Wacholder potential oder eher nicht?

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Rapha
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Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Rapha » 19.11.2013, 18:44

hallo

ich bin neu hier und wollte mir n paar Tipps/Meinung und Anregungen holen, da ich seit längerer suche nach brauchbarem Material endlich meiner Meinung nach ein Juniperus gefunden hab mit dem man arbeiten kann.

Nur bin ich mir unsicher was ich aus dem Juniperus machen soll bzw. was auf jeden Fall mal weggeschnitten werden muss/könnte.
Würde mich über Tipps und Hilfe freuen!

Bilder kommen dann noch da ich es grad die bilder kleiner bekomm... :-D
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mehr bilder kommen noch...

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Julius-01
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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Julius-01 » 20.11.2013, 10:22

Ich finde den Wurzelansatz gut. Man müsste einiges an Totholzbearbeitung machen, also die Stumpen als Jins gestalten und den unteren Stamm gut zurechtschnitzen, damit der Übergang vom dicken Stamm-Unterteil zum dünnen Stamm-Oberteil nicht so krass ist. (Ist alles nur meine Meinung) So richtig harmonisch wird der Übergang wohl nicht werden. Vielleicht kannst du noch Fotos aus anderen Perspektiven reinstellen, besonders die Stelle an der der Stamm fortgeführt werden soll. Was für eine Stilrichtung stellst du dir vor? Literat? Kaskade?

Ded
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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Ded » 20.11.2013, 10:48

Hallo Rapha,

ein Tipp: Es gibt von Kyosuke Gun ein tolles Büchlein zu Juniperus, auch wenn es eigentlich um Shohin geht, da kannst du dir denke ich, tolle Anregungen holen.

Viele Grüße,
Tina

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Heike_vG
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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Heike_vG » 20.11.2013, 14:58

Hallo Rapha,

mit nur einem düsteren Foto, auf dem m an den Verlauf des lebendigen Teils gar nicht sieht, weil er hinter dem toten Stamm ist, wird Dir niemand seriöse und praktikable Gestaltungsvorschläge machen können. Das Beste wäre, wenn Du damit zu einem Workshop oder Arbeitskreis gehst. Lass einen erfahrenen Könner in natura draufschauen und dann überlegt ihr gemeinsam, was man daraus machen kann.

Was ich auf dem Bild so sehe, ist das eher mittelprächtiges Material. Alles ist gerade und und kaum verjüngt, das Laub in Stammnähe nicht sehr kräftig und das eigentlich relativ schöne Nebari ist ja tot, weil man die Stammteile und Äste, die es versorgt hat, abgeschnitten hat. Beim Wacholder sterben die Saftbahnen dann ab und es entsteht Totholz.
Man wird wohl mit Veränderung des Pflanzwinkels und bandagieren und starkem Biegen des lebendigen Teils arbeiten müssen. Die gezeigte Ansicht wird sicherlich nicht die Vorderseite sein können, weil keine lebendige Saftbahn zu sehen sein wird.

Es könnte auch empfehlenswert sein, die langen, starken Zweige am Ende des lebendigen Teils erst einmal einzukürzen und nächstes Jahr den Baum nur gut zu pflegen, damit er in Stammnähe kräftigeres Laub enwickelt.

Liebe Grüße,

Heike
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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Max L » 20.11.2013, 20:27

Ded hat geschrieben:
ein Tipp: Es gibt von Kyosuke Gun ein tolles Büchlein zu Juniperus, auch wenn es eigentlich um Shohin geht, da kannst du dir denke ich, tolle Anregungen holen.

Viele Grüße,
Tina

Hallo Tina,

gibt es die Bücher von Kyosuke Gun mittlerweile in englischer Sprache?

Grüße, Max

Ded
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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Ded » 20.11.2013, 20:37

Nein, nur französisch. Aber mit ein paar Vokabeln kommt man schon recht weit. Und die Bilder sprechen für sich.
VG, Tina

Rapha
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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Rapha » 21.11.2013, 20:19

Danke erstmal für die ehrlichen und hilfreichen Antworten! @Julius ich könnte mir beide Stilrichtungen vorstellen...! ich stell noch ein paar Bilder rein aus anderen Perspektiven vlt dann wirds etwas ersichtlicher wie er gewachsen ist!

