Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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bock
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Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von bock » 27.09.2017, 13:07

Moin!

Mai 2017 - in meinem Alter sollte man solche Dummheiten besser lassen, ist nicht rückenschonend...
Feldahorn, 3 m hoch, in der Baumschule auf 60 cm gekürzt, in 90 l Maurerbütt...
2017 (Mai)
2017 (Mai)
Jedenfalls waren noch ein paar Äste dran, aber für die spätere Gestaltung eher nichts - zu gerade, unverjüngt und Verzweigung zu weit vom Stamm. Also erstmal wachsen lassen...
2017 (Juni)
2017 (Juni)
Fünf Wochen später ist das Ganze recht unübersichtlich geworden, also schaun wir mal, was wir für die Zukunft brauchen...
Äste gekürzt
Äste gekürzt
Stamm gekürzt
Stamm gekürzt
und ein Vierteljahr später Zeit zum Umtopfen:
2017 (September)
2017 (September)
Nochmal etwas eingekürzt, raus aus der Bütt und ran an den Wurzelfilz...
ausgetopft
ausgetopft
eineinhalb Stunden später:
der Rest von "unterirdissch"
der Rest von "unterirdissch"
OK, für eine Schale eigentlich noch ein paar Jahre zu früh, aber da soll er jetzt reinwachsen:
2017 (September)
2017 (September)
Höhe 52 cm

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Re: Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von Anja M. » 27.09.2017, 13:51

Der hat ordentlich Federn lassen müssen.

Ich hätt an dem Punkt Freiland gewählt um die Schnittstelle voranzubringen. So groß mag sie vielleicht niemals zugehen, aber je kleiner sie ist, desto besser, oder?
73 Anja

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Re: Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von bock » 27.09.2017, 14:37

Hallo Anja,

Freiland ist bei mir eher schwierig, nicht unmöglich, aber wenn der so gut kooperiert wie meine Hainbuche, ist die Kappungswunde in drei Jahren dicht. Und wenn nicht, kann ich ja immer noch aushöhlen oder ein Stammshari anlegen...
Bei Freiland hat man ja auch den Wurzelansatz nicht so gut im Blick, und da ist noch viel Arbeit nötig...
Die nächsten zwei Jahre wollte ich den Leittrieb durchwachsen lassen und dann so langsam eine Krone aufbauen.
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Re: Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von mydear » 28.09.2017, 00:55

Hallo Andreas,

ganz schöne Baustelle hast du da begonnen und konsequent oben und unten zurückgeschnitten. Ich bin gespannt wie kräftig den Ahorn nächstes Jahr austreibt. Meiner hat ja ziemlich geschwächelt, brauchte heuer das ganze Wachstumsjahr um den Wurzelschnitt zu kompensieren.

viewtopic.php?f=9&t=45949&hilit=feldaho ... 70#p505070


Ich fühle mit dir, wir haben beide viel Arbeit vor uns.... *daumen_new*

Grüße
Rainer

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Re: Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von bock » 28.09.2017, 07:16

tja Rainer,

da können wir uns ja bei diesem Projekt gegenseitig begleiten, vorausgesetzt die Pflanzen ereilt die nächsten zehn Jahre kein schwerer Schicksalsschlag... ;-)
Ein ähnliches Projekt habe ich dieses Jahr mit einer Linde aus der Baumschule am Start, aber da ist für eine Dokumentation zur Zeit noch zu wenig "Fleisch" dran....
Da die Ausgangslage sehr ähnlich ist, bin ich gespannt auf die Unterschiede in der Entwicklung besonders im Hinblick auf die jeweilige geographische Breite. Wie überwinterst du deinen Feldahorn denn?
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Re: Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von mydear » 28.09.2017, 10:12

bock hat geschrieben:
28.09.2017, 07:16
Wie überwinterst du deinen Feldahorn denn?
Hallo Andreas,

draußen am Boden, sonnengeschützt an der Nordseite.
Durch den Wurzelschnitt im Frühjahr sollte die Überwinterung problemlos sein

Grüße
Rainer

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Re: Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von bock » 18.02.2018, 18:50

Moin!

Zeit für ein Winterbild, obwohl soviel mehr als im Sommer noch nicht zu sehen ist...
Dateianhänge
20180217.jpg
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Re: Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von bock » 17.05.2018, 05:35

mydear hat geschrieben:
28.09.2017, 00:55
... Ich bin gespannt wie kräftig den Ahorn nächstes Jahr austreibt. ...
:(
leider nicht so kräftig...
Die Äste haben allesamt die Mitarbeit eingestellt, die Stammspitze ist zurückgetrocknet und Neuaustrieb erfolgte nur aus dem Stamm. Allerdings auch nur ein bis zwei Blattpaare.
Ich fürchte, der Wurzelschnitt war zu heftig...

