Ob Schale oder Korb würde ich von den Wurzeln abhängig machen. Sind viele Feinwurzeln nah am Stamm, dann Schale - sind die Feinwurzeln erst am Ende langer, kahler Wurzeln, dann Teichpfanzenkorb.
Freiland würde ich nicht empfehlen.
Tschüüss, Michael

Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
Benutzeravatar
Norbert_S
Freundeskreis
Beiträge: 6763
Registriert: 09.08.2006, 08:30

Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?

Beitrag von Norbert_S »

Hallo Dirk

Jedes Stück des Baumes, von dem du dich schweren Herzens getrennt hast, war richtig.
Norbert

So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Benutzeravatar
Dirk K. aus L.
Beiträge: 1058
Registriert: 31.05.2009, 09:11
Wohnort: Südoldenburg (Norddeutsche Tiefebene)

Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Moin, Norbert!
Norbert_S hat geschrieben: Jedes Stück des Baumes, von dem du dich schweren Herzens getrennt hast, war richtig.
Der Workshop war mir dabei eine enorme Hilfe! Auch bei dir – du warst ja ebenfalls in Linda dabei – möchte ich mich für die Tipps herzlich bedanken. Aber ich glaube, du hättest den Baum lieber mit einem Hauptstamm gesehen, oder?

Nachdem ein Großteil des Astwerks erst einmal gefallen war, wollte ich ja sogar noch mehr wegschneiden. Da musste mich Walter aber bremsen! Gut so! ;) Die Japaner scheinen übrigens im Rahmen ihrer hochspezialisierten Feldkultur das Material grundsätzlich noch sehr viel drastischer zurückzuschneiden, bevor es in die Strukturierungsphase geht (vgl. "Bonsai ART" 25 (Sep./Okt. 1997), S. 43ff.)

Schönen Gruß, Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
marius
Beiträge: 1598
Registriert: 09.10.2006, 23:01

Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?

Beitrag von marius »

wenn er sich in die vorgestelte richtung weiterentwickelt, eine super schöne buche und bonsai. kann man nicht meckern.

gruß marius
Benutzeravatar
Dirk K. aus L.
Beiträge: 1058
Registriert: 31.05.2009, 09:11
Wohnort: Südoldenburg (Norddeutsche Tiefebene)

Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Marius,

ich bin auch guter Dinge, was die weitere Entwicklung der Hainbuche betrifft. Ganz wichtig scheint mir aber, dass man im Vorfeld ein klares Ziel definiert und konsequent versucht, dieses gestalterisch zu erreichen.

Ich habe schon jetzt viel mehr Knospen, als ich bräuchte. Man könnte nun sagen, ich hätte ein Luxusproblem. Mag sein. Aber man hat dann auch die Qual der Wahl.

Schönen Gruß, Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
Benutzeravatar
Dirk K. aus L.
Beiträge: 1058
Registriert: 31.05.2009, 09:11
Wohnort: Südoldenburg (Norddeutsche Tiefebene)

Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Hallo, Jürgen!
migo hat geschrieben: auch wenn es jetzt (noch) nicht danach aussieht, wird das bestimmt mal ein ansehnlicher Bonsai.
Dein Wort in Gottes Ohr! :)
migo hat geschrieben: Um schnell dicke Äste zu erreichen, ist - wie Du schon selbst schreibst - ein großer Topf oder Teichpflanzenkorb auf jeden Fall am besten. Ob Schale oder Korb würde ich von den Wurzeln abhängig machen. Sind viele Feinwurzeln nah am Stamm, dann Schale - sind die Feinwurzeln erst am Ende langer, kahler Wurzeln, dann Teichpfanzenkorb.
Freiland würde ich nicht empfehlen.
Danke für den Hinweis. Ich werde das berücksichtigen.

Wie man auf dem ersten Foto erkennen kann, hatte die Hainbuche aber schon viele feine Zweige aufgebaut. Demnach sollten auch viele Feinwurzeln vorhanden sein.

Munter bleiben!

Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
Benutzeravatar
migo
Freundeskreis
Beiträge: 4818
Registriert: 04.02.2006, 21:49
Wohnort: östl. Ruhrgebiet

Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?

Beitrag von migo »

Moin Dirk,
Lempira hat geschrieben:Hallo, Jürgen!
ääääh, meintest Du Michael?
Lempira hat geschrieben:Wie man auf dem ersten Foto erkennen kann, hatte die Hainbuche aber schon viele feine Zweige aufgebaut. Demnach sollten auch viele Feinwurzeln vorhanden sein.
Das kann schon gut möglich sein, jetzt komt es nur auf die Entfernung vom Hauptstamm an. Wie gesagt, wenn die Feinwurzeln erst am Ende recht langer ansonsten nackter Wurzeln wachsen, heißt es entsprechend einkürzen und ab in einen TPK.
Tschüüss, Michael

Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
Benutzeravatar
Dirk K. aus L.
Beiträge: 1058
Registriert: 31.05.2009, 09:11
Wohnort: Südoldenburg (Norddeutsche Tiefebene)

Re: Hainbuchen-Brummer – Quo vadis?

Beitrag von Dirk K. aus L. »

migo hat geschrieben:ääääh, meintest Du Michael?
Ups, sorry! :oops:
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
Antworten