Prunus mume 1

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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espanna
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Prunus mume 1

Beitrag von espanna » 19.03.2017, 18:08

Hallo liebes Forum,

es gibt hier im Bff die eine oder andere Aprikose, die mir sehr gut gefallen. Sowohl die Blüten, der Stamm und auch der Duft haben zur Entscheidung einen kaufen zu wollen beigetragen.
Ein wenig gestöbert und da war Sie...
Ich möchte hier die Geschichte anfangen und ab jetzt dokumentieren.

Daten:
Prunus mume,
Japan Import,
Höhe ca. 58 cm ab Schalenkante,
Schale: "Eigenbau" -> was Anderes hatte ich nicht zur Hand, aber die Größe passt. Für nächstes Jahr töpfere ich ´ne Neue :)

Ich habe die Aprikose gestern umgetopft, oder besser gesagt von der Lehmpampe befreit.
Der Wurzelballen ist super kompakt, so musste ich nur wenig schneiden.
An einer Seite habe ich etwas Wurzelfäule entdeckt und ein wenig beschnitten. Da war ich zögerlich, denn trotz schwarzen Wurzeln waren die Spitzen teilweise noch weiß. Werde ich beobachten.
Das Substrat (Fibotherm Trockenschüttung, Pinienrinde, Holzkohlen, Kokosfasern) ist sehr durchlässig. Ein wenig Drainage und oben habe ich in die letzte Schicht etwas kleingeschnittenen Spaghnum Moos beigemischt.
Die Fragen für mich sind:
-wie baue ich die Verzweigung auf?
-wie gehe ich vor beim Rückschnitt? Die Blütentriebe, nach der Blüte "runterbrechen" wegen Rückknospung oder auf 2-3 Triebe (wenn vorhanden) zurückschneiden.
-wann schneide ich am besten?
-wie findet Ihr die Aprikose?
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So kam Sie an
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die schwarze Stelle...
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Gruß
László

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Re: Prunus mume 1

Beitrag von espanna » 19.03.2017, 18:09

So steht Sie nun...
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Gruß
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Re: Prunus mume 1

Beitrag von PH1981 » 19.03.2017, 18:27

Hallo László,

seit ich den Duft einer Aprikose beim Enger Jubiläum genießen konnte steht die auch auf meiner Wunschliste.

Ich habe zwar noch nicht die Erfahrung aber selbst ich kann erkennen das viel Potential in dem Bäumchen steckt. Mir gefällt er richtig Gut. *daumen_new*

Gruß

Patrick

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Re: Prunus mume 1

Beitrag von espanna » 19.03.2017, 20:44

Vielen Dank und es freut mich (ist noch nicht mein Verdienst)!
Gruß
László

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Re: Prunus mume 1

Beitrag von grüner_hesse » 19.03.2017, 22:06

Hi László

das ist ein hübscher Rohling, gefällt mir.

zur Pflege kann ich leider nix beitragen, über Gestaltung kann man trotzdem reden. Was schwebt dir da vor? Lässt sich der erste, steile Ast auf der rechten Seite noch abspannen? Braucht man den (ebenfalls steilen) starken Ast, der auf der Vorderseite in die Spitze wächst? Auch wenn die Linien im Hintergrund auf eine etwas verzerrten Aufnahmewinkel schließen lassen: wie schaut das aus, wenn man den Baum noch etwas nach rechts neigt? Das sind so die ersten groben Gedanken meinerseits. Viel Spaß mit der Aprikose...

viele Grüße
Benny

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Re: Prunus mume 1

Beitrag von abardo » 19.03.2017, 22:12

Hi László,
war die dunkle Stelle direkt unter dem Stamm (sieht mir ja irgendwie so aus) ?
Dann war es gut, dass du dort geschnitten hast. Unterm Stamm ist es oft so feucht, dass dir bei vielen Bäumen die Wurzeln wegfaulen und das Resultat will man nicht unbedingt im Substrat haben. Bei solchen Bäumen bringe ich dann direkt unter dem Stamm auch nur Drainage ein und kein Subtrat mehr.

Die Schale spricht mich total an. Coole Form, weiss ist sowieso toll, gerade zu den Blüten.

(wie und wann man Aprikosen schneidet, weiss ich aber leider nicht. Aber wie bei anderen Frühblühern würde ich sagen: erst nach dem Blattaustrieb schneiden, dann aber normal eben, wie alle anderen Laubbäume auch. Lange Internodien weg. Was noch oben oder unten geht weg. Auf Verzweigung schneiden und gut ist.)
Grüße, Frank
___________
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Re: Prunus mume 1

Beitrag von espanna » 19.03.2017, 22:31

Hallo Benny,

ich würde gerne einen 2 Substämme- Kronen Baum entwickeln. Also die Kronen oben und unten locker / luftig verbinden, sodass man noch durchblicken kann.
Wieviel man an den Zweigen noch biegen kann ohne dass es "bogig" aussieht weiß ich nicht. Sind aber schon recht dick (ganz oben fingerdick).

Moin Frank,

der Ballen ist so kompakt und das Nebari dazu so breit daß die schwarze Stelle immer unterm Stamm liegt, in dem Fall eher seitlich. Wie gesagt, richtig viel wegzuschneiden habe ich mich nicht getraut.
Dass dir die Schale gefällt ist meinen Unfähigkeit gescheite Fotos zu machen geschuldet!
Die Schale sollte eine hellgrüne Kristallglasur haben, aber da ich noch nicht all zu viel Erfahrung in Thema Glasur habe, ist die Glasur unten gut und ansonsten nur hier und da vorhanden. Zum pflegen reicht Sie für's erste. Ich halte die Farbe Weiß im Hinterkopf.

