Linde

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zwanziger
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Re: Linde

Beitrag von zwanziger » 23.12.2018, 16:07

Mein Beitrag zu Deiner Ursprünglichen Bitte.

Irgendeine solide Schale wie diese könnte ich mir gut vorstellen.
Die geradlinige Form passt zu Stamm und Ästen.
Vll. ein bissl größer :-D
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MfG André

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kressevadder
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Re: Linde

Beitrag von kressevadder » 23.12.2018, 17:08

Eine Schöne Linde.

Ich finde es bei Bäumen, die an einen freistehenden Baum erinnern, schöner sie in ehr flache Schalen zu pflanzen. Also die Faustregel Schalenhöhe ist ca. Stammdurchmesser zu vergessen. Die Schalenhöhe kann kleiner sein, dafür die Schale dann wieder breiter.


Gruß
Manfred
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Lutz Marx
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Re: Linde

Beitrag von Lutz Marx » 23.12.2018, 18:37

..ich habe bereits eine Schale gekauft, mit der ich zufrieden bin, die zeige ich dann im Frühling. Da ich den Wurzelballen noch nicht kenne, fällt sie nicht sehr flach aus.

LG, Lutz

zwanziger
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Re: Linde

Beitrag von zwanziger » 23.12.2018, 19:50

Alles klar,
das kann nur gut werden.
MfG André

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Re: Linde

Beitrag von Michael 86 » 11.01.2019, 18:09

Hallo

Wie hoch ist die Linde?
Grüße Michael :)

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Moya
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Re: Linde

Beitrag von Moya » 13.01.2019, 18:18

Moinsen zämme,

ich weiss, Du willst das nicht hören ... aber den dicken Ast oben rechts würde ich komplett entfernen.
Gründe gibt es 2 starke ... 1. Du hast da oben ein Ast-Triplett und es entsteht bereits jetzt eine unfeine Verdickung da wo sie enrspringen, 2. der Ast hat böse Drahtspuren, die bekommst Du bei der Linde nie wieder weg.
Äste mit Drahtspuren kann man bei Linden leider nur entfernen, da verwächst sich nix und es wird immer hässlich bleiben.

Daher sollte man Linden wenn überhaupt nur extrem vorsichtig drahten und praktisch jeden Tag ein Auge drauf haben, denn lange sehr lange ehe er einwächst macht er Spuren, die nicht wieder weggehen.

Ich habe meine grosse Linde im August gedrahtet, Ende September musste der schon wieder runter und es war allerhöchste Zeit ... paar Tage länger und ich hätte neu aufbauen können.

Was die Schale angeht, ich würde eine grosse flache ovale Schale nehmen in rauchblau. Linden wachsen gern da wo es feucht ist und blau symbolisiert wie keine andere Farbe das Wasser und im Bonsai das Frühjahr.

Hast dann halt die 'Gefahr', dass Du umbetten musst, wenn Du im Herbst ausstellen willst. Aber das ist dann ein Luxusproblem :lol: .
Viele Grüße,
    Moya

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Re: Linde

Beitrag von Lutz Marx » 14.01.2019, 12:13

Michael, der Baum ist aktuell ca. 60cm hoch.

Moya: Danke für dein ausführliches Feedback, aber den Ast werd ich nicht entfernen. Ich sehe auch keine problematische Verdickung in den von Dir angesprochenen Bereich. Ich hab den Baum mit den Drahtspuren übernommen und ja, das ist nicht so schön, aber für mich auch keine Katastrophe. Ansonsten soll es wie schon geschrieben eine ganz natürliche Linde bleiben. Ich hab letztes Jahr viel Bäume bei uns in der Gegend angeschaut und finde die Aststruktur meiner Linde recht glaubwürdig. Der Baum braucht den Ast an der Stelle...

LG, Lutz

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Re: Linde

Beitrag von Michael 86 » 14.01.2019, 12:25

Also Mir gefällt sie sehr gut. Ein Foto mit Laub wäre interessant. Wegen der Wirkung der Blattgröße im Verhältnis zum Baum.
Grüße Michael :)

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Re: Linde

Beitrag von Moya » 14.01.2019, 19:31

Moinsen zämme,
abardo hat geschrieben:
23.12.2018, 14:07
Hi,

die vielen dicken Äste und Substämme an der eingekreisten Stelle werden nun immer deutlicher zum Problem. Zudem ist darüber die Feinverzweigung schon weiter fortgeschritten als an den unteren Ästen.
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Ich zitiere Abardo. Hier im roten Kreis beginnt schon die Verdickung.
Wäre es meine Linde wäre der rechte Ast weg. :-D
Viele Grüße,
    Moya

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Re: Linde

Beitrag von RoyF. » 14.01.2019, 20:30

Hallo,
also ich weiß ja nicht was man da sehen soll, aber eine Verdickung sehe ich nicht. Wenn man in der Natur Laubbäume anschaut, wird der Durchmesser kurz bevor sich der Stamm in mehrere aufteilt immer größer. Diese "inversen" Verjüngungen sind aber natürlich und sollten auch bei Bonsai so aussehen. Seitlich am Stamm ist übrigens eine große ganz alte Wunde. Ich glaube hier täuschen eher die Bilder! Den Ast abzuschneiden käme einer Kastration gleich!

