zwei Zirbelkiefern und eine Bergkiefer

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Bonsette
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zwei Zirbelkiefern und eine Bergkiefer

Beitrag von Bonsette »

Liebe Bonsaifreunde!
Hier habe ich noch zwei Zirbelkiefern, die ich aus den Alpen mitgebracht habe, weil Zirbelkiefern mir mit ihren teils urigen Wuchsformen in den Alpen einfach sehr gut gefallen und ihr Schnaps lecker ist. :wink:
Bei meinen gesammelten Bäumen handelt es sich wirklich immer nur um Winzlinge, die noch viele Jahre auf dem Weg zum Bonsai vor sich haben. Dafür kann ich mich aber von Anfang an um eine gute Ausrichtung der Wurzeln kümmern.
Weil ich mir für diese beiden dieses Jahr eine Gestaltungsrichtung überlegt habe, beginne ich jetzt trotzdem schon mal diesen Thread, in dem ich ihre Entwicklung festhalten möchte.

Diese habe ich 2011 aus dem Zillertal mitgebracht:
03/2012
03/2012
So sieht sie heute aus:
11/2015
11/2015
Sie soll eine frei aufrechte Form haben. Die Spitze kommt nächstes Jahr weiter nach rechts und die Äste nach unten.


Diese habe ich 2012 aus den Dolomiten mitgebracht:
03/2014
03/2014
Sie sieht heute so aus:
11/2015
11/2015
Sie soll einen stark gedrehten und gestauchten Stamm erhalten. Da geht nächstes Jahr noch mehr Biegung.

Weil Zirbelkiefern recht lange Nadeln haben, werden beide wohl einmal deutlich über dem Shohinmaß sein.
Habt ihr beim Anblick der Kleinen spontan irgendwelche Hinweise/Ideen/Tipps? (Ich habe noch keine Erfahrung mit Zirbelkiefern.)

LG
Stefanie
Zuletzt geändert von Bonsette am 29.08.2016, 10:27, insgesamt 1-mal geändert.
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espanna
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Re: zwei Zirbelkiefern

Beitrag von espanna »

Hi Stefanie,
da wir viele Jahre im Zillertal gelebt haben, kann ich mit dir fühlen was den "Zichner" angeht!
Da kann ich nur sagen prost und viel Erfolg mit deinen Projekt!
Gruß
László

"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
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Bonsette
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Re: zwei Zirbelkiefern und eine Bergkiefer

Beitrag von Bonsette »

:)
Ich habe gerade nachgeschaut, die Zirbelkiefer trägt leider erst mit etwa 40(!) Jahren Früchte. :? Da gibt’s zumindest vorerst keinen eigenen Zichner. Aber ich werde sicher trotzdem Spaß an den Kleinen und ihrer Entwicklung haben.
… und wie jetzt … László, Zillertal, Zichner, jetzt in Bremen … hast ne PN …

LG
Stefanie
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Bonsette
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Re: zwei Zirbelkiefern und eine Bergkiefer

Beitrag von Bonsette »

Liebe Bonsaifreunde,
ich möchte in diesem Thread ab jetzt noch eine Kiefer zeigen, die ich 2011 von einem Alpenurlaub als Winzling mitgebracht habe. Es ist eine Berg- oder Latschenkiefer. (Ich weiß nicht mehr, ob ich sie noch im Wald oder oberhalb der Waldgrenze gesammelt habe.)
2012-2014.jpg
Bis letztes Jahr durfte sie einfach nur wachsen und sich an das andere Klima gewöhnen. Im Frühjahr 2015 habe ich sie dann gekappt und den ersten Ast mit einigen Kurven zum neuen Stamm nach oben gedrahtet. Das hat sie mir gar nicht mal so übel genommen und dieses Jahr einige neue Knospen angelegt. Der Draht ist inzwischen wieder ab, und die Kiefer hat die Form angenommen. Sie hat auch schon in alle Richtungen Äste, mit denen ich weiterarbeiten kann.
2016-08-24-a_.jpg
2016-08-24-a__.jpg
In welche Richtung es mal geht, ist mir noch nicht klar – ich weiß, darüber sollte man sich eigentlich von Anfang an Gedanken machen, aber mein Ziel beim ersten Gestaltungsschritt letztes Jahr war es, erstmal nur einen Stamm mit starken Bögen auszuprobieren, und das geht ja am besten mit so jungem Material.
Vielleicht wird es eine frei aufrechte Kiefer oder eine nach rechts geneigte Halbkaskade oder ein Literat mit ganz frei gelegtem gedrehten Stamm... Hättet ihr beim Anblick dieser jungen Kiefer schon eine Gestaltungsidee?

