Eine rebellische Linde

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klauso
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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von klauso »

Hallo zusammen,

es ist sehr schön, dass meine Linde Eure Gedanken und Fantasien in alle Richtungen anregt. An die Jugend zu Denken, an Pipi Langstrumpf, und das Spielen in einer Linde.... einfach nur klasse. :) Besonders die Worte von Monika und Hans haben mir sehr gefallen! *daumen_new* Danke an alle nochmal für Eure Beteiligung!
Norbert_S hat geschrieben:Mir scheint es so, als wäre hier der zeitliche Aspekt etwas aus den Augen verloren worden.

Die Linde ist doch ein Baum, der wunderbar und viel Kallus bildet. Damit wird auch über die Zeit eine schöne Bewegung in das Shari kommen, im unteren Drittel wird es vielleicht in zwei drei Jahren sogar zusammenwachsen. Da ist für die Zukunft viel vorhanden das Bewegung und anwechselnde Tiefe in die Stammöffnung bringt.
Dann wird es spannend sein vor dem Baum zu stehen und in die Höhlung hiineinzusehen.

Der einzige Kanckpunkt für mich der ganz obere Totholzanteil, wo man so direkt auf das unruhige Totholz blickt. Aber auch hier wird sich ein interessant gewellter Mantel aus Kallus über die Schnittlinien legen und wenn dieser Teil des Totholzes nicht konserviert wird, dann kann man auch diesen Teil sehr leicht optisch verbessern.

In den für meinen Geschmack zu gewaltigen Schnittführungen zum öffnen des gesamten Stammes kann ich keine harmonischere oder stimmigere Lösung als die behutsame Weiterentwicklung erkennen.

2020, 10 Jahre nach dem ersten Eintopfen wird dieser Baum prachtvoll aussehen.
Norbert, der zeitliche Aspekt ist sicherlich ein gutes Argument für den momentanen Gestaltungsstand der Linde. Ich werde sicherlich versuchen eine natürlichere Form für die Zukunft zu gestalten. Der Verbesserungsvorschlag von Heiner ist sicherlich berechtigt. Ihr werdet sehen :) Zum oberen Teil des Shari hast Du sicherlich recht. Ich habe gestern geschaut, man kann dort noch nacharbeiten. Der rückwärtige Ast setzt von vorne gesehen etwas links aus der Mitte des Stammes an. Unten werde ich das Shari etwas trompetenförmig zwischen den beiden Wurzeln öffnen damit das noch natürlicher aussieht.
Hans W. hat geschrieben: Zur Linde kann ich sagen , daß ich vor vielen Jahren mal einen Feldahorn
genauso gekappt und auch damals einen ähnlichen Aufbau gewählt habe .
Ich habe die Fräsearbeit so gestaltet das der Stamm so geöffnet wurde ,
um ein wenig hindurchsehen zu können .

Nur etwas Tranzparenz gibt dem Ganzen eine schöne glaubhafte Note !
Top wäre wenn vom Baum die sogenannte Seele im Kern stehen bleiben würde .

Ich habe mal versucht die Fräsearbeit in das Visu umzusetzen .

Vielleicht gefällts dir ja ,
auf deinem Bild ist es nicht erkennbar ob es noch so umzusetzen ist .
Hans, ganz herzlichen Dank für Dein Virtu, es spricht mich sehr an. *daumen_new* Die nicht von mir gemachte Aushöhlung des Stammes an der Linde ist schon recht tief. Der Kern ist leider, wenn ich Dich richtig verstanden habe, nicht mehr da. Mal sehen wie sich das optisch noch verbessern lässt. Dein Beispiel kommt schon recht nah an meine Vorstellungen ran. So wie Norbert schon geschrieben hat wird der Kallus auch noch eine Rolle spielen. Dein Feldahorn würde ich auch gerne sehen :wink:
Undine hat geschrieben:Frage.In die Höhlung,kommt da etwas von Holzschutz rein?
Oder darf sich das Innere der Linde frei entwickeln?
LG,Undine
Nach der Herstellung der Vertiefung wurde die massig angelegte offene Wunde mit einem durchsichtigen ungarischen Baumwachs belegt bzw. eingestrichen. Wie ich weiter vorgehe (konserviert oder nicht) ist abhängig von der Gestaltungswahr des Sharis bzw. der Aushöhlung.

Also nochmals vielen Dank für Eure Beteiligung!!


uwex
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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von uwex »

Hallo auch,

schönes Teil, die Linde! Ich hab die vielen Kommentare und Verbesserungsideen gelesen und vermisse dabei das Grundlegende: Warum sind die Äste unten genauso dünn wie oben???? Meiner Meinung nach sollte, bevor Feinverzweigung mühsam gestaltet wird, erstmal der Ast fertig gestaltet sein. Bitte, lass unten die Äste mal par Jahre kräftiger wachsen, als oben. Dann werden die von ganz alleine dicker und überzeugender. Und dann die Feinverzweigung gestalten. Ist mühsamer aber auf alle Fälle überzeugender.
Über das Totholz kann man streiten. Ich würde es erstmal nicht konservieren, evtl. nach unten etwas erweitern und ansonsten dem Lauf der Natur überlassen. Erst dann, wenn man sagt: 'WOW!!!!' dann mit Holzhärter behandeln.

