Mein erster Maulbeerbaum

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raga
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Re: Mein erster Maulbeerbaum

Beitrag von raga » 02.06.2016, 20:42

Hallo László,
so wie Mati es beschrieben hat mache ich es im wesentlichen auch mit meinen Maulbeeren auch.
mati hat geschrieben:... würde ich Dir empfehlen die Maulbeerer in diesem Entwicklungsstadium bis in den Herbst durchtreiben zu lassen und dann auf 2 Knospen zurücksetzen. Die Maulbeere braucht erstmal Assimilationsfläche um Energie für eine Verzweigung aufzubauen auch sind deine Primäräste noch recht dünn.
Triebe die direkt am Stamm neu entstehen und die ich für die Gestaltung nicht brauche entferne ich frühzeitig. Bei meiner dicken Maulbeere schneide ich das obere drittel bereits im laufe des Sommers zurück um die Wuchskraft der unteren Äste zu fördern. Im Grunde so wie Walter Pall das immer wieder beschreibt. Die Verzweigung ist immer noch dürftig wird aber ganz allmählich besser.

Gruß Ralf
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Re: Mein erster Maulbeerbaum

Beitrag von espanna » 02.06.2016, 20:47

Hi Ihr zwei,

Danke für die Antwort, drahtet ihr auch oder macht ihr alles überm Schneiden?
Gruß!

László

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Re: Mein erster Maulbeerbaum

Beitrag von raga » 02.06.2016, 21:20

Die Grundgestaltung der dicken habe ich mit Unterstützung von Carmen gemacht da kam auch einiges an Draht zum Einsatz. Ich musste aber einsehen, dass ich für die Entwicklung des Nebari und und der unteren Äste noch viel Zeit und vor allen Zuwachs brauche. Deshalb beschränken sich gestalterische Maßnahmen auf ein Minimum also schneiden 1x im Jahr und wo nötig abspannen.
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Re: Mein erster Maulbeerbaum

Beitrag von espanna » 02.06.2016, 21:31

Danke Ralf,

dann nehme ich mit was ihr mir gesagt habt und versuche paar Sachen, mal schauen :)
Gruß!

László

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Re: Mein erster Maulbeerbaum

Beitrag von espanna » 22.05.2017, 19:37

2017 gibt`s sogar Früchte ohne Ende (wenn die Vögel nicht schneller sind) *dance*
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Re: Mein erster Maulbeerbaum

Beitrag von espanna » 21.10.2017, 15:50

Kleines *updated*

Die Maulbeeren waren lecker :) und dem Baum geht`s gut.

Was ich bis jetzt gelernt habe ist;
- dass die Wundheilung nicht sehr gut ist.
-die Verzweigung aufzubauen braucht um einiges länger als ich dachte.
-es kommen viele Knospen an Stellen wo ich es nicht gebrauchen kann, es trocknen Zweige zurück die eigentlich schön dünn und mit kurzen Internodien versehen sind.
-die Zweige sind ca. ab 0,5 - 1 Cm dicke recht brüchig.
-volle Sonne, viel Wasser, viel Dünger (organisch und Mineralisch) sind ideal.

Die Wurzeln habe ich ziemlich kräftig im Frühling bearbeitet und der Baum hat den Eingriff ohne Probleme weggesteckt.

Nach den letzten Bildern habe ich noch etwas Draht aufgelegt, Bilder davon habe ich noch nicht gemacht.

Macht auf jeden Fall Spaß das Bäumchen.
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Sommer 2017
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Herbst 2017
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Nebari Ansichtseite
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Gruß!

László

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Re: Mein erster Maulbeerbaum

Beitrag von Bonsai-Abbing » 21.10.2017, 20:31

Hallo László,

dieses Jahr habe ich einige Maulbeerbaum-Stecklinge bewurzelt. Was du oben schreibst, ernüchtert mich aber doch etwas. Ist das wirklich so schlimm mit der Verzweigungsunwilligkeit? :?

Im unserem Garten hatte meine Frau einen Maulbeerbaum gepflanzt, so ein schrecklich gerader Stamm mit ein paar hängenden Ästen veredelt. Von Anfang an hat mich das Ding geärgert durch seinen unglaublich starken Wuchs; im Juli erreichten die Äste den Boden, Ende September lagen die Äste in einem 1,5 m Radius rund um den Stamm. Jeden Winter hatte ich ihn radikal gekürzt und nur noch 10 cm-Stummel stehen lassen, zum Schluss waren die mehr als armdick. Auch der Stamm bekam einen stattlichen Durchmesser innerhalb der 4 Jahre, die der schreckliche Baum dort bei uns in voller Sonne stand.
Dann reichte es mir, mit der Motorsäge schnitt ich die Maulbeere knapp unterhalb der Veredelungsstelle ab, radikal. Das Fass war voll, hängende Bäume und Kugelbäume mag ich sowieso generell nicht. Ich versprach meiner Frau aber, die Baumkrone wie einen normalen Baum neu aufzubauen. Und der Baum spielte dabei mit. Bis Anfang August war ein neuer Trieb 1,5 m lang gewachsen - jetzt nach oben hin - und am Stamm schon wieder mehr als daumendick, dabei dicht verzweigt. Dann kam ein Gewitter und eine kräftige Böe brach alles wieder komplett ab! Aber das kratzte den Baum nicht sonderlich, im Oktober war wieder ein gut verzweigter Ast einen halben Meter lang. Was für ein Wachstum...
Jetzt im zweiten Jahr wuchs er etwas langsamer, aber immer noch kräftig genug. Mit der neuen Krone gefällt er mir jetzt aber viel besser. Die oben erwähnten Stecklinge stammen natürlich von diesem Baum. Selbst das Bewurzeln im Wasserglas geht in Windeseile.
Ok. genug gelabbert. :-D

