Tilia cordata #philanthrop

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philanthrop
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Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von philanthrop » 28.01.2017, 10:50

Guten Tag zusammen,

ich habe mir kürzlich eine Winterlinde als Ballenware zugelegt.
Der Ballen ließ sich sehr gut auswaschen ohne das ich weiteres Werzeug dazu brauchte. Die Wurzeln habe ich unberührt gelassen und der Rohling wanderte in eine Schale.
Die Schale von Kai Sperling war eigentlich für ein anderes Projekt angedacht, da hatte ich mich allerdings völlig mit den Größenverhältnissen verschätzt, die Linde freut es.
Da ich frostfrei überwinter durften auch noch ein paar Ästchen gekürzt werden. 2017 darf die Linde ungebremst wachsen und sich an ihr neues Zuhause gewöhnen :)

Am Wurzelfuß befindet sich morsches Holz, deswegen auch mein Beitrag, wie soll ich damit verfahren?
Morsches Holz entfernen und mit Holzhärter einpinseln?

Für die zukünftige Gestaltung möchte ich gerne alle Stämme mit einbeziehen ... Ideen und Gedanken sind herzlich Willkommen.
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Grüße aus dem Münsterland
Jan

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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von kressevadder » 28.01.2017, 11:34

Hallo,

erste Idee: Saugeile Linde :-)

Ich habe auch so eine Linde mit Totholz im Wurzelbereich, bzw. unteren Stammbereich. Ich habe garnichts gemacht. Die Linde hat das mittlerweile fast überwallt. Das wird bei deiner wohl auch passieren. Ich hab einfach die ganz morschen Partien immer mal wieder abgekratzt.

Ich freue mich auf updates!

Gruß
Manfred
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chris-git@rre

Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von chris-git@rre » 28.01.2017, 11:42

Hallo Jan,
gefällt mir auch sehr gut.
Toller Baum. *daumen_new*

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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von Thorsten1504 » 28.01.2017, 12:28

Hallo Jan,

eine Schöne Linde hast Du da.
Ich würde auch alle Stämme mit in die Gestaltung einbeziehen und eine schöne alte Dorflinde daraus machen.

Kommt der Baum aus Linda???

Gruß

Thorsten *wink*

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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von Bonsai-Abbing » 28.01.2017, 13:50

Eine sehr interressante Linde hast du da. Gefällt mir gut! :)
Liebe Grüße
Frank *up*

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RoyF.
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von RoyF. » 28.01.2017, 16:30

Hallo,

das ist ein wirklich schöner Lindenrohling. Der wird bestimmt mal ganz toll werden. Ich würde auch mit all den Substämmen weiterarbeiten. Sieht doch aus wie eine alte Linde in der Natur *daumen_new*
Das Totholz würde ich so lassen. Es gibt wohl kaum Laubbäume, die damit besser klarkommen. Holzhärter würde ich nicht verwenden, schon gar nicht bei Laubbäumen wo rings um das Totholz alles lebt. Das zieht die ersten Millimeter ein und dahinter fault es munter weiter. Man kommt nicht ran um es weiter zu konservieren und man hat fast schneller einen Hohlen Stamm als ohne Holzhärter. Wie gesagt bei Linden braucht man sich keine Gedanken machen!

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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von Hanno » 28.01.2017, 16:48

Eine wirklich schöne "natürliche" Linde! Und den toten Bereich würde ich auch ruhig weiter sich selbst überlassen.
Vielleicht ab und zu mit einer alten Zahnbürste reinigen, um Ungeziefer und deren Eier zu entfernen.
Allerdings hätte ich hierzu einen winzig kleinen Einwand:
philanthrop hat geschrieben:2017 darf die Linde ungebremst wachsen und sich an ihr neues Zuhause gewöhnen :)
Das mag ja die Äste stärken und verdicken, aber Du "bezahlst" es mit zu langen Internodien und später mit relativ grossen Schnittstellen.
Greif lieber im frühen Frühjahr zur Schere und kürze die dünnen Zweige bis auf ein oder zwei Knospen.
Das weckt die Schlafenden weiter innen - und fördert so eine enge Verzweigung . . .

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uvex
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von uvex » 29.01.2017, 12:44

Hallo,
die Linde erstmal gut wachsen lassen und evtl. im Juni/Juli einkürzen, abhängig davon, wie sie die Umstellung vom Feld-Lehm auf die durchlässige Erde wegsteckt. Wichtig wäre mir noch, das Nebari weiter zu bedecken. Du hast noch einen Gießrand, füll das einfach mit Substrat auf und fertig. Wenn Du es so lässt, spült es beim Giessen das Nebari frei. Zu früh. Lass es bis zum nächsten Umtopfen ruhig noch etwas versteckt. Das wäre mein Weg.

Viel Erfolg!
Zuletzt geändert von uvex am 29.01.2017, 14:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von Andreas Ludwig » 29.01.2017, 13:00

Linde_von_Linn_(AG,_Schweiz),_März_2014.JPG
Linde_von_Linn_(AG,_Schweiz),_März_2014.JPG (13.34 KiB) 1657 mal betrachtet
philanthrop – (erfreulicher Nick übrigens!) du hast erstens eine tolle Anlage, die Rindenentwicklung im unteren Bereich ist sehr schön. Du wirst dich intensiv um die Krone kümmern müssen. Da stellen sich Fragen. Auf dem ersten Bild etwa sticht der zweite Hauptast von rechts heraus – lange, gerade, langweilig. Zumindest jetzt. Optionen: Stark einkürzen (was dich um Jahre zurückwirft) oder als Träger für weitere starke Äste belassen?

Generell sehe ich die Gefahr, diese langen Äste (der dritte, vierte und fünfte von rechts sind in der gleichen Liga) einkürzen zu wollen, weil man ja «Bonsai» macht. Dann bleibt eigentlich kaum etwas übrig, du beginnst von vorne. Alternative: diese Stumpen mutig belassen und an sie anbauen, um zu einem «totally informal broom» zu kommen, einen Baum, der die existierende und bereits erwähnte Tradition der Dorflinden aufgreift, der nicht einmal versucht, ein ordentlicher Bonsai zu sein, aber dafür ein überaus interessantes Baumobjekt werden kann.

Die ebenfalls erwähnten langen Internodien würde ich für einige Jahre in Kauf nehmen. Kaum ein Baum überwallt so schön und zuverlässig wie eine Linde. Die innere Verzweigung würde ich nicht anstreben. Ich für mich würde auf eine Krone abzielen, die gut das dreifache Volumen dessen hat, was jetzt da ist.

Ferner: Nicht ohne Grund hast du den Wurzelansatz abgebildet, in dem eine Totholzstelle zu sehen ist. Die wird natürlich zerfallen, ausmorschen. Da es eine Linde ist, bringt da Holzhärter nichts, es wird zwingend abgehen. Aber ich denke, es wird sich harmonisch zum Bild einer «Tanzlinde» fügen. Wenn du diesem Begriff nachgehst, wirst du Bäume finden, die faktisch die vier Reste von Substämmen einer Linde darstellen, während der Kern ganz abgegangen ist. Das ist, was eine Linde eben kann: Sie zerfällt, morscht aus – und bleibt dennoch. Dieses Bild einzufangen, würde die Linde wie dich ehren.
Zuletzt geändert von Andreas Ludwig am 29.01.2017, 14:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von kressevadder » 29.01.2017, 14:37

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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von Andreas Ludwig » 29.01.2017, 14:54

Ganz nebenbei und privat: Linden sind voll geil.

Ehm... ich sehe durchaus, wie erwähnt, erhebliches Potenzial in dieser Anlage.
:lol:
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von philanthrop » 29.01.2017, 16:58

Es freut mich das der Rohling vielen gefällt :) Danke für euren Zuspruch.
Es ist sehr beruhigend das dass morsche Holz allgemein als problemlos erachtet wird.

@Thorsten : Ja, der Rohling kommt aus Linda.
@uvex : Du kommst aus Linda?! das kann doch kein Zufall sein :P deinen Rat werde ich beherzigen und noch etwas Substrat auffüllen.

Für Updates werde ich sorgen.
Grüße aus dem Münsterland
Jan

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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von uvex » 29.01.2017, 17:13

philanthrop hat geschrieben: Für Updates werde ich sorgen.
Bin sehr gespannt auf die nächsten Jahre!
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von Thorsten1504 » 29.01.2017, 17:23

philanthrop hat geschrieben:@uvex : Du kommst aus Linda?! das kann doch kein Zufall sein :P
Wenn ich das Foto so betrachte ist das auch kein Zufall. :-D

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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von Ferry » 30.01.2017, 03:37

Ich würde genau so mit allen Stämmen weitermachen. Die Grungestaltung ist schon gemacht. Die Schnittstelle mit dem morschen Holz ist gar nicht der Rede wert. Das verwächst bei Linden in der Regel komplett.
LG,
F.

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