Gruß Uwe!

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Dirk K. aus L.
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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Ein sehr kluger Beitrag, Uwe! *daumen_new*
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)

jupp

Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von jupp »

uwex hat geschrieben:Hallo auch,

schönes Teil, die Linde! Ich hab die vielen Kommentare und Verbesserungsideen gelesen und vermisse dabei das Grundlegende: Warum sind die Äste unten genauso dünn wie oben???? Meiner Meinung nach sollte, bevor Feinverzweigung mühsam gestaltet wird, erstmal der Ast fertig gestaltet sein. Bitte, lass unten die Äste mal par Jahre kräftiger wachsen, als oben. Dann werden die von ganz alleine dicker und überzeugender. Und dann die Feinverzweigung gestalten. Ist mühsamer aber auf alle Fälle überzeugender.
,
Gruß Uwe!
Den ganzen Beitrag lesen, da steht dann auch dass die unteren Äste wachsen dürfen 8)

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klauso
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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von klauso »

Uwe und dirk,

Der jupp hat recht, genau wie du es beschrieben hast, habe ich es weiter vorne schon erwähnt. Danke trotzdem, dass du das nochmal betont hast! *daumen_new*

uwex
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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von uwex »

klauso hat geschrieben:Uwe und dirk,

Der jupp hat recht, genau wie du es beschrieben hast, habe ich es weiter vorne schon erwähnt. Danke trotzdem, dass du das nochmal betont hast! *daumen_new*
Sorry, hab da am Anfang was verpaßt. Find ich aber toll, dass sich über meinen Fehler hier niemand aufregt.

Wahrscheinlich sollte ich in Zukunft mehr schlafen. - Gute Nacht dann! - *daumen_new*

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klauso
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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von klauso »

Uwe,

Weshalb sollte sich da jemand aufregen? Das kann doch jedem passieren.

Schlafen ist wichtig, :) dann hast du nur weniger vom leben! *daumen_new*

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klauso
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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von klauso »

Hallo,

auch an der Linde ging es weiter. Leider sind im rückwärtigen Bereich 2 Äste abgestorben. Scheinbar waren das Spätfolgen der Aushöhlaktion. Es hat sich auch schon ein Pilz breitgemacht, der nur das tote Holz befällt. Nun bleibt es abzuwarten, ob die Linde noch mehr Äste abschmeißt. Bin gespannt.....

Nun die Bilder. Wie man sieht durften die unteren Äste ungehindert wachsen.... ein wenig gedrahtet und nun heißt es Daumen drücken, dass die Linde mitmacht.
Dateianhänge
2013-10-1.jpg
2013-10-2.jpg
2013-10-3.jpg

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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von olli.w. »

Hallo Klaus,

alles gut aber eins stört mich etwas.

Wilder Stamm, brave Krone past das zusammen ? Gruß Olli
Mosel-Riesling !

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klauso
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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von klauso »

Hallo Olli,

kann Deine Gedanken gut nachvollziehen. Wir sind halt alle etwas vom Walter "versaut" :) Ich habe auch schon daran Gedacht alle Äste abzuschneiden :P Nee mal im ernst, zum letzten Drahten ist schon einiges etwas "wilder" geworden. Ich habe diese Linde mit den Astanlagen übernommen. Da war so ohne weiteres nicht viel daran zu ändern. Sonst hätte ich wirklich wieder bei Null angefangen. Natürlich werde ich versuchen die Linde auf Dauer etwas natürlicher hinzubekommen.

Grundsätzlich gefallen mir Laubbäume mit ausgebildeten Etagen immer weniger. Des halb bin ich auch auf den Namen zu meinem Dreispitz gekommen 8)

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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Klaus,

ich finde die Fortschritte Deiner Linde sehr gut. Dadurch, dass jetzt auf den Astetagen die Verzweigung schön aufwärts aufgebaut wird, wirkt der Baum nicht mehr so konstruiert. Wenn sich mit der Zeit eine noch breitere, rundere Kronensilhouette ausbildet, sieht der Baum auch wieder wie eine glaubwürdige alte Linde aus.

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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klauso
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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von klauso »

Genau Heike,

auf- und abwärts will ich die Verzweigung auffächern.

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klauso
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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von klauso »

Soooo,

die Linde wollte auch zum Wurzelfrisör. Der Baum hat die letzten beiden Jahre geschwächelt und wollte sich nicht so recht entscheiden, ob er Äste absterben lässt. Das groß angelegte Totholz hatte wohl Spätfolgen. Nun scheint er sich so langsam zu fangen. Weitere abgestorbenen Rindenpartien zeigen sich ab. Ich lasse jetzt mal die Linde selber machen. Deshalb habe ich sie nur grob zurückgeschnitten. Ebenfalls verzichte ich im Moment auf Draht...

DSC_5042a.JPG

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Ulf San
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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von Ulf San »

klauso hat geschrieben:Soooo,

Ebenfalls verzichte ich im Moment auf Draht...

DSC_5042a.JPG
*daumen_new* *daumen_new*

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Hans Peter
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Re: Eine rebellische Linde

Beitrag von Hans Peter »

Mensch Klaus du kannst ja auch ohne Draht!

Gefällt mir sehr gut, den Rest und das Totholz macht die Zeit und die Natur.

Gruß

Hans Peter

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