Hainbuche Gestaltung

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Milian
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Hainbuche Gestaltung

Beitrag von Milian » 24.05.2018, 22:49

Hallo liebe Leute,

ich lese dieses Forum bereits seit einigen Jahren mit großem Interesse. Heute ist es für mich an der Zeit einmal selbst etwas zu schreiben.

Anfgang letztes Jahr kaufte ich zum Jubiläum in Enger u.a. diese Hainbuche, die seitdem schon den ein, oder anderen Ast lassen musste. Nachdem sie bisher jeweils zum Saisonauftakt umgetopft wurde und dieses Jahr m.M.n. einen recht kräftigen Eindruck macht, entschied ich mich für einen Blattschnitt und möchte diese Gelegenheit nun nutzen, um Euch um Rat für die zukünftige Gestaltung zu fragen.

Die Buche ist aktuell (ohne den langen Zipfel) ab Schalenkante 50 cm hoch, hier erstmal der Baum:

Vor der "Behandlung"
DSC_2688.JPG
Vorn
DSC_2690.JPG
Hinten
DSC_2689.JPG
Links
DSC_2691.JPG
Rechts
DSC_2692.JPG
Grundsätzlich darf der Baum im Laufe der Jahre gerne noch etwa 10cm an Höhe gewinnen, daher würde ich erstmal dazu tendieren, den vorderen untersten Ast zu entfernen. Ansonsten habe ich das Gefühl, der Baum müsste abgesehen von einem generellen Rückschnitt, den ich noch vornehmen werde, noch den einen oder anderen Ast verlieren um an Struktur zu gewinnen. Ich bin allerdings unsicher welche/n genau. Also tobt Euch gerne aus, ich bin für fast alles offen.

Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße

Marian

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migo
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Re: Hainbuche Gestaltung

Beitrag von migo » 24.05.2018, 23:20

Hallo Marian,

wenn der noch 10 cm höher werden soll, würde ich den in eine größere Anzuchtschale/Holzkiste o.ä. setzen und erst mal kräftig durchtreiben lassen, (fast) ohne Rücksicht auf die spätere Gestaltung.
Wichtig wäre mir da zuerst, dass die unteren Äste stärker werden. Auch würde ich von den unteren Ästen keinen entfernen, denn so könnte der Stammfuss, bzw. Wurzelansatz auch noch schneller an Dicke zulegen.
Ich hoffe, du hast auch beim Umtopfen auf den Wurzelansatz geachtet...

Gut, soviel dazu. Hier mal meine Gedanken, wäre es mein Baum.
Da oben in der Krone einige Äste schon dicker sind, als alles da drunter, würde ich dort versuchen eine neue Krone aufzubauen. Das heißt, dass das obere Viertel (sowieso viel zu gerade und irgendwie nicht zum Baum passend) weg müsste. Dann könnte einer dieser dicken Äste die Stammfortsetzung sein und darauf aus Neutrieben, die mit Sicherheit bei einer Hainbuche kommen, eine filigranere Krone aufbauen. Die Endhöhe würde in etwa so wie jetzt sein.
Tschüüss, Michael

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Re: Hainbuche Gestaltung

Beitrag von Thorsten1504 » 24.05.2018, 23:33

Hallo Marian,

deine Hainbuche gefällt mir gut mir den vielen Schwüngen im Stamm.
Die Seitenäste sitzen auch an den richtigen stellen.
Ich schließe mich Michael an und würde auch das obere gerade Stück einkürzen.
Die unteren Äste durchtreiben lassen und gegebenenfalls hochdrahten damit diese gefördert werden und noch zulegen können.

Gruß

Thorsten *wink*
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hainbuche.JPG

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Re: Hainbuche Gestaltung

Beitrag von mydear » 24.05.2018, 23:42

Ich hatte die gleiche Idee. Dazu den Baum nach rechts kippen und den linken Gipfelast als neue Spitze zu entwickeln. Das gerade Stammstück aus der Erde wird so kompensiert, der Stamm erhält natürlichere Bewegung. Oben den rechten Gipfeltrieb deutlich zurückhalten. Er ist zu kräftig, doch du brauchst ihn für schnellen Wundverschluss.

