Entwicklung einer Besen-Ulme

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Claus72
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von Claus72 »

Hallo Rainer,

hast du den Besen schon einmal beim Treffen dabei gehabt? Ich kann mich nicht daran erinnern. Die Ulme sieht auf jeden Fall sehr interessant aus. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie sie sich in den nächsten Jahren zu einem tollen Baum weiterentwickelt.

Schöne Grüße,
Claus

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mydear
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von mydear »

Claus72 hat geschrieben:
29.10.2019, 12:40
hast du den Besen schon einmal beim Treffen dabei gehabt? Ich kann mich nicht daran erinnern. Die Ulme sieht auf jeden Fall sehr interessant aus. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie sie sich in den nächsten Jahren zu einem tollen Baum weiterentwickelt.
Hallo Claus,

diesen Besenanwärter hatte ich noch nicht im AK gezeigt, ist noch zu viel Baustelle. Die Fotos dürften es trotzdem recht gut zeigen.
Ich bin immer wieder überrascht wie schnell die Entwicklung voranschreitet. Das „Besen-Projekt“ begann im Frühjahr 2017, keine 3 Jahre her.

Grüße
Rainer
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Der Maddin
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von Der Maddin »

Hallo Rainer,
ebenfalls begonnen in 2017,
hatte ich, nach dem V-Schnitt,
Teichfolie und eine Schlauchschelle angelegt.
Bereits im Herbst zeichnete sich die Schwellung ab.
In 2018 habe ich die Äste vom Vorjahr komplett entfernt und mit dem Neuaustrieb gearbeitet.
Sie wurde dann 2x zurückgeschnitten, in dem ich alle Äste in die Hand nahm und alles überstehende
abschnitt.
In 2019 habe ich nicht zurückgeschnitten, um die Abmoosung durch die CD vorranzutreiben.

Sorry für die schlechte Qualität, habe mir mittlerweile eine bessere Kamera zugelegt.
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Der Maddin
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von Der Maddin »

Hier noch 2 Fotos von Heute mit dem Handy gemacht.
Mein Plan ist den "Mehrfachstamm" abzumoosen,
dann unterhalb der alten Schnittwunden einen geraden
Schnitt zu machen und vom Neuaustrieb mit nur 2 Trieben
zu arbeiten.
Das heißt, wachsen lassen und erst dann den V-Schnitt
durchführen und ohne Heckenschnittmethode sondern
mit Auge zu arbeiten.

Gruß,
Martin
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mydear
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von mydear »

Hallo Martin,

das Wachstum der Kopftriebe war doch gut. Was würdest du heute anders machen?
Wie war die Erfahrung mit der CD-Abmoosung?

Grüße
Rainer
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Der Maddin
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von Der Maddin »

Hallo Rainer,
wie gesagt, nur mit zwei Ästen arbeiten und mehr schneiden.
Davon verspreche ich mir eine weniger starke Verdickung an den Astansätzen,
was aber auch eine weniger schnelle Wundheilung nach sich zieht.

Das mit der CD habe ich 2014 begonnen und den Baum frei wachsen lassen,
es dauert natürlich bis er den Rand erreicht.
Seit 2 Jahren kontrolliere ich den Fortschritt und habe dabei die entstandenen Wurzeln zurück geschnitten.
Ich hatte gehofft dieses Frühjahr trennen zu können, aber es hatten sich noch nicht genügend
Wurzeln gebildet.
Darum habe ich teile der Rinde entfernt und ihm dieses Jahr Wildwuchs gegönnt,
was die Knubbelbildung nur verstärkt hat.

Gruß,
Martin
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der Anfang
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Winterbild vom letztem Jahr.
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mydear
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von mydear »

*updated*

Bei der Ulme bin ich mir nicht schlüssig wie es weitergehen soll.

Bisheriger Plan war über dem klobigen Wurzelansatz abmoosen und einen gut 25 cm großen Ulmenbesen aufbauen. Sogar Shohinmaß wäre noch möglich, doch meiner Meinung nach ist dafür der Stammdurchmesser schon zu kräftig.
Bei der grünen Variante stört mich die knubbelige Schnittstelle, die sich stark vom glatten Stamm abhebt. Bei der gezeigten Ansicht fällt es nicht so stark auf, bei allen anderen Ansichten schon.

Bei der gelben Version mit Abmoosen direkt unter der ehemaligen Kappstelle würde ein kleines Dickerchen zwischen Mame und Shohingröße entstehen. Die Rinde würde mit der Zeit einheitlich rau und ungleichmäßig werden.

Deshalb die Frage an euch? Wie würdet ihr entscheiden? Gelb oder Grün?

Grüße
Rainer
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Grün: Ziel eine ca. 25 cm große Besenulme
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Gelb: Gestaltung für einen kleinen, dicken Winzling
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bonsaiheiner
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von bonsaiheiner »

Rainer,
weder noch, ich würde den Stamm so lassen. Wenn´s unbedingt sein muß: grün, aber evtl tiefer, denn der Stamm ist doch prima. Bitte berücksichtige: So wie sich um Schnittstellen oben am Stamm massig neue Knospen bilden, wachsen auch neue Wurzeln unten.
Tiefe Knospen rechts am Stamm wegknipsen. Wenn Du den Maulbeerbaum immer noch im Kopf hast, muß der Basistrieb links wohl fallen.
Aber etwas anderes beschäftigt mich: Die Blattfarbe sieht irgendwie nicht gut aus, zu gelblich, kräuselig. Da scheint ein Schmarotzer am Werk zu sein, die Ulmengallwespe ist es wohl nicht, schon eher

viewtopic.php?t=25518

Hast Du eine Winter-Austriebsspritzung gemacht?
Abhilfe: Jinlösung 1:20 vor dem Austrieb, hilft jetzt also nicht mehr weiter, Li**tan Stäbchen bringen noch was. Später befallene Blätter absammeln, die neue Blattgeneration wird (in diesem Jahr) besser aussehen.
Gegen die Ulmengallwespe mit ihren flaschenförmig-keuligen Blattauswüchsen hilft Jinlösung übrigens nicht, weil die Wespen erst die ausgetriebenen Blätter befallen.
Gutes Gelingen,
Heiner
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mydear
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von mydear »

bonsaiheiner hat geschrieben:
05.04.2020, 18:38
weder noch, ich würde den Stamm so lassen. Wenn´s unbedingt sein muß: grün, aber evtl tiefer, denn der Stamm ist doch prima. Bitte berücksichtige: So wie sich um Schnittstellen oben am Stamm massig neue Knospen bilden, wachsen auch neue Wurzeln unten.
Tiefe Knospen rechts am Stamm wegknipsen. Wenn Du den Maulbeerbaum immer noch im Kopf hast, muß der Basistrieb links wohl fallen.
Aber etwas anderes beschäftigt mich: Die Blattfarbe sieht irgendwie nicht gut aus, zu gelblich, kräuselig. Da scheint ein Schmarotzer am Werk zu sein, die Ulmengallwespe ist es wohl nicht, schon eher
Hallo Heiner,

der Wurzelansatz ist ein Graus, Abmoosen muß ich auf jeden Fall. Gut zu wissen, dass du diese Form und Höhe weiterentwickeln würdest. Der Maulbeerbaum bleibt als Gestaltungsvorlage im Hinterkopf, er ist übrigens in diesem Beitrag auf Seite 4. Den linken Trieb hatte ich noch nicht auf der Abschussliste, das werde ich auf jeden Fall noch genauer betrachten.

Die Blätter sind durch die Ulmenblattrollenlaus geschädigt. Liegt vermutlich daran, dass ganz in der Nähe ein Johannisbeerstrauch als Zwischenwirt ist. Ich werde die betroffenen Spitzen wegschneiden, das reichte bisher immer. Hier habe ich vom Befall Fotos gemacht.

Grüße
Rainer
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mydear
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von mydear »

Heute wurde eingekürzt und innen ausgelichtet. Im Vergleich zur Zelkove wirkt die Feldulme schon deutlich rustikaler, nix Schicki-Micki :lol:

Grüße
Rainer
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27. Mai 2020
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bock
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von bock »

Moin Rainer,

den Roll-Läusen hast du es aber ordentlich gegeben! *up*
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
besucht mich auf flickr

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mydear
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von mydear »

bock hat geschrieben:
28.05.2020, 08:34
den Roll-Läusen hast du es aber ordentlich gegeben! *up*
Hallo Andreas,

einfach die letzten beiden Blätter abknipsen und weg sind sie. Im Winter möchte ich mal eine Spritzung mit Jinmittel probieren, hoffe, dass nicht wieder das Murmeltier grüßt :lol:

Grüße
Rainer
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nemsi
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von nemsi »

Hallo Rainer,

hast Du den Hinweis zum linken Basistrieb von Heiner umgesetzt oder verfolgst Du ein anderes Ziel? Eine Besenulme muss ich auch mal angehen. habe einige Ulmen aber keinen Besen.
Weiter so, bin schon gespannt, wie die in zwei, drei Jahren aussieht.
Liebe Grüße
Robert

Bonsaifreunde Franken e. V.

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mydear
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von mydear »

nemsi hat geschrieben:
28.05.2020, 10:50
hast Du den Hinweis zum linken Basistrieb von Heiner umgesetzt oder verfolgst Du ein anderes Ziel? Eine Besenulme muss ich auch mal angehen. habe einige Ulmen aber keinen Besen.
Weiter so, bin schon gespannt, wie die in zwei, drei Jahren aussieht.
Danke für den Zuspruch Robert.
Ich habe Heiners Tipp noch nicht umgesetzt. Da sind noch große Abschnitte neben dran, die ich erst ein wenig zugewachsen haben möchte. Aus meiner Erfahrung dauert es bei der Feldulme sonst ewig, wenn kein Saftfluss in der Umgebung da ist. Die komplette „Besen-Baustelle“ ist insgesamt deutlich größer als ich anfangs angenommen habe. Da will ich jetzt geduldig dranbleiben.

Grüße
Rainer
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nemsi
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Re: Entwicklung einer Besen-Ulme

Beitrag von nemsi »

Ui, Rainer, das mit dem "geduldig" ist ja schon eine anspruchsvolle Aufgabe an sich! :wink: :wink:
Liebe Grüße
Robert

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