Larix kaempferi aus Enger (2010)

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Lenhart
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Re: Larix kaempferi aus Enger (2010)

Beitrag von Lenhart »

Ich würde auch so schneiden wie die andern sagen. An welcher Lärche findet sich ein Ast, der halb so dick ist wie der Stamm selbst? Ist doch ziemlich untypisch. Er bekommt dann mit dem rechten herunter hängenden Ast als erstem auch eine elegante Fliessrichtung nach rechts finde ich.
Liebe Grüße
Lennart

Für Gott ist jeder Baum ein Bonsai :-D
Lenhart
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Re: Larix kaempferi aus Enger (2010)

Beitrag von Lenhart »

Bzw balanciert der rechte ausladende Ast die leichte fliessrichtung nach links aus.

Insgesamt ein toller kleiner Baum.
Liebe Grüße
Lennart

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Hippo
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Re: Larix kaempferi aus Enger (2010)

Beitrag von Hippo »

Salü Andreas,

Nimmt man den kleinen Dicken raus wirds formal eine hundsgewöhnliche Lärche ohne nennenswerten Charakter. Folglich müsste auch die Frontseite neu überdacht werden.

Lässt man den kleinen Dicken stehen, ist er systemrelevant und sollte als Solcher ausgebaut werden.
Es bleibt natürlich immer eine Disharmonie bei den Proportionen.

Wenn der Baum um einige Centimeter angehoben würde, könnte das Abhilfe schaffen.
Also der Wandel vom unharmonischen Shohin zu einem harmonischen Sekijoju wäre m.E. ein grosser Gewinn.

Ich würde dazu einen rauen, zerklüfteten, länglichen Stein nehmen, der vorwitzig, schräg aus der Erde guckt und dessen Flanke sich die Lärche als Thron bemächtigt hat. (Bitte nicht den erstbesten Bruchstein nehmen sondern eine erodierte, dunkle Naturschönheit!)

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Gruss George
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Re: Larix kaempferi aus Enger (2010)

Beitrag von bock »

Moin Daniel, Sanne, Heike, Lennart und George!

Vielen Dank für eure Gedanken zu meiner Lärche! :-D
Besonders Sanne vielen Dank für das Wegretouchieren des "Wegweisers" wie Norbert diesen grotesk fetten und geraden ersten Ast bezeichnet hat. ;)
Heike, wo du den roten Strich eingezeichnet hast, geht ein Zweig direkt nach vorn, dessen Knospen bilden den "Knubbel". Hinter der "Fernsehantenne" ist auch noch ein kleiner Zweig. Ich könnte mit diesem Schnittvorschlag allerdings durchaus leben. Sannes Virtual zeigt mir, dass der erste Ast für mich (noch) wichtig ist; wie George schreibt, gibt er dem Baum ein "Gesicht", wenn auch vielleicht kein besonders schönes.
Anheben ist ein reizvoller Vorschlag, George. Bisher habe ich noch keine Steine bepflanzt und ich weiß auch nicht, wie das Wurzelwerk meiner Lärche das hergeben sollte. In unserem Marsch- und Geestboden finden sich höchstens Kiesel und Feuersteine, auch schon mal Geröll aus schwedischem Granit (Moränen im Landesinneren) - dunkle, längliche zerklüftete Steine sind hier eher selten. Ein dicker kantiger Schlackebrocken liegt hier noch irgendwo rum... :lol:
Aber an die Flanke eines Felsens könnte ich den Baum sicherlich nur mit sehr starker Stammneigung anbringen.
Hmmm...

Ich denke darüber nach!
liebe Grüße Andreas
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Re: Larix kaempferi aus Enger (2010)

Beitrag von Hippo »

Na warte, sagte Schwarte ..... :lol: :lol:

Irgendwo ums Haus habe ich bestimmt noch was rumliegen. Ich guck mal Morgen. Bin gerade am Ausbrüten einer umfangreichen Kürbissuppe mit allem Pipapooo und das dauert bestimmt bis zur Dämmerung.

Falls ich was finde, kanns ichs dir aber trotzdem nicht sofort schicken. Sollte schon einem anderen BFF-Freund was schicken aber dafür muss ich nach Lindau rüber sonst kann ich das Zeug gleich vergolden. (CH-Post ist äusserst kohlegeil)
Ich habe zurzeit kein Fahrzeug (zugelassen) aber sobald sich das (hoffentlich) ändert, und auch Bregenz wieder passierbar ist, ist mein erster Weg zur Post nach Lindau.

Gruss George
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Re: Larix kaempferi aus Enger (2010)

Beitrag von bock »

Das ist aber sehr lieb von dir, George!

Es hat auch keine Eile - die Lärche soll erst 2022 wieder umgetopft werden ;)
Hier ist es jetzt fast finster, ich hoffe deine Kürbissuppe ist gelungen!
Ich hatte heute Kässpätzle - oder was wir Flachlandtiroler dafür halten... :lol:
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Re: Larix kaempferi aus Enger (2010)

Beitrag von Hippo »

Salü Andreas,

Wie vermutet habe ich tatsächlich was Passendes gefunden.
Und das auf meinem Häufchen von ausgeschiedenem Material.
Habe ihn heute gereinigt und bin richtig begeistert. Habe meine Kleider gleich in die Waschmaschine geknallt weil alles war voller Steinstaub.
Das Ding ist schwer suisekiverdächtig.
Mann, wieso habe ich den ausgeschieden?
Aber der passt unter deine Lärche wie Ar.... auf Eimer! Hat sogar einen Sattel wo die Stammbasis richtig sitzen kann!

