Sabina Wacholder von Frank (#B53)

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abardo
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Sabina Wacholder von Frank (#B53)

Beitrag von abardo » 12.07.2017, 17:50

Hi,

hab heute einen neuen Wacholder umgestaltet, von aufrecht auf Kaskade. Fürs Wurzelwachstum und die Entwicklung des Laubs wärs ja besser, den Baum nun in der zukünftigen Position zu pflegen, bis umgetopft werden kann.

DSC03215.jpg
vorher
DSC03218.jpg
nachher

Nur kann ich in der Position nicht mehr giessen ohne das Substrat auszuspülen.
(solche Kippungen habe ich schon öfters bei Demos gesehen, nur: was machen die dann "danach" ?)

Ich könnte die Schale im unteren Bereich abkleben und mit Substrat aufüllen, dann werden die oberen Wurzeln aber nicht mehr wirklich gegossen.
Ich kann die Schale auch bis weit nach oben verschliessen, dann wird mir aber bestimmt der Stamm zu nass, giessen wird schwierig und der Luftaustausch vielleicht auch.
Vorsichtiges umsetzen in eine andere Schale (ich hätte da noch eine Mondschale), dann Moos drumrum).
Oder bis September aufrecht halten und dann umtopfen (aber im gleichen Jahr ?).

Dumm von mir (hätte ich vorher dran denken sollen). Habt ihr eine bessere Idee ?
Zuletzt geändert von abardo am 10.07.2018, 16:59, insgesamt 4-mal geändert.
Grüße, Frank
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bock
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Re: Wacholder Lagerungsproblem

Beitrag von bock » 12.07.2017, 18:51

Moin Frank,

ob es dem Baum gut tut weiß ich zwar nicht, aber durchführbar wäre folgendes Vorgehen:
Du nimmst einen großen Plastikpott (wo der Ballen komplett reinpasst), schneidest in eine Seite einen Schlitz in der Breite des Stammes, unten etwas Substrat oder Drainage rein, Ballen rein, oberhalb des Stammes Schlitz abkleben, mit Substrat auffüllen, gießen von oben.
Ich hoffe, du kannst dir das auch ohne Illustration vorstellen.
liebe Grüße Andreas
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Re: Wacholder Lagerungsproblem

Beitrag von Sanne » 12.07.2017, 20:44

Hallo Frank,

als Kaskade finde ich den Wacholder nicht stimmig. Wie wär's mit einem Literaten? Kannst Du noch die andere Seite mal zeigen?

Gruß, Sanne

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Re: Wacholder Lagerungsproblem

Beitrag von Silke » 12.07.2017, 20:51

Hallo Frank,
könnte man aus dem Wurzelballen für die wenige Monate eine Mooskugel (Kokedama) draus machen?

Gruß
Selene

chris-git@rre

Re: Wacholder Lagerungsproblem

Beitrag von chris-git@rre » 12.07.2017, 20:54

Sanne hat geschrieben:
12.07.2017, 20:44
als Kaskade finde ich den Wacholder nicht stimmig.
Finde ich auch...

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Re: Wacholder Lagerungsproblem

Beitrag von Heike_vG » 13.07.2017, 16:31

Da bin ich der gleichen Meinung, der Stamm ist zu gerade, um als Kaskade harmonisch und glaubhaft zu wirken.
Wenn es dennoch unbedingt eine werden soll, würde ich den Wacholder bis zum Umtopfen in der alten Stellung weiterpflegen. Gesundheit geht vor, ohne funktionierende, vitale Wurzeln geht einfach nichts.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Wacholder Lagerungsproblem

Beitrag von abardo » 13.07.2017, 16:57

Hi,

danke für eure Tipps.

Der gerade Stamm täuscht ziemlich auf dem 2D-Bild. Da ist ordentlich Bewegung drin. Als Literat taugt der nicht, kaum Verjüngung (höchstens an den Übergängen zum Totholz, also für meinen Geschmack zu abrupt). Für einen frei-aufrechten aber auch nicht, viel zu viel Bewegung im Kronenast (den Baum selber wollte ich eigentlich nicht besprechen).

Gerade steht er schon seit gestern, das mit dem ausgeschnittenen Plastiktopf überleg ich mir mal (wenn es mit dem Umtopfen zu lang dauern sollte).
Grüße, Frank
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Re: Wacholder Lagerungsproblem

Beitrag von raga » 14.07.2017, 14:58

Hallo Frank
Sanne hat geschrieben:
12.07.2017, 20:44
als Kaskade finde ich den Wacholder nicht stimmig.
seh ich auch so.

Aber hier gehts um eine Problemlösung:
Der Vorschlag von Bock einmal in Bidern
P1020200.jpg
Die Kiefer wurde samt Ballen aus dem Topf genommen und in der neuen Position wieder eingesetzt. Die entstanden Hohlräume wurden mit Substrat aufgefüllt. So kann sich der Baum langsam an die neue Situation gewöhnen. In dem Entstanden Hügel scheinen kaum noch Feinwurzeln zu sein, sodass er sich beim nächsten umtopfen leicht abtragen lässt ohne dem Baum zusätzlich Wurzelmasse zu rauben.
P1020202.jpg
Diesen Feuerdorn musst noch etwas tiefer legen als es der Topf zu lies um die Wurzeln ausreichend mit Substrat bedecken zu können. Beide stehen seit etwa eineinhalb Jahren in dieser Position.

Um deinen Baum so weit zu kippen wirst du sicher beide Vorgehensweisen kombinieren müssen.

Gruß Ralf
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Re: Wacholder Lagerungsproblem

Beitrag von raga » 14.07.2017, 15:07

... und da ich ungern "meckere" onhe konstruktiver Vorschläge zu machen.
Wie wärs mit einer Halbkaskade?
Unbenannt.jpg
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Re: Wacholder Lagerungsproblem

Beitrag von baeumchen » 14.07.2017, 15:34

unqualifizierte bemerkung eines "Anfängers":
wie wärs mit nem größeren topf, in den der kleinere topf in idealposition eingesenkt werden kann?
erschwerte gieß-situation, ich weiß, aber dann besteht wenigstens keine absturzgefahr mehr .....

gruß
Frank
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der frank aus stuttgart

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Re: Wacholder Lagerungsproblem

Beitrag von abardo » 14.07.2017, 15:37

Danke dir für die Beispielfotos, raga.
Hat es der Kiefer nicht geschadet, dass sie den oberen Teil der Wurzeln aufgeben musste ?
Oder hast sie dann auch ein paar Ästchen aufgegeben ?

Auch die Halbkaskade wird möglich sein. Die endgültige Gestaltung wird noch Jahre dauern ...

@Frank: ja, das ist dann ja die Idee von Andreas, muss halt nur eingeschnitten werden, damit der Stamm zur Seite rausgeht.
Grüße, Frank
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Re: Wacholder Lagerungsproblem

Beitrag von raga » 14.07.2017, 16:18

Hallo Frank,
abardo hat geschrieben:
14.07.2017, 15:37
Hat es der Kiefer nicht geschadet, dass sie den oberen Teil der Wurzeln aufgeben musste ?
Oder hast sie dann auch ein paar Ästchen aufgegeben ?
Die Kiefer hat sehr gut mitgespielt und wächst kräftig. Abgestorben ist oberirdisch nichts.
Aber richte dein Aufmerksamkeit bitte auf meine Zeitangabe.
raga hat geschrieben:
14.07.2017, 14:58
Beide stehen seit etwa eineinhalb Jahren in dieser Position.
Das heißt ich hab das im Spätwinter/zeitigen Frühjahr gemacht. Da ist es kühler und feuchter. Möchtest du das jetzt im Hochsommer machen solltest du darauf achten, dass der ganze Ballen (auch der Teil der dann sichtbar ist) ausreichend feucht ist um die Wurzeln zu erhalten und der Baum Zeit hat sich umzugewöhnen. Um auf Nummer sicher zu gehen ist es sich nicht verkehrt die Positionsänderung noch zu verschieben.

Gruß Ralf
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Re: Wacholder Shohin von Frank (#B53)

Beitrag von abardo » 14.07.2017, 17:03

Danke dir Ralf. Solch Rat, der aus Erfahrung kommt, hilft wirklich.
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Re: Sabina Wacholder von Frank (#B53)

Beitrag von abardo » 10.07.2018, 15:51

Heike_vG hat geschrieben:
13.07.2017, 16:31
Da bin ich der gleichen Meinung, der Stamm ist zu gerade, um als Kaskade harmonisch und glaubhaft zu wirken.
Heike hatte mal wieder den richtigen Riecher.

Als Kaskade taugt der nicht, also wurde er aufgerichtet, ausgelichtet und komplett neu gestellt. Es war genug Platz in der Schale, um den Ballen ein bisschen aufzulockern und dann ziemlich schräg wieder zu versenken. Ein Umtopfen war das nicht.

IMG_3837.jpg
komplette Umgestaltung

Sogar die Schale sieht jetzt ziemlich passend aus (wie als ob der Vorbesitzer (MarcoM hier aus dem BFF) sich das so gedacht hatte). Ist bloss momentan dann zu gross (also entweder mehr Laub oder kleinere Schale). Bei jedem zukünftigen Umtopfen wird der natürlich immer weiter nach rechts gepflanzt werden. Momentan steht er dank dem linken Fuss auch stabil, will aber die Schale noch drehen, damit vorne zwei Füsse zu sehen sind, dazu muss der Baum aber auch wieder weiter nach rechts.

Mit nun 32cm kein Shohin mehr :(

IMG_3842.jpg
Detail Laub
IMG_3843.jpg
Detail Totholz
Zuletzt geändert von abardo am 10.07.2018, 17:59, insgesamt 6-mal geändert.
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Re: Sabina Wacholder von Frank (#B53)

Beitrag von Sanne » 10.07.2018, 16:30

abardo hat geschrieben:
10.07.2018, 15:51
Heike hatte mal wieder den richtigen Riecher.
Sanne hat geschrieben:
12.07.2017, 20:44
als Kaskade finde ich den Wacholder nicht stimmig. Wie wär's mit einem Literaten?
Nicht nur Heike. :wink:

Grüße, Sanne

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