LG
Steffi
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Bonsette
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Re: zwei Zirbelkiefern und eine Bergkiefer

Beitrag von Bonsette »

Die (Latschen- oder Berg- ?) Kiefer ist aus allen neuen Knospen gut ausgetrieben. Ich werde mir dieses Jahr mal Gedanken machen, ob sie in etwa so klein bleiben soll (dann wäre sie noch in Shohingröße), oder ob die Verzweigung und Nadellänge nicht zu dieser Größe passen und sie noch wachsen darf.
2017-05-18_.jpg
LG
Steffi
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Re: zwei Zirbelkiefern und eine Bergkiefer

Beitrag von Thorsten1504 »

Ich würde sie noch ein bißchen wachsen lassen, aber Geschmäcker sind ja verschieden.

Gruß

Thorsten *wink*
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nemsi
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Re: zwei Zirbelkiefern und eine Bergkiefer

Beitrag von nemsi »

Hallo Steffi,

so kleine Mitbringsel habe ich als Projekte am Regal. Wenn Du die Nadeln auf Dauer kürzer haben willst, musst Du in wesentlich kleinere Schalen topfen. Ich meine, dass die letzte Kiefer eine Mugo ist, die gibt es in den Bergen mit Nadeln oft unter 1 cm. Aber nur dort, wo sie im Felsen in einer kleinen Spalte oder ähnlichem wachsen. In so großen Schalen ist die Feuchtigkeit zu hoch, da werden die Nadeln automatisch länger. Sicher werden sie mit zunehmender Verzweigungsdichte auch kürzer.
Viel Spaß dabei.
Liebe Grüße
Robert
Liebe Grüße
Robert

Bonsaifreunde Franken e. V.
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Bonsette
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Re: zwei Zirbelkiefern und eine Bergkiefer

Beitrag von Bonsette »

Hallo!
Hier ist nach einem Jahr mal ein Update der Kiefer.
2018-05-31_.jpg
Letztes Jahr hat sie noch eine neue kleine Schale bekommen, und ich habe einige nicht benötigte Knospen entfernt. Mal sehen, ob sie dann bald kürzere Nadeln macht, wenn ich eine gute Verzweigungsdichte hinbekomme. (Das ist meine erste Kiefer, damit habe ich noch keine Erfahrung.)
Dieses Jahr habe ich ein paar kleine Äste entfernt und im April die neuen Kerzen eingekürzt. Die alten Nadeln hängen noch ziemlich durcheinander an den Ästen.
Was ratet ihr Kiefernexperten mir als nächsten Schritt? Sollte ich dieses Jahr überhaupt noch etwas machen?
Vielleicht im Sommer die neuen Triebe bis auf ein paar Nadelpaare kürzen und/oder im Herbst alte Nadeln entfernen (schneiden oder abreissen?) ?

LG
Steffi
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Bonsette
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Re: zwei Zirbelkiefern und eine Bergkiefer

Beitrag von Bonsette »

Bei der Bergkiefer habe ich mich jetzt denke ich für die grobe Richtung entschieden. Für ihre Größe hatte sie mir noch zu viele Äste, von denen ich drei entfernt und andere etwas reduziert habe. Jetzt darf sie noch 5-10cm höher werden und eine dichte runde Krone bekommen. Die unteren Äste dürfen gerne noch mächtiger werden und schöne Polster haben.
Würdet ihr an dem Grundaufbau noch etwas ändern?
2019-04-23_.jpg
2019-04-23_.jpg (276.14 KiB) 594 mal betrachtet
Mal sehen, ob das mit der Verzweigungsdichte und kleinen Nadeln hinzubekommen ist.
Die Bergkiefer hat nach etwa zwei Jahren in der kleinen Schale jedenfalls noch keine kleineren Nadeln bekommen. Vielleicht gieße ich sie auch zu viel; irgendwo habe ich gelesen, dass die geringelten Nadeln (die meine auch an einigen Stellen hat) von viel Wasser kommen.

Die beiden Zirbelkiefern kommen jetzt erstmal für ein paar Jahre in große Kübel und werden gemästet – ich denke, bei deren Nadellänge müssten sie mindestens 50 cm groß werden.

LG
Steffi
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