Acer Campestre - Feldahorn

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Torte75
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Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von Torte75 »

Hallo .....

Also Chris kenn ich so etwas aus Forum und denke du bist ein kleiner Radikaler. Jetzt nich böse gemeint. Du bist eher einer der ins volle geht. Ich hingegen bin da eher der Vorsichtige und schneide lieber weniger. Trau mich noch nicht so richtig.

Aber so hat jeder seine Art und Weise Denk ich.

Bin dennoch für jede Anregung und Tipp dankbar und es zeigt mir unterschiedliche Möglichkeiten auf.

Was mich aber interessiert ist eher ob ihn nicht noch so belassen kann bis ich mich mehr eingelesen hab?

Denke vorrangig wäre doch das umtopfen bevor er austreibt oder was meint ihr? Und schauen was ich mit den offenen Wurzeln mache.
Zuletzt geändert von Torte75 am 07.03.2014, 11:32, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße Torsten
chris-git@rre

Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von chris-git@rre »

Hallo Torsten,
ich finde meinen Vorschlag jetzt nicht radikal!
Aber ich habe es schon verstanden!

Ich bin hier raus! :wink:
Torte75 hat geschrieben:Noch bin ich der Torsten :shock:
Sorry hab es geändert!
Zuletzt geändert von chris-git@rre am 07.03.2014, 11:46, insgesamt 3-mal geändert.
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Torte75
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Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von Torte75 »

Noch bin ich der Torsten :shock:

Bin für jeden Tipp dankbar. Nur aus mehreren Ansichten kann man die beste herausfinden. Finde gerade im Forum ist es doch gut das mehrere Ansichten aufeinander prallen. Das reg die Diskussion an :lol:

Es gibt doch nichts langweiligeres wie ein Beitrag und dazu eine Meinung und so wird's gemacht oder?
Grüße Torsten
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bonsaiheiner
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Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Torte (Torsten),
bei Deinem Feldahorn sehe ich 3 Probleme, die dem Wunsch nach einer harmonischen Reifung über die Jahre zuwiderlaufen.

1. Das Nebari
Es hängt zur Zeit noch in der Luft, zeigt aber bereits einen allseitigen Wurzelansaatz, mit dem sich evtl weiterarbeiten lässt. Der weiter ins Substrat weisende starke Stammanteil kann aber nur dann zum jetzigen Zeitpunkt gekürzt werden, wenn Du auch oberirdisch stark einkürzt. Ob das allerdings ratsam ist, steht auf einem anderen Blatt, hängt davon ab, welche Endhöhe Du einplanst.
Damit wären wir bei Punkt 2:
2. Der Stamm
Er zeigt zur Zeit noch wenig Verjüngung, was sich ändern sollte. Die anstrebenswerte Verjüngung kannst Du entweder erzielen, indem Du die jetzige Stammlänge beibehältst, die basalen Äste aber einige Jahre lang ungehindert wachsen lässt und erst unmittelbar vor oder während dem Neuaustrieb zurückschneidest. Das wird furchtbar aussehen, ist aber egal, weil das jetzige Aussehen vollkommen uninteressant ist, sondern dem Ziel untergeordnet werden sollte. Die oberen Kronenabteilungen/-verzweigungen müssen dabei stärker zurückgenommen werden.
Alternativ käme, wie von Chris empfohlen eine Stammeinkürzung mit anschließendem Neuaufbau infrage.
3. Astverteilung
Es ist ein Grundübel aller Ahorne und hängt mit ihrere Verzweigungsart zusammen, dass sich Äste gern mehrfach am Stamm auf gleicher Höhe bilden, ja sogar regelrechte "Wagenräder" bilden können. Die müssen, vor allem bei Beibehaltung der Stammlänge unbedingt aufgelöst werden, sonst bekommst Du unschöne knubbelige Stammverdickungen.

Wenn das alles stimmt, ist der Feldahorn ein dankbarer Kandidat für eine hoffnungsvolle Karriere als Bonsai, aber bitte nicht Pinzieren beim Aufbau, das schwächt ihn nur. Austreiben lassen bis zur Schmerzgrenze und dann Zurückschneiden Ende Mai/Anfang Juni, wie bei den meisten anderen Ahornen auch.

Beste Grüsse,
Heiner
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camaju +
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Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von camaju + »

Torte75 hat geschrieben: Denke vorrangig wäre doch das umtopfen bevor er austreibt oder was meint ihr? Und schauen was ich mit den offenen Wurzeln mache.
Das kannst du machen. Du kannst auch die Äste "ausdünnen". Du kannst nach gegenständigen Ästen schauen, was nach oben wächst.

Was ich über das lernen geschrieben habe, ist nicht Bös gemeint. Aber wenn du darüber bescheid weisst, erleichert das vielles.


Christian, hier hat niemand was von unfähig gesagt. Was dir fehtl, ist Erfahrung. Wenn ich z.B. schreibe, der Baum kann oben einen Knubbel bekommen, dann ist das eine Erfahrung (länger als 2 Jahre), die ich selbt gemacht habe.