Er ist noch in der Bearbeitung und muss noch einige mal gewaschen und gebürstet werden. Auch aus den Ritzen muss ich noch Einiges an Verwitterungslehm rauskratzen.

Für die Gestaltung mit der Lärche muss er noch geschnitten werden. Ich hoffe Du hast einen Winkelschleifer mit einem Diamantblatt. Wenn er schräg aus der Erde gucken soll braucht er auch einen kleinen Zementsockel, der unten in der Schale steht und in der Erde verschwindet.
Ach ich komme fast ins Schwärmen .................. mache Bilder sobald er vorzeigbar ist. *dance*

Gruss George
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Re: Larix kaempferi aus Enger (2010)

Beitrag von bock »

Jaja, die schweizer Perfektionisten...

:-D

Ich bin sehr gespannt, und einen Winkelschleifer habe ich - allerdings keine Diamant-Trennscheibe. Macht nix, Stiefsohn ist Maurer und schleift Klinker für kunstvolle Verblendungen zurecht. Der wird mit schweizer Gestein wenig Probleme haben. Mit dem Sockel sollte es auch keine unüberwindbaren Probleme geben.
Ich fange an zu bereuen, dass ich den ersten Ast so stark gekürzt habe - aber der wächst ja wieder nach...
Danke für deine Mühe, George!
:)
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Re: Larix kaempferi aus Enger (2010)

Beitrag von Hippo »

So, mal als Zwischenbilanz ein paar Bilder.
.
20201117_142615.jpg
20201117_142615.jpg (64.75 KiB) 193 mal betrachtet
20201117_142640.jpg
20201117_142640.jpg (56.38 KiB) 193 mal betrachtet
20201117_142645.jpg
20201117_142645.jpg (56.88 KiB) 193 mal betrachtet
20201117_142656.jpg
20201117_142656.jpg (63.91 KiB) 193 mal betrachtet
20201117_142710.jpg
20201117_142710.jpg (53.46 KiB) 193 mal betrachtet
20201117_143026.jpg
20201117_143026.jpg (66.22 KiB) 193 mal betrachtet
.
Meines Erachtens ist der Stein zerklüftet und unregelmässig genug um keine Langweile aufkommen zu lassen.
Dort wo meine Hand ist wäre nach meiner Vorstellung die Erdoberfläche und in der kleinen Mulde wäre der Sattel wo der Stamm darauf steht und die Wurzeln entlang dem Stein in den Boden greifen.

Andreas, könntest Du dir das so vorstellen?

Gruss George
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Re: Larix kaempferi aus Enger (2010)

Beitrag von bock »

Oh ja, George!

Das kann ich mir sehr gut vorstellen! Vermutlich müsste ich die Äste dann doch deutlich abwärts richten, um den Gebirgscharakter zu unterstreichen.
Aber Eins nach dem Anderen.
Beim ersten Bild musste ich an eine liegende Meerjungfrau denken, fast zu schade zum Bepflanzen.
Mal schauen, wie die Proportionen von Stein und Baum wirken. Ich werde dann versuchen, das Wurzelwerk mit Mullbinde an den Felsen zu adaptieren. Volker zeigte vor Kurzem seine Methode mit Jutestreifen - und Baumwolle verrottet ja auch... ;)
Vielen Dank für die Bilder und deine investierte Arbeit!

:-D

edit:
für Heike noch mal ein Bildausschnitt mit dem "Knubbel":
Antenne 2020.jpg
Antenne 2020.jpg (63.41 KiB) 160 mal betrachtet
.

und ein Bild mit dem Rest vom Baum:
Stamm 2020.jpg
Stamm 2020.jpg (144.62 KiB) 160 mal betrachtet
.

Da ließe sich schon schön träumen...

*dance*
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Re: Larix kaempferi aus Enger (2010)

Beitrag von Heike_vG »

Lieber Andreas,

Dein Foto zeigt nun ja noch eindeutiger, dass dieser Knubbel unbedingt weg muss! Sowas kann man an keinem Baum gebrauchen und da ist doch so viel an besseren Zweigen drumherum, sogar eine schöne Knospe (blauer Pfeil) darunter. Und selbst wenn die nicht austreibt, ist genug da. Bei Lärchen generell immer schön aufpassen, dass man die Triebe so zurückschneidet, dass noch möglichst 2 Knospen stehen bleiben. Sonst bilden sie an der Triebbasis mehrere neue Knospen es entstehen immer mehr Knubbel. An dem Ästchen rechts unter dem blauen Pfeil deutet sich schon wieder genau das an. Dort die Knospen selektieren, so dass nicht mehr als 2 stehen bleiben.

Liebe Grüße,
Heike
Dateianhänge
Antenne 2020_v.jpg
Antenne 2020_v.jpg (71.76 KiB) 154 mal betrachtet
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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