DSC_2690.jpg
DSC_2690.jpg (70.53 KiB) 772 mal betrachtet


Grüße
Rainer

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Re: Hainbuche Gestaltung

Beitrag von grüner_hesse » 25.05.2018, 12:17

Hallo Marian.

Mir persönlich gefällt die Linie des Stammes auf deinen zwei letzten Bilder eigentlich besser als die von Rainer, Thorsten und Michael vorgeschlagenen Ansichtseiten. Irgendwie passen mir die künstlichen Kurven nicht so recht zum ersten Stammabschnitt. Auch wirkt der Ansatz etwas stabiler. Wichtig wäre auch, erstmal die Wurzeln zu prüfen, vielleicht macht das die Entscheidung etwas leichter.

Wenn man den Baum neigt würde ich nach links neigen. Rainer meinte das sicher auch, sein grüner Strich zeigt es für mich jedenfalls so an.
Viele Grüße
Benny

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Re: Hainbuche Gestaltung

Beitrag von Milian » 25.05.2018, 14:13

Hallo zusammen und vielen Dank für Eure Gedanken.

Ich erinnere mich, dass ich ganz am Anfang schonmal überlegte hatte, den geraden oberen Teil zu entfernen. Ich bin dann aber aus irgendeinem Grund davon abgekommen und hatte diese Variante bisher nicht weiter verfolgt. Vielleicht weil ich mich tatsächlich in einem Zwiespalt zwischen wachsen lassen und geraden Teil der Krone abschneiden befinde und mich bisher noch für keine der beiden Seiten entscheiden konnte.

Das Nebari wurde von mir natürlich beim Umtopfen bearbeitet, dann aber wieder mit Substrat abgedeckt. Alles in Allem könnte es besser sein, vielleicht muss man an einer Seite noch etwas ablaktieren, ich werds auf jeden Fall im nächsten Jahr hier zeigen.

Was den unteren Stammteil angeht, habe ich auch Bedenken, dass dieser nicht so ganz zum restlichen Verlauf passt. Leider lässt sich das nicht mehr ganz ändern, vielleicht bekommt man mit der Zeit etws kaschiert wenn man den untersten Ast (erstmal) dran lässt. Ich wollte den Baum eigentlich beim letzten umtopfen schon neigen, habs dann aber leider vergessen. Ich hätte dann allerdings nach rechts geneigt.

Wenn ich alle bisherigen Anregungen zusammenführe bin ich gedanktlich ungefähr hier, was haltet ihr davon?

Bild


Bitte die Qualität zu entschuldigen, ich hab hier auf der Arbeit nur Paint. xD

Liebe Grüße

Marian

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Re: Hainbuche Gestaltung

Beitrag von chris-git@rre » 25.05.2018, 14:34

Hallo Marian,
gefällt mir.

1.jpg
lg chris-git@rre

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Re: Hainbuche Gestaltung

Beitrag von Köhler Rudolf » 25.05.2018, 16:18

Hallo,

es ist aber nicht damit getan einfach mal oben etwas weg zu schneiden.
Die ganzen Proportionen des Baumes stimmen dann nicht mehr.

Viel wichtiger wäre es aus meiner Sicht die verschiedenen Quirle aufzulösen.

Den unteren Teil der Äste wachsen lassen. Insgesamt auf verjüngung zu arbeiten.

Eventuell mal als Denkanstoß.
Grüße
Rudi K.

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Re: Hainbuche Gestaltung

Beitrag von chris-git@rre » 25.05.2018, 17:09

Das habe ich in Deiner Buche gesehen.
Wild und urig.
Aber ob das machbar ist?
Auf jeden Fall alles dran lassen was unten am Stamm wächst.

1.jpg
2.jpg
3.jpg

Oder mit dieser Ansicht weiter machen:

file-1.jpg
Vieleicht noch leicht gedreht...
lg chris-git@rre

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Re: Hainbuche Gestaltung

Beitrag von Milian » 25.05.2018, 23:30

Hallo zusammen,

ich würde mich nach dem heutigen Tag erstmal für folgende Variante entscheiden. Die untersten Äste bleiben dran und werden weiter gestärkt. Rudi, vielen Dank für den Wink in Richtung Verjüngung, die Quirle die momentan auf den Bildern so aussehen sind eigentlich keine typischen Quirle, es entspringen zumindest keine mehrfach Abzweigungen an einer Stelle, kommt nur in 2D nicht so rüber.

