Pinus sylvestris

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Julius-01
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Pinus sylvestris

Beitrag von Julius-01 » 18.11.2013, 16:11

Hallo,

ich bin recht neu hier im Forum, also stelle ich mich zusammen mit einer meiner beiden Kiefern kurz vor.
Ich heiße Julius und lebe in Regensburg. Den Baum habe ich als ca 2 Jähriges Rohmaterial bekommen. Heute ist der Stamm gut 50 cm lang und recht dünn. Ich finde eine geneigte Literatenform geeignet. Im nächsten Frühjahr will ich den Baum in die Trommelschale daneben umtopfen. Als weitere Gestaltungsmaßnahmen möchte ich die Krone etwas weiter nach links oben ausbauen und eventuell den Ast rechts unten als Jin gestalten. Da ich den Baum die letzten Jahre reichlich gedüngt habe, sind die Nadeln natürlich zu lang, ein bisschen Struktur muss ich auch schaffen.
Was denkt Ihr? Ich hätte gern Tipps und Ratschläge von Euch. Danke im Voraus!
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Rotkiefer 50 cm Stammlänge.jpg
zukünftiger Literat
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Carmen_G.
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Re: Kiefer Literat

Beitrag von Carmen_G. » 24.11.2013, 13:59

Hi Julius,

wie alt ist denn deine Kiefer dann jetzt? Von 2-jährigem Rohmaterial auf jetzt gut 50 cm dürften das ja ein paar Jährchen sein.
Durch die langen Nadeln kann man jetzt nicht viel von Feinverzweigung und weiter innen liegenden Knospen sehen, aber für das Alter müßte das eigentlich etwas mehr sein.

Was hast Du denn schnittmäßig und beim selektieren der jährlichen neuen Knospen bisher denn so mit dem Baum gemacht?

Bevor ich die Kiefer jetzt umtopfen würde, würde ich lieber oben herum noch an der Verzweigung arbeiten.
Das Substrat sieht ja rech gut aus und wenn es gut wasserdurchlässig ist besteht noch keine Notwendigkeit den Baum umzutopfen und damit im Wachstum erst mal wieder auszubremsen.

liebe Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen

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Julius-01
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Re: Kiefer Literat

Beitrag von Julius-01 » 25.11.2013, 14:20

Hallo Carmen,

wenn ich es mir recht überlege waren 2 Jahre wohl doch zu jung geschätzt, vieleicht 3-4 oder so?!? Damals war der Stamm viel dünner, gut 35 cm lang und schnurgrade. Den Baum habe ich seit gut 3 Jahren und hab ihn in der Wachstumszeit alle 1-2 Wochen mit Flüssigdünger versorgt. Im Frühjar gab es noch ein paar Biogold-Brocken in die Erde gesteckt. Der Stamm hat deutlich an Dicke zugelegt und die meisten Wunden vom Entfernen der Zweige sind verschlossen und kaum zu erkennen. Das Substrat ist gut durchlässige "Nadelbaum-Mischung" aus dem Internetshop. In den Plastiktopf hab ich mit nem 10 mm Bohrer zusätzliche Ablauflöcher gebohrt.

Knospen habe ich pro Zweig immer nur 2 bis 3 stehen lassen. oben die kleineren und weiter unten die größeren. Viel Verzweigung gibt es noch nicht. Der Wunsch umzutopfen kommt wohl eher von meiner Ungeduld :-) als von der Notwendigkeit. Vermutlich würde es in der kleinen Schale auch länger dauern, bis sich eine vernünftige Borke bildet und die große Verletzung unten zuheilt. Hm, dann muss ich damit wohl doch noch 1-2 Jährchen warten....

Meine Idee den unteren Ast als Jin zu gestalten kann ich später auch noch umsetzen. Dann ist wohl auch mehr Holz vorhanden was gestaltet werden kann. Mir schwebt da ein längerer, verzweigter, abgestorbener Ast vor und kein kurzer Stumpen. Vermutlich ist der Ast jetzt eh noch zu dünn und zu wenig verzweigt um ein Jin zu werden.

Viele Grüße,
Julius

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Julius-01
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Re: Pinus Sylvestris

Beitrag von Julius-01 » 24.02.2014, 12:10

Ich habe heute mal den Wurzelballen vorsichtig herausgehoben um zu prüfen ob der Topf schon durchwurzelt ist. Wie man auf den Fotos sieht lässt sich die Erde komplett am Stück herausheben. Am Topfrand haben sich feine Haarwurzeln gebildet und das Weiße ist vermutlich der Mykorrhizapilz.