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Re: Linde

Beitrag von Georg » 15.01.2019, 12:19

Lutz Marx hat geschrieben:
14.01.2019, 12:13
Ich hab letztes Jahr viel Bäume bei uns in der Gegend angeschaut und finde die Aststruktur meiner Linde recht glaubwürdig. Der Baum braucht den Ast an der Stelle...
Das sehe ich genauso. Meine einzige Empfehlung, aber das weißt Du sicherlich selbst, ist im oberen Dritte Wuchsausgleich zu schaffen, damit die Linde untenherum kräftig wächst.
Weiterhin viel Spaß und ein gutes Händchen! *daumen_new*
Gruß
Rüdiger
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Re: Linde

Beitrag von abardo » 15.01.2019, 14:24

Hi,

es wundert mich nicht, dass hier die Meinung (und daraus folgenden Empfehlungen) von "den Ast ganz abschneiden", über "Ast einkürzen", über "Wuchsausgleich" bis zu "gar nichts machen" gehen.

Es ist halt die Frage, was jeder in dem Baum sieht, wie er gestalten und was derjenige gerne erreichen mag (da nehme ich mich nicht aus). Die Empfehlungen sind also relativ und persönlich geprägt.

Dass der obere Ast und die Stammfortführung aktuell stärker verdicken als der Rest, ist unbestreitbar, wenn man mit den früheren Bilder vergleicht.

Lutz kann den Baum nun klassisch-harmonisch weiterentwickeln und sollte dann wirklich stark eingreifen, damit die unteren Äste überhaupt eine Chance haben, einmal dicker als die oberen zu werden (was für mich zu einem klassische Stil dazugehört). Oder er kann wenig oder kaum eingreifen, um eine naturalistischere Gestaltung anzustreben.
Grüße, Frank
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Re: Linde

Beitrag von Lutz Marx » 15.01.2019, 17:44

Roy: Herzlichen Dank für Deinen Beitrag, ich sehe das genauso... :)

Georg: Ja, werde ich berücksichtigen, danke für Dein Feedback!

Moya/Frank:

Zunächst: Danke für Eure Meinungen, die ich mit Respekt behandeln will. Und dann nochmal: Ja, ich beabsichtige, den Baum ganz natürlich weiter zu gestalten. Ich mag natürliche Laubbäume, deshalb habe ich die Linde von Roy übernommen. Für etwas anderes als eine naturalistische Gestaltung ist der Baum auch gar nicht zu gebrauchen - aber dafür ist er sehr sehr gut aus meiner Sicht. Dass ich eine natürliche Gestaltung anstrebe, habe ich ja nun wirklich oft genug geschrieben. Roy hat den Baum in diesem Sinne über Jahre hinweg sehr sehr gut vorbereitet und diesen Weg gehe nun auch weiter. Auf keinen Fall werde ich die Linde irgendeiner Schulbuchbonsaiphilosophie unterwerfen. Zu den Details: Dass die oberen Äste (die aus meiner Sicht eine "geteilte Stammfortführung" sind) stärker sind als die unteren, ist kein Problem. Eine "Verdickung" des Stammes gibt es nicht, vielleicht täuschen da wirklich die Bilder. Wuchsausgleich beabsichtige ich herzustellen, indem ich die Äste/Zweige im oberen Bereich kurz halte und die unteren stark fördere. Dazu muss ich nicht die wichtigsten Äste/Substämme des Baumes opfern und ihm seine "Seele" rauben. Gerne nehme ich Vorschläge hinsichtlich Wuchsausgleich an, aber ohne den Baum zu verstümmeln. Und zum Schluss: Ich habe selbst lange gebraucht, um zu verstehen, was ein natürlicher Baum in klein ist und dass man dafür einige alte Bonsairegeln über Bord werfen muss.

In diesem Sinne allen einen schönen Abend:).

LG, Lutz

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Re: Linde

Beitrag von Lutz Marx » 02.06.2019, 16:32

Hallo zusammen,

anbei ein Bild von der Linde in der Klika Schale nach dem Blattschnitt.

LG, Lutz
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