Ich finde auch die von Benny angesprochenen seitlichen Ansichten nicht verkehrt, den Stammverlauf fände ich gut. Das Problem was ich damit habe, ist dass m.M.n. der Baum komplett neu aufgebaut werden müsste, da die Seitenäste nicht mehr an vorteilhaften Stellen wären und der Betrachter, sofern er denn nicht genau von vorn auf den Baum sieht, immer den sehr geschwungenen Stamm im Hintergrund im Auge hat. Ich stelle mir das irgendwie komisch vor.
Ich möchte eigentlich Bäume gestalten, die nicht nur von einer vorgegebenen Seite betrachtet werden können. Des Weiteren ist das unterirdische Nebari eindeutig stärker von den nun erstmal als Vorder-, und Hinterseite betitelten Ansichten.

Ich würde nun erstmal in der Krone den überwiegenden Teil des geraden Stücks entfernen und beim nächsten Umtopfen mir das Nebari nochmal genau ansehen und dann ggf. die Neigung vornehmen. Mit einer Neigung nach "Links" kann ich mich bisher irgendwie überhaupt nicht anfreunden.
Bis nächstes Jahr lasse ich den Baum vorallem im unteren Bereich voll durchtreiben.

Falls noch jemand eine bessere Idee hat, bitte vortreten. :-D

Liebe Grüße
Marian
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v1.JPG

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Re: Hainbuche Gestaltung

Beitrag von mydear » 26.05.2018, 00:15

Hallo Marian,

alles gute Ansätze, ich bin neugierig wie es weiter geht. Halte uns bitte auf dem Laufenden.

Grüße
Rainer

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Re: Hainbuche Gestaltung

Beitrag von Köhler Rudolf » 26.05.2018, 09:01

Hallo Marian,

so kommst du aber auch nicht weiter.

Grundvorraussetzung ist eine Struktur in den Baum zu bekommen.
Wie du es auch immer nennst, es sind zu viele Äste auf einer Höhe.
Die wichtigsten Äste müssen in Form/Richtung gebracht werden.

Viele Grüße
Grüße
Rudi K.

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Re: Hainbuche Gestaltung

Beitrag von Milian » 09.06.2018, 17:26

Hallo zusammen,

hier ein kleines Update, ich habe den Großteil der gerade Spitze abgeschnitten, sodass es nun nicht mehr so gerade aussieht. Auch habe ich versucht auch die Hinweise von Rudi bezüglich der "Quirle" mit einzubeziehen, und habe dementsprechend, gerade im oberen Teil des Baumes, einige bereits etwas dicker werdenden zweige entfernt. Allerdings bin ich mir unsicher wie ich das Problem mit den zuvielen Ästen auf einer Höhe weiter angehen soll.

Der Baum treibt aktuell wieder überall neu aus und hat zahlreiche neue Knospen angeschoben. Nun lasse ich den Baum erstmal wieder wachsen und schaue was die Zeit so mitbringt.
Dateianhänge
crop (1 von 4).jpg
Hinten
crop (2 von 4).jpg
Rechts
crop (3 von 4).jpg
Vorne
crop (4 von 4).jpg
Links

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Re: Hainbuche Gestaltung

Beitrag von Köhler Rudolf » 10.06.2018, 08:31

Hallo Marian,

sieht m.E. schon deutlich besser aus.

Ich würde jetzt im oberen Bereich alles schön kurz halten und mit der Feinverzweigung beginnen.

Im mittleren Bereich etwas länger wachsen lassen .

Im unteren bereich einfach wachsen lassen und nichts mehr abschneiden. Da braucht der Baum einfach dickere Äste.

Im oberen Bereich muss später der dickere Ast noch ausgetauscht werden.

Jetzt mal richtig fett Dünger drauf und zusätzlich noch mit flüssigem Blattdünger besprühen.

Viele Grüße
Grüße
Rudi K.

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