Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

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bock
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Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von bock » 31.03.2018, 09:22

Moin!

Mit Koniferen stehe ich etwas auf Kriegsfuß, so ist dies mein dritter Versuch, eine Mädchenkiefer zum Überleben meiner Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen zu überreden.
Pinus parviflora "Negishi", gekauft 2010
20100428.jpg
2010
(April)
Im Herbst 2010 habe ich sie in einen TPK gesetzt, zwei Jahre später umgesetzt in einen größeren TPK.
20150207_a.jpg
2015
vor Erstgestaltung
Eine "Erstgestaltung" habe ich ihr im Februar 2015 angetan, dabei den Stamm (zu nah) am ersten Astwirbel abgesetzt, davon einen Ast als Stammfortsetzung hochgedrahtet. Ein Ast sollte Rückseitenast werden, einer Hauptast. Den kleinen Ast über der Veredlungsstelle habe ich erstmal als Drahtanker drangelassen (hätte ich auch mit einem Stammstumpf machen sollen...).
20150207_e.jpg
2015
nach Schnitt
20150207_h.jpg
2015
gedrahtet
Im April 2016 wurde umgetoft in eine erste Trainigsschale mit Kiryu und Bimskies, der Kernballen enthält noch die Gärtnereierde. Beim Wurzelschnitt war ich sehr zurückhaltend.
20160925.jpg
2016
umgetopft
2017 habe ich Parasiten an den Nadelscheiden entdeckt, ziemlich flinke blattlausgroße schwarze Viecher. Hatte mich schon länger über braune Punkte an den Nadeln, gelbe Nadelspitzen und abwerfen einzelner Nadelbüschel auch aus dem jüngsten Nadeljahrgang gewundert...
Zwischendrin wurden immer mal wieder Kerzen selektiert und gekürzt, alte Nadeljahrgänge geschnitten, und gebetet, dass der Baum überlebt....
20171031.jpg
2017
(Oktober)
Im März 2018 umwickelte ich Stamm und Äste mit Bast und drahtete mit bis zu 3 mm Kupferdraht (Mist, zu dünn!) und die Zweige (weiß ich, macht man nicht!) mit Aludraht. Den Hauptast habe ich anschließend noch abgespannt.
Meine Drahttechnik ist eher stümperhaft, aber irgendwo muss man ja mal anfangen zu üben.
So richtig gelungen ist die Gestaltung nicht, aber ich bin schon einigermaßen zufrieden, wenn der Baum meine Maßnahmen überlebt.
20180330_a.jpg
2018
(vorn)
20180330_b.jpg
2018
(rechts)
20180330_c.jpg
2018
(hinten)
20180330_d.jpg
2018
(links)
Kritik, Kommentare und Vorschläge werden gern angenommen.
liebe Grüße Andreas
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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von achim73 » 31.03.2018, 12:51

finde die gestaltung schon ganz gut. aber eine frage hätte ich : die veredelungssstelle ist ja (sorry) wirklich unschön. setzt du darauf, dass sich das im lauf der zeit verwächst ? keine ahnung, wie das bei mädchenkiefern funktioniert I(bei muschelzypressen z.b. wird es ja im lauf der jahre eher schlimmer).
Gruss, Achim
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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von bock » 31.03.2018, 14:22

Moin Achim,

ich fürchte das wird auch bei der Mädchenkiefer nicht besser werden. In der Gärtnerei hatte ich etwas in der Erde gepuhlt und festgestellt, dass der Stamm unter der Erdoberfläche breiter wird. Ich habe mich gefreut und bin von einem schönen Wurzelansatz ausgegangen....
Das böse Erwachen folgte beim Umtopfen: nicht nur eine dicke, knubbelige Pfropfunterlage sondern auch noch die obligatorischen ringförmigen Wurzeln um die Stammbasis. Nebari und Tachiagari auf absehbare Zeit Fehlanzeige. Eventuell probiere ich später mal die "Nadelstichmethode" aus, aber ich befürchte dass die sehr prominente Stufe sich dadurch auch nicht entschärfen lässt.
In näherer Zukunft ist eine Sanierung des Wurzelballens geplant (dieses Jahr nicht mehr...) und so nach und nach ein bisschen Laubetagen zu etablieren. Der Baum soll dann in eine kleinere Schale passen.
Immer vorausgesetzt ich bekomme die Parasiten in den Griff und der Baum nimmt mir meine Pflege und Gestaltung nicht übel....
liebe Grüße Andreas
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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von bock » 28.05.2018, 15:20

Moin!

Die weiblichen Blüten habe ich anscheinend alle entfernt, die männlichen haben nach der Behandlung gegen Parasiten nun ein etwas "feminines" Aussehen angenommen... ;-)

20180521_b.jpg
Da sehr viele Kerzen diese Blüten tragen, könnte man schon fast eine Notblüte vermuten, aber der Austrieb sieht ganz gut aus und der Sommer 2017 war ja nicht so prickelnd hier oben...
Ich hoffe, sie fängt sich wieder!
liebe Grüße Andreas
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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von cordel » 28.05.2018, 22:49

Hi,

Mädchenkiefern scheinen manchmal so zu reagieren, die Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Ich habe da mittlerweile Schwierigkeiten von der Blüte auf den Gesundheitszustand zu schließen.

Wenn ich meine Mädchen mal wieder zupfe und drahte, hab ich in der nächsten Vegetationsperiode oft Blüten, trotz ansonsten gesunden und kräftigen Neuaustrieb.

Viele Grüße,
Sebastian

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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von bock » 24.02.2019, 18:12

Moin Sebastian!

Danke dir (wenn auch spät...) für den Beitrag!

Ich glaube auch, dass die Kiefer noch recht vital ist. 2018 hat sie sogar einen zweiten Austrieb geschafft.
Ich zeige noch Bilder vom letzten Jahr und den aktuellen Zustand.