@ Heike danke für die Info das der Teil abstirbt wenn mann den Wacholder so radikal zurück schneidet...bin davon ausgegangen das er wieder am alten Holz austreibt! Vlt gibts doch n paar tipps wenn die anderen Bilder da sind...Wird leider grad so früh Dunkel und ich komm so spät Heim! Grüße Rapha

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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Heike_vG » 22.11.2013, 08:45

Rapha hat geschrieben:...bin davon ausgegangen das er wieder am alten Holz austreibt!
Da warst Du aber nicht gut informiert. Eiben sind eigentlich die einzigen Nadelbäume, die an kahl geschnittenen Teilen aus dem alten Holz wieder austreiben können. Alle anderen für Bonsai gängigen Nadelbaumarten können das nicht. Beim Wacholder stirbt dann nicht nur der Aststumpf ab, sondern die ganze Saftbahn vom Ast über den Stamm bis hinunter zur Wurzel. Deswegen ist Totholz bei denen auch in der Natur so häufig zu sehen und bei Wacholder-Bonsai so häufig und populär.
Darüber muss man Bescheid wissen, wenn man sie gestaltet.

LG, Heike
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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Hans W. » 23.11.2013, 12:08

Hallo Rapha,

das Material ist sicher brauchbar ,
aber die Geduld mußt du schon über viele Jahre
mitbringen .
Man kann sich Gedanken machen in welche Richtung
die Reise gehen könnte ( andere Bilder ),
aber zuerst sind reichliche Düngereinheiten
pflicht !
Dann sollte die Einkürzung der entsprechenden Äste
so geschehen , daß die Pflanze im Zeitraum einiger Jahre schön kompakt wird .

Bei optimaler Düngung und guter Pflege kannst du in 3-4 Jahren
mit der Gestaltung langsam beginnen .

Alles Gute

Hans W.
,,die Schönheit "eines Baumes einzufangen ,
fordert das Auge und die Geduld ,
alles liegt in der Wiege dieser Zeit ,
,,dem Weg das Ganze , der Einheit die Zeit"

Rapha
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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Rapha » 23.11.2013, 13:02

Hier noch mehr Bilder...
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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Julius-01 » 23.11.2013, 18:36

Du wirst ja bestimmt bald sehen, was vom Wurzelansatz lebendig bleibt und welche Teile am Baum von selbst zu Totholz werden. Danach hast du auch mehr Anhalt in welche Gestaltungsrichtung du gehen magst. Manches bietet sich vielleicht von selbst an und anderes erübrigt sich. Ich hab mal irgendwo gelesen, dass sich Totholz im erdnahem Bereich wegen der Feuchtigkeit in der Erde schneller zersetzt und nur schwierig zu konservieren ist. Von daher vielleicht ein generelles Problem wenn das Nebari abstirbt. Jedoch weiß ich nicht, wie sich das Holz vom Wacholder hier verhält. Dass müssten dir Leute beantworten, die mit Totholz mehr Erfahrung haben als ich. Mein Wacholder hat nur 2 Minni-Jins. Unterhalb von denen ist nichts abgestorben, wie sich das bei deinen großen Stumpen verhält weis ich nicht.

Wenn du von der Gestaltung her meine persönliche Meinung wissen willst:
..... Ich würde vielleicht ne Kaskadenform versuchen. Zumindest dann, wenn der Stamm noch gut elastisch und biegbar ist. (sehe ich auf den Fotos natürlich nicht) Dann würde ich aber nicht zu lange mit der Gestaltung warten, weil der Stamm irgendwann nicht mehr so flexibel ist.
Was sagen die Profis dazu?

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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Heike_vG » 23.11.2013, 20:28

Also eine Kaskade würde mir ja als allerletztes dazu einfallen. *confused*
Hier mal so ganz schnell hingehauen, welche Richtung mir vorschweben würde.

LG, Heike
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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Rapha » 24.11.2013, 11:30

Danke für die Antworten und die Mühe mit dem Bild :) So könnt ich mir das auch vorstellen was auch sicher machbar wäre. Die Kaskadenform hab ich mir anfangs auch überlegt...

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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Julius-01 » 24.11.2013, 11:43

Heike_vG hat geschrieben:Also eine Kaskade würde mir ja als allerletztes dazu einfallen. *confused*
Hallo Heike, tolles Bild. Warum eher keine Kaskadenform? Was sprich dagegen?

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Re: Wacholder potential oder eher nicht?

Beitrag von Stefan K. » 24.11.2013, 12:23

Man könnte auch versuchen Äste zu pfropfen um das ganze kompakter zu bekommen.
Entweder mit dem vorhandenem kräftigen Grün aus dem oberen Bereich,
oder mit 2-3 kleiner Jungpflanzen.

Aber so oder so, wie Hans schon geschrieben hat --> Geduld ist angesagt.

Ich würde mir über die Gestaltung im Moment keine Gedanken machen.
Ich hab Spass !
grüsse aus tirol stefan

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