Roßkastanie von 1981 (bock)

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bock
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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von bock » 10.05.2018, 15:29

Moin!

Meine Kastanie musste ja schon unter einiger Unbill leiden, von Miniermotten über "Windchill" bis hin zu Staunässe/Sauerstoffmangel.
Diesen Frühling scheint sie richtig zu genießen, doch aus einer Knospe sprossen verformte/abgefressene Blätter:
20180510.jpg
verformtes Blatt
sieht aus wie Raupenfraß, doch schon beim Strecken der Knospe konnte ich dort fädige grüne Strukturen erkennen, die auf bereits in der Knospe verformte Blätter schließen ließen.

Weiß jemand, wie dieses Schadbild zustande gekommen sein könnte?
Da es sich um einen lokal begrenzten Schaden handelt, will ich keine Bekämpfungsmaßnahmen starten, wüsste aber gern, ob und wie ich das Auftreten verhindern kann...
liebe Grüße Andreas
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Dirk K. aus L.
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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von Dirk K. aus L. » 10.05.2018, 16:21

Andreas,

ein ähnliches Schadbild hatte ich an einer Winterlinde. Innerhalb der Knospe fanden sich weiße Larven. Die Schwächung des Baumes ist nicht unerheblich, da sich ein intaktes Blattgrün kaum entwickelt.

Ich habe dann mit dem Wirkstoff Thiacloprid (Handelsname Calypso) gespritzt, einem systemischen Insektizid. Das hat geholfen. Allerdings sollte man die Anwendung mehrmals vornehmen.

Grüße

Dirk
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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von bock » 10.05.2018, 17:08

Danke Dirk,

aber Larven habe ich nicht gefunden, die Blätter an der Triebspitze sind auch normal geformt, der Trieb selbst sieht gesund aus und das Phänomen scheint lokal begrenzt zu sein.
Ich vermute eher abiotische Faktoren als Ursache, kann aber Parasiten nicht mit Sicherheit ausschließen.
Möglicherweise gab es im Herbst bei der Knospenentwicklung eine Störung in Form saugender Insekten oder einer unterbrochenen Nährstoffversorgung - oder ungenügende Ausreifung für die Überwinterung.
Oder die Larven haben den Austrieb nicht überlebt bzw. schon vorher (als adulte Kerfe) das Weite gesucht...
liebe Grüße Andreas
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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von Barbara » 11.05.2018, 19:08

Andreas, solche verformten und missgebildeten Blätter kenne ich von meiner Linde, da machen sich regelmäßig Gallmilben ans Werk. Die sieht man auch nicht unbedingt.

Liebe Grüße,
Barbara
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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von bock » 11.05.2018, 21:00

Danke Barbara,

Gallmilben könnte ich mir vorstellen, aber die mir bekannten Biester verformen die Blätter erst nach dem Austrieb - bei der Kastanie waren die Blätter anscheinend schon in der geschlossenen Knospe verformt. War das bei deiner Linde auch so?
liebe Grüße Andreas
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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von Barbara » 12.05.2018, 20:07

Ja, Andreas, ein paar kamen schon verkrüppelt raus. Vielleicht haben die Biester an, oder in der Knospe überwintert *kopfkratz* .
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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von bock » 03.02.2019, 18:20

2018 hatte die Roßkastanie kaum Probleme, im Herbst zog sie um in eine ovale Schale.
Viel Platz hat der Ballen darin allerdings nicht...
Aktuelle Nacktbilder habe ich leider noch nicht.
20180603_b.jpg
2018 (Juni)
20180603_b.jpg (206.07 KiB) 645 mal betrachtet
20180906_a.jpg
Ballen (September)
20180906_a.jpg (205.21 KiB) 645 mal betrachtet
20181006_c.jpg
2018 (Oktober)
20181006_c.jpg (185.73 KiB) 645 mal betrachtet
liebe Grüße Andreas
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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von Norbert_S » 03.02.2019, 18:44

Normales abmoosen, Andreas???

Du traust dich was, da benötigt der Baum im Sommer aber sicherlich tagsüber ein Wasserbad.
Norbert

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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von bock » 03.02.2019, 19:23

Moin Norbert,

abgemoost ist da nichts. Bisher war das Problem eher zu nasses Substrat, aber ich gebe zu, dass ich den Wurzelraum ziemlich extrem reduziert habe. Auf der anderen Seite kommt von dem Kronenvolumen ja auch noch einiges runter, habe 2018 keine Triebe gekürzt wegen der erhofften Überwallung der Astschnitte. Mit etwas Glück kommt sie dann ohne Fußbad zurecht...
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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von Moya » 03.02.2019, 19:37

Moin zämme,

äh, kommt sie nicht Andreas. Rossis brauchen sehr viel Wasser und lrider grössere (tiefere) Schalen als normal, da ihre Wurzeln Enge nur sehr schlecht ertragen und Kastanien, die gut im Futter stehen ein heftiges Wurzelwachstum haben.

Da sie robust sind, gehen sie Dir erst mal nicht ein, kümmern und mickern aber vor sich hin und lassen auch wahllos Äste fallen.
Viele Grüße,
    Moya

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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von Sanne » 04.02.2019, 15:44

Hallo Andreas,

ich bin auch der Meinung, dass die neue Schale viel zu flach für die Kastanie ist. Nicht nur wegen der Bewässerung, auch optisch wäre eine tiefere Schale wesentlich passender.

LG, Sanne

P.S.: Schön, dass Du wieder dabei bist.

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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von bock » 04.02.2019, 17:29

Danke,
Moya und Sanne - vermutlich habt ihr alle drei Recht.
Ich stelle diesen Winter/Frühjahr nochmal ein Bild ohne Laub ein, fange aber schonmal an eine größere Schale zu suchen. Schließlich soll sich mein ältester Baum bei mir auch wohl fühlen, trotz Ohridella cameraria...

PS: ich freu mich auch, wieder am regen Austausch hier teilzunehmen. :-D
liebe Grüße Andreas
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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von bock » 17.02.2019, 09:07

Moin!

Hier nun das angekündigte Winterbild.
Man sieht deutlich, dass der Kronenumriß ohne die einjährigen Triebe (die nach dem Austrieb eingekürzt werden) deutlich kleiner ist als die letzten Bilder mit Laub glauben machen.
Ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Schale zu klein ist.
20190216.jpg
2019 (Februar)
20190216.jpg (175.43 KiB) 365 mal betrachtet
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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von Norbert_S » 17.02.2019, 09:24

Größer geht ja schnell, Andreas.
Norbert

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Re: Roßkastanie von 1981 (bock)

Beitrag von bock » 17.02.2019, 18:11

ja,

wenn der angeschriebene Tonkünstler (oder auch ein anderer...) sich dann mal meldet...
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