Hoffentlich kriegt er noch die Kurve!
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Re: Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von mydear » 17.05.2018, 10:35

bock hat geschrieben:
17.05.2018, 05:35
Die Äste haben allesamt die Mitarbeit eingestellt, die Stammspitze ist zurückgetrocknet und Neuaustrieb erfolgte nur aus dem Stamm. Allerdings auch nur ein bis zwei Blattpaare.
Ich fürchte, der Wurzelschnitt war zu heftig...
Hallo Andreas,

Ich denke, dass nach dem heftigen Wurzelschnitt die Winterhärte noch nicht vollständig gegeben ist. Das könnten auch Frostschäden durch den Kälteeinbruch Anfang März sein.

Ich habe meinen „Baustellen-Feldahorn“ heuer geschützt im Kellerabgang überwintert.

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Re: Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von bock » 17.05.2018, 13:51

tja,
hoffentlich nur das - im Hinterkopf habe ich das "Mobilisieren der allerletzten Reserven aus dem Stamm", während der Baum als solcher bereits die Mitarbeit eingestellt hat.
Im Gegensatz zum Süden Deutschlands hatten wir hier vor dem späten Wintereinbruch keine so frühlingshaft warmen Luftmassen...
Winterlinde, Pappel und Eibe sind dieses Jahr aber auch ziemlich spät dran - nachdem ich sie ebenfalls im Spätsommer mit Wurzelschnitt umgetopft habe. Bei der Eibe zeigen sich jetzt auch braune Nadeln im unteren Innenbereich, die Knospen gehen gerade erst auf...
Ich werde darauf achten, diese Kandidaten jetzt nicht zu ersäufen und vielleicht lieber über das Laub düngen als zuviel des Guten über das Substrat zu verabreichen...
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Re: Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von bock » 31.05.2018, 19:57

bock hat geschrieben:
17.05.2018, 05:35
...

Hoffentlich kriegt er noch die Kurve!
*muede*

Mist!
Ich hab es noch mit der Plastiktüte probiert, aber leider war der Feldahorn doch nicht "unkaputtbar"...

Nächstesmal etwas weniger grob an den Wurzeln...

:(
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Re: Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von Jürgen* » 02.06.2018, 06:44

Gumo,
mein Beileid!

Als so stark hätte ich den Wurzelschnitt gar nicht erachtet, wundert mich sehr das der Ahorn das nicht wegsteckt....

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Re: Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von grüner_hesse » 02.06.2018, 09:31

Andreas, es wäre auf jeden Fall interessant zu erfahren, wie viel Wurzeln der Feldahorn nach dem kräftigen Schnitt letztes jahr gebildet hat. Hast du die Obduktio schon vorgenommen?

Viele Grüße
Benny

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Re: Feldahorn - Baumschulware eingetopft (bock)

Beitrag von bock » 02.06.2018, 09:47

Moin Jürgen,

danke. Ich hatte nach dem Verhalten im Herbst Hoffnung auf ein Anwachsen, aber mir war schon klar, dass mein Eingriff grenzwertig war...

Benny,

bisher steht er noch auf der Terrasse, wollte heute noch ein letztes Foto von dem missglückten Versuch machen. Anschließend schaue ich mir die Wurzeln an. Ich werde berichten!
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Re: Feldahorn - Baumschulware umgebracht (bock)

Beitrag von bock » 04.06.2018, 19:46

Abschlußbericht


Der diesjährige Austrieb kam spät, fast nur aus dem Stamm (ein Rindenring an der oberen Drittelgrenze) und stagnierte.
Der Mai war sehr warm und trocken, das Laub wurde schlapp.
Trotz Plastiktüte, um den Stamm unten zugeschnürt, erholte sich das Laub nicht.

Abschlußfoto
Abschlußfoto

Gestern schaute ich mir die Wurzeln an. Die verbliebenen Feinwurzeln erschienen weitgehend unverändert, aber ohne erkennbare Zeichen von Wachstum. An zwei stärkeren Wurzelstümpfen ist beginnende Fäulnis im Bereich der Schnittwunden zu erkennen.
Die große Schnittstelle unter dem Stamm erscheint frisch, mit beginnender Kallusbildung am Rand.

"Obduktion I"
"Obduktion I"
"Obduktion II"
"Obduktion II"

Das Wurzelbild lässt mich vermuten (auch in anbetracht der ungestörten Herbstlaubphase), dass der Kandidat sich einen Welkepilz eingefangen hat - oder ich habe ihm doch zuviel auf einmal zugemutet.



*schulter zuck*
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