Um zu wissen wie ich meinem Ziel näher komme brauche ich halt noch Infos über Schnittmaßnahmen, Rückknospung und Zeiten.
Gruß
László

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Re: Prunus mume 1

Beitrag von Heike_vG » 20.03.2017, 07:16

Hallo László,
die Schnittmaßnahmen und die Rückknospung ist generell ein Problem bei der Prunus mume. :? Schneidet man so, dass keine Triebknospe mehr am Zweig bleibt, stirbt dieser ab. Man kann daher erst schneiden, wenn man nach der Blüte diese Triebknospen genau erkennen kann. Oft sind diese aber so weit außen, dass das für die Bonsaigestaltung nicht schön ist. Mit diesen Schwierigkeiten schlagen sich wohl alle Aprikosenbesitzer herum. In Japan wird deswegen auch sehr viel gepfropft, um die Verzweigung wieder kompakter in Stammnähe zu bekommen. Mir hat der Knick-Trick relativ gut geholfen in den letzten Jahren, um meinen Baum wieder besser verzweigt zu bekommen. Was wir hier dazu geschrieben haben, findest Du per Suchfunktion. Und auch sonst noch einiges zur Prunus mume. 8)
Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Prunus mume 1

Beitrag von Köhler Rudolf » 20.03.2017, 07:27

Hallo László,

es ist eine schöne Schale. Aber aus meiner Sicht ist sie für eine Mume zu klein. Die Dinger saufen wie ein Loch. :-D

Viel Spaß mit deiner Mume.

Viele Grüße
Grüße
Rudi K.

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Re: Prunus mume 1

Beitrag von espanna » 20.03.2017, 19:45

Hallo Heike,

Danke für die Info! Ich Halte euch auf den laufenden :-D

Moin Rudi,

wenn du dir das erste Bild anschaust war die Schale nochmal 3-4 Cm kleiner und auch nur halb voll :shock: Aber danke auch für die Info, zur Not kann ich Sie ja jederzeit umsetzten in einem Plastiktopf :evil:
Gruß
László

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Re: Prunus mume 1

Beitrag von Köhler Rudolf » 20.03.2017, 20:01

Hallo László,

ich habe schon des öfteren gesagt: Mume sind kleine Zicken. :-D

Verabschiede dich schon mal von einer Gestaltung im klassischen Sinne.

Genieße die Blüte und den wunderbaren Duft.
Aber denke immer daran, sie wirf auch plötzlich und ohne erkennbaren Grund einfach mal einen Ast ab.

Also immer einen Ersatzast als Reserve belassen.

Und dann auch wirklich mal wachsen lassen. Im Sommer ist es einfach ein grüner Busch.

Viel Spaß
Grüße
Rudi K.

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Re: Prunus mume 1

Beitrag von espanna » 20.03.2017, 22:48

ok Rudi, ich verstehe (ein wenig).Aber wie machen es die Japaner? Oder sind das immer "nur" Momentaufnahmen die auf dauer nicht zu halten sind. Arbeiten die zB. wie von Heike erwähnt mit Ablaktionen u.Ä. Jahre lang auf das eine perfekte Moment hin UND DANN?
Du sagst im Sommer wachsen lassen und erst im Herbst schneiden? Woher weiß ich beim schneiden welche Äste blühen werden? Oder machen das alle?
Die Blüten sind toll und ich denke der Duft und die Farben werden meinen Schmerz :) lindern wenn es wie prophezeit kommen soll.
Gruß
László

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Re: Prunus mume 1

Beitrag von Sigrid » 21.03.2017, 21:30

Hach, und sie blüht auch noch rosa *lieb*
Ich wünsche dir viel Freude und Glück damit *daumen_new*
think pink

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Re: Prunus mume 1

Beitrag von espanna » 21.03.2017, 22:16

Danke Sigrid,
und duften tut sie auch!
Gruß
László

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Re: Prunus mume 1

Beitrag von Arian » 27.03.2017, 21:18

Guten Abend!
Ich habe ähnliche Erfahrungen mit Prunus mume gemacht.
In einem Artikel in der Bonsai Art stand bezüglich einer besseren Feinverzweigung, dass das Entlauben im Juni die Entwicklung von Blattknospen am Ansatz der entfernten Blätter erlaubt. So könne man die unteren Blätter entfernen, während 5-6 Blätter außen an der pinzierten Triebspitze stehenbleiben. Dadurch soll die Verzeigungsbereitschaft im folgenden Jahr angeregt werden.
Um im Gegenzug an zu lang gewachsenen Zweigen die Blütenbildung für das nächste Jahr anzuregen kann man im Juni den Zweig auch brechen. Das Stück zum Stamm übernimmt als Kurztrieb dann die Bildung der Blüten, während der abgebrochene Teil als Langtrieb Blattknospen hervorbringt.

Ich habe im letzten Sommer genau dies gemacht. Allerdings erschienen aus den vielen Knospen entlang des Astes ausschließlich Blütenknospen (!), während an der Triebspitze sich Blattknospen bildeten. Sofern war diese Prozedur, bis auf ein atemberaubendes Blütenmeer im März, kontraproduktiv was die Verzweigung angeht!

Heike hat die Knick-Technik genau andersrum angewandt und anscheinend Erfolg damit gehabt. Somit versuche ich es dieses Jahr ebenfalls mal andersherum, um die Triebanätze weiter an den Stamm zu bekommen......

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