Ich denke der Topf ist schon gut durchwurzelt, kann aber nicht sagen, ob sich in Stammnähe genug feine Haarwurzeln gebildet haben. Meine Befürchtung ist, dass ich den Wurzelballen doch stark reduzieren muss, wenn er in die Trommelschale (Bild ganz oben) passen soll. Ist so eine Reduktion bei einer Sylvestris Kiefer überhaupt in einem Schritt möglich oder sollte ich hier besser erst mal eine Zwischengröße als Übergangsschale verwenden um den Wurzelballen langsam kleiner zu bekommen?

Danke für Eure Antworten!
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Re: Pinus sylvestris

Beitrag von Heike_vG » 24.02.2014, 13:30

Hallo Julius,

der Wurzelballen ist in einem erfreulichen Zustand und es wird kein Problem sein, ihn zu bearbeiten und in die neue Schale zu bekommen.
Wenn Du erstmal anfängst, den Ballen aufzulockern und die Erde rauszumachen, wirst Du merken, dass das Gebilde nicht sehr verfestigt ist.
Das Verhältnis von Krone bzw. Grün zum Volumen der neuen Schale ist in Ordnung und im Laufe der Jahre, mit wachsender Reife der Kiefer wirst Du auch noch kleinere Schalen verwenden können.

LG, Heike
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Re: Pinus sylvestris

Beitrag von Eva Warthemann » 24.02.2014, 17:32

Hallo Julius!
Die ganz feinen Haarwurzeln am Topfrand stammen vom Sternenmoos, das sich auf der Erdoberfläche ausgebreitet hat.
Die Kieferwurzelspitzen sind deutlich dicker und man sieht eine davon auf dem ersten Foto rechts unten.
Schau mal unterhalb des Ballens nach, da müßte man sie deutlicher sehen.
Ich denke auch, das Du genügend Faserwurzeln finden wirst, so, das dem Umtopfen nichts im Wege steht.
Liebe Grüße Eva Warthemann
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Re: Pinus sylvestris

Beitrag von Joseph Conrad » 24.02.2014, 19:30

Aber bitte noch nicht jetzt umtopfen. Wenn überhaupt dann besser Mitte /Ende März oder gar Anfang April. Wenn es jetzt nochmal kalt wird gefährdest du nur den Baum.
Zu früh ist immer schlecht. Über den Zustand der Wurzeln kann man nichts sagen, da gar keine zu sehen sind. Das Substrat sieht gut aus. Durchwurzelt scheint es mir noch nicht zu sein. Ich würde es noch ein paar Jährchen darin belassen und es gut füttern.

LG Joseph
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Julius-01
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Re: Pinus sylvestris

Beitrag von Julius-01 » 25.02.2014, 12:34

Hallo und vielen Dank für die Antworten.
Die Qualität der Bilder ist durch das komprimieren leider recht schlecht geworden. Vollständig durchwurzelt ist der Ballen nicht, aber es haben sich bereits einige Kiefernwurzeln bis zum Schalenrand durchgekämpft und wachsen nun am Rand entlang. Das weiße Geflecht am Rand ist im oberen Bereich bestimmt Sternmoos, aber weiter unten schaut es eher aus wie Pilzgeflecht, es riecht auch etwas pilzig/waldig und fühlt sich ein bisschen an wie der Rand von Schimmelkäse.... Habe mal die Bildausschnitte vergrößert und in höherer Qualität gespeichert, nun sieht man es besser.

Ich würde schon gern dieses Jahr Ende März umtopfen, da ich nicht will, dass die Wurzeln zu lang werden und ich dann zu viel wegschneiden muss. Außerdem möchte ich jetzt schon den Wurzelansatz kontrollieren und für flach verteiltes Wurzelwachstum sorgen. Das geht in einer flacheren Schale bestimmt besser als in dem recht tiefen Plastiktopf. Auch wenn das Wetter momentan schon recht frühlingshaft ist warte ich noch einen Monat. Wer weiß schon was der März noch so bereit hält.

Viele Grüße,
Julius
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Joseph Conrad
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Re: Pinus sylvestris

Beitrag von Joseph Conrad » 25.02.2014, 13:08

Mach nur nicht zuviel am Wurzelwerk. So gehen die allermeisten Waldkiefern drauf .