20180603.jpg
2018 (Juni)
20180603.jpg (320.85 KiB) 1356 mal betrachtet
20180604.jpg
2. Austrieb
(leider verwackelt)
20180604.jpg (149.43 KiB) 1356 mal betrachtet
20181006.jpg
2018 (Oktober)
20181006.jpg (307.6 KiB) 1356 mal betrachtet
20190216.jpg
2019 (Februar)
20190216.jpg (269.05 KiB) 1356 mal betrachtet
Bald geht es dem Ballen an den Kragen...
liebe Grüße Andreas
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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von bock » 08.04.2019, 22:12

Pilze?

Moin!

Mein Mädchen bekommt gelbe Nadeln, von Tag zu Tag werden es mehr!
Die Nadeln werden fleckig, dann fahl und schließlich braun. Sie lassen sich leicht auszupfen und finden sich am ganzen Baum.

Ist das Kiefernschütte?

Was kann ich tun?

Für Hinweise und Ratschläge wäre ich sehr dankbar. Das Schadbild begann, mit dem wärmeren trockenen Wetter Anfang April.
Dateianhänge
20190330_a.jpg
20190330_a.jpg (135.43 KiB) 1059 mal betrachtet
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20190330_b.jpg (122.18 KiB) 1059 mal betrachtet
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20190407_a.jpg (131.27 KiB) 1059 mal betrachtet
20190407_b.jpg
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liebe Grüße Andreas
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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von Barbara » 09.04.2019, 19:13

Andreas, das ist ein Pilz. Hatte ich auch an meinen Kiefern.
Regelmäßig mit Alliette sprühen (nicht gießen wegen der Mykorrhizza). Das hat die Kiefern wieder zu Kräften gebracht. Der nächste Austrieb war nicht mehr betroffen. Am Besten Du zupfst alle befallenen Nadeln aus, sonst kann sich der Baum wieder neu infizieren.

Viel Erfolg!

Liebe Grüße,
Barbara
"Sorge Dich um den Beifall der Leute, und Du wirst ihr Gefangener sein." LAOTSE

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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von bock » 09.04.2019, 19:42

Vielen Dank, Barbara!

Werde ich machen. Wie oft etwa ist "regelmäßig"?

...da wird der Baum aber fast nackt dastehen... :(

(aber besser nackt als tot!)
liebe Grüße Andreas
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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von Barbara » 10.04.2019, 14:35

auf der Verpackung steht maximal 3 Behandlungen pro Jahr. Das bezieht sich aber wahrscheinlich auf die"Gieß"-Behandlung. Öfters habe ich es aber letztes Jahr auch nicht angewendet.
Vor ein paar Tagen habe ich sicherheitshalber nochmal gesprüht, damit die Kiefern einen guten Start hinlegen können und der Pilz gleich in seine Schranken gewiesen wird.

Wo der Befall sehr stark war, habe ich nicht gleich alle befallenen Nadeln ausgezupft, weil ich Angst hatte, dass der Baum dadurch noch mehr geschwächt würde. Wenn sich jetzt bald die neuen Knospen öffnen, zupfe ich weiter....

Liebe Grüße,
Barbara
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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von bock » 10.04.2019, 20:32

Vielen Dank Barbara!

So werde ich dann auch tun - und hoffen, dass der Baum wieder fit wird...

Wie vermutlich weiter oben schon erwähnt, ist das mit mir und den Koniferen so eine Sache... Ich glaube, wir passen nicht so recht zusammen.
*schulter zuck*
liebe Grüße Andreas
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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von bock » 08.09.2019, 08:43

Moin!

Letzte Woche habe ich die dritte Aliette-Behandlung gemacht, die Nadeln vom letzten Jahrgang sind fast komplett verschwunden. Der diesjährige Austrieb ist üppig, zeigt aber recht kurze Nadeln. Reduziert habe ich dieses Jahr weder Kerzen noch Triebe.
Da der Ballen noch restliche Anhaftungen torfiger Pflanzerde hatte, habe ich dennoch die Kernballensanierung angegangen.
Nicht nur, dass der Stammfuß grotesk stufig dick ist, darunter kam auch noch ein kompaktes faustgroßes Wurzelknäuel zum Vorschein! Keine Chance für eine kleinere Schale - der Baum wird also auch für den Fall, dass die Krone mal ganz herzeigbar wird, ein Kuriosum bleiben und kein Bonsai werden...
Wenn die Kiefer sich etabliert hat, wird in ein, zwei Jahren nochmal gedrahtet und geschnitten. Im Frühling will ich sicherheitshalber nochmal mit Aliette behandeln.
Eingetopft in Kiefernmischung vom Sponsor, Deckschicht Akadama. Etwas vom alten Substrat mit Mykorrhiza habe ich auch in die Schale getan.

20190907_c.jpg
2019
(September)
20190907_c.jpg (232.13 KiB) 536 mal betrachtet

...weiter links ging nicht...
liebe Grüße Andreas
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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von Georg » 08.09.2019, 11:11

Es ist aber eine Freude, die Mädchenkiefer so gesund zu sehen!
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von bock » 08.09.2019, 15:45

Ja, Rüdiger,

ich bin auch froh, dass sie nicht den Weg ihrer Vorgänger gewählt hat.
Aber wie das bei Kiefern so ist: eine Krise zu überstehen dauert mindestens zwei Jahre...

Schaun wir mal!
:-D
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Re: Mädchenkiefer aus Gärtnerei (bock)

Beitrag von Barbara » 08.09.2019, 17:55

Super, Andreas!
Es wird ja doch was, mit Dir und den Koniferen..... :wink:

Liebe Grüße,
Barbara
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