Hab grad gesehen, Heiner hat dir ja einiges geschrieben.
Gruß Jürgen *wink*

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Torte75
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Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von Torte75 »

Vielen Dank für die ausführlichen Tipps.

@heiner ...... Vielen Dank. Das wirft einige ??? Auf :lol: aber so Solls ja auch sein. Sollte mir mal grundsätzlich Gedanken machen was höher des Baumes angeht. Aber denke tendiere eher dazu du Stammlänge vorerst mal beizubehalten und die Äste auszudünnen.

@camaju.... Auch dir vielen dank. Ich nehm hier nichts böse. Ich kann nur lernen und von eurem Wissen profitieren. Klar hab ich noch Nachholbedarf was das lesen betrifft. Da bin ich schon dran mich einzulesen.


Das mit dem ausdünnen der Äste.......hab gelesen das es geeignet wäre im Januar oder Februar dies zu tun da die Äste noch nicht so mit Saft gefüllt sein sollten.

Kann ich dennoch schon etwas ausdünnen und die gegenüberliegende Äste entfernen? Und dann umtopfen und Wurzelschnitt vornehmen? Ahorne sollen ja einen recht Guten Wurzelwuchs haben und die Schale/in dem der Baum momentan steht ist recht hoch. Denke das da ein recht großer Wurzelballen vorhanden ist. Werd ich aber dann am Sonntag sehn wenn ich ihn umtopfen werde.
Grüße Torsten
chris-git@rre

Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von chris-git@rre »

camaju hat geschrieben: Hab grad gesehen, Heiner hat dir ja einiges geschrieben.
*kopfkratz* Mir :?:
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camaju +
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Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von camaju + »

chris-gitarre hat geschrieben:
camaju hat geschrieben: Hab grad gesehen, Heiner hat dir ja einiges geschrieben.
*kopfkratz* Mir :?:
Auch und warum nicht. Du kannst ja nur dazu lernen.

Torsten, das "ausdünnen" kannsr du jetzt auch noch machen. Ist ja dann auch was weiniger, was der Baum versorgen muss.
Gruß Jürgen *wink*

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bonsaiheiner
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Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Torsten,
wenn Du jetzt umtopfst und dabei auch das Wurzelwerk beschneidest, kannst Du auch Triebe entfernen, ohne dass diese anfangen zu "bluten". Damit ist verstärkter Saftaustritt gemeint. Dieser Saft ist sehr wässrig, schmeckt aber auch leicht süss, ein Zeichen für gelöste Zuckerstoffe, die der Baum aufgebaut hat und deren Verlust für den Baum eine Schwächung bedeutet. Der Ahorn tritt in die absolute Winterruhe ein mit der Verfärbung der Blätter im Herbst und deren Herbst-/Winterfall. Deshalb blutet er beim Wintertriebschnitt dann nicht, weshalb ich ihn zu dieser Zeit durchführe.
Beim Umtopfen und Wurzelschnitt im Frühjahr wird die Austriebsaktivität und die einsetzende Wurzelfunktion so stark geschwächt und und der Saftdruck zurückgeschraubt, dass der Ahorn dann nicht blutet, weshalb Triebschnitt zusammen mit Wurzelschnitt immer funktioniert, wenn der Baum das tolerieren kann. Der beeinträchtigende Faktor des Blutens wird von einigen Forumsmitgliedern nicht so gravierend gesehen, ich vermeide es aber, wenn nur irgend möglich.

Was anderes ist der starke Astschnitt. In einigen Büchern steht, dass man das in der Winterruhe machen soll. Besser ist der Frühling oder gar der Sommer, weil der Baum dann mitten im Saft steht und die Wundstelle besser und schneller abschotten kann.

Kurzum, wenn Du jetzt umtopfst, dann bitte prüfen, wie aktiv die oberflächlichen Nebariwurzen sind, die jetzt noch in der Luft hängen. Ist das Wurzelwerk tiefer im Substrat besser geeignet, dann würde ich mit denen weiterarbeiten und die oben kürzen, immer vorausgesetzt, dass Du dadurch keine inverse Verjüngung produzierst.
Vordringlich ist die Einkürzung auf geeignet stehende Äste am Stamm mit Versiegelung der Wundstellen durch geeignete Knete. Da sind auf dem ersten Foto ganz übel stehende gegenständige zu erkennen.
Völlig klar, dass sich das alles viel besser in einem AK klären lassen würde, wo meistens ein paar erfahrene alte Hasen zugegen sind, die einem bei solchen grundlegenden Fragen, die ja die Weichen für die Zukunft des Baumes stellen, immer gerne weiterhelfen.
Beste Grüsse,
Heiner
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Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von Torte75 »

Vielen Dank *daumen_new*

Ich das war mir eine Lehre und ich denke so schnell wird kein Mitleidskauf mehr getätigt. Aber das ist es wenn ungeübte Augen einen Baum betrachten.

Aber jetzt werden die Ärmel hochgekrempelt und ran an die Arbeit.

Hab mir den noch,als ganz genau angeschaut und in der Krone sind zwei richtig dicke Äste drin. Und auch etwas unterhalb sieht es nicht ganz so doll aus.