LG Joseph
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Re: Pinus sylvestris

Beitrag von camaju » 25.02.2014, 13:37

Julius-01 hat geschrieben: aber weiter unten schaut es eher aus wie Pilzgeflecht, es riecht auch etwas pilzig/waldig und fühlt sich ein bisschen an wie der Rand von Schimmelkäse....
Ähm, du weisst schon, das dieser Pilz (Mykorrhiza) zur Kiefer dazu gehört ?
Gruß Jürgen *wink*

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Re: Pinus Sylvestris

Beitrag von Heike_vG » 25.02.2014, 15:17

Ja, das weiß er...
Julius-01 hat geschrieben:... und das Weiße ist vermutlich der Mykorrhizapilz.
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Pinus sylvestris

Beitrag von Julius-01 » 25.02.2014, 15:30

camaju hat geschrieben:Ähm, du weisst schon, das dieser Pilz (Mykorrhiza) zur Kiefer dazu gehört ?
Ja, der Symbiosepilz, ohne wird die Kiefer nicht richtig versorgt. Bin zufrieden damit, dass er sich so schön ausgebreitet hat. Beim umtopfen werde ich auch einiges vom Pilzgeflecht mit in den neuen Topf dazu geben.

Viel will ich nicht an den Wurzeln machen. Nur genug eben um sie in die kleinere Schale zu bekommen. Wenn möglich versuche ich die Wurzeln so auszubreiten, dass sie ein schönes Nebari bilden. Aber das Überleben der Kiefer ist mir doch wichtiger. Deshalb möchte ich auch lieber dieses Jahr umtopfen. Solange sie noch recht jung ist brauche ich nicht so viel Wurzeln schneiden.

Grüße, Julius

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Re: Pinus sylvestris

Beitrag von camaju » 25.02.2014, 15:58

Dann ist ja gut :-D

Und Sorry, aber bei obigen Text war ich mir nicht sooo sicher, zumal du ja "vermutlich" schreibst. Nachfragen kostet ja nix ;-)
Gruß Jürgen *wink*

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Re: Pinus sylvestris

Beitrag von Julius-01 » 27.05.2014, 19:51

Hallo, Ende März habe ich die Kiefer umgetopft.
Es ist nun doch eine andere Schale geworden, die aber ähnlich groß ist.

Nach dem Umtopfen sind besonders im oberen Bereich die alten Nadeln grau-gelb geworden. Je mehr die neuen Kerzen gewachsen sind, umso stärker sind die alten vergilbt. Im unteren Bereich sind die alten Nadeln dagegen noch einigermaßen grün geblieben. Oben habe ich die alten Nadeln also entfernt nachdem die neuen Nadeln sich zu strecken begonnen haben. Ich habe angenommen, dass sie eh nicht mehr so gut Photosynthese betreiben können, weil ihnen das Grün ausgegangen ist. An den unteren Ästen habe ich die alten Nadeln dran gelassen, weil sie hier noch relativ gesund ausschauen.

Nun wird der Baum reichlich gepflegt und wöchentlich schwach gedüngt, damit er wieder Kraft sammelt und Knospen fürs nächste Jahr ansetzt. Aber so viel Knospen wie im letzten Jahr werden es bestimmt nicht werden. Die Schale ist noch recht groß. In 4 Jahren wird dann wohl eine kleinere fällig.

Viele Grüße,
Julius
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Re: Pinus sylvestris

Beitrag von Julius-01 » 18.01.2015, 15:25

Hier noch mal ein kurzes Update.
Der Baum hat das Umtopfen anscheinend gut überstanden. Das Bild ist zwar vom Juli, aber auch jetzt sieht der Baum recht ordentlich aus, nur das Grün ist nicht mehr so sommerlich frisch. Ich freue mich schon auf den Austrieb im Mai.

Auf dem zweiten Bild ist eine Überlegung von mir dargestellt. Langfristig möchte ich den Baum in dieser Art gestalten. Zuvor soll der Baum aber noch Kraft tanken können. Die Krone wird weiter nach links oben entwickelt. Der Ast unten rechts fällt entweder ganz oder wird, so wie auf dem Virtual, als Jin gestaltet. Als langen und etwas verzweigten Jin könnte ich mir den Ast auch vorstellen. Die nächsten Jahre bleibt er aber noch dran, dann gibt es auch mehr Material zum gestalten.

Viele Grüße,
Julius.
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