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Re: Mein erster Maulbeerbaum

Beitrag von espanna » 21.10.2017, 21:29

Hi Frank,

sie wächst ja sehr gut, vorallem apikal.
Dadurch dass ich sie nur im Herbst (abgesehen von einzelnen Trieben, vorallem in der Spitze) zurückschneide und selektiere macht sie in 1 Jahr 1 Schritt in Sachen Verzweigung. Wenn ich sie mit einen Ahorn oder Ulme vergleiche, die ich 2-3x im Jahr zurückschneiden kann ist das schon ein großer Unterschied.
Dei Projekt hört sich sehr interessant an. Ralf hat weiter oben geschrieben dass Maulbeeren die Wurzeln langsam verdicken.
Wie schaut die Wundheilung an deinen (Garten-) Baum aus? Ich habe das Gefühl dass in der Schale kaum was passiert.
Nächsten Frühling werde ich die Wundränder nachschneiden und in Herbs berichten.
Gruß!

László

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Re: Mein erster Maulbeerbaum

Beitrag von Bonsai-Abbing » 21.10.2017, 22:37

Die Wundheilung ist auch enorm, sodass der Stumpf bereits zu einem Drittel überwallt ist. Ich müsste ihn jetzt eigentlich etwas nachbearbeiten. :)

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Re: Mein erster Maulbeerbaum

Beitrag von raga » 22.10.2017, 09:00

Hallo László; Hallo Frank,

eure Beobachtungen decken sich mit meinen.

- enormes Wurzel und Triebwachstum (ausreichend Wasser und Nahrung vorausgesetzt)
- sehr gute Schnittverträglichkeit (ober- wie unterirdisch)
- nahezu kein überwallen von Wunden bei Bäumen in der Schale
- zögerlich bei der Feinverzweigung
- Äste/Zweige reißen am Ansatz sehr leicht ab

Nun zu dem was ich inzwischen dazu gelernt habe:

- die zwei Jahr (2015/16) in einem überdimensionierten TPK haben dem Baum gut getan :arrow: die Wurzeln am Ansatz haben sichtbar zugelegt
- der radikale Wurzelschnitt damit er wieder in eine Schale passt wurde Problemlos vertragen
- auf einen Blattschnitt reagiert er gut mit kräftigem Austrieb und kleineren Blättern
- eine Jungpflanze in einem kleinen Topf bleibt eine Jungpflanze in einem kleinen Topf (Maulbeeren brauchen Platz an den Füßen um ihr Wachstumspotential entfalten zu können)
- ein permanentes Fußbad wird vertragen (meine Maulbeeren standen den ganzen Sommer in Wassergefüllten Untersetzern)

Gruß Ralf
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Re: Mein erster Maulbeerbaum

Beitrag von Bonsai-Abbing » 22.10.2017, 19:48

Danke, Ralf!

Ich hatte im Frühjahr vor, die Stecklinge in TPK's zu pflanzen. Dann mache ich ja nichts verkehrt. :)

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Re: Mein erster Maulbeerbaum

Beitrag von espanna » 14.10.2018, 20:04

Hallo ihr Lieben,

der Herbst hat auch in unserem Garten Einzug erhalten, trotz 27 °C am 13.Oktober. Das gibt es nicht oft in Bremen.

Der Morus hat wieder Früchte getragen und ist sehr gut über den ganzen Sommer gewachsen.
Nächstes Jahr werde ich den Baum in eine selbstgemachte, ovale Schale pflanzen, bei der Glasurfarbe bin ich mir aber noch nicht sicher. Ich schwanke zwischen Grün (wie Chlorophyll), dunkelblau und "Sandrot=rot-orange". Was meint ihr?
Des Weiteren möchte ich mit der Feinverzweigung anfangen.

Die ganze Zeit habe ich mir gedacht dass ich den Baum aufrichten werde, jetzt bin ich zum Entschluss gekommen dass die Maulbeere so nach linksgeneigt bleibt und ich die Krone dementsprechend mehr, kräftiger nach rechts aufbauen möchte um einen optischen Gleichgewicht zu erhalten. So die Theorie.
(Die Spitze wird noch ein wenig nach dem Austrieb gekürzt :-D )
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Herbstlaub
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Gruß!

László

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