Währe vielleicht es einfacher die Krone zu kappen um auch nach oben hin eine bessere Verjüngung zu erreichen?

Diese Eingriffe belass ich aber erst mal und Töpfe erst mal vor meinem Urlaub um und mach den Wurzelschnitt sowie etwas ausdünnen der Äste. Da ich auch noch keine Paste hab um die Wunden zu verschließen. Dies werd ich mir alles nachm Urlaub beim Minoru Besuch zulegen.

AK ist so ne Sache. Bin da auf der Suche nur noch keine Antwort von dem hier in meiner Nähe erhalten. Werd vielleicht bei denen mal vorbeischauen vielleicht erbarmen die sich ja so nen blutigen Anfänger aufzunehmen. Bin ja wissbegierig :lol:

Was ich mich noch frage ist wie seh ich wenn ich die freiliegenden Wurzeln kürze sofern die unteren gute Qualität haben das es zu einer inversen Verjüngung kommen kann? Das seh ich doch den Wurzeln nicht an oder? Ist es dann nicht besser die Wurzeln beizubehalten und einfach einzugraben oder kürzen und schauen ob es zu einer Verjüngung dann kommt oder nicht?

Hab hierzu schon gegoogelt aber nichts besonderes gefunden.
Grüße Torsten
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Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Torsten,
mit inverser Verjüngung ist ein Dünner-Werden des Stammes an der Basis gemeint. Wenn Du viele oberflächliche Wurzeln, die die jetzt in der Luft hängen, komplett abschneidest, wird der verbleibende Stammansatz, der später sichtbar werden wird, dünner werden, weil ja Wurzeln den Stamm verdicken. Schneidest Du viele Wurzeln oben ab, weil Du mit tiefliegenden weiterarbeiten willst, wird der verbleibende Stamm unten dünner werden/sein. Ist doch klar ausgedrückt und easy zu verstehen,oder? Dann hast Du eine inverse Verjüngung = Stamm an der Basis dünner als ein Stück weiter oben, i gitt :twisted: .

Sind die Wurzeln, die jetzt in der Luft hängen, ergiebig, das heisst, mit vielen Feinwurzeln an den Enden versehen, kannst Du vielleicht mit denen allein weiterarbeiten und den Stamm weiter unten im Substrat, an dem natürlich auch noch etliche Wurzeln wachsen, kappen. Aber nochmal: Das Wichtigste in der nahen Zukunft ist die Selektion der Äste.
Immer fragen, wenn was unklar ist.

Beste Grüsse,
Heiner
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Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von Torte75 »

so hier mal ein kurzes Updated.

Hab den Wurzelschnitt vorgenommen nur leider festgestellt das die Wurzeln in lehmartiger Erde verklebt waren und ich somit vorsichtig zu werke ging.
Hab auch den Wurzelballen nicht komplett befreit. Erst mal grob die Wurzeln eingekürzt und dann oben ein klein wenig noch korrigiert im Stamm das die komischen dicken Äste mal weg sind. Wollte dem Baum auch nicht gleich zu viel zumuten und kurz vor dem Urlaub auch nicht meinem Kumpel der meine Bäume dann zur Pflege hatte.

Am Stamm hab ich auch ein paar der unschönen Wurzeln entfert die an der Oberfläche waren aber konnte mich nicht ganz durchringen da noch weitere zu kappen. Da wollte ich lieber warten bis ich einen AK gefunden hab mit dem ich das dann nächstes Jahr voll in angriff nehmen kann.
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nach dem Wurzelschnitt
nach dem Wurzelschnitt
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Grüße Torsten
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Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von Torte75 »

und hier dann das Ergebnis. 3 Wochen später nach dem Umtopfen und meinem Urlaub. Er ist gerade dabei voll auszutreiben und sieht bisher so aus das er den Wurzelschnitt gut überstanden hat.

Jetzt mal schauen wie er sich so weiter entwickelt. Der kleine Quasimodo *daumen_new*

Da liegt noch ne menge Arbeit vor mir. Aber es macht auch spaß :lol:

Natürlich bin ich für Kritik und Anregung immer offen.
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Grüße Torsten
chris-git@rre

Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von chris-git@rre »

Hallo,
schade das Du es nicht gleich richtig gemacht hast mit dem Wurzelschnitt!
Ich hätte die Erde komplett entfernt!

Das kann beim ersten mal umtopfen schon mal 2 Stunden dauern!
Die Jahre drauf geht es dann leichter!
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Re: Acer Campestre - Feldahorn

Beitrag von Torte75 »

ja hätte auch gern alles entfernt. aber das war so richtig Lehmartig da wollte ich nun auch nicht so mit Gewalt ran. Daher hab ich die vorsichtigere Variante gewählt.
Der zeitliche Aspekt hat sicherlich auch eine Rolle gespielt. Da ich am nächsten Tag in den Urlaub geflogen bin.

Aber somit weis ich schon was nächstes Jahr auf mich zukommt. Und das Problem liegt nicht allein an den Wurzeln. Auch oben ist ne Menge noch zu tun.
Grüße Torsten
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