Tilia cordata #philanthrop

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philanthrop
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von philanthrop » 12.06.2017, 10:04

Kleines Sommerupdate. Die Linde scheint den Umzug vom Feld in die Schale sehr gut verkraftet zu haben. Vor ca 3 Wochen habe ich ihr im oberen Bereich einen Blattschnitt gegönnt und die restlichen Triebe auf 2 Blätter zurückgeschnitten. Ich denke sie hat es positiv beantwortet. Nun heisst es wieder Kräfte sammeln.
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von philanthrop » 20.10.2017, 18:05

Die Linde hat das erste Jahr in der Schale gut überstanden. Wenn ich die beiden Bilder von letzten Jahr und heute vergleiche, kann man zufrieden sein mit dem Zuwachs ?! Auf jedenfall macht mir der Rohling Spaß :)
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Thorsten1504
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von Thorsten1504 » 20.10.2017, 18:59

Hallo Menschenfreund :-D

Deine Linde gefällt mir gut.

Hast Du schonmal daran gedacht den rechten Stamm auf einen Seitentrieb abzusetzen, um das lange gerade Stück zu entschärfen???

Gruß

Thorsten *wink*
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philanthrop
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von philanthrop » 21.10.2017, 10:25

Hallo Thorsten,
um ehrlich zu sein habe ich darüber noch nicht nachgedacht :D
Wenn ich diesen berechtigten Gedanken zuende denke, fallen mir aber einige Stellen auf die derart behandelt werden könnten/müssten. Auf der anderen Seite habe ich mir schon einige natürliche Linden angesehen und auch dort gibt es immer wieder
so "langweilige" Abschnitte, mit dickeren Ästen sieht es denke ich schon ganz anders aus. Die Krone soll auch noch deutlich größer werden, ich denke dann stört das auch nicht mehr.
Danke für diesen Gedanken, ich werde ihn mir durch den Kopf gehen lassen, habe ja noch etwas Zeit bis zum Frühjahr ;)
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von Andreas Ludwig » 22.10.2017, 00:04

Thorsten – jetzt denk dir das mal weg. Was ist dann noch da? Siehst du den Substanzverlust? Hat es einen Sinn, eine vielversprechende Anlage auf ein Embryonalstadium zurückzunehmen, weil man hofft, 90 zu werden? Belassen, das gerade Stück. Abgesehen davon, dass man einen Lindenast in der Dicke gerade noch hinbiegen kann, so etwas wenigstens.

Falls überhaupt nötig. Ich würde sagen, eher nicht. Das wird dann mal ein Substamm in einer dichten Krone und niemand wird es bemängeln. Schneiden ist ja gut und recht, aber manchmal muss man auch wachsen lassen. Kleine Dreiecke gibt es wirklich genug.
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von abardo » 22.10.2017, 01:16

Wenn man das angesprochene Stück nicht entfernt, hat man kein Dreieck, sondern weiterhin eine, ich nenne es mal völlig wertneutral, "Zicke-Zacke-Krone".

In der jetzigen Ansicht finde ich die beiden überlappenden, mittigen Stämme nicht optimal.
Grüße, Frank
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von chris-git@rre » 22.10.2017, 08:46

Andreas Ludwig hat geschrieben:
22.10.2017, 00:04
Thorsten – jetzt denk dir das mal weg. Was ist dann noch da? Siehst du den Substanzverlust? Hat es einen Sinn, eine vielversprechende Anlage auf ein Embryonalstadium zurückzunehmen, weil man hofft, 90 zu werden? Belassen, das gerade Stück. Abgesehen davon, dass man einen Lindenast in der Dicke gerade noch hinbiegen kann, so etwas wenigstens.
Ich habe jetzt keine Meinung dazu ob man jetzt schneiden sollte oder nicht.
Aber das Argument "weil man hofft, 90 zu werden? " zieht für mich nicht.
Die Linde hat ja ein enormes Wachstum.

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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von Thorsten1504 » 22.10.2017, 09:03

Andreas Ludwig hat geschrieben:
22.10.2017, 00:04
Thorsten – jetzt denk dir das mal weg. Was ist dann noch da? Siehst du den Substanzverlust? Hat es einen Sinn, eine vielversprechende Anlage auf ein Embryonalstadium zurückzunehmen,
Das ganze Stück wollte ich auch nicht wegnehmen, sondern auf einen Seitentrieb oder falls vorhanden ein passendes Nodium absetzen.
Der rote Strich dient lediglich als Kennzeichnung welches Stück ich meine bzw. mir direkt beim betrachten des Baums ins Auge gefallen ist.

Da der "Menschenfreund" aber geschrieben hat, das der Baum noch wesentlich höher werden soll, hat sich das eh erledigt.
Dann würde ich es auch so lassen und nur ein bißchen Draht anlegen und den Stamm eventuell noch etwas nach rechts ziehen.
chris-git@rre hat geschrieben:
22.10.2017, 08:46
Aber das Argument "weil man hofft, 90 zu werden? " zieht für mich nicht.
Die Linde hat ja ein enormes Wachstum.
Sehe ich auch so.
Außerdem ist ja der Weg das Ziel. :-D

Gruß und schönen Sonntag

Thorsten *wink*

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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von Andreas Ludwig » 22.10.2017, 12:29

chris-git@rre hat geschrieben:
22.10.2017, 08:46
Ich habe jetzt keine Meinung dazu ob man jetzt schneiden sollte oder nicht.
Aber das Argument "weil man hofft, 90 zu werden? " zieht für mich nicht.
Die Linde hat ja ein enormes Wachstum.
Auch enormes Wachstum wie bei Linden nützt nicht viel, wenn man schön brav jeden Zweig im Juni auf die erste Knospe zurücksetzt und die Substämme von jeder «langweiligen Stelle» befreit, wie das viele tun. Es hat hier viele Anfängerbäume, die eigentlich Wachstum bräuchten, stattdessen permanent «schön» geschnitten werden und darum kaum vom Fleck kommen. Dann werden die noch mit chinesischen Penjin verglichen, denen man von weitem ansieht, dass sie mindestens in zweiter Generation gepflegt werden oder mit «Hammerteilen», die erst mal zehn Jahre in einem Acker standen.

Ich erinnere da mal an einen Mehrfachstamm-Ahorn von Walter Pall, der für viele Vorbild ist:
viewtopic.php?f=4&t=2770&hilit=Ahorn
Man betrachte die Stämme einzeln, danach nochmals das Gesamtbild – und die Proportion zu Walter.
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von Andreas Ludwig » 22.10.2017, 12:45

Und jetzt mal konkret, weil das ja viele vorziehen:

philanthrop – der Entscheid, eine wesentliche grössere Gesamtform anzupeilen, ist völlig richtig. Ich würde vom Gefühl her sagen, das Doppelte im Minimum, eher das Dreifache, so du dafür Zeit hast. Der heutige Zustand wäre also nichts als der «Träger» von etwas, das es noch gar nicht gibt und darum nicht verhandelt werden kann. Man hüte sich vor Virtuals in solchen Situationen, sie sind ausgebreitetes Wunschdenken bei Laubbäumen.

Das forcierte (oder eher erlaubte) Wachstum wird dazu führen, dass viele dieser etwas kantigen Stellen in den Stämmen runder und weicher werden. Der Linde wäre aber geholfen, wenn du sie dazu ins Freiland oder wenigstens in einen grossen Topf pflanzt. Oben viel heisst unten auch viel. Danach kannst du dich ein paar Jahre auf «Heckenschnitt» beschränken. Denn Linde überwallt ja auch ganz brav. Es wird auf jeden Fall eine «gemeinsame Entwicklung», weil es nicht ein Wacholder ist, den man sich zurechtbiegt, also «reduziert» aus zuviel Material. Es ist ein Laubbaum, der mit dir zusammen eine Krone aufbaut. Da «induzierst» du bloss und schaust zu, was der Baum dann macht. Mit der Zeit siehst du schon, welche der zahllosen Knospen dienen, welche schon früh wegkommen.

(abardo – dreht man den Baum um zwei Grad, überlappen die Stämme nicht. Ist eine Sache mit diesen 2D-Reproduktionen räumlicher Zusammenhänge. Sie wirken so absolut und wahr, aber es sind bloss Abbilder. Ich würde es nie wagen, detaillierte Schnittangaben zu so etwas zu machen, stünde es nicht vor mir.)
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von philanthrop » 16.09.2019, 16:56

Hallo zusammen,
leider habe ich kein vernünftiges Bild
aber man erkennt doch das sich etwas in den letzten zwei Jahren getan hat.
Ein paar Stellen dürfen noch etwas Draht vertragen.
Nächstes Frühjahr wird das erste mal getopft,
ich bin gespannt was an Wurzeln dazu gekommen ist.
Der Rohling macht mir wirklich Spaß. *dance*
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von Barbara » 16.09.2019, 17:06

...sehr schön, Jan, hat deutlich an Verzweigung zugelegt. *daumen_new*

Liebe Grüße,
Barbara
"Sorge Dich um den Beifall der Leute, und Du wirst ihr Gefangener sein." LAOTSE

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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von philanthrop » 27.09.2019, 17:16

Was meint ihr zu dieser Peter Krebs Schale zu der Linde?
Die Außenmaße sind gleich nur die Höhe ist 4 cm niedriger.
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Re: Tilia cordata #philanthrop

Beitrag von bock » 27.09.2019, 18:58

Moin Jan,

die Schale passt super! Mich stören momentan etwas die roten Füßchen, aber das gibt sich ja mit der Zeit...

Aber wieso ist deine Linde Mitte September schon völlig nackt?

*konfus*
liebe Grüße Andreas
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