Hainbuche aus Baumschule (bock)

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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bock
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Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von bock » 30.08.2017, 16:39

Moin!

Meine erste Hainbuche fand im April 2015 zu mir, Ballenware aus der Baumschule.
Der Gärtner schaute etwas unterernährt, als er mit der großen Astschere den Stamm auf Kofferraummaß (60 cm) einkürzen sollte... 8)
Die Weißbuche war etwa zehn Jahre alt und über zwei Meter hoch. Beim Öffnen des Ballentuchs (zuhause... :shock: ) musste ich leider feststellen, dass kaum ein Wurzelansatz und nur wenige Feinwurzeln vorhanden waren. Aber da ich den Baum mehr als Übungsobjekt betrachtete, nahm ich es gelassen hin.
Eingetopft wurde in einen passenden Container mit Substrat, das beim Umtopfen anderer Bäume aus dem Topf kam (Recycling, hihi...), gestreckt mit Blumenerde. Das welke Vorjahreslaub wurde entfernt und der Stamm noch ein Stückchen gekürzt. Hoffentlich wächst sie an!?
Schaun mer mal...
2015 (Mai)<br />sechs Wochen nach Ankunft
2015 (Mai)
sechs Wochen nach Ankunft
den frisch getopften Baum wollte ich nicht zum Fotoplatz bewegen, er ist im Topf nicht befestigt.
2015 (Mai)
2015 (Mai)
der Austrieb ist vielversprechend, aber der Stamm noch zu hoch.
2015 (Mai)
2015 (Mai)
Im Juni wurde der Stamm über einem Astabgang abgesägt und der Wundrand mit japanischer Knete abgedeckt, zwei Äste wurden entfernt.
2015 (August)
2015 (August)
so sah der Baum dann im August aus, der Gipfeltrieb soll erstmal durchwachsen:
2015 (August)
2015 (August)
Dazu passend das erste Nacktbild:
2016 (April)
2016 (April)
20160415.jpg (208.46 KiB) 2951 mal betrachtet
Man beachte den Zuwachs in einer Saison:
2016 (September)
2016 (September)
Ende April nahm ich den Leittrieb stark zurück, der eigentliche Verjüngungsschnitt kommt erst im Juni:
2017 (April)
2017 (April)
Ende Mai steht der Baum wieder voll im Laub:
2017 (Mai)
2017 (Mai)
...und vor dem Rückschnitt im Juni:
2017 (Juni)
2017 (Juni)
- Fortsetzung folgt -
liebe Grüße Andreas
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renfra
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Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von renfra » 30.08.2017, 19:41

Die Entwicklung sieht schon mal gut aus Andreas. Es ist schon gut wie Hainbuche bei dem richtigen Futter treiben.....
Freue mich hier auf die weitere Entwicklung.

LG René

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migo
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Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von migo » 30.08.2017, 21:56

Kann mir gut vorstellen, dass aus diesem Übungsobjekt mal was werden kann.
Gute Vorarbeit hast Du schon geleistet. *daumen_new*

:) Das der Baumschulgärtner blöd geguckt hat, kann ich mir bildhaft vorstellen - hatte ich auch schon mal. :)
Tschüüss, Michael

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bock
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Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von bock » 31.08.2017, 08:09

Danke, René und Michael!

Euer Lob freut mich sehr und ich hoffe, dass ich mit der Hainbuche auf dem richtigen (einem richtigen) Weg bin.

Der Rückschnitt fiel dieses Jahr ziemlich heftig aus, aber ich fürchte, dass ich vom Leittrieb noch weitere fünf bis zehn Zentimeter werde abnehmen müssen.
Erstmal lasse ich sie aber wieder wachsen. Im Winter werde ich mich entscheiden.
2017 (Juni)<br />nach Rückschnitt
2017 (Juni)
nach Rückschnitt
so sah sie am 26.08.2017 aus, das Umtopfen stand an:
2017 (August)<br />vor dem Umtopfen
2017 (August)
vor dem Umtopfen
Raus aus dem Pott, Substrat ausgeschüttelt, mit dem Grubber Wurzelfilz ausgekämmt:
2017<br />ohne Schuh
2017
ohne Schuh
Da saß noch ein dicker Wurzelstumpf unter dem Stamm, also Fuchsschwanz her und ab damit:
der Wurzelstumpf
der Wurzelstumpf
Schon besser! Doch vor dem Eintopfen wurden die verbliebenen Wurzeln noch um etwa 20% reduziert:
noch zu viele Wurzeln
noch zu viele Wurzeln
Vielleicht hätte ich doch etwas mehr am Ballen belassen sollen, ich musste den Baum nach dem Umtopfen (sonnige Aufstellung, Temperaturen bis 25°C) noch ein paar Tage besprühen. Seit gestern regnet es - GESCHAFFT!
2017 (August)<br />färtich...
2017 (August)
färtich...
Höhe 60 cm, Substrat aus Linda - für kalkliebende Bäume (da bin ich mir nicht ganz sicher, ob das Standardsubstrat nicht doch besser gewesen wäre...)
Drückt die Daumen, dass sie so gut kooperiert wie bisher!

*dance*

Das Durchsägen der Wurzel war anstrengend für einen alten Mann...
Zuletzt geändert von bock am 31.08.2017, 13:50, insgesamt 1-mal geändert.
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chris-git@rre

Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von chris-git@rre » 31.08.2017, 08:39

Hallo Andreas,
danke für die Doku. *daumen_new*

Gefällt mir gut Deine Hainbuche, schöner Stammansatz.
Sind die Wurzeln ringsum verteilt?

Ich bin gespannt auf die weiter Entwicklung. :)

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Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von bock » 31.08.2017, 11:44

Moin Chris,

danke für deinen freundlichen Kommentar. Ja, die Wurzeln sind trotz mieser Ausgangslage ringsum gewachsen, bisher aber noch zu schwach, um für ein schönes Nebari zu selektieren. Ich hoffe, sie kann in zwei Jahren in eine erste provisorische Schale umziehen.
Ich werde natürlich über die weitere Entwicklung berichten und hoffe, sie so schön voranzubringen, dass ich sie eventuell zum Sommerfest 2030 mal "live" zeigen kann...

:oops:
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Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von Gary » 31.08.2017, 13:59

Eine gute Entwicklung, Andreas. *daumen_new*
bock hat geschrieben:
31.08.2017, 08:09
Das Durchsägen der Wurzel war anstrengend für einen alten Mann...
Dafür aber ein wirklich sauberer Schnitt.

Nach diesem Prozedere wird sie wohl nächstes Jahr etwas verhaltener wachsen aber dennoch solltest Du Dir wirklich noch einmal Gedanken über eine Reduktion des Spitzentriebs machen.

Würdest Du mal ein Foto der allerersten radikalen Schnittstelle zeigen und erzählen wie Du sie behandelt hast?
Nach Rainers Thread zur Wundheilung / Kallusbildung wäre dies doch allgemein interessant.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von bock » 31.08.2017, 14:28

Hallo Gary,

vielen Dank für deine lobenden und kritischen Worte.
An der laublosen Hainbuche werde ich nochmal über die weitere Reduktion der Stammfortsetzung sinnieren. Ein aktuelles Foto von der ersten Schnittstelle ist leider grad etwas unmöglich, sie ist aber noch am Verheilen. In der Mitte ist noch etwa 17 mm breit die gesägte Fläche zu erkennen.
Nach dem Absägen des Stammes habe ich die Wundränder etwa 5 - 10 mm breit mit japanischer Knete bedeckt und seitdem nichts mehr daran gemacht. Wenn die Blätter braun geworden sind kann ich die Wunde und den Kallus von störendem Laub befreien und ein aktuelles Foto nachreichen. Damit alle wissen worum es geht:
Das folgende Bild ist ein Ausschnitt von obigem Foto 2017 (April)
Detail
Detail
gelb markiert untere und obere Begrenzung der ersten Stammreduktion
rot markiert zweite Stammreduktion
roter Pfeil zeigt auf die Wundfläche (zur Zeit mit Laub bedeckt)

EDIT: an Gary und alle die sich berufen fühlen: wo würdet ihr die Stammfortführung einkürzen? Malt einfach einen Strich in das obige Bild unter dem roten Strich oder messt am Monitor, wieviele cm ihr noch abschneiden würdet. Danke!
Zuletzt geändert von bock am 31.08.2017, 14:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von Chri » 31.08.2017, 14:44

Ich finde die toll, vorallem sind diese "Kraftadern" am Ansatz immer interessant bei Buchen zu sehen.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph

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Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von bock » 17.12.2017, 17:58

Danke Christoph, ich hoffe ich bekomme auch noch ein halbwegs ansehnliches Nebari hin...
Gary hat geschrieben:
31.08.2017, 13:59
...
Würdest Du mal ein Foto der allerersten radikalen Schnittstelle zeigen ...
Nach Rainers Thread zur Wundheilung / Kallusbildung wäre dies doch allgemein interessant.
Tja Harald, gestern war es soweit, Blätter ab, Wundfläche geknipst.
Wundfläche und Kallus Dezember 2017
Wundfläche und Kallus Dezember 2017
Und weil das Wetter mitspielte heute nochmal Nacktbilder aus allen vier Himmelsrichtungen:
Vorderseite?<br />2017, Dezember
Vorderseite?
2017, Dezember
2017, Dezember<br />90° nach links
2017, Dezember
90° nach links
2017, Dezember<br />180°
2017, Dezember
180°
2017, Dezember<br />90° nach rechts
2017, Dezember
90° nach rechts
Nicht nur das Herbstlaub, auch ein paar zu lange Zweige habe ich abgeschnitten.
liebe Grüße Andreas
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Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von mydear » 17.12.2017, 18:32

Hallo Andreas,

ich bin überrascht wie weit du die Hainbuche schon nach 2 Jahren gebracht hast. Auch die große Schnittstelle sieht bereits sehr gut aus.

Durch den starken Rückschnitt oben wird der absteigende Saftstrom (grün) deutlich reduziert. Ich vermute die Wundheilung wird jetzt eher stagnieren. Der blau umrundete Astbereich wird deshalb besonders wichtig. Ich könnte mir gut vorstellen ausgehend vom dortigen Astansatz eine künftige Spitze aufzubauen (violett).

Ich habe ja bei meinem kleinen Palmatum die gleiche Problematik.
viewtopic.php?f=9&t=46442&p=513980&hilit=kogata#p513980

Auf jeden Fall freue mich zu sehen wie es mit deiner Hainbuche weitergeht.

Hainbuche-Bock.jpg
Hainbuche-Bock.jpg (54.45 KiB) 2241 mal betrachtet
Grüße
Rainer

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Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von bock » 17.12.2017, 18:55

:oops:
Danke Rainer,

aber der Baum hat bei mir schon den dritten Sommer verbracht.
Bis Mitte Juni lasse ich erstmal alles wachsen, dann werde ich wohl den von dir angedachten Reduktionsschnitt angehen. Sollte das Wachstum eher verhalten sein schiebe ich den Eingriff noch ein weiteres Jahr hinaus, schließlich musste die Wurzel ja auch schon ganz schön Federn lassen...
Aber das Einkürzen ist sicher der richtige Weg, sonst wird das mit der Verjüngung auch nicht glaubwürdig...
liebe Grüße Andreas
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Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von Gary » 18.12.2017, 19:43

Hallo Andreas,

nachdem ich mich schon mal geäußert hatte und Du auch noch nachgehakt hattest, also auf ein Neues.

Die Wundränder am großen Schnitt sehen schon gut aus. Da bleibt eigentlich nur den Kallus nächsten April/Mai neu anzuschneiden.
Und was die Höhenreduktion und Verjüngung angeht bin ich ganz bei Rainers Vorschlag.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von bock » 20.12.2017, 18:49

Stimmt auffallend! Vor allem der Ast(stupf) links vom orangen Kringel bringt mich kein Stück weiter - also wird im Juni nochmal die Säge angesetzt!
liebe Grüße Andreas
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Re: Hainbuche aus Baumschule (bock)

Beitrag von bock » 06.06.2018, 20:44

Gary hat geschrieben:
31.08.2017, 13:59
...
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...
Moin!

Letztes Wochenende bin ich zur Tat geschritten, der Mai war so warm und sonnig wie lange nicht und die Hainbuche hat gut ausgetrieben.
2018 (Juni)
2018 (Juni)

Es gab ja nicht viel zu tun, lediglich der Winkel der Schnittführung hätte nach meinem Geschmack gern etwas steiler sein dürfen - aber ich bin leider kein ausgebildeter Tischler...
Nach Reduktion der Stammfortführung
Nach Reduktion der Stammfortführung

Wundrand abgedeckt mit Japanknete, nun darf sie wieder wachsen...
Wundrand<br />Gast auf Laub
Wundrand
Gast auf Laub


Die unteren Etagen werden in drei Wochen eventuell noch etwas bearbeitet.


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