Yamadori Zirbelkiefer - Pinus Cembra

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michi84
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Yamadori Zirbelkiefer - Pinus Cembra

Beitrag von michi84 »

Hallo.

Ich möchte hier kurz ein Yamadori Bäumchen vorstellen, dass ich in einer Spontanaktion geerntet habe. Es stand da einsam und alleine auf einer Felsplatte im Hochgebirge und schrie förmlich nach Bonsai.
Schon seit einer Weile war ich auf der Suche nach einer Yamadori Kiefer, habe mich allerdings nie wirklich getraut eine auszugraben, da ich großen Respekt vor dieser Art der Bonsaibeschaffung habe und immer Angst hatte ich würde es nicht schaffen das Bäumchen so vorzubereiten um sein Überleben garantieren zu können.

Das erstaunliche an diesem Bäumchen war, dass es sich mühelos aus der "kargen" Erde auf der Felsplatte heben lies, ohne Anwendung irgendwelcher Hilfsmittel. Deshalb habe ich mich auch dazu entschieden mein Glück zu versuchen.
Vom Ausgraben bis zum Einpflanzen vergingen ca. 3 Stunden. Also nichts Großartiges. Als Substrat habe ich selber eine Mischung aus Akadama, Walderde, feinen Rindenmulch, Humus, Sand, und Blumenerde verwendet.

Was ich nun konkret wissen möchte, ist:

- Was haltet Ihr vom Bäumchen selbst?
- Wie kümmere ich mich in dieser Phase am besten um das Bäumchen (gerne auch Erfahrungsberichte anderer)
- Ist es sinnvoll es mit Wurzelhormonen, Mikorrihza oder gar SuperThrive zu unterstützen?

Bin gerne für Meinungen, Anregungen aber auch Kritik offen.

Michael
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Andreas R.
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Re: Yamadori Zirbelkiefer - Pinus Cembra

Beitrag von Andreas R. »

Wann hast du den Baum ausgegraben?
Was ist das für ein komischer Ring um den Stamm?
Wurzelhormone und SuperThrive kannst du dir komplett sparen.
Wenn du etwas Erde an den Wurzeln gelassen hast nimmt der Baum seine passende Mykorrhiza vom natürlichen Standort mit, da brauchst du nix dazumischen.
michi84
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Re: Yamadori Zirbelkiefer - Pinus Cembra

Beitrag von michi84 »

Hallo.

"Ausgegraben" am letzten Sonntag. Wie gesagt, graben musste ich nicht, der saß auf ner Felsplatte mit ca. 4 cm Erde darunter. Erde habe ich im Umkreis von ca. 30cm um den Wurzelansatz mitgenommen. Was halt an Erde da war^^.
Der Ring um den Stamm ist Bast. Den hab ich nur drangepackt um den Baum vor dem den dünnen Draht, der die unteren Äste nach unten ziehen soll (sieht man auf dem Foto leider seeeehr schlecht) zu schützen.

Ich weiß, der Zeitraum war vielleicht nicht der beste, wenn man aber bedenkt wie kalt es hier die letzten Wochen in 2300m Höhe noch war, und an einigen Stellen sogar noch ein wenig Schnee liegt, dürfte der Baum mit seiner Wachstumsperiode grad erst begonnen haben. Die Kerzen sind jedenfalls noch komplett geschlossen. Wenn ich vergleiche wie weit die Kiefern in den Tal-Lagen um die 600m schon sind, steht der kleine wahrscheinlich erst am Beginn der heurigen Wachstumsperiode.

Ok, gut zu wissen, dass im Prinzip alle Maßnahmen die ich ins Auge gefasst hatte nicht bringen würden. Sonstige Tipps zur korrekten Positionierung, Wässerung, Besprühung oder ähnlichem?
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Andreas R.
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Re: Yamadori Zirbelkiefer - Pinus Cembra

Beitrag von Andreas R. »

Wie du schon selbst bemerkt hast ist jetzt nicht der ideale Zeitpunkt zum Ausgraben. Ich würde sogar sagen fast der ungünstigste. Auch wenn die Bäume in den Bergen tatsächlich noch nicht ausgetrieben haben sollten hat es im Flachland jetzt sommerliche Temperaturen, es ist also heiß und trocken. Das tut einem frisch ausgegrabenen Baum überhaupt nicht gut.
Übrigens wäre ich mir gar nicht so sicher dass der noch nicht ausgetrieben hat, normalerweise ist jetzt der diesjährige Austrieb schon voll entwickelt und die Knospen für das nächste Jahr sind angelegt. Vielleicht meinst du ja die?

Einen frisch ausgegrabenen Baum, gerade eine Kiefer, sollte man mehrere Jahr in Ruhe lassen und auf keinen Fall irgendwas dran machen! Schon gar nicht drahten. Aber das ist jetzt wohl zu spät.

Wenn er überhaupt noch irgendeine Chance haben soll zu überleben musst du ihn komplett schattig aufstellen, gießen wie alle anderen Bäume oder sogar noch sorgfältiger, also nie ganz austrocknen lassen. Dein Substrat hört sich so an und sieht auch so aus als ob es Wasser relativ gut speichert, da besteht dann wiederum die Gefahr dass der Baum zu feucht steht. Durchlässigeres Substrat wäre besser.
Erstmal keinen Dünger geben.
Du kannst ihn mit Wasser besprühen, aber nur wenn du es an heißen Tagen sehr oft machen kannst, so dass das Laub nie ganz abtrocknet. Ansonsten lieber bleiben lassen oder nur morgens und abends, nicht tagsüber.

Wenn du wirklich alle Wurzeln mitgenommen hast (bei Bäumen die auf Steinen aufwachsen geht das manchmal recht gut), dann könnte er es schon schaffen. Mit dem Drahten hättest du aber noch 2-3 Jahre warten sollen.

Bevor du das nächste Mal einen Baum ausgräbst solltest du dich gründlich informieren wie man das richtig macht und auch die Geduld haben ihn sich erholen zu lassen.
michi84
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Re: Yamadori Zirbelkiefer - Pinus Cembra

Beitrag von michi84 »

Danke für die ehrliche Meinung. Weiß das zu schätzen!


Die Kerzen sind sicher die diesjährigen. Knospen hat der Gute noch gar keine angelegt.
Den ganzen Tag über mit Wasser besprühen wäre für mich möglich, da ich von zu Hause aus arbeite und der Baum auf meinem Balkon steht. Wenn ihm das gut tut so wäre ich sehr gern dafür bereit diese Zeit zu investieren.

Das Substrat würde ich als "Mittelweg" beschreiben. Der Teil an Blumenerde wurde gering gehalten. Das meiste ist Walderde, und Sand. Auf den Topfboden habe ich bewusst Akadama und Rindenmulch platziert um Drainage zu ermöglichen. Der "hässliche" Topf hat 8 Drainagelöcher und einen Untersetzer.

Gut zu wissen ist, dass der Baum eher schattig platziert werden sollte. Da war ich mir nämlich ein wenig unschlüssig.

Ich denke mal, wenn sich die Kerzen in den nächsten Wochen öffnen werden, sollte dies ein gutes Zeichen sein oder? Wie gesagt, es ist mein erster Yamadori und ich sehe das Ganze als Erfahrung. Allerdings wäre es um so schöner wenn